Ulmer Zelt (VII): Joshua Kadison

25. Mai 2008 um 13:52 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Nach Götz Alsmann haben wir und am Freitag dann also Joshua Kadison im Ulmer Zelt angesehen und sind nicht minder begeistert. War das absolute Kontrastprogramm.

Götz hat ja den Showmaster gegeben, wie er im Buche steht: Übertriebene Gesten, ständiges Dauergrinsen, übertriebenes Eingeschleime beim Ulmer Publikum und so weiter. Halt eine richtige Show, da war klar, dass man das Publikum ist und da vor einer steht, der einen unterhalten will und einem was vorspielt. Ich will das jetzt nicht schlechtmachen, ganz sicher nicht, Götz muss so sein. Hier gehts nur darum, den Unterschied aufzuzeigen…
Bei Joshua war das ganz anders. Hier hatte ich irgendwie das Gefühl, dass er uns zu sich in sein Wohnzimmer eingeladen hätte, um mit uns gemeinsam einen schönen Abend zu verbringen. Die Trennung von Publikum und Künstler war quasi aufgehoben. Hatte sich Herr Alsmann mit seiner Band in Anzüge geworfen und so den eigenen Stellenwert verdeutlicht, kam Joshua in Jeans und (sehr sehr engem) grauen Oberteil auf die Bühne. Hätte auch ein Requisitenschieber sein können. Ok, das alleine würde jetzt nicht ausreichen, um die oben genannten Grenzen aufheben zu lassen, darum ging er auch noch einen Schritt weiter (einen Schritt, denn er wohl regelmäßig geht) und lud die Zuschauer ein, doch auf die Bühne zu kommen, und sich rundherum um seinen Flügel zu setzen.

Als das dann geschafft war, ging es auch munter los. Ich muss gestehen, dass ich bis auf “Jessie” und “Picture Postcards from L.A.” kein Lied von ihm kannte, aber das machte nichts, die anderen klangen auch alle recht ähnlich. Der Text war immer sehr eingängig und wurde so oft wiederholt, dass das Publikum dem Wunsch des Sängers folgte und mitsang, so oft es ging. Halt wie im Wohnzimmer eines guten Freundes, wenn man gemeinsam singt (nein, so etwas mache ich privat nicht…).

Hier mal ein kurzes (der Aufnehmer konnte scheinbar nur max. 15 Sekunden mit seiner Kamera aufnehmen, hat lauter 15-Sekünder auf YouTube), dass ihn zum einen in seinem Outfit zeigt und dann auch noch seine “Singt mit”-Aufforderung:

Dass die Lieder dann alle recht ähnlich geklungen haben war nicht weiter störend, denn die Art Musik kann man gut in sich aufnehmen und dabei seine Gedanken schweifen lassen. Und die unglaublich lockere und natürliche Art des Gastgebers hat dazu beigetragen, dass am Ende alle mit einem Lächeln aus dem Zelt gingen.

Gespickt wurde das ganze noch mit wenigen kleinen Anekdoten (z.B. zum Casting zu einem Musikvideo). Da hätte er aber ruhig ein wenig mehr erzählen können, ich hab ihm eifnach gerne beim Reden zugehört ;-)

Abschließend noch ein Video, in dem er länger singen darf. Dummerweise fängts mit den Picture-Postcarda an, die eh jeder kennt, aber das Video war das Beste, um viele Sachen zu zeigen: Publikum um den Flügel sitzend; Kadison, wie er seinen Kopf verrenkt, um alle Leute um ihn rum anschauen zu können und dabei auch während dem Lied gerne mal lacht; die mitsingenden Zuschauer (bei dem Lied natürlich nochmal leichter); Joshua, wie er so grundsympatisch eine Anekdote über das Lied erzählt; und auch noch ein anderes Lied.
Also: Angucken und verstehen, was ich mit den vorhergehenden Zeilen ausdrücken wollte:

Nächste Woche Freitag geht es dann weiter mit finnischer Musik, da bin ich so richtig gespannt und relativ optimistisch, dass das ein Highlight werden könnte…