Braucht der Stern meinen Ironiedetektor?

20. Juni 2006 um 14:51 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Hat stern.de die gleichen Probleme erlebt wie ich? Sollte ich denen meinen Ironiedetektor für geschätzte 5 Millionen Euro verkaufen? Ich hab im Bereich “Satire in Deutschland” ja schon sehr schwarz gesehen, aber wenn selbst der Stern seinen Satireartikel wie folgt kennzeichnen muss, dann läuft doch was gewaltig falsch, oder?

 

Vorsicht Satire!
In den Einträgen der Reihe “Bellstedt haut drauf” werden einzelne, persönliche Beobachtungen sprachlich zugespitzt. In keinem Fall handelt es sich um abgewogene und fundierte Sachurteile. Natürlich hält die Fifa keine Sklavinnen, gibt es sachkundige und hilfsbereite Taxifahrer, jede Menge fußballbegeisterte Berliner und in Dortmund steht nicht nur mehr als ein Fast-Food-Restaurant, es sprießen dort auch grüne Bäume in Hülle und Fülle.

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Ironiedetektor als Firefox-Extension

07. Juni 2006 um 23:40 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

85%ige TrefferquoteAufmerksame Leser meines Blogs werden mitbekommen haben, dass ich neulich ein “Problem” mit einem Journalisten hatte, der einen meiner Blogeinträge nicht als Satire erkannt hat und so einen netten Artikel über mich veröffentlichte. Das hat mich natürlich schwer getroffen und so habe ich mir überlegt, wie man solche Missverständnisse in Zukunft wohl umgehen könnte.
Nach einer meiner letzten eher schlaflosen Nächte kam mir dann die Erleuchtung: Ein Ironie-Detektor muss her. Also hab ich mich am nächsten Tag gleich hingesetzt und ein solches Plugin für den Firefox programmiert.
Installiert man nun diesen Detektor und lässt ihn diesen Artikel überprüfen (ein Klick auf “Extras->IronyDetector” oder noch besser: Die Toolbar anpassen, da den IronyDetector-Button hinziehen und da dann drauf klicken), so stellt er den ersten Absatz in dieser Form dar:

Detektion von Ironie
Nicht wirklich ernst gemeinte Passagen sind nun gelb hinterlegt und zusätzlich (falls es mal Probleme mit dem Hintergrund geben sollte) kursiv geschrieben. Dies hilft unsicheren Leuten, mit unbekannten Texten im Internet besser umzugehen.
Solltest du also zu dieser Gruppe gehören, installiere jetzt gleich die Erweiterung und das Leben wird auf einmal viel viel leichter. Versprochen!

Ironiedetektor installieren

Solltest du aber zu der Gruppe gehören, die auch ständig missverstanden wird und von Dummheit nur so umgeben ist, dann solltest du schleunigst von den immensen Vorteilen des IronieDetektors profitieren und deine Seite für ihn verständlich machen. Dazu ist auch nicht viel Arbeit nötig:
Texte, die “nicht wirklich ernst” gemeint sind, müssen nur mit einem <span class=”IRONY”> umgeben sein und schon werden sie vom IronieDetektor erkannt. Wer es noch einfacher haben will, der kann seiner WordPress-Admin-Oberfläche auch einen passenden Button dazu geben. Dazu einfach folgenden Code an die gewünschte Stelle in “wp-includes/js/quicktags.js” kopieren:

 

edButtons[edButtons.length] =
new edButton(‘ed_irony’
,’irony’
,’<span class=”IRONY”>’
,’</span>’
,’z’
);

Schon (evtl. erst Cache leeren, js-Dateien aktualisierend sich nicht so oft) sieht die Oberfläche zum Beispiel so aus:

Admin-Oberfläche
Und damit die Leute auch Bescheid wissen, dass sie ihren Detektor einschalten sollen, sollte man dies auf seiner Seite natürlich vermerken. Zum Beispiel mit einem dieser schönen und viel zu großen Buttons:

IronyDetector_icon_largeIronyDetector_icon

Und für die richtigen Blogger, hier auch der geforderte 80*15 Button:

