Weihnachten – Das Fest der Liebe Familie !?

24. Dezember 2008 um 02:04 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Ich bin ja bekanntermaßen nicht nur aus der Kirche ausgetreten, sondern glaube auch weder an Gott, noch das ganze andere Zeug, da so angeboten wird. Trotzdem ist Weihnachten für mich ein sehr wichtiges Fest, welches in keinem Fall unter den Tisch gefallen lassen wird.
Nur was bedeutet mir Weihnachten? Natürlich geht es mir nicht um die Geburt Jesu und auch nicht um die Geschenke. Und ich würde “mein Weihnachten” auch nicht unbedingt mit Fest der Liebe” überschreiben, sondern definitiv mit “Fest der Familie”.
Für mich ist Weihnachten darum so toll, weil die Familie zusammenkommt und in einer wohligen Atmosphäre beisammen sitzt und rundum glücklich ist. Klar, wir kommen auch an anderen Tagen mal zusammen (z.B. Geburtstage), aber das ist was anderes. An Weihnachten ist das irgendwie alles noch ein Level intensiver. Vermutlich auch wegen der Geschenke. Aber nicht der Geschenke, die ich bekomme, sondern wegen der Geschenke, die ich meiner Familie mache und mich so an deren Gesichtern erfreuen kann.
Aber um mal zum Punkt zu kommen: Problematisch wird dieses “Fest der Familie”-Konstrukt nun, wenn man nicht mehr alleine ist, sondern einen Partner hat, der auf einmal eine zusätzliche Familie ins Spiel bringt. Genau genommen hat man dann ja drei Familien: Man selbst mit dem Partner, die eigene “alte Familie” (also Eltern, Geschwister, Großeltern, Onkels, Tanten und so weiter) und die Familie des Partners.
Und nun ist es bei mir so, dass ich mich und Frau Bü noch nicht wirklich als “Familie” ansehe. Dafür fehlt dann irgendwie noch ein Kind. Darum käme ich auch nicht auf die Idee, Heiligabend alleine mit Frau Bü zu verbringen. Das wäre für mich kein Weihnachten. Genauso wenig kann ich mir aber vorstellen, den Heiligabend bei der Familie Bü zu verbringen. Nicht, weil ich mit ihrer Familie nichts anfangen könnte. Absolut nicht. Aber mir würde da definitiv etwas fehlen, das wäre kein Weihnachten.
Und darum ertrage ich jedes Jahr die verständnislosen Kommentare der Mitmenschen, wenn es wieder darum geht, dass Frau Bü und ich Heiligabend getrennt voneinander verbringen. Ja, auch wenn wir verheiratet sind: An Heiligabend haben wir uns noch nie persönlich gesehen. An den Weihnachtsfeiertagen wird dann wild zwischen dem Rheinland und der Pfalz gependelt, um dann gemeinsam bei jeder Familie mal gewesen zu sein. Und wenn es nach mir geht, wird das auch so bleiben, bis wir irgendwann mal eine echte eigene Familie haben. Dann gibt es den Heiligabend zu dritt (also erstmal, am Ende dann zu fünft, wenn alle drei Jungs aus der Frau Bü draußen sind) in Ulm und die Rheinland-Pfalz-Tour beginnt erst am ersten Weihnachtstag. Das wird dann zwar auch komisch, aber anders komisch. Schön komisch.

Naja, wer jetzt mit einfachen Weihnachtsgrüßen gerechnet hat darf enttäuscht sein, die kommen erst später. Jetzt gerade erstmal persönliches Blabla, das einfach mal aus musste (nachdem heute wieder Kommentare kamen).
Gibts Menschen unter euch, die das ähnlich sehen, oder bin ich tatsächlich komisch drauf?

PS: Auf diesem Wege grüße ich einfach mal meine Frau Bü ;-)

 
Ro:

Ich fühle mit Dir! Ke und ich hatten auch immer getrennt gefeiert – solange wir nicht verheiratet waren (und mussten auch Kommentare ertragen: das Highlight war “Habt ihr gestritten? Man kann doch über alles reden! Hast was angestellt?). Als wir dann ein Ehepaar waren haben wir den Fehler gemacht an Heiligabend “durch die Gegend zu fahren” – keine Mutter konnte es ertragen ihr Kind bei der anderen Mutter zu haben … also ihr seid wirklich besser dran, wenn ihr auch als Ehepaar den Heiligabend komplett getrennt verbringt.

Dieses Jahr ist mit Lu alles anders. Ne richtig kleine Familie. Komisch, aber anders komisch. Schön komisch.

Schön gesagt!

