Mein Ulmer Zelt 2009 (+WiseGuys-Fernsehtipp)

05. Juli 2009 um 13:36 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

So, die Zelt-Session ist vorbei, Zeit also, mal kurz zurückzublicken.
In der Programmvorschau war ja schon erkennbar, dass ich mich mit dem diesjährigen Programm nicht so wirklich anfreunden konnte, und so blieb es dann auch bei drei Veranstaltungen.

Den Anfang durfte Karan Casey, die mit irischem Liedgut Gänsehaut und Wohlfühlpartikel auf meinen Körper zauberte. Gráda fand ich damals zwar besser (da ich mehr auf die schnelleren Nummern stehe), aber Karan Casey braucht sich dahinter nicht verstecken.

Wobei ich ehrlich gesagt bei ihr auch die Nummern besser fand, bei der sie kurz Pause machte und ihre Band alleine spielen ließ. Und wie ich gerade bei Recherchen herausfinden konnte (da Ro mir erzählte, dass sich eben die von mir favorisierten Lieder nicht auf der von ihm gekauften Casey-CD befinden würden), heißt die Band wohl “Buille” und hat diese Lieder auf eigenen CDs rausgebracht. Konkret handelt es sich da “1st of August” (siehe nachfolgendes Video) und “2nd of August”:

Wieder eine CD, die auf meinem Wunschzetel gelandet ist…

Ein Vorgang, auf den die Acapella-Gruppe “Füenf” lange warten kann, denn hier haben wir es (wie ich schon andeutete) nur bis zur Pause ausgehalten. Und bevor ich jetzt anfange zu meckern, erwähne ich besser noch, dass Frau Bü und ich offensichtlich eine Ausnahme bildeten (vermutlich durch die Wise Guys verwöhnt), denn das ganze Zelt um uns brauch ständig in Extase aus und jubelte und lachte ununterbrochen. Wir wechselten dagegen nur verstörte Blicke und hofften, dass bald die Pause kommen würde, damit wir uns verkrümeln können. Denn irgendwie ging es den Musikern nicht wirklich darum, gute Musik zu machen, sondern lustig zu sein. Wobei es da dann auch nur um flache Witze ging. Und um eben diese Pointen ins Lied zu bekommen, wurde dann eben auch mal das Versmaß missachtet oder sonst irgendwelche Abstriche gemacht. Oder eben, weil der Witz sich nicht über ein ganzes Lied trägt, auf Medleys gesetzt, in denen dann z.B. 20 Textzeilen aus bekannten Liedern (meist der Refrain) zu einem bestimmten Thema umgetextet wurde. Hier mal beispielhaft der Ernährungsmedley:

Ne, tut mir leid, dass war gar nix. Wenn man mal gesehen oder gehört hat, wie die Wise Guys (hatte ich hier schon öfter empfohlen) es schaffen, intelligenten (teils subtilen) Humor in musikalisch anspruchsvolle Lieder bringen (und auch öfter ernste Lieder bringen, ich weiß nicht, warum in Deutschland offensichtlich die Annahme gilt, dass Acapella immer auch lustig sein muss), dann wirkt das hier doch wie ein pubertierender Schulchor. Gut, dass ich die Tickets für die Wise Guys 2010 schon in der Schublade habe…
Ach: Am Dienstag (7.7.) kommt um 23:55 im WDR ein Mitschnitt des Auftrittes der Wise Guys mit dem WDR Rundfunkorchester, welches ich euch ja schon als Radiosendung empfohlen hatte
und wirklich wirklich zu empfehlen ist. Je öfter ich die Leider höre, desto mehr bin ich von der Kombination begeistert. Und jetzt stelle man sich “Füenf” mal mit Orchesterbegleitung vor. Totaler Quatsch…

Aber zurück zum Ulmer Zelt. Den Abschluss machten dann vorgestern die japanischen Trommler “Gocoo”, die dann wieder fantastisch waren. Bis kurz vor der Pause gab es nur nett anzusehende japanische Frauen (und ein paar Männer, aber nur dezent im Hintergrund), die ausschließlich mit Trommeln dafür sorgtem, dass man den Körper nicht wirklich still halten konnte (ok, ein paar im Zelt haben das komischerweise doch geschafft, aber ich kann das nicht. Wenn sich der Herzschlag schon dem Rhythmus der Trommeln anpasst, warum dann nicht auch der Rest des Körpers…). Mal so richtig in den Rhtytmus eintauchen, alles um einen rum vergessen und sich einfach nur wohl fühlen. Toll. Ganz toll.
Kurz vor der Pause kam dann noch ein älterer japanischer Mann auf die Bühne, der in Hollywood-Filmen immer den betrunkenen Penner spielen würde, der total verrückt ist und Menschen mit Flüchen belegen kann. Er steuerte dann etwas Didgeridoo bei, was wirklich gut gepasst hat, wie man hier hören kann:

