Golden Balls: Gamehow nach meinem Geschmack

04. Juni 2009 um 10:33 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Früher war alles besser. Da liefen nachmittags nicht irgendwelche Sendungen aus den Wohnzimmern von Harz IV-Empfängern (mit Tischdecken passend zur Bluse und Fliesentischen), sondern Spielshows wie “Der Preis ist heiß”, “Geh aufs Ganze”, “Familienduell”, “Riskier’ was”, “Hast du Töne” oder auch “Ruck zuck”. Hach…
Ok, wirklich stören tut mich das ja nicht, schließlich bin ich zu der Zeit eh auf der Arbeit und so kann es mir egal sein, was da im TV läuft, aber das kann sich ja auch mal ändern und damit ich da dann nicht zugrunde gehe, muss vorgesorgt werden. Daher eine Bitte an die Fernsehsanstalten: Bitte die britische Show “Golden Balls” ins deutsche Fernsehprogramm aufnehmen (und ruhig auch wieder welche von den oben genannten, vor allem “Hast du Töne”), denn das ist mal ein Konzept wie es mir gefällt. Hier kommt man nur durch Lügen, Bluffen und Intrigen als Gewinner raus, eine Sache, die das Gesellschaftsspiel “Intrige” übrigens perfektioniert hat und daher wirklich nur mit den richtigen Mitspielern gespielt werden sollte (oder mit Menschen, die man eh nie wieder sieht).

Aber ich schweife ab. Zurück zu Golden Balls: Grundprinzip der ersten Runde: Unter den Spielern werden Kugeln verteilt, in denen (von außen unsichtbar) Geldbeträge stehen, um die am Ende der Show tendenziell gespielt werden könnte. Hinzu kommen noch “Killer”-Kugeln (sehen von außen genauso aus wie die anderen), die (wie man vom Namen her schon erahnen kann) nicht wirklich gut sind. Jeder der vier Teilnehmer bekommt 4 Kugeln, von denen er zufällig zwei öffnen und allen den Betrag zeigen muss. Nun schaut sich jeder geheim seine zwei weiteren Kugeln an und nennt seinen Mitspielern die Beträge, die dort angeblich vertreten sind. Warum man hier lügen sollte? Nun, die Spieler müssen dann per geheimer Wahl einen Spieler nominieren, der mitsamt seiner Kugeln aus dem Spiel verschwindet, hier sollten also möglichst viele kleine Beträge und vor allem Killer-Kugeln eliminiert werden. Vor der Wahl darf natürlich erst noch fleißig diskutiert werden, wer denn warum bestimmt lügt.

Die zweite Runde läuft dann ähnlich ab, nur halt nur noch mit 4 Spielern, die dann jeweils 5 Kugeln bekommen (größtenteils aus dem Kugelvorrat von der vorherigen Runde, man sollte sich also ruhig die Zahlen merken, das hilft Lügner zu überführen).

Sind dann nur noch zwei Spieler übrige, wird es kurz mal langweilig, denn da werden nur aus den übrig gebliebenen Kugeln diejenigen zufällig ausgewählt, um die es dann im Finale geht.
Und das Finale mit dem namen “Split or Steal” ist dann das klassische Gefangenendilemma: Die beiden Spieler entscheiden geheim, ob sie den finalen Geldbetrag unter sich aufteilen, oder doch lieber alleine haben wollen. Wählen beide “split”, so kriegen beide natürlich die Hälfte. Wählt einer “Split” und der andere “Steal”, bekommt die “Steal”-Person alles und die “Split”-Person geht leer aus. Wählen beide “Steal” - klar - gehen beide leer aus. Und über dieses Finale bin ich dann über YouTube auch auf diese Sendung gestoßen, genauer gesagt über dieses Finale in dem es um 100.150 Pfund (also etwa 115.000 Euro) geht. Ich weiß nicht, wie ich entscheiden würde (ok, vermutlich “Steal”, ich bin kein netter Mensch), aber die Taktik beim kurzen Abstimmungsgespräch der beiden Finalisten vor der Wahl zwischen “Split” und “Steal” Auf Gott, Mutter und sonst noch alles zu schwören, dass man “Split” nimmt, halte ich für ungeschickt, denn damit ist der andere mit “Steal” ja auf der sicheren Seite…
Aber es hieße ja nicht “Dilemma”, wenn es kein Dilemma wäre.

