Wer denkt, dass mein Hammerhai-Tauchgang als “schönster Tauchgang” meiner bisherigen Tauchlaufbahn ausgezeichnet wird, der täuscht sich. Denn nur einen Tag nach eben diesem traumhaften Erlebnis wurde das ganze noch einmal getoppt. Es war unser letzter Tauchtag in Sharm El Sheikh (ob es noch toller geworden wäre, wenn wir noch einen Tag drangehangen hätten?) und wir machten uns auf den langen Weg zum Wrack der Thistlegorm.
Schon um 4:30 ging es los (von Sharm El Sheikh sind es nun mal etwa 4 Stunden bis dahin und man will ja früh da sein, damit der Platz noch nicht so überlaufen ist), was dann dafür sorgte, dass Frau Bü und ich ohne Tauchcomputer tauchen mussten. Denn der war sicher im Schließfach der Tauchstation aufbewahrt, an den wir um die Uhrzeit aber dummerweise nicht rankamen. Doppelt dumm, da in dem Schließfach eben auch mein Unterwassergehäuse für die Kamera lag und ich somit keine Fotos machen konnte.
Aber wie schon erwähnt, hatten wir zum Glück eine Kamerafrau dabei, so dass ich dann doch an Bilder gekommen bin (alle Bilder hier auf der Seite stammen auch aus diesem Video, sind also nicht von mir gemacht). Und was soll ich sagen: Im Nachhinein bin ich heilfroh, dass ich meine Kamera nicht dabei hatte. Denn der Tauchgang war so unglaublich schön, und es gab so viel zu sehen, dass ich mit der Kamera vor dem Gesicht nur die Hälfte mitbekommen hatte. So konnte ich den Tauchgang voll genießen und das Wrack und das Drumherum 100%ig aufnehmen. Und wow, das hat sich wirklich gelohnt.
Bevor ich weiter schwärme, solltet ihr euch mal das Video hier angucken. Es zeigt nur den ersten unserer beiden Tauchgänge (der zweite ging dann ins Wrack rein, davon gibt es unzählige Videos auf YouTube, da tut sich nicht so viel…), der laut der Kamerafrau und dem Tauchguide (macht seit 3 Jahren Tauchgänge an dem Wrack) der beste Tauchgang an der Thistlegorm war, den sie jemals hatten. Denn Strömung gab es praktisch gar keine (die ist da normalerweise relativ stark), wodurch die Sicht nicht getrübt wurde und es unglaublich viele Fische gab (normalerweise soll die Thistlegorm wohl eher “ausgestorben” sein). Naja, aber jetzt erst einmal das Video:
Man sieht, dass nicht unbedingt das Wrack dafür sorgte, dass es mein bisher schönster Tauchgang war, sondern eigentlich nur als schöne Kulisse für ein wunderbares Erlebnis mit einem riesigen Glasfisch-Schwarm diente.
Nicht falsch verstehen: Das Wrack war fantastisch und hat mich nochmal darin bestärkt, dass ich ein großer Fan von Wracktauchen bin, aber als da auf einmal (und damit meine ich “auf einmal”, ohne Ankündigung) ein riesiger Glasfisch-Schwarm auftauchte und sich um uns rum legte, war das Wrack vergessen.
Auf dem Video hab ich zum ersten Mal den Bug des Schiffes wahrgenommen. Unter Wasser hatte ich in dem Moment nur Augen für den gigantischen Schwarm, der sich wirklich um uns rum befand. Hier das Foto zeigt ungefähr, was ich damit meine, die Fische haben regelrecht eine (hohle) Kugel um einen gebildet:
Einfach unbeschreiblich und immer noch ein komisches Gefühl, wenn ich mi die Bilder (bzw. das Video) angucke.
Vielleicht noch kurz eine kleine Info zu Video: Dieser Fisch, der da auf dem Wrackboden langschwimmt (siehe nachfolgendes Bild) hat einen Namen, der seinem Aussehen zu 100% gerecht wird: Teppich-Krokodilsfisch. Haben wir sonst immer nur bewegungslos gesehen (wenn überhaupt, denn die Dinger sind sehr gut getarnt. Dazu ein kleines Quiz: Im Video taucht nochmal ein (bewegungsloser) Krokodilsfisch auf. Wer findet ihn?).
