
Wie ihr euch vielleicht erinnert, hatten Frau Bü und ich vor einiger Zeit mit unserem Beitrag zur Flip-Koch-Challenge ein Wellness-Wochenende gewonnen.
Sohnvanone war da gerade unterwegs und da es zeitlich nicht mehr vor der Geburt geklappt hatte, hatten wir mit dem Einlösen etwas gewartet, bis er von dem Urlaub auch was hat.
Und so ging es dann am Wochenende vor Weihachten nach Tirol ins Babymio, von dem Roke so geschwärmt hatten .
Und wie der Name schon sagt, gibt es da nicht nur Wellness (von der wir aber einiges hatten), sondern auch viel “Baby”.
Es handelt sich beim Babymio nämlich um ein Babyhotel, was man nicht nur an der Wickelstation auf dem Zimmer erkennt:

Denn dazu gab es auch noch ein großes Babykost-Buffet, eine Hebamme im Haus, Babyschwimmen, Babymassage (Sohnvanone war da aber nicht so von zu überzeugen und hampelte und laberte lieber rum), Babywippen am Esstisch, Spielzeug auf dem Zimmer etc.
Eigentlich also alles da, was man so braucht, was den Kofferraum dann schön übersichtlich bleiben lässt.

Aber das ganze hat auch seinen Preis. Und der ist ordentlich. Ziemlich ordentlich. Für unser Gefühl zu ordentlich. Da pack ich mir lieber den Kofferraum mit allem voll, was wir brauchen (sind wir eh gewohnt) und zahlen nur die Hälfte. So viel kann der Kleine dann gar nicht essen, dass sich das lohnen würde.
Auch das Babyphone-System fanden wir etwas eigenartig. Dazu muss man nämlich beim Zimmertelefon die “Babyphone”-Nummer wählen und den Hörer offen hin legen. Nach einer Minute ist das Teil dann scharf. Gibt Sohnvanone nun einen Laut, läutet in der Rezeption das Telefon, irgendwer nimmt ab, hört sich an, was er zu sagen hat und gibt uns dann Bescheid (“Ja, also, da kam jetzt ein paarmal was und jetzt weint er ein wenig”). Alternativ konnte man sich das auch direkt auf sein Handy umleiten, aber das hätte dann natürlich Roaming-Gebühren gekostet. Unser eigenes Babyphone konnten wir nicht verwenden, da der Weg vom 4. Stock zum Speisesaal dann doch zu weit war. Aber ok, hat ja funktioniert…
Dafür war das Schwimmbad dann super (wenn auch für Nicht-Hotelgäste ziemlich teuer) und mit sehr viel Babyspielzeug ausgestattet.

Unser größter Kritikpunkt war dann aber einer, der weniger mit dem Hotel, sondern mehr mit den Gästen zu tun hatte. Ok, in einem Babyhotel muss man damit rechnen, dass ständig irgendwo ein Baby brüllt (was dann gerne auch eine Kettenreaktion auslöst), das ist aber auch nicht unser Problem gewesen. Da halten wir es mit den WiseGuys, die im Lied “Kinder” (ab 1:20 gehts etwa los) singen:
Kinder find ich nicht so toll,
tut mir wirklich Leid.
Eins schmiert dir die Wände voll
und ein Andres schreit,
eins schmeißt wild mit Lego rum
aus Hartplastikbehältern,
doch was ich am schlimmsten find’,
sind die stolzen Eltern.
Was mir auf die Nerven geht,
sind die stolzen Eltern.
Stolze Eltern können nicht normal kommunizier’n:
Mitten im Gespräch krabbeln sie auf allen Vier’n.
Und sie reden so lang über Farbe und Gewicht
des Inhalts in der Windel ihres Babys, bis man bricht.
“Letzten Sonntag schlief die Anna durch bis kurz vor acht!”
“Is’ ja kaum zu glauben. Und was habt ihr sonst gemacht?”
“Unser Flori isst nicht viel. Das ist nicht gesund!”:
“Willst du jemand fressen sehn, dann kauf dir doch ‘nen Hund!”.
Und genau so war es dann auch im Speisesaal. Um uns rum saßen 4-5 Familien, die alle wohl schon die ganze Woche da waren und sich daher kennengelernt hatten. Und so ging es dann Abends immer quer durch den ganzen Raum. Jeder wusste über jedes Kind eine Geschichte zu erzählen, sprach überzogen laut mit dem eigenen Kind, damit auch jeder mitbekommt, wie toll er als Vater ist und versuchte auch alle anderen Kinder zu bespaßen.
Örks… Von “Entspannung” war da nicht viel zu spüren und mal vom Elterndasein abschalten war auch nicht möglich.
Unser Fazit also: Die Idee, in einem Hotel alles da zu haben, was man für einen Babyurlaub braucht, ist super toll und praktisch, für einen solchen Preis und die damit verbundenen Nebenwirkungen fällt das aber für uns flach. Da haben wir in “normalen” Hotels schon entspannendere Urlaube mit Sohnvanone unternommen.

So dann auch direkt im Anschluss an dieses gewonnene Wochenende.
Bevor es damit aber weitergeht, verweise ich aber noch schnell auf dieses Flickr-Set, in dem einige der hier gezeigten Fotos auch in höherer Auflösung zu sehen sind. Vor allem bei diesen Panoramabilden (ja, irgendwann sollte ich mir mal angewöhnen, bei Panoramaaufnahmen die Belichtung bei allen Bildern gleich zu halten…) könnte das ganz nützlich sein:

Während die oberen beiden Panoramen (wie auch die drei Landschaftsbilder, die ich hier schon immer mal eingeflochten habe) unseren traumhaften Ausblick aus unserem Babymio-Hotelzimmer zeigen, gibts darunter dann eine Skipiste, die auch schon direkt zum Anschlussurlaub überleitet.
Für den ging es dann nämlich in ein bezahlbareres “normales” Hotel (mit Babybett) in den Nachbarort (St. Johann), wo schon mein Bruder mit seiner Frau einquartiert waren (das waren dann auch die “Nicht-Gäste”, die den stolzen Preis für das Babymio-Schwimmbad gezahlt haben) und wo wir dann noch für 4 Tage abseits der stolzen Eltern ein wenig Ruhe genossen.
Dadurch hatten wir dann natürlich doch alles Zeug im Kofferraum mitschleppen müssen, aber wie gesagt: So schlimm ist das auch nicht. Und Sohnvanone hatte in dem “Familienzimmer” dann auch deutlich mehr Platz, als in dem Doppelzimmer im Babyhotel (da hätte es natürlich auch größere Zimmer gegeben, hatten wir aber nicht).
Und während Frau Bü und meine Schwägerin mit Sohnvanone das Hotel und die Umgebung unsicher machten, genossen mein Bruder und ich die herrlichen Bedingungen auf den ziemlich leeren Pisten (die Vorweihnachtszeit sollte man sich für Skiurlaube echt merken. Ab Weihnachten gehts da wohl erst richtig los).

Und nachdem wir dann mit 5- (Babymio) bzw. 4-Gänge-Abendessen unsere Mägen vorgedehnt hatten, stand der weihnachtlichen Völlerei auch nichts mehr im Wege (außer der Haufen Wäsche, der gewaschen werden musste, bevor es zwei Tage später direkt auf Weihnachtstour ging…).
Alles in allem ein sehr schöner Urlaub, den ich glatt in unsere zu festigende Weihnachtstradition aufnehmen könnte…