Auf YouTube gibt es eine ganze Reihe von den Finalrunden (bei denen es meistens sehr lange Gesichter gibt, denn “Split - Split”-Situationen stellt ja kaum jemand auf YouTube), wirklich stimmig wird das ganze aber erst, wenn man sich eine ganze Show anguckt, denn nur so lernt man die Kandidaten ja ein wenig kennen und denkt, man wüsste, wie die Finalrunde am Ende abläuft.
Darum hier jetzt einfach mal eine komplette Show (ca. 44 Minuten). Ich hab mich gut amüsiert:

PS: Ich weiß nicht, ob Lügner hier in Deutschland auch so geächtet werden (glaube es eher nicht, wenn man sich die Ergebnisse nach einer Bundestagswahl mal so anguckt), aber das britische Publikum scheint von denen keine wirklich gute Meinung zu haben. In der Show bleibt es beim Buhen, aber in den YouTube-Kommentaren wirds schon deftiger, selbst Morddrohungen sind da zu finden…

PPS: Da man sich vor der Entscheidung von “Split or Steal” ja absprechen darf/soll, wäre meine (sicher regelwidrige) Taktik ja, meinen Gegenspieler einfach zu erpressen: “Pass auf, ich nehme auf jeden Fall Steal”. Nimmst du “Split”, geb ich dir 25% vom meinem Gewinn ab, ansonsten gehst du leer aus.
Irgendwie bin ich ganz schön arschig…

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Don, erzählst du uns nochmal ein Märchen?

06. Juni 2006 um 11:37 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Ehrensenf und Münchhausen

Vorgestern hab ich (meinem Festplattenrekorder sei Dank) den Film “Wag the dog” gesehen. Es geht darum, dass dem Präsident kurz vor der Wiederwahl sexuelle Belästigung vorgeworfen wird, was sein Wahlkampfteam vor eine schwere Aufgabe stellt. Also erfinden sie schnell einen Krieg (gegen Albanien), um von der Sache abzulenken. Natürlich gibt es keinen Krieg, das ist alles nur eine Inszenierung für die Medien. Die CIA bekommt davon Wind und verkündet dann (weil ihnen der Krieg nicht ins Konzept passt), dass der Krieg beendet wäre. Daraufhin der Wahlkampfteam-Chef: “Der Krieg ist vorbei. Ich hab es im Fernsehen gesehen”. Sein Partner: “Quatsch, der Krieg ist nicht vorbei, wir kriegen das wieder hin” – “Quatsch, er ist vorbei. Ich hab es im Fernsehen gesehen”.
Ich hab mich tierisch amüsiert. Was das Fernsehen zeigt, muss wahr sein. Heute schreibt der Kölner Stadtanzeiger einen Artikel der Art “Was im Internet steht, muss wahr sein”. Kann man sich eigentlich auch nur drüber amüsieren, oder?
Grund für den Artikel ist das Sommerloch mein “Ehrensenf TV ab Herbst auf RTL“-Beitrag. Ihr erinnert euch? Meinen schlechten Traum? Spätestens nach den ersten beiden Kommentaren hätte eigentlich jedem klar sein sollen, dass es sich hier nicht um eine Pressemeldung handelt, aber in Köln hat man es ja wohl nicht so mit der Satire und so hatte ich am Donnerstag einen Journalisten des Kölner Stadtanzeigers am Telefon. Was dabei rausgekommen ist kann man hier nachlesen. Anscheinend hat unser Telefongespräch nicht sonderlich gefruchtet, denn er spricht immer noch von Lügen und Märchen. Dabei hab ich den Wikipediaeintrag zu “Satire” doch extra verlinkt… Noch sonderbarer wird es dann, dass er mich mit dem Lügenbaron Münchhausen gleichstellt, was nun (danke Daniel) mal so gar nicht passen kann, da Münchhausen mit Heldengeschichten über sich glänzen wollte, ich dagegen meine Person in keinem Wort erwähne.
Wie man mit einem solchen satirischen Beitrag richtig umgeht, hat übrigens einer der “Betroffenen” sehr gut gezeigt:
In der ersten Ehrensenf-Sendung nach meiner “Märchenstunde” fängt Katrin an mit: “Ne echt? Das stand in den Kommentaren? Und die glauben wirklich … erst ab Herbst!?”, kurz darauf wird sie vom RTL-Jingle sichtlich irritiert. Später droht sie den Zuschauern damit zu zu wechseln, wenn nicht auf den Werbebanner geklickt würde und am Ende verabschiedet sie sich mit den Worten: “Das war Explosiv … Ehrensenf, ich bin Katrin, tschüß”
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute…

PS: Wer sich fragt, wie ich eigentlich auf das Thema RTL gekommen bin: Das war nicht meine Idee, Ehrensenf hat damit angefangen, wie diese beiden Folgen belegen:
Am 20.02.2006 beginnt Katrin (die Ehrensenf-Moderatorin) mit: “Was soll das denn? Wir sind doch hier nicht bei RTL!? …. Noch nicht!” und in der Folge vom 10.04.2006 sagt Katrin ganz am Ende: “Aber glaubt ja nicht, dass ich als Nummer 2 mit zu RTL gehe”.

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Wahlversprechen und was aus ihnen wurde

11. Mai 2006 um 23:56 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Jetzt aber blauDie BILD beschwert sich, dass die SPD ihre Wahlsprüche wie “Für faire Steuern. gegen Mehrwertsteuererhöhung.” nicht einhalten. Viel schlimmer finde ich aber, was die Grünen da abziehen. Hieß es vor den Wahlen noch “Jetzt aber Grün!”, so schauen mich die gleichen Plakate (wie hier an der Bushaltestelle bei Daimler) in einem satten blau an. Ja gehts denn noch dreister? BILD, bitte übernehmen sie!

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