Ulmer Fischerstechen 2009

26. Juli 2009 um 18:03 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

So, widmen wir uns Teil 3 des letzten Wochenendes (heieiei, ich komm echt nicht nach, dieses Wochenende war ja auch wieder nicht ereignis- und fotolos…), dem Ulmer Fischerstechen. In der Regel findet das nur alle vier Jahre statt (das letzte Mal ist allerdings schon 5 Jahre her) und wird durch eine Reihe von Fischer- und Bauertänzen auf vielen Plätzen in Ulm eingeleitet.
Bei diesem Tanz, tanz der Bauer mit seiner Bäuerin und wird dabei im weiteren Verlauf von zwei Schalknarren gestört, die die beiden zuerst nur nachäffen und später dann dem Bauern die Bäuerin entreißen. Das Infoheft umschreibt es so schön mit:

 

Beim Narrenmarsch lenkt der eine Schalk den Bauern ab, während der andere sich der Bäuerin bemächtigt. Später merkt der Bauer den Schwindel.

Wir haben uns den Tanz auf dem Münsterplatz angesehen, zwecks einer besseren Sicht dann gleich vom Münsterturm aus:

1_bauerntanz

Natürlich haben wir danach dann den Turm noch bis ganz nah oben erklommen, und noch ein paar Bilder gemacht:

2_blick_vom_muenster

Leider hat sich die Sonne nicht wirklich rausgetraut, denn dann sieht das ganze nochmal viel besser aus, wie man auf diesem Flickr-Bild von Arnold sehen kann.

Wie schon erwähnt, wurden die Tänze an mehreren Plätzen in Ulm aufgeführt und dazwischen gab es dann immer einen prunkvollen Umzug von einem Ort zum anderen. Neben den Fischernn, Fischermädchen und -frauen, Musikgruppen und Fahnenschwingern waren da dann natürlich auch die berühmten Ulmer Persönlichkeiten dabei, die später das Fischerstechen austragen sollten. Zum Beispiel Graf Eberhard II. von Württemberg (auf dem folgenden Bild links in der Mitte) oder die Bäuerin (rechts oben):

3_umzug

Durch Zufall (jemand wollte seine Karten zurückgeben) sind wir an dem Tag noch an ziemlich gute Sitzplätze gekommen, auf denen wir dann auf den Start warteten. Kaum wurden aber die prominenten Gäste begrüßt, öffnete sich der Himmel und unglaubliche Regenmassen ergossen sich nach unten.
Erst waren wir noch froh, unter einem Baum zu sitzen, aber irgendwann konnte auch der nicht mehr helfen. Zum Glück (zum zweiten Mal für heute), hatten die Leute vor uns zu viele Schirme dabei, so dass unsere doch sehr schlechte Vorbereitung (ich hatte nichtmal ne Kapuze an meiner Jacke…) gar nicht so schlimm war.
Die gute Sicht war aber erstmal Futsch:

4_regen

Nach ein paar Minuten (die ausreichten, um einen trotz Schirm komplett zu durchnässen) war der Spuk aber schon vorbei und ein blauer Himmelte begleitete uns für den Rest des Stechens. Ich hab da mal ein Panorama vorbereitet, das es hier in großer Auflösung zu sehen gibt.

6_fischerstechen_panorama

Die Regeln des Stechens kann man sich im oben verlinkten Flyer, oder gleich hier nachlesen. Kurzfassung: Zwei Boote (Zillen) fahren aufeinander zu, darauf stehen jeweils drei Fahrer und ein Stecher. Die drei Stecher versuchen den jeweils anderen mit einem Speer vom Bott zu schubsen. Wer nass wird, hat ein Problem. Das ganze geht dann über mehrere Runden, bis nur noch einer übrig ist.

5_fischerstechen

Am Ende waren bei uns noch der Kuhhirt (unten rechts, an dem Tag klarer Publikumsliebling, ganz im Gegensatz zur “Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt” (natürlich von einem Mann verkörpert), die nach den ersten Siegen (vor allem gegen den gebeutelten Patienten) vom Publikum noch ausgebuht wurde) und der König von Württemberg (unten links) übrig, die sich in unzähligen Stechen nicht einigen konnten (meist blieben beide stehen, oder aber beide fielen ins Wasser). Irgendwann konnte sich der Kuhhirte durchsetzen (nachdem ein Sieh vom König wegen “Abstützen an der Zille” wieder annuliert wurde) dann doch durch und sicherte sich den Tagessieg. Danach musste er sich noch gegen den Sieger der Vorwoche beweisen. Und der war, Überraschung: Der König von Württemberg. Also das ganze nochmal (langsam wurde man ungeduldig…), bis sich dann irgendwann (die Turnierleitung hatte schon ein Ende gesetzt (“Noch zwei Stechen, wenn es sich dann nicht entscheiden hat, gibt es eben keinen Gesamt- sondern nur zwei Tagessieger”)) der König von Württemberg durchsetzen konnte.