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Fluffi:

Ich find das ganz normal, dass bei solchen Familienfesten jeder in seine eigene Familie “muss”. Wir feiern immer getrennt und haben in diesem Jahr immerhin schon mal die Premiere, dass wir uns am 27. wieder sehen. Es haben anfangs zwar immer Verwandte und Bekannte gefragt, wo denn jeweils der andere ist, aber die Antwort “ist bei der eigenen Familie, da die auch beweihnachtet werden will” haben immer alle verstanden.
@Ro: ich dachte der Kind-Bonus führt dazu, dass alle Eltern zu einem nach Hause kommen und in den eigenen vier Wänden Weihnachten gefeiert wird… also ganz ohne Herumreiserei aber trotzdem mit der ganzen (großen) Familie.

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Gaby:

Hallo Don,

genauso sehe ich das auch, dem ist kaum etwas hinzuzufügen.

Außer vielleicht:
Als bei uns die Kinder da waren, haben wir zu uns eingeladen… so sind wir dem ‘Wettstreit der Omas’ aus dem Weg gegangen.
Ist aber schon ein bissel her. Heute sind wir wieder allein und da werden wir eingeladen. ;)

Wünsch Dir ein schönes ‘Fest der Familie’

Lieben Gruß
Gaby

(ich oute mich hiermit mal als jahrelange Feedleserin ;) )

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Ro:

@Fluffi: ja, sollte man meinen. Allerdings gibt’s da ja auch noch meinen Neffen und meine Nichte und die Ur-Großeltern sind leider nicht mehr fit genug für eine zweistündige Autofahrt.

Außerdem: solange meine Omas noch gelebt haben war es schon immer so, dass sich alle am ersten oder zweiten Weihnachtsfeiertag am jeweiligen Hof versammelt haben – immerhin hat mein Vater neun und meine Mutter 4 Geschwister, da kommen dann doch einige Enkel und Urenkel zusammen ….

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Anja:

Ich nehme da die Gegenposition ein, aber das weißt Du ja bereits von meinen “Kommentaren”. Wir feiern seit 5 Jahren zusammen Heilig Abend und die Eltern kommen abwechselnd dran uns zu bekochen. :) Ich sage ganz klar: Ohne Peter ist es für mich kein Weihnachten. Allerdings sind bei uns die Entfernungen nicht so groß und wir können am 24. auch den anderen Eltern Frohe Weihnachten wünschen und auf ein paar Plätzchen bleiben.

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bullion:

Ich kann dich gut verstehen! Bei uns hat sich das glücklicherweise recht “geschickt” eingependelt. Weihnachten getrennt voneinander könnte ich mir nicht vorstellen, deshalb feiern wir Heiligabend mit meinen Schwiegereltern und den ersten Feiertag ausgiebig mit meinen Eltern, Geschwistern, Oma usw. – den zweiten Feiertag dann mit Freunden. So sind alle zufrieden! :)

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Seb:

Da wir ja jetzt (und auch schon letztes Jahr) in der glücklichen Situation sind, zu dritt feiern zu dürfen, haben wir es eingeführt, dass unsere Eltern (sprich Oma und Opa von Fy..) zu uns zum Essen kommen.
Am ersten und zweiten Feiertag sind wir dann einmal bei meinen Eltern und einmal bei meinen Schwiegereltern. Ganz ohne Stress und Fahrerei…(fast ohne Stress!!)
Was wir direkt mal geblockt haben ist, dass Fy..s Urgroßeltern am heiligen Abend auch noch zu uns kommen. Das wäre wirklich zu viel des Guten und wie Ro schon sagt, hat man dafür ja jetzt SEINE eigene kleine Familie.

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donvanone:

Also das mit “wenn mal ein Kind da ist, werde die (Groß-)Eltern zu uns eingeladen” wird es bei uns nicht geben. Da hätten wir keine 400km wegziehen dürfen. Und hätten Einzelkinder sein müssen. Oder so. Stress mit Fahrerei wird es also immer geben.

Aber schön zu lesen, dass ich nicht der einzige “bekloppte” auf der Welt bin…

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Ro:

@donvanone: bekloppt ja, aber ganz bestimmt nicht der einzige :-)

Egal wie ihr die Weihnachtstage genau verbringt. Dir und FrauBü Frohe Weihnachten!

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Babba:

Damit, dass ihr die großen Fahr-Strapazen auf euch nehmt, um bei euren Familien zu sein, bereitet ihr die allergrößten Freuden; und zumindest ich, weiß dies im höchsten Maße zu schätzen.
Wir hatten das mit unseren Familien genauso geregelt und wussten, das war für sie die herzlichste, schönste Weihnachtsbescherung, erstrangig vor den aller schönsten Geschenken. – Auch im nachhinein finde ich, war das die richtige Entscheidung. Wichtig damals wie heute, dass nie ein Zwang damit verbunden war oder verbunden sein sollte.

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