So, es wird Zeit, dass ich die “braune Schilder”-Tour (BST) endlich mal wieder fortsetze. Da Frau Bü momentan die meiste “Freizeit” für die Diss opfert (und natürlich für Lost…), kamen in letzter zeit zwar keine Schilder hinzu, aber vom Oktober sind ja noch 3 übrig. Heute also Münster.
Der Besuch in Münster liegt jetzt schon eine unglaubliche Ewigkeit zurück (darum werde ich hier auch mehr Bilder als Worte sprechen lassen, die Details verblassen alle schon…), war nämlich die erste Etappe unserer “Herbsttour” Ende Oktober. Aufgenommen wurden wir von einem ehemaligen Kommilitonen uns seiner Freundin (die auch schon in Ulm gewohnt hat), die dann für uns auch eine super vorbereitete Stadtführung vorbereitet hatten. Ist jetzt schon zu lange her, dass ich noch sagen könnte, wie viele Karteikarten mit Fakten rund um Münster das waren, aber es waren schon ne ganze Menge. Nicht fehlen durfte natürlich das “Rathaus des Westfälischen Friedens”, welches ja im braunen Schild beworben wird:
Rathaus des Westfälischen Friedens
Viel spannender fand ich aber die drei “Wiedertäufer-Käfige” am Turm der Lambertikirche mit der dazugehörigen Geschichte. Schon ein wenig gruselig…
Die Altstadt hatte aber wirklich Flair, hat mir gefallen, viele nette Häuserfassaden, schöne Kirchen und so weiter. Aber wie gesagt: Weniger Text, mehr Fotos:
Wenn ich aber für das Design des braunen Schildes verantwortlich gewesen wäre, hätte ich das einfach mit lauter Fahrrädern vollgemalt, denn das war das, was uns in Münster als erstes aufgefallen ist und dann auch nicht mehr losgelassen hat: Überall nur Fahrräder. Ich hab noch nie so viele Fahrräder auf einem Haufen gesehen wie auf dem Fahrradparkplatz beim Bahnhof und auf der Straße war man weder als Fußgänger noch als Autofahrer sicher, ständig huschte von irgendwo ein Zweirad dazwischen.
Vor allem bei unserer Ankunft (von Ulm aus) ging das dann gepaart mit der schier unmöglichen Parkplatzssuche (ja, das ist einer der Gründe für die vielen Fahrräder) und dem Punkt, dass uns das Navi auch noch durch eine Fußgängerzone geschickt hat, ganz schön an die Nerven und ist für mich das Totschlag-Argument gegen einen Umzug nach Münster. SO schön es da auch sein mag, aber die vielen Fahrräder machen mich wahnsinnig…
Mehr zur “Fahrradstadt Münster” gibts auf Wikipedia. Hier nur noch ein paar Zitate von eben dort:
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Somit hat die Stadt den höchsten Radverkehrsanteil in ganz Deutschland. Nach einer Umfrage im Jahre 2007 wählten die Münsteraner sogar am häufigsten dieses Verkehrsmittel.
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In einer Stadt mit doppelt so vielen Fahrrädern wie Bewohnern tritt auch das Problem des Fahrraddiebstahls in den Vordergrund: So gaben weniger als die Hälfte der Befragten an, ihnen sei noch nie ein Fahrrad gestohlen worden, 15% beklagten gar drei oder mehr verschwundene Räder.
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In der Verunglücktenhäufigkeitszahl, das heißt die Anzahl an verletzten Personen pro 100.000 Einwohner, belegt Münster in Nordrhein-Westfalen den letzten Platz, allerdings sind nur in rund neun bis zwölf Prozent aller Unfälle Radfahrer beteiligt. Problematisch hingegen ist, dass Radfahrer und Fußgänger einen hohen Anteil von rund 50 % aller Verletzten stellen.
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Münster beherbergt mit der Radstation Münster das größte Fahrradparkhaus Deutschlands. Sie befindet sich direkt vor dem Hauptbahnhof. Während des Baus skeptisch von den Bewohnern der Stadt beäugt, wurde die Radstation schnell zum Erfolg: Die 3.300 Stellplätze sind bei gutem Wetter ausgebucht, circa 2.700 Kunden besitzen eine Dauerkarte. Nötig wurde die Anlage, da auf dem Bahnhofsvorplatz regelmäßig sämtliche Wege von abgestellten Fahrrädern blockiert wurden, so dass Fußgänger auf die Straße ausweichen mussten[..]
Neben den vielen Fahrrädern gibt es dann auch noch viele Studenten, was dann dafür sorgt, dass es auch viele Kneipen gibt (was dann wiederrum zu den Unfällen mit den Fahrrädern sorgt…). Dazu einfach nochmal ein paar Bilder:
Was ich irgendwie gar nicht mit Münster in Verbindung gebracht hätte, war der Hafen. Irgendwie hab ich damit so mitten in Deutschland nicht gerechnet (hatte “Hafen” erst für Wilhemshaven eingeplant…) und war dann angenehm überrascht. Sah nämlich wirklich schick aus und schien bei gutem Wetter eine schöne Alternative zur Altstadt zu sein.
So, hab ich noch was vergessen? Frau Bü darf es gerne in den Kommentaren ergänzen…
Ach ja: Wer mittelfristig einen Besuch in Münster plant, sollte seinen Trip für den 28. März 2012 einplanen. Denn ich würde schon mal gerne wissen, was da in der Nähe des Rathauses dann passiert:
(Ok, ich weiß was da passiert, schließlich gibt es ja das Internet…)
Mehr Bilder (und in höherer Auflösung) wie immer im zugehörigen Flickr-Album.
Alle Beiträge der Reihe 'Die "braune- Schilder"-Tour'
- Einleitung: Die “braune Schilder”-Tour
- BST 1: Schlossgarten Schwetzingen, A6
- BST 2: Altstadt Bietigheim, A81
- BST 3: Dom zu Speyer, A61
- BST 4: Blautopf Blaubeuren, A8
- BST 5: Ulmer Münster, A8
- BST 6: Eselsburger Tal, A7
- BST 7: Münster, Rathaus des Westfälischen Friedens, A1
- BST 10: Burgruine Weibertreu, A81
- BST 11: Burg Teck, A8