Wien – Tag 1: Westlicher Ring und Belvedere

29. Mai 2009 um 11:05 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

wien

Nachdem wir am Tag zuvor schon nach München gefahren waren, um dort bei Fluffi und Caro zu übernachten, ging es um 5:20 dann schon wieder von der bequemen Couch runter, zack in die Straßenbahn (18 Euro für zwei Personen zum Flughafen, unglaublich…) und husch husch zum Schalter von AirBerlin. Geflogen sind wir nämlich (wie Fluffi und Caro vor kurzem übrigens auch) mit Niki, der zweiten von Niki Lauda gegründeten Fluglinie (die erste heißt Lauda Air, was aber nicht die letzte gewesen sein muss, denn schließlich hat Niki mehr als einen Vornamen, da geht also noch was).

An den Check-In wurden wir dann freundlich gefragt, ob wir lieber “Gangplatz und den daneben” oder “Fensterplatz und den daneben” hätten. Wir entschieden uns dann für “Fenster und den daneben” um dann im Flieger festzustellen, dass wir die einzigen Personen in der 6-Sitz-Reihe waren (Reihe 13, ich dachte sowas gibt es in Flugzeugen nicht?) und von diesen 6 Plätzen genau die “Fenster und die daneben”-Plätze nicht vergeben waren. Ja, wir hatten die beiden Gangplätze bekommen. Sehr sehr merkwürdig. Aber da ja ringsum alles frei war, war das nicht wirklich tragisch, konnten uns so dann auch noch aussuchen, an welchem Fenster wir denn sitzen wollen…

Während dem Flug (Wir starten, bitte angeschnellt bleiben – Hier, lecker Essen – Oh, Landeanflug: Bitte wieder anschnallen) hab ich Frau Bü dann mal schnell instruiert, was wir in Wien eigentlich alles so erleben werden. Dafür hatte ich alle Sehenswürdigkeiten aus dem schon erwähnten Reiseführer schon auf einer Karte in Google Maps zusammengestellt und das ganze mit weiteren Excel-Tabellen ergänzt, auf denen Öffnungszeiten, Eintrittspreise und sonstige besondere Vorkommnisse vermerkt waren. Da war der Reiseführer allein zu unübersichtlich, unaktuell und taktisch unklug (z.B. lag die Ankeruhr eher am Ende der Tagestour, aber nur um 12 Uhr passiert da was besonderes. Ok, so toll ist das dann auch nicht, wie wir feststellen durften, aber ausgeklügelt war die Originaltour halt nicht…).
Und da ich fürs Fotografieren zuständig war, ging das Amt des Kartenlesers und Richtungsvorgebers an Frau Bü, die sich da erst noch einarbeiten musste. Ein Zettel ging für immer verloren, das Verschwinden eines anderen haben wir gerade so noch rechtzeitig bemerkt und ihn dann noch in Sichtweite auf dem Boden ausmachen können. Aber ok, hat ja alles gut geklappt und wir haben und auch fast nie verlaufen (nein, eigentlich nie, das waren ja nur immer noch unvermerkte Extratouren, die Frau Bü speziell für mich entwickelt hat oder so…)

der_stadtplan

Und so sah unsere Tagestour dann aus (die kleinen Bilder lassen sich anklicken und sind dann etwas größer zu sehen, ein Link führt da dann weiter zu einer noch größeren Version):


Wien – Tag 1 auf einer größeren Karte anzeigen

Eigentlich sollte es nur die Tour “Die westliche Ringstraße” aus dem Reiseführer werden, ein entspannter Einstieg, der auch noch direkt vor dem Hiotel anfing (ok, eigentlich endete er da eher, aber wir sind ja flexibel).

An der Börse wurde uns gleich bewusst, wie schlimm die Banken. und Wirtschaftskrise hier zugeschlagen hat. Da müssen die sich glatt mit einer direkt an das schöne Haus gebauten Tankstelle ein Zubrot verdienen und trotzdem noch Räume vermieten. Huiuiui

boerse

Weiter ging es an der Universität vorbei, dann das Rathaus (an dem gerade auf dem Vorplatz irgendwas für die Wiener Festwochen aufgebaut wurde und wo wir deswegen nicht ganz so dicht ran konnten), das Hoftheater gegenüber, durch den Volksgarten zum Parlament (mit komischem Bauhäuschen (?) auf dem Dach) und dann eine kurze Pause zwischen dem Kunst- und dem Naturhistorischen Museum (die bis auf die Statue auf der Kuppel identisch aussehen). Hier hatten wir uns dann beim “Mann der verwöhnt” lecker Zeug gekauft, später stellten wir dann fest, dass das eigentlich eine ganze Armee ist, die verwöhnt, denn “Der Mann” (Achtung: Hier geht sofort Musik los, wenn man die Seite besucht…) ist über ganz Wien verteilt an jeder zweiten Ecke aufzufinden. War trotzdem sehr elcker, darum haben wir uns an irgendeinem Tag später auch nochmal verwöhnen lassen…

ostring

Dann noch schnell durch das Museumsquartier gehuscht (auch hier waren wir nirgends drin, dazu war das Wetter viel zu gut, die Lust zu klein (war nichts dabei, was mich wirklich gereizt hätte) und die Zeit zu knapp) und immer wieder erstaunt festgestellt, wie viele Überwachungskameras in Wien doch rumhängen. Ich glaub ich hätte mein Tracking-Gerät gar nicht gebraucht, sondern hätte einfach bei den Überwachungsgesellschaften nachfragen brauchen, wann ich wo war. Wäre bestimmt ein ausgefallenes Urlaubsvideo, wenn ich so drüber nachdenke. Das sollten die sich echt mal überlegen…

