Oh du schöne Elternzeit

29. Juni 2010 um 23:53 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Über 7 Wochen bin ich nun also Vater und ziemlich genau diese Zeit (den Klinikaufenthalt am Anfang muss man natürlich abziehen) habe ich auch mit Frau Dr. Bü und Sohnvanone nun daheim verbracht. Eltermzeit (für mich) und Mutterschutz (für Frau Dr. Bü) sei Dank.
Zeit, ein kleines Résumé zu ziehen.

Und zur Feier des Tages, auch erstmal einen kleines Häppchen Sohnvanone, quasi sein Highlight, dass gleich von allen als erstes bestaunt wird: Seine schon seit Geburt vorhandene Mähne, hier im donvanone-Style:

sohnvanone_frisur

Aber nun nur Elternzeit und gleich der Kernaussage: Wer auch immer die Chance hat, die Elternzeit zu nutzen, sollte das unbedingt tun!! Die letzten 7 Wochen im trauter Dreisamkeit waren mit die schönsten Wochen in meinem Leben.
Nicht nur, weil da auf einmal auf wundersame Art und Weise ein neuer Mensch in unserem Leben ist, sondern weil diese drei Wochen auch nochmal noch enger zusammengeschweißt haben. Gemeinsam diese neue Aufgabe zu meistern, gemeinsam den neuen Lebensrhythmus zu lernen und sich gemeinsam voll uns ganz dem Kleinen hingeben zu können, ist etwas, das mit Geld nicht aufzuwiegen ist.
Und da man dank des Elterngeldes diese unglaubliche Zeit vom Staat auch noch finanziert bekommt (grob 2/3 des bisherigen Netto-Gehaltes), sollte das für die meisten auch finanzierbar sein. Dann gibt es halt mal in nächster Zeit keinen Urlaub, der kommt eh nicht an das ran, was sonst in dieser Zeit verpassen würde.

Und überhaupt: Die letzten 7 Wochen haben sich eh wie ein sehr langer, sehr schöner Urlaub angefühlt. Ich glaube nicht, dass ich mit Frau Dr. Bü vorher (in so einem kurzen Zeitraum) je so oft Essen war und so viel spazieren gegangen bin.
Das mit dem “Essen gehen” hat dann auch noch so halb was mit einem Gutscheinheft zu tun, dass Frau Dr. Bü von meinen Eltern geschenkt bekommen hat. Irgendwie dachten wir, dass wir da mit Kind wohl nicht mehr so viel einlösen könnten. Wie sehr wir uns doch getäuscht hatten…

Aber auch die eigene Küche blieb nicht ungenutzt. Da wir ja immer zu zweit waren (“wir sind einer mehr als er”) und uns die ganzen Arbeiten schön geteilt haben, hatte der andere auch immer mal wieder Zeit, um irgendwas zu machen. Zum Beispiel lecker Essen.
Und das Highlight kam da dann wieder aus einem Geschenk meiner Eltern zustande, nämlich dem Buch Tartelettes – Kleine Kuchen pikant & süß, aus dem auch schon diese Leckereien hier stammten.

Diesmal sollten es aber keine süßen Tartelettes sein, sondern (da zu einem Brunch) deftige.

spargel_tartelette_und_gedeckter_tisch

Waren die Spargel-Tartelettes (siehe oben) noch “lecker, aber nichts Besonderess”, so vermochten die “Avocado-Tartelletes mit Chorizo Garnelen” (mit einem Boden aus Tacco-Chips) mehr als zu überzeugen. Ein echter Traum:

avocadotartelettes

Müssen unbedingt noch einmal gemacht werden. Und noch viel mehr aus dem Buch, da sieht echt ein Tartelette leckerer aus als das Andere. Absolute Empfehlung!

Und da das Wetter ja stellenweise auch mitzuspielen wusste, gab es auch ein paar erfrischendere Sachen. Zum Beispiel Spaghetti mit Zitronen-Sahne-Sauce und Scampis, oder (und jetzt kommts… wieder unglaublich lecker!) Rosmarin-Zitronen-Sorbet (wir haben noch noch zwei Eiweiß reingeschlagen, übrigens ohne Eismaschine, unsere war kaputt, haben jetzt aber wieder eine neue gekauft, um eine neue Ladung dieser süchtigmachenden Geschmackskombi zu produzieren).

Apropos Geschmackkombi. Aufgrund dieses Blogeintrages von Jorge Garcia (Hurley aus Lost) hab ich dann auch mal einen Fluffernutter-Milchshake (Marshmallowcreme und Erdnussbutter, zwei Sachen, die wir eigentlich immer im Haus haben) nach diesem Rezept ausprobiert. Kann sich trinken lassen ;-)

Und um nochmal kurz zu den Spaziergängen zurückzukommen: Mit so einem Kinderwagen und dem ziellosen Umherziehen, auf der Suche nach immer neuen Wegen, entdeckt man seine Stadt noch einmal komplett neu. Ich hab jetzt schon so viele Ecken von Ulm (und Umgebung) gesehen, die ich zuvor noch gar nicht kannte, dass da bald nicht mehr viel kommen kann…
Meist wird das dann gleich mit einem Einkauf oder eben einem der auswärtigen Essen (egal ob Eis, Kaffee oder richtige Mahlzeit) kombiniert.