Was man auf dem Bild auch noch sieht, ist Munition. Davon gabs dann im Wrack selber noch viel mehr. Die Gewehre waren als solche zwar nicht wirklich zu erkennen (glücklicherweise wurde uns vorher ein Foto gezeigt…), dafür waren die Trucks (gefüllt mit Motorrädern, Schuhen oder sonstigen Sachen) aber umso beeindruckender. Einfach mal hier vorbeigucken, da gibt es ne Menge Fotos vom Inneren des Wracks.
Witzig fand ich auch, wie sich die Luftblasen an der Decke gesammelt haben und so eine spiegelnde Fläche geschaffen haben. Im Video sieht man das mal kurz, als Frau Bü und ich an der Reling entlang tauchen:
Diese Luftblasen sorgen aber natürlich auch dafür, dass das Wrack allmählich rostet, weshalb an einigen Stellen kleine Löcher geborgt werden, um die Luft wieder abzulassen. Sieht sehr lustig aus, wenn man über dem Wrack taucht und aus Rohren oder sonstigen Stellen ständig Luftblasen rausblubbern.
So viel also zu meinem vorerst letzten uns bisher schönsten Tauchgang. Mal gespannt, ob und wo wir das noch toppen können. ich werde auf jeden Fall berichten…
Ok, die Überschrift ist nicht gerade einfallsreich, eigentlich wollte ich auch “Schwarm El Sheikh” nehmen, aber dann ist mir eingefallen, dass wir die meisten Fischschwärme ja gar nicht bei den Zauchplätzen zu Sharm El Sheikh gesehen haben, sondern in Ras Mohammed oder Tiran. Also doch bei Schätzing klauen…
Da ist dann auch gleich klar, um was es geht, nämlich um sowas hier:
Zu sehen ist einer unserer Tauchguides (wechselten ab und an) mit einem Schwarm von Schnapperfischen. Die hingen da bewegungslos im Wasser und ließen einen so richtig dicht rankommen.
Ähnlich wie auch dieser Schwarm von Rundkopf-Fledermausfischen, der direkt daneben rumschwebte (und größer war, als das Foto zeigt)
An dieser Stelle mal ne Frage an meine schlauen Leser: Heißt es bei Fischen immer “Schwarm”? Ich hab da noch was von “Schule” im Hinterkopf, kann dazu aber auf deutschsprachigen Seiten kaum was finden. Nur die englische Wikipediaseite macht da Unterscheidungen:
A shoal [Schwarm] is a loosely organised group where each fish swims and forages independently but is attracted to other members of the group and adjusts its behaviour, such as swimming speed, so that it remains close to the other members of the group. Schools of fish are much more tightly organised, synchronising their swimming so that all fish move at the same speed and in the same direction.
Wie auch immer. Weiter gehts mit Barrakudas, die Frau Bü noch sehr gut von dem Angelabend auf den Malediven kannte:
Abschließend dann noch ein Video von einem Schwarm, der uns einmal überquerte. Kamen vor uns von unten aus der Tiefe, machten dann einen großen Bogen über uns, nur um hinter uns wieder nach unten abzutauchen. Das hätten die auch leichter haben können…
Leider sieht man auf dem Video eigentlich nur den “über uns”-Teil, alles andere hat das Wasser verschluckt…
Kurzkritik: Interessante Dokumentation über Künstliche Intelligenz, die vor allem durch die sympathische Art des ehemaligen MIT-Professorn Joseph Weizenbaum getragen wird, der den ganzen Entwicklungen sehr kritisch gegenüber steht.
Und das in meinen Augen vollkommen zu Recht. Relativ oft hab ich mir im Laufe der 90 Minuten die Frage gestellt: "Und warum genau sollte man das wollen?"
Ich hatte (auch aufgrund des Untertitels "Von Computern und anderen Menschen") eher ein breiteres Spektrum erwartet als nur die KI und musste dann bald Erfahrungen aus meinem Studium wiederholen: KI ist zwar ein Thema, für das ich mich gerne interessieren würde, aber dann wird mir doch relativ schnell langweilig. Im Studium hab ich zweimal versucht (bei verschiedenen Dozenten) die KI-Vorlesung durchzuhalten, hab es aber nie über 3 Wochen geschafft.
Und auch der Film verlor im hinteren Teil einen Teil meiner Aufmerksamkeit...