Das Nabada hab ich mir dann am Montag wegen “ach, so toll ist das Wetter nun auch nicht” nicht gegeben, darum hier nur ein Foto von der alljährlichen Lego-Ausgabe, die aber tatsächlich immer aktuelle Themenboote drin hat:

7_nabada_lego

Wer das ganze nun mal gerne in bewegtem Bild un mit Ton sehen würde und diesen Beitrag rechtzeitig liest, der sollte gleich (18:45-19:15) SWR (nur BW) einschalten, da gibts eine Zusammenfassung des gesamten Schwörprogrammes (Fischerstechen, Schwörrede und Nabada). Ich weiß aber nicht, ob die a beiden Fischerstech-Tagen gefilmt haben. In diesem Vorschauvideo sieht es zumindest nach dem ersten Turnier aus (bei dem ich nicht war), denn die dunkelhaarige Frau gehört glaub zu dem Überraschungspaar (bei uns eben Ulla Schmidt und der Kranke) von dieser Woche (Berlusconi mit Gespielin). Eine Wiederholung der Sendung gibt es heute Nacht um 2 Uhr auf EinsExtra und um 3 Uhr auf SWR (BW und RP) und SR.

Wie immer gibts im zugehörigen Flickr-Set noch mehr Bilder.

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Mein Wochenende

19. Juli 2009 um 22:33 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Geocaching in einer wunderschön verfallenen Weberei:

alte_weberei

Lichterserenade:

lichterserenade

Fischerstechen (hier besiegt Ulla Schmidt einen gebeutelten Kranken):

fischerstechen

Dummerweise hab ich mich wieder nicht zurückhalten können und 750 Fotos geschossen. Mehr Fotos und Details also erst nach ein paar Tagen Sortierung und Bearbeitung…

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Zu gewinnen: “Der Ulmer Spatz”-Bildband

05. Juli 2009 um 12:44 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

ulmer_spatz_cover

In zwei Wochen ist es wieder so weit, da findet in Ulm mit der “Schwörwoche” wieder die größte Feierlichkeit statt. Los geht es schon nächste Woche, wenn das erste der beiden Fischerstechen-Turniere stattfindet (gibts nur alle vier Jahre, d.h. das wird das erste Fischerstechen sein, über das ihr hier im Blog dann auch lesen könnt…). Das zweite (bei dem ich dann auch zuschauen werde) findet am 19.7. statt, am Montag danach ist dann wieder Schwörmontag, wo es das Nabada gibt (dazu gabs hier auf dem Blog schonmal was), bei dem der Schlachtruf “Ulmer Spatza, Wasserratza, hoi, hoi, hoi!” wieder über die Donau hallen wird.

Und da schließt sich nun der Kreis, denn zu eben jenem Blogbeitrag zum Nabada 2006 hatte ich auch ein Panorama angefertigt. Und über jenes ist dann (allerdings auf Flickr und nicht auf meinem Blog) auch der Hampp Verlag gestolpert, als er Fotos für einen Bildband über den Ulmer Spatz gesucht hat (ich berichtete). Vom Ulmer Spatz hat sicher jeder schonmal gehört (spätestens als der SSV Ulm 1846 sich mal kurz in der Bundesliga hat blicken lassen, oder doch vom Ulmer Spatzen Chor), für alle, die aber nicht wissen, warum gerade ein Spatz das inoffizielle Wappentier von Ulm ist, hier mal die Geschichte dahinter:

 

Der Sage nach sollen die Ulmer beim Bau des Münsters einen besonders großen Balken angekarrt haben. Sie schafften es aber nicht, ihn durch das Stadttor zu bringen. Als sie kurz davor waren, das Tor einzureißen, sahen sie einen Spatzen, der einen Zweig im Schnabel trug, um diesen in sein Nest einzubauen. Und dieser Spatz flog mit dem Zweig längs durch das Tor. Da ging dann wohl auch den Ulmern ein Licht auf, und sie legten den Balken der Länge nach auf ihren Karren und nicht quer, wie bisher.

[Quelle: Wikipedia]

Und da ich die Zusage gegeben hatte, eben jenes Panoramabild (und das hier auch noch) in dem Bildband zu verwenden (hatte ich hier schonmal erwähnt), bin ich seit gestern stolzer Besitzer eines Belegexemplares:

ulmer_spatz

Und weil ich ja auch an meine Leser denke, hab ich auch noch ein weiteres Buch rausgehandelt, dass ich unter euch verlosen darf. Wer also Interesse an einem Buch hat, das nicht nur Fotos von mir enthält, sondern auch noch die Geschichte des Ulmer Spatzen (“von der biologischen über die historische Dimension bis hin zur Bedeutung des Ulmer Spatzes in der Gegenwart”), der muss hier einfach nur einen Kommentar hinterlassen, in dem er erzählt, was ihn mit Ulm, den Ulmer Spatzen, oder Spatzen allgemein verbindet. Oder nicht verbindet. Ganz egal.

“Einsendeschluss” ist in einer Woche, also Sonntag, der 12. Juli 2009, 13 Uhr am Samstag, dem 11. Juli 2009 um 19 Uhr. Dann werde ich den Gewinner zufällig ermitteln (irgendwie ganz transparent, dass mir niemand nachsagen kann geschummelt zu haben, daher sehe ich auch davon ab, Familienmitglieder von der Verlosung auszuschließen…), so dass das Buch dann rechtzeitig zur Schwörwoche bei euch ankommen sollte.

Das Buch gibt es übrigens auch bei Amazon (Partnerlink) ganz regulär zu kaufen…

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