Hier mal eine Auswahl verschiedener Spaziergänge:

spaziergaenge1

Oben gibts lecker Grillzeug (und mehr) zu kaufen, da drunter wohnen wir, ganz unten gibts die Pampers und links unten gabs nen Geocache…

Aber auch die entferntere Umgebung wird erkundet. Bad Urach war z.B. sehr nett, leider hatte ich da keinen Fotoapparat dabei, sonst hätte ich hier sicher ein paar schöne Bilder präsentieren können…

Naja, diese Woche haben wir dann also noch zu dritt, ab dann muss ich schauen, wie ich mit Sohnvanone alleine klarkomme, Frau Dr. Bü kümmert sich dann um die Haushaltskasse. Mal gespannt, ob ich dann in zwei Monaten immer noch so von der Elternzeit schwärme, bisher glaube ich aber fest dran. Sohnvanone gibt sich auch alle Mühe, das ganze so angenehm wir nur möglich zu gestalten.

So, jetzt muss ich aber schnell ins Bett, hab schließlich heute Nachtschicht und morgen steht schon wieder Auswärts-Frühstücken auf dem Programm…

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Elterngeld und Blog-Gewerbe: Argh!

26. Februar 2010 um 14:43 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Irgendwie macht es da Leben nicht leichter, wenn man mit seinem Hobby (dieses Blog) ein wenig Geld nebenher verdient. Aktuelles Beispiel: Elterngeld.
Ich werde ja das ab Geburt ein Jahr zuhause bleiben und Elterngeld kassieren.

Grob gesagt funktioniert das (wenn man nichts selbständig arbeitet) so: Man nehme den (bereinigten) Nettolohn aus den 12 Monaten vor dem Baby, ziehe davon den (bereinigten) Nettolohn aus den 12 Monaten nach der Geburt ab und kriegt davon dann 67% Elterngeld vom Staat.

Kommen da jetzt aber noch Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit dazu, wirds kompliziert. Zunächst einmal gehen wir davon aus (weil es bei mir zutrifft und auch die Regel sein wird), dass ich auch das Jahr davor (in diesem Fall also 2009) beide Tätigkeiten ohne Pausen ausgeführt habe.
Dann werden nämlich (BEEG §2, Abs. 9) auf einmal nicht mehr die 12 Monate vor der Geburt als Referenzzeitraum genommen, sondern das Jahr 2009 (auch, wenn das Kind am 30.12.2010 auf die Welt kommt). Und das ist jetzt aus mehreren Gründen doof:

1. Mein Nettolohn aus nichtselbständiger Tätigkeit wird auf einmal niedriger, da ich Mitte 2009 eine Gehaltserhöhung bekommen habe. Ohne Blog, wäre fast nur das höhere Gehalt angerechnet worden, jetzt mit Blog ziehen die ersten 09er Monate den Schnitt wieder nach unten

2.Mein Gewinn aus selbständiger Tätigkeit (also aus diesem Blog) steigt gerade munter an. Anfang 2009 kam fast nix bei rum, Anfang 2010 sah das schon ganz anders aus:

verdienste_gesamt
(mehr Infos zu diesem Diagramm gibts hier, da sind dann auch die einzelnen Anbieter beschrieben)

Das wird aber bei der Berechnung nicht beachtet, die ersten Monate von 2010 bis zur Geburt tauchen bei der Berechnung nirgends auf.
Also nochmal zu dem Beispiel vom Kind, das im Dezember 2010 zur Welt käme: Hier würde der Gewinn von 2009 mit dem von 2011 verglichen. Bei Konstanten Gewinnsteigerungen macht das also ein doppelt so großes Minus, als wenn man die 12 Monate davor und danach vergleichen würde, was das Elterngeld dann ganz schön kürzen würde (hier beim Blog sprechen wir von sehr geringen Zahlen, aber es soll ja auch Leute geben, die selbständig mehr verdienen. Die “Das Jahr davor”-Regel gilt übrigens auch dann, wenn man nur selbständig arbeitet…).

Der obige Graph ist übrigens nur zur Anschauung, wie die Einnahmen schwanken. Relevant ist der nächste Graph, bei dem die Werte nun auf den Monat aufgetragen sind, an dem sie ausgezahlt wurden, denn nur das ist für das Elterngeld relevant. Schiebt sich also alles nochmal weiter nach hinten, was die Sache noch schlechter macht.
Hier also die Auszahlungen 2009 und 2010, wobei die 2010er-zahlen komplett ignoriert werden:

auszahlungen_2009-10

Hier schön zu sehen, dass die hohe Amazon-Zahlung erst im Februar kam, obwohl die Einnahmen komplett im Jahr 09 erzielt wurden (dauert da ja immer ein wenig, bis alles geprüft und ausgezahlt ist).
Fürs Elterngeld aber irrelevant, da zählt das Zuflussprinzip. Heißt auch: Selbst wenn ich nach der Geburt alle Werbebanner und Textlinks von dieser Seite nehmen würde, werden immer noch die Einnahmen verrechnet, die ich für die Arbeiten aus den Vormonaten bekomme. Also wenn z.B. am Tag nach der Geburt die Amazon-Auszahlung für die letzten 5 Monate kommt, geht das mal schön als “Minus” ins Elterngeld ein, obwohl die Leistungen vor der Geburt erbracht wurden.

Heißt also, ich muss dafür sorgen, dass ich möglichst viele Auszahlungen erst nach dem Jahr nach der Geburt bekomme. Tendenziell könnte man dann ja z.B. einfach überall die Auszahlungen stoppen (wo es geht) und erst danach wieder aktivieren. Aber das wäre dann sicher Steuerbetrug, oder?

Wie gesagt: Bei mir geht es hier nicht um viel Geld, aber prinzipiell finde ich das schon nicht wirklich gerecht.
Oder hab ich da nur was falsch verstanden? Ich befürchte nicht, denn auch ein Telefonat mit der zuständigen Stelle bei der L-Bank hat das nur bestätigt (bzw. noch schlimmer gemacht, als ich es erst verstanden hatte)…

Gibts hier irgendwen, der da schon Erfahrungen gemacht hat?

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