IronyDetector_icon_smallIronieDetector_icon_small

Dazu natürlich ein Link auf diese Seite, damit die armen Ironie-resistenten auch wissen, wo sie den Detektor finden…
Als Gegenleistung werden hier dann auch alle Seiten genannt, die den IronieDetektor unterstützen. So bekommt der verwirrte Leser auch gleich einen super Einstieg zu anderen Seiten, auf denen er sich ohne Angst vor Missverständnissen bewegen kann. Einfach eine Mail an mich und ich füge eure Seite dazu. Bisher unterstützen folgende Seiten den IronieDetektor (d.h. sie haben mindestens einmal die entsprechenden Tags genutzt (und sei es nur zu Testzwecken)):

PS: Meine Beiträge werden erst ab sofort mit dem Ironie-Tag versehen, bei älteren Einträgen funktioniert der Detektor also nicht wirklich (aber manchmal schon, probiert es einfach aus. Es lohnt sich!)

PPS: Das ist zwar wirklich eine sehr sehr einfache Erweiterung, aber da es meine erste selbstgeschriebene ist, kann sich in dem Mini-Code natürlich trotzdem der ein oder andere Fehler eingeschlichen haben. In so einem Fall bitte nicht böse sein und am liebsten hier in den Kommentaren Bescheid geben. Danke!

PPPS: Wer nicht den Firefox nutzt, sondern auch mit Opera oder IE in den Genuss der Ironedetektion kommen will, der sollte mal bei SteBu vorbeischauen. Der hat da nämlich ein kleines Boorkmarklet gebastelt. Dankeschön!

PPPPS: Wer nicht WordPress nutzt, sondern auch mit Serendipity in den Kompfort-Genuss eines “irony”-Buttons kommen will, der sollte mal bei Jean-Christoph von Oertzen vorbeischauen. Der hat nämlich ein kleines Serendipity-Plugin gebastelt. Dankeschön!

PPPPPS: Wer nicht darauf warten will, bis ich die Erweiterung endlich mal so programmiere, dass sie auch dauerhaft aktiv ist, der findet bei Pepino eine Lösung. Der hat nämlich die Firefox-Datei “userContent.css” so angepasst, dass die Ironie auch ohne Erweiterung und permanent angezeigt wird.

Abschließend noch ein paar Produktempfehlungen für diejenigen, die sich ein wenig ernsthafter mit Ironie auseinandersetzen wollen:

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Don, erzählst du uns nochmal ein Märchen?

06. Juni 2006 um 11:37 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Ehrensenf und Münchhausen

Vorgestern hab ich (meinem Festplattenrekorder sei Dank) den Film “Wag the dog” gesehen. Es geht darum, dass dem Präsident kurz vor der Wiederwahl sexuelle Belästigung vorgeworfen wird, was sein Wahlkampfteam vor eine schwere Aufgabe stellt. Also erfinden sie schnell einen Krieg (gegen Albanien), um von der Sache abzulenken. Natürlich gibt es keinen Krieg, das ist alles nur eine Inszenierung für die Medien. Die CIA bekommt davon Wind und verkündet dann (weil ihnen der Krieg nicht ins Konzept passt), dass der Krieg beendet wäre. Daraufhin der Wahlkampfteam-Chef: “Der Krieg ist vorbei. Ich hab es im Fernsehen gesehen”. Sein Partner: “Quatsch, der Krieg ist nicht vorbei, wir kriegen das wieder hin” – “Quatsch, er ist vorbei. Ich hab es im Fernsehen gesehen”.
Ich hab mich tierisch amüsiert. Was das Fernsehen zeigt, muss wahr sein. Heute schreibt der Kölner Stadtanzeiger einen Artikel der Art “Was im Internet steht, muss wahr sein”. Kann man sich eigentlich auch nur drüber amüsieren, oder?
Grund für den Artikel ist das Sommerloch mein “Ehrensenf TV ab Herbst auf RTL“-Beitrag. Ihr erinnert euch? Meinen schlechten Traum? Spätestens nach den ersten beiden Kommentaren hätte eigentlich jedem klar sein sollen, dass es sich hier nicht um eine Pressemeldung handelt, aber in Köln hat man es ja wohl nicht so mit der Satire und so hatte ich am Donnerstag einen Journalisten des Kölner Stadtanzeigers am Telefon. Was dabei rausgekommen ist kann man hier nachlesen. Anscheinend hat unser Telefongespräch nicht sonderlich gefruchtet, denn er spricht immer noch von Lügen und Märchen. Dabei hab ich den Wikipediaeintrag zu “Satire” doch extra verlinkt… Noch sonderbarer wird es dann, dass er mich mit dem Lügenbaron Münchhausen gleichstellt, was nun (danke Daniel) mal so gar nicht passen kann, da Münchhausen mit Heldengeschichten über sich glänzen wollte, ich dagegen meine Person in keinem Wort erwähne.
Wie man mit einem solchen satirischen Beitrag richtig umgeht, hat übrigens einer der “Betroffenen” sehr gut gezeigt:
In der ersten Ehrensenf-Sendung nach meiner “Märchenstunde” fängt Katrin an mit: “Ne echt? Das stand in den Kommentaren? Und die glauben wirklich … erst ab Herbst!?”, kurz darauf wird sie vom RTL-Jingle sichtlich irritiert. Später droht sie den Zuschauern damit zu zu wechseln, wenn nicht auf den Werbebanner geklickt würde und am Ende verabschiedet sie sich mit den Worten: “Das war Explosiv … Ehrensenf, ich bin Katrin, tschüß”
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute…