Nach der “Akademie der bildenden Künste” gabs dann die erste Torten-Pause dieses Urlaubs. Da de Audiowalk (ein iPod-Führer, den wir in unsere Touren integrierten) so vom “Café Museum” schwärmte, wo selbst das Besteck und die Aschenbecher durchdesignt sein sollten (können wir nicht bestätigen, zumal es gar keine Aschenbecher gab…), war dies also die Anlaufstelle unserer Wahl. Hier gabs dann auch das einzige Stück Sachertorte für den Urlaub. So richtig spektakulär ist die ja nicht (und die kann man auch leicht und lecker selber machen, wie Frau Bü im letzten Jahr schon bewies), aber lecker wars trotzdem.
Und dann war die “gelbe Tour” auch schon für diesen Tag abgehakt (die Staatsoper hatten wir uns für denn nächsten tag aufgehoben, da da eine Führung mit garantierter Bühnenbesichtigung auf dem Plan stand). Ging irgendwie ganz schön schnell, was denn jetzt noch den Rest des Tages tun? Also gut: Brechen wir auch noch die “Wiental”-Tour an.
So gings also an der Secession vorbei (die mich bei Bullions Foto direkt an Alias erinnerte, im Original war die Kugel dann aber doch viel zu klein…), ebenso am Künstlerhaus und dem Musikverein. Am (abgeschalteten) Hochstrahlbrunnen (das ist übrigens jetzt die Stelle, wo die Fotos vom verlorenen Zettel gemacht wurden) entschieden wir uns dann (weil immer noch so viel Zeit übrig war), auch noch das Belvedere mitzunehmen (eine dritte Tour, die damit angebrochen wird).
Hier hatte ich auf meinem Ausdruck ein wenig Platz gespart und nur die obere Ecke noch ausgedruckt, so dass wir dann doch etwas überrascht waren, wie lange wir doch außen rum gehen mussten, bis endlich mal ein Eingang kam. So hatten wir dann aber wenigstens noch einige Botschaften und etliche Parkverbotsschilder in Reihe gesehen…

teil2

Immerhin kamen wir dann direkt beim oberen Belvedere raus (bzw. rein) und hatten direkt einen wunderschönen Blick auf die Stadt (und natürlich das untere Belvedere mit Gärten). Praktischerweise war dann auch noch Mittwoch, an dem das untere Belvedere bis 21 Uhr offen hat (was ich dem Kartenverkäufer dann schnell nochmal erklären musste), denn mittlerweile war es dann doch schon etwas später geworden. So hatten wir dann aber genug Zeit, uns in beiden Schlossteilen in Ruhe die Räume und die Kunstausstellungen anzusehen. Ja, so kommt man dann also doch zu seinen Museumsbesuchen, es muss halt nur mit anderen Sachen kombiniert sein. Und das hat sich auch wirklich gelohnt. Rein von der Optik ist das Beldevere wirklich hübsch (viel schöner als Schloss Schönbrunn) und auch die ausgestellten Bilder waren schick (haben sogar Frau Bü gefallen, die bei Kunst sehr wählerisch ist). So gabs da z.B. den berühmten Kuss von Klimt und , oder das ebenso berühmte Bild, auf dem Napoleon die Alpen überquert.
Im unteren Beldvedere gabs dann sehr interessante Bilder (die teilweise Richtung Comic gingen) von Alfons Mucha.

belvedere

Und war dieser lange Tag schon fast vorbei, es ging nochmal quer durch die Stadt zurück zum Hotel (auf dem Weg noch beim Albertina vorbei, das damit dann auch abgehakt war), wo dann die stark beanspruchten Füße erstmal etwas Ruhe und Luft bekamen. Puh…

der_rest

Aber da man ja nicht ungestärkt ins Bett gehen kann, wurde die nähere Umgebung nochmal schnell nach einem Restaurant abgesucht (an sowas hatte ich bei meiner Planung natürlich nicht gedacht). Gefunden hatten wir dann mit dem “Safran” einen sehr sehr leckeren Inder (ist eigentlich nicht so mein Fall, hab da in Restaurants in Deutschland selten was gekriegt, was ich mir nochmal bestellt hätte, auf Sri Lanka wars aber meistens lecker), bei dem wir im Hinterhof dann erstmal über die Gesetze in Österreich aufgeklärt wurden (eigentlich darf man nur bis 21 Uhr draußen sitzen, das nahm man da aber dann doch nicht so genau. Hat sich auch kein “Anrainer” beschwert…)
Und ohne nur einen Funken vom in diesem Moment laufendem UEFA-Cup-Finale mitbekommen zu haben, war der Tag dann endgültig vorbei.
Und wie es weiterging, erfahrt ihr nächste Woche…

Mehr Bilder in hoher Auflösung wie immer im zugehörigen Flickr-Set.

 
bullion:

Very nice and really ausführlich. Ich glaube ich muss unbedingt noch einmal nach Wien. Dann aber auch zum Urlauben/Erkunden. Ein paar Dinge kommen aber dennoch sehr bekannt vor… :)

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