Wie funktioniert ein Radiowecker (auf einmal nicht mehr)?

23. März 2009 um 23:15 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Mal ne dumme Frage: Was hat ein Radiowecker typischerweise für ein Uhrwerk drin, also wie bestimmt das, wann mal wieder eine Minute vorbei ist? Nein, kein Funkwecker, dann wäre die Antwort selbst mir klar (zumindest vage).
Warum ich frage: Mein Radiowecker hat mir jetzt schon sehr sehr viele Jahre (das müsste noch der aus meiner Schulzeit sein, wenn ich mich nicht irre) treue Dienste geleistet und mich immer pünktlich geweckt. Doch in der Nacht von Samstag auf Sonntag hat sie mir auf einmal eine Stunde geklaut. Hab mir das nicht erklären können und den Wecker wieder richtig gestellt. Sonntag Abend ging der Wecker dann auch einmal zwei Stunden vor. Ok, dachte ich, hab ich ihn wohl in die falsche Richtung korrigiert und wieder richtig gestellt. Doch als er mich heute morgen dann wieder eine Stunde zu früh weckte (zum Glück hab ich Frau Bü, ich selber kriege morgens ja nicht so viel mit, da steh ich auch mal zu falschen Uhrzeiten auf, ja, ist mir auch schonmal passiert, aber das ist noch länger her, bestimmt noch vor dem Radiowecker, da stand ich dann ganz alleine an der Bushaltestelle, bis es mir aufgefallen ist…) war klar: Das Teil mag nicht mehr. Innerhalb der einen Stunde, die ich noch liegen bleiben durfte, hat sie dann weitere 7 Minuten aufgeholt.
Nun frage ich euch: Wie kann das von jetzt auf gleich passieren? Wenn sich das so nach und nach eingeschlichen hätte, hätte ich es nicht merkwürdig gefunden, aber so abrupt find ich das schon komisch.
Und jetzt such ich mir mal nen neuen Wecker aus…

 
Madonha:

Wechsel einfach mal die Batterie!
Unsere Funkuhr hat jetzt eines Tages auch im wahrsten Sinne des Wortes “durchgedreht”. Padonha
wollte nicht glauben, dass so etwas durch eine leere Batterie ausgelöst werden kann, war aber erwiesenermaßen so. Könnte auch beim Radiowecker der Auslöser sein.

antwortenReply to this comment
 
 
donvanone:

@Madonha: Halte ich für sehr unwahrscheinlich, da der Wecker nicht über Batterien, sondern die Steckdose mit Strom versorgt wird…

antwortenReply to this comment
 
 
Madonha:

Ok, war halt mal einen Versuch wert!

antwortenReply to this comment
 
 
Wolf:

Hmmm. In der Regel haben diese Wecker glaube ich kein Uhrwerk, sondern bestimmen die Zeit, bis eine Sekunde vergangen ist, über die Frequenz des Wechselstromes. Das ist in Deutschland 50 Hz, aber in Nordamerika z. B. 60 Hz. Deshalb steht hier (Kanada) auf allen Reisespannungswandlern (220V auf 110V) auch drauf, dass man keine Uhren daran betreiben sollte.

Ich glaube, dass die Frequenzmesselektronik irgendwie geschrottet wurde. Das kann schnell gehen, durch eine Spannungsspitze, oder auch (vielleicht?) durch zufällige kosmische Strahlung. Ich bin kein Elektroniker, aber es ist wahrscheinlich einfacher, sich für 5 EUR einen neuen Wecker zu kaufen, als zu versuchen, den zu reparieren (falls das Deine Absicht war).

Vielleicht ist Dein Wecker aber auch eine “echte” Uhr und hat einen eigenen Taktgeber, der dann in der Regel ein Quarz ist ( http://de.wikipedia.org/wiki/Schwingquarz oder auch http://en.wikipedia.org/wiki/Crystal_oscillator ).

Oder aber ich bin auf der falschen Fährte, und das ist /beides/ der Fall, nämlich, dass der Quarztaktgeber vom Wechselstrom angeregt wird…

Vielleicht wäre ja eine fachgerechte Sezierung (dokumentiert auf dem Blog und stark verfußnotet [oder verlinkt]) angebracht, um diese Frage zu klären?

antwortenReply to this comment
 
 
donvanone:

@Wolf: Ne, mein Zeil war es nicht, das Ding zu reparieren, sondern wirklich nur herauszufinden, wie das von jetzt auf gleich passieren kann. Das mit der Spannungsspitze und der Frequenzmesselektronik klingt ja gar nicht so schlecht, muss mir den Wecker mal genauer angucken, vielleicht steht da ja was drauf.
Und das mit der Sezierung werde ich vermutlich auch lassen, das macht ja nur Sauerei…

antwortenReply to this comment
 
 
yhm:

“…hat sie mir auf einmal eine Stunde geklaut…”
“…hat sie dann weitere 7 Minuten aufgeholt.”

Äh, wer? Der Wecker? Oder doch vielleicht Frau Bü?

Jetzt hab ich’s: Die Weckmaschine.

antwortenReply to this comment
 
 
Babba:

Ich glaube zu wissen, dass:
Herkömmliche elektrische Wecker werden durch einen sogenannten Schwingkreis getaktet. Das sind elektrische Schaltungen bestehend aus induktiven (Spulen) und kapazitiven (Kondensatoren) Bauelementen.
Wird eine sehr hohe Ganggenauigkeit vorausgesetzt (bis zu 1 tausendstel Sekunde), werden Quarze integriert.
Diese Taktung wird dann über elektronische Schaltungen zu den Anzeigen weitergeleitet.
Bei Funkuhren werden, minütlich, stündlich oder täglich gesendete Funkimpulse über solche Schwingkreise aufgenommen und, wie oben, an elektronische Schaltungen bestehend aus Flipflops, Schieberegister etc. zu den Segmentanzeigen weitergeleitet.
- Wenn in eurer Wohngegend einmal der Strom ausgefallen war, kann es sein, dass, wie “Wolf” schon beschrieben hat, eine Spannungsspitze, beim zurückkehren des Stromes, ein solches elektronisches Bauelement beschädigt hat. Kannst du einen solchen Stromausfall nachweisen (eventuell wenn vor Kurzem ein Gewitter war), besteht die Möglichkeit, wenn eine entsprechende Klausel in eurer Hausratversicherung dies vorsieht, einen solchen Schaden geltend zu machen. Hierzu bräuchtest du aber die Rechnung des Gerätes.

Auch eine kalte Lötstelle kommt in Betracht.
Wenn dein Wecker eine separate Einstelltaste für volle Stunden hat, könnte auch an der Tastatur eine Fehlfunktion vorliegen.

Wenn auch noch so sehr Erinnerungen und gut geleistete Dienste einer Entsorgung im Wege stehen, zeigt jedoch ein Gerät einmal solche Macken würde ich auch eher dahin tendieren mir ein neues, verlässliches, zuzulegen.
Gleich einen Überspannungsschutz vorzuschalten wäre ratsam.

antwortenReply to this comment