PS: Wer sich fragt, wie ich eigentlich auf das Thema RTL gekommen bin: Das war nicht meine Idee, Ehrensenf hat damit angefangen, wie diese beiden Folgen belegen:
Am 20.02.2006 beginnt Katrin (die Ehrensenf-Moderatorin) mit: “Was soll das denn? Wir sind doch hier nicht bei RTL!? …. Noch nicht!” und in der Folge vom 10.04.2006 sagt Katrin ganz am Ende: “Aber glaubt ja nicht, dass ich als Nummer 2 mit zu RTL gehe”.

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Satire in Köln unbekannt?

01. Juni 2006 um 22:44 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

SatireEs gibt wohl immer noch ein paar Menschen auf der Erde, denen der Begriff “Satire” nicht wirklich geläufig ist. Entweder werden satirische Aussagen für bare Münze genommen und der Ersteller als “Lügner” beschimpft, oder aber (noch beliebter) man zerrt die Sache vor Gericht. Dumm nur, wenn der Urheber nicht ausfindig zu machen ist.
So ist es momentan in Köln der Fall, wo ein paar Scherzkekse sich einen Spaß erlaubt haben und die strengen FIFA-Regeln für alle kölner Bewohner mal auf einer übersichtlichen Checkliste zusammengefasst haben.
So ist es zum Beispiel verboten, Werbemelodien von Nicht-Sponsoren vor sich herzusummen oder bei offenem Fenster Fernsehwerbung (von Nicht-Sponsoren) (laut) laufen zu lassen. Und wer Nicht-Sponsoren-Artikel einkauft (wenn es denn wirklich nicht anders geht), der soll sie gefälligst unauffällig nach Hause tragen. Normale Menschen würden sofort die überspitze Formulierung erkennen und sich über diese Seite amüsieren, in Köln scheint man das aber nicht zu können (obwohl die doch als so lustiges Volk gelten… oder zählt das nur an Karneval?). Da die Seite das Layout der Originalseite von Köln zu der WM exakt kopiert, muss der Inhalt ja auch stimmen. Oder nicht? Die Stadt Köln war sich unsicher und hat vorsichtshalber mal beim Origanisationskommitee Köln der FIFA WM 2006″ nachgefragt. Nachdem die das ganze als Satire Schwindel enttarnt haben, ging es schleunigst daran, die Klageschrift auszusetzen. Leider ist die Domain nun aber anonym in Amerika registriert und so war nicht an den Urheber ranzukommen (auch für Journalisten nicht). So ein Pech aber auch…
Aber ein Glück für alle Spaßversteher, denn die können sich das ganze nun noch in Ruhe angucken. Denn nur dann findet man (danke an Jack) auch die lustigen kleinen Details, wie das Wappen der Stadt Köln im Footer der Checkliste (zum Vergleich noch das Original):
Stadtwappen Köln(via Stranger in a Strange (Deutsch)land (sehr zum empfehlen (Highlight war meiner Meinung nach bisher dieser Artikel), am Besten als Parallellektüre zum von Fluffi vorgestellten Brian in Munich)

PS: Ja Daniel, nicht alle Kölner sind so, aber irgendwie hatte ich heute so das Gefühl…
PPS: Mittlerweile berichtet auch der Kölner Stadtanzeiger darüber…

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