Ulmer Zelt (VIII): Halogeeni und Värttinä

11. Juni 2008 um 13:13 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

VärttinäVärttinä 25th Anniversary concert, Martinus, Vantaa, March 30, 2008. Foto by Seppo Samuli, copyright Lehtikuva Oy. Quelle:  Homepage

So, nachdem die Hochzeit von Doris und Martin (und die damit verbundene Geschenkvorbereitung) vorbei ist, hab ich mal wieder Zeit, mich der Ulmer-Zelt-Nachberichterstattung zu widmen. Am 30.5. war das Thema “Finnland im Ulmer Zelt”, zu dem zwei Gruppen auftraten:  Halogeeni und  Värttinä. Passend dazu gab es im Gastronomiebereich finnisches Bier und merkwürdiges finnisches Essen, zu dem sich Frau Bü und ich allerdings nicht hinreißen lassen konnten. Darum geht hier nur um die Musik…

Halogeeni hat auf uns irgendwie den Eindruck einer Schul-Musik-AG gemacht, warum auch immer, sahen halt aus wie die typischen Musikstreber ;-)
Da hätten wir einmal den Mandolinenspieler, der auch die Moderation übernehmen darf und offensichtlich das Kommando hat. Daneben die Harmonium-Spielerin, die (wie ich gerade feststelle) den gleichen Nachnamen hat, wie der Mandolinenspieler. Ich behaupte jetzt einfach mal, dass das Geschwister sind (und nicht Eheleute), denn anders kann ich mir nicht erklären, warum der dritte im Bunde, nämlich der Akkordeonspieler immer so verliebt in ihre Richtung geguckt hat und die sich dauernd angegrinst haben. Aber evtl. er auch nur so merkwürdig geguckt, weil er mit seinem Akkordeon in einer sowas von merkwürdigen und absolut unbequem aussehenden (der muss sich alles abgeklemmt haben…) Position saß…
Naja, genug gelästert, kommen wir zur Hauptsache, der Musik: Die war wirklich gut. Die drei Instrumente haben sehr gut zusammengepasst, die Harmoniumspielerin hatte eine wahnsinnig gute Stimme (die allerdings nicht wirklich oft zum Einsatz kam) und die schnelleren Polkas ließen meine Beine munter mitwippen.
Alles sehr stimmig und schön anzuhören. Wer sich selbst ein Bild machen will: Einfach mal auf deren  MySpace-Seite vorbeigucken und vor allem reinhören.

In der Pause gönnten wir uns erstmal einen Kaffee, den wir ausgiebig genossen und daher irgendwie wieder zu spät ins Zelt kamen, da war die neue Gruppe schon dran. Und der krasse Unterschied zum vorherigen Trio schockierte uns erstmal ein wenig. Statt drei verschüchterten Persönchen, hüpften da auf einmal wild drei Damen in weißen Kleidern und in Kleidung und Haar eingeflochteten Spaghetti-Imitationen rum. Dahinter dann noch eine 5-köpfige Band, dezent in schwarz gehalten.

VärttinäVärttinä 25th Anniversary concert, Martinus, Vantaa, March 30, 2008. Foto by Seppo Samuli, copyright Lehtikuva Oy. Quelle:  Homepage

Nachdem der Kulturschock überwunden war (wobei es natürlich kein Kulturschock war, denn es waren ja immer noch Finnen, was unschwer an der überaus lustigen und in Liedform immer wieder gerne anzuhörenden lautmalerischen Sprache zu erkennen war), wuchs die Begeisterung. Die drei Sängerinnen lieferten eine super Show ab und hatten in breites Spektrum an Liedern zu bieten. Zudem kam auch jeder der Instrumentspieler im Hintergrund mal zu einem Soloeinsatz, bei dem vor allem der Schlagzeuger mit einem unglaublichen Solo (5-10 Minuten) begeistern konnte. Echt der Hammer.

Hier mal ein Video von einem typischen Lied, wenn man das so pauschal sagen kann:

(bei dem Lied haben wir vorher den Text gesagt bekommen, um dann mitzusingen. Was das aber heißt, was wir da singen, hat uns niemand gesagt…)

Und hier dann eins von einem sehr amüsanten Lied, dass ohne Instrumente auskommt (hier sind doch gerade eh Acappella-Wochen auf DonsTag, hab ich so das Gefühl): Sie besingen den Vorgang des Wäsche waschens und dank der Lautmalerei und den pantomimischen Bewegungen versteht man sogar alles:

(Die Soundqualität ist ziemlich mies, darum verlinke ich einfach auch mal auf  ein anderes Video, welches scheinbar im heimischen Wohnzimmer entanden ist…)

Noch viel mehr Videos gibts auf YouTube und je länger ich mich da so durchklicke, desto mehr ärger ich mich, dass wir keine CD gekauft haben. Ich werde wohl mal die  Alben auf Amazon probehören müssen und dann die ein oder andere auf meinen Wunschzettel setzen. Und bis dahin muss Ro mich mit ner Privatkopie  der Loituma-CD bei Laune halten…

PS: Värttina hat auch ein Blog, in dem sich 50% der Einträge (insgesamt hat das Blog 2 Beiträge, wieviel davon jetzt 50% sind, müsst ihr selber ausrechnen)  mit dem Auftritt in Ulm befassen. Auszug:

 

Festival area was soooo cosy it was like a gypsy caravan area, colourful gottages, charming night lights and the concert was in a big circustent! Athmosphere was very warm and receiving. [..] Short but great trip!

Dazu gibts noch ein paar Bilder, unter anderem vom Backstage-Wagen im Ulmer Zelt.  Sieht interessant aus….

 
Ro:

Ui, sehr coole Fotos oben. Selbst gemacht?

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donvanone:

Ne, würd ich mit meiner Kamera auch nicht hinbekommen. Hab die Quellenangabe mal näher an die Fotos gezogen, die stand vorher ganz am Ende vom Artikel.

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Ro:

Na, auf das wollte ich jetzt eigentlich net hinweisen. Aber wenn die Fotos von Dir gewesen wären hätte ich wohl gesagt. Wow. Hut ab :-)

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Wolf:

Echt coole Musik. Und da bekommt man auch mal wieder vorgeführt, dass man nicht Playback und drölf Studiosynthesizer zwischenschalten muss (wie diverse Popsterne), um fantastisch zu klingen.

Insgesamt scheinen die Finnen eine ganze Menge toller Musiker hervorzubringen. Ich habe neulich (passend zu Deiner A Capella Vorliebe) die Gruppe Rajaton live gehört, und war auch ganz hingerissen.

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Elias:

Ich muss Wolf recht geben. Värttina sind unglaublich gut, und Finnland ist mein Musiklieferant Nummer eins, auch wenn ich mich da eher in härteren Gefilden bewege. V

Gute Beispiele sind da (neben den tw. zu recht gehypten Nightwish) natülich Amorphis (http://www.amorphis.net) und Waltari (http://www.waltarimusic.com). Letztere haben sogar nen Track mit Värttina zusammen aufgenommen…

Värttina selbst hätte ich jedoch unbedingt mal gern live gesehen! Arghs!

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