
Ja, Roke hatte mit “ Sit willekommen – uf eyner Reise in vergangene Tag…” sicher die tollere Überschrift, aber die war ja nun schon vergeben und so musste ich mir was neues überlegen. Und so mache ich mal gleich den Preis meines unglaublich leckeren Met-Bieres zum Einleitungsthema (und eben der Überschrift): Viereinhalb Taler (oder doch “Thaler”?).
Kurz ein kleiner Einschub in meine vollkommen falsch angefangene Einleitung, die euch irgendwie im Regen stehen lässt, weil ihr gar nicht wisst, worum es denn geht. Um Regen geht es auf jeden Fall nicht, denn das Wetter war am Wochenende einfach fantastisch. So fantastisch, dass ich mit Roke eine Zeitreise ins Mittelalter unternommen habe. Genauer gesagt eine Reise zum Ritterturnier der Armati Equites. Und wie man hier lesen kann, haben die sich nicht lumpen lassen, und uns Besuchern auch einiges geboten: Um die 450 mittelalterliche Darsteller, über 110 mittelalterliche Zelte und 41 Marktstände. Und an mindestens einem davon (um die Einleitung endlich abschließen zu können) gab es Met-Bier. Also Bier mit Met. Hab ich noch nie getrunken und war auch erst etwas skeptisch, so dass ich zunächst mal ein Radler vorgezogen habe (war ja auch so heiß und man hatte Durst). Dann aber das erste Met-Bier: Ganz schön süß und irgendwie wirkkungsvoller als ein Radler. Und mit jedem Schluck leckerer. Also blieb es nicht bei einem…
Ganz am Ende wollte ich dann doch wieder etwas langsamer machen (die arme Ke sollte ja nicht zu sehr mit zwei lustigen Kerlen belastet werden) und so kam dann nochmal ein Radler obendrauf. Das war dann irgendwie gar nicht mehr so lecker, so ein Met-Bier legt die Latte doch schon was höher.
So, jetzt dachte ich, die Einleitung wäre fertig, aber irgendwie bin ich noch gar nicht auf die “Viereinhalb Taler” eingegangen. Also: Eigentlich wollte ich nur sagen, dass ich es deutlich merkwürdiger fand, dass jemand “viereinhalb” vor einer Währungseinheit gesagt hat, als dass jemand “Taler” statt “Euro” haben wollte (hat natürlich trotzdem nur Euro gekriegt, aber das würde jetzt die Einleitung wirklich sprengen…). Ich meine, wie klingt denn bitte “viereinhalb Euro”. Genau. Komisch. Aber “Vier Taler fuffzisch” klingt auch merkwürdig. Ro hat dann mit “Vier Taler und der Silberlinge Fünfzig” einen Vorschlag gemacht, mit dem ich mich sehr gut anfreunden konnte…
So, die Einleitung wäre geschafft und jetzt weiß ich irgendwie kaum noch was, was in den Hauptteil könnte. Außer vielleicht: Roke haben nicht übertrieben, als sie immer wieder von dem Event in Waldreichenbach geschwärmt haben und ich bin ihnen dankbar, dass sie mich mitgenommen haben. Ich hab noch nie so einen perfekten Mittelaltermarkt gesehen. Eine überragende Mehrheit der Besucher war in den tollsten Kostümen verkleidet, es gab an allen Ecken immer mal wieder Live-Musik, einen witzigen Straßenzauberer und auch sonst hat die Stimmung einfach gepasst. Sehr sehr toll.
Mehr bauch ich auch gar nicht sagen, denn zum Glück hab ich ein paar Fotos gemacht, die ja viel besser für sich sprechen können. Man beachte Gefatter Tod und das ultimative Highlight: Den Bettler! (der hat (danke an Roke für den Tipp) sogar ne eigene Website. Lange Haare standen ihm besser…)

Abschließend noch: Geröstete Kokosnussraspel sind mal total lecker (Frau Büs Einwand, dass Kokosnüsse ja wohl nichts mit Mittelalter zu tun hätten konnte ich mit einem Verweis auf die Ritter der Kokosnuss elegant abwenden) und falls einem zu kalt werden sollte und das Auto viel zu weit weg steht (krass, was da los war, so viele Autos findet man ja normalerweise nur Samstags auf einem IKEA-Parkplatz), kann man auf dem Markt auch noch schicke Mäntel kaufen. Wenn man aber ein echter Rittersmann ohne Furcht und Tadel ist, dann wird einem einfach nicht kalt. Hätte ja sonst niemand mehr mein super Drachenbändiger-T-Shirt gesehen…