Nach dem Lied verabschiedeten sich die Trommler dann aber in die Pause und der alte Mann blieb. So ist das halt, schnekt men einem Penner erstmal etwas Aufmerksamkeit, wird man ihn so schnell nicht mehr los. Und dann wurde es merkwürdig, denn er zog ganz seltsame Instrumente aus seiner Tasche (z.B. einen blauen Schlauch, der in Kombo mit dem Mikro manches Tromelfell zum Platzen brachte) und machte komische Musik (teilweise auch weniger komisch, wenn das Didgeridoo zum Einsatz kam). Mitten in diese Performance wurde dann die Pause eingeleitet (war so wohl nicht abgesprochen, keine Ahnung).
Und als es dann nach der Pause weiterging und der Typ einfach nicht von der Bühne verschwinden wollte, sank meine Laune kurz. Denn dann kamen auf einmal auch Muscheln und andere Blasinstrumente ins Spiel, die zwar auch nett waren, aber eben dieses Verschmelzen mit dem Rhythmus unmöglich machten. Ich war viel zu sehr damit beschäftigt, mir zu überlegen, was wohl passieren würde, wenn ich den Typ einfach von der Bühne zerren würde.
Aber ok, nach 2-3 Liedern ging es dann wieder hauptsächlich nur um die Trommeln und der Typ beschränkte sich auf dezente Didgeridoo-Begleitung.
Alles in allem das Highlight meiner Zelt-Saison, wenn man mal von den Minuten um die Pause herum absieht…

Tags: , , , , , , ,

Ähnliche Beiträge:

1 Kommentar »

Ulmer Zelt (V): Gráda

24. Mai 2007 um 00:14 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Bevor es zu Verwirrungen kommt: Teil 1-4 sind fast ein Jahr her, ihr braucht euch nicht wirklich erinnern. Eine Übersicht vom letzten Jahr gibts hier.
Aber nun zu diesem Jahr, in dem das Ulmer Zelt heute seine Tore Vorhänge (oder was auch immer) geöffnet hat. Und als Eröffnung gabs gleich was ganz feines: Die New Irish Folk-Gruppe  “Gráda”. Schon von gehört? Ich auch nicht. Aber ich wette, das ihr den Chef und Flötenspieler (Alan Doherty) schon einmal gehört habt. Denn der war für das Flötensolo im “Herr der Ringe”-Theme verantwortlich. Und das er Flöte spielen kann, hat er heute wieder eindrucksvoll bewiesen, echt unglaublich. Leider hat das Geld von Frau Bü und mir nicht für alle 3 CDs gereicht, so konnten wir uns erstmal nur zwei kaufen, die dritte muss dann irgendwann noch nachgeholt werden.

Aber bevor ich hier versuche, das ganze in Worte zu fassen und das eh nicht hinbekomme, lass ich doch mal YouTube sprechen. Zuerst mal das vorläufige Lieblingslied (müssen die CDs ja mal noch anhören, die haben zwar viel gespielt, aber eben auch nicht alles) von Frau Bü:  “tread softly”. Und da da Alan nicht wirklich an der Flöte zu bewundern ist, schiebe ich noch  dieses Video hinterher.
Und weil ihr sicher zu faul seid, da auf die Links zu klicken, wird hier auch noch ein Video embeddet. Bei den anderen war das nicht erlaubt, scheint von Gráda so gewünscht zu sein, denn das ist bei den meisten Videos von denen der Fall.
Das hier ist jetzt von denen selber eingestellt worden und gibt kurze Eindrücke in verschiedene Lieder. Für den Anfang also genau das richtige…

Noch viel mehr kann man auf der  MySpace-Seite (*örks*) der Band hören. Oder man kauft eben eine  der  drei  CDs (oder mehr).

Fazit: Ein perfekter Auftakt für die diesjährige Ulmer-Zelt-Saison!

Tags: , , , , ,

Ähnliche Beiträge:

1 Kommentar »