Ich bin ja bekanntermaßen nicht nur aus der Kirche ausgetreten, sondern glaube auch weder an Gott, noch das ganze andere Zeug, da so angeboten wird. Trotzdem ist Weihnachten für mich ein sehr wichtiges Fest, welches in keinem Fall unter den Tisch gefallen lassen wird.
Nur was bedeutet mir Weihnachten? Natürlich geht es mir nicht um die Geburt Jesu und auch nicht um die Geschenke. Und ich würde “mein Weihnachten” auch nicht unbedingt mit Fest der Liebe” überschreiben, sondern definitiv mit “Fest der Familie”.
Für mich ist Weihnachten darum so toll, weil die Familie zusammenkommt und in einer wohligen Atmosphäre beisammen sitzt und rundum glücklich ist. Klar, wir kommen auch an anderen Tagen mal zusammen (z.B. Geburtstage), aber das ist was anderes. An Weihnachten ist das irgendwie alles noch ein Level intensiver. Vermutlich auch wegen der Geschenke. Aber nicht der Geschenke, die ich bekomme, sondern wegen der Geschenke, die ich meiner Familie mache und mich so an deren Gesichtern erfreuen kann.
Aber um mal zum Punkt zu kommen: Problematisch wird dieses “Fest der Familie”-Konstrukt nun, wenn man nicht mehr alleine ist, sondern einen Partner hat, der auf einmal eine zusätzliche Familie ins Spiel bringt. Genau genommen hat man dann ja drei Familien: Man selbst mit dem Partner, die eigene “alte Familie” (also Eltern, Geschwister, Großeltern, Onkels, Tanten und so weiter) und die Familie des Partners.
Und nun ist es bei mir so, dass ich mich und Frau Bü noch nicht wirklich als “Familie” ansehe. Dafür fehlt dann irgendwie noch ein Kind. Darum käme ich auch nicht auf die Idee, Heiligabend alleine mit Frau Bü zu verbringen. Das wäre für mich kein Weihnachten. Genauso wenig kann ich mir aber vorstellen, den Heiligabend bei der Familie Bü zu verbringen. Nicht, weil ich mit ihrer Familie nichts anfangen könnte. Absolut nicht. Aber mir würde da definitiv etwas fehlen, das wäre kein Weihnachten.
Und darum ertrage ich jedes Jahr die verständnislosen Kommentare der Mitmenschen, wenn es wieder darum geht, dass Frau Bü und ich Heiligabend getrennt voneinander verbringen. Ja, auch wenn wir verheiratet sind: An Heiligabend haben wir uns noch nie persönlich gesehen. An den Weihnachtsfeiertagen wird dann wild zwischen dem Rheinland und der Pfalz gependelt, um dann gemeinsam bei jeder Familie mal gewesen zu sein. Und wenn es nach mir geht, wird das auch so bleiben, bis wir irgendwann mal eine echte eigene Familie haben. Dann gibt es den Heiligabend zu dritt (also erstmal, am Ende dann zu fünft, wenn alle drei Jungs aus der Frau Bü draußen sind) in Ulm und die Rheinland-Pfalz-Tour beginnt erst am ersten Weihnachtstag. Das wird dann zwar auch komisch, aber anders komisch. Schön komisch.
Naja, wer jetzt mit einfachen Weihnachtsgrüßen gerechnet hat darf enttäuscht sein, die kommen erst später. Jetzt gerade erstmal persönliches Blabla, das einfach mal aus musste (nachdem heute wieder Kommentare kamen).
Gibts Menschen unter euch, die das ähnlich sehen, oder bin ich tatsächlich komisch drauf?
PS: Auf diesem Wege grüße ich einfach mal meine Frau Bü ;-)


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