Fehlkauf? Spiel des Jahres 2006: Thurn und Taxis

01. November 2006 um 10:06 von Manu | Kommentar abgeben | Trackback

Thurn und Taxis Neulich bei Martin und Doris gab es ein neues Spiel auszuprobieren:  Thurn und Taxis. Von außen sah es zuerst sehr vielversprechend aus mit schön gemalten Bildern und einem Spielprinzip ähnlich dem von  Zug um Zug, fing ganz gut an und erwies sich dann als zufallslastig und langweilig.

Jeder Spielzug läuft nach dem gleichen Muster:
Zuerst kann man aus vier verschiedenen Sonderaktionen wählen. Zur Auswahl stehen “2 Karten nehmen”, “2 Karten legen”, “Neue Kutsche mit um 2 kürzerer Strecke erwerben” und dann auch noch “Alle 6 Auswahlkarten austauschen”. Danach kann man eine von sechs offenen Auswahlkarten nehmen oder verdeckt ziehen (mit Sonderaktion auch zwei). Als nächstes muss man mindestens eine Karte links oder rechts an seine Strecke anlegen (mit Sonderaktion auch zwei). Zuletzt kann man sich dann für die Wertung der Strecke entscheiden. Die Karten für die Strecke werden dann entfernt und man erhält die Möglichkeit nach einer von zwei verschiedenen Grundregeln Häuser auf den Spielplan zu setzen.
Wenn man mit der Verteilung dieser Häusern bestimmte Aufträge erfüllt erhält man Siegpunkteplättchen. Zusätzlich erhält man für lange Strecken Siegpunkte durch Siegpunkteplättchen und dazu noch durch eine “bessere Kutsche” (Was aber auch nur Siegpunkte bedeutet).
Eine Weile lang machte das Spiel auch Spass, jeder baute fröhlich seine Strecken, allerdings ohne viel Kommunikation oder Interaktion. Das höchste der Gefühle war mal eine weggeschnappte Karte aus der Auswahl. Jeder verfolgte unabhängig seine selbst gesetzten Ziele und sammelte ein paar Siegpunktplättchen. Und dann wurde das Spiel langsam doof … jeder zielte auf einige wenige Streckenabschnitte und falls keine brauchbare Karte in der Auswahl war wurden alle sechs Karten per Sonderaktion ausgetauscht. Das passierte dann fast jeden Zug. [Entfernt: Beschwerde über die fehlende Bewertungslogik. Die Anleitung war da wohl etwas unübersichtlich, denn beim ersten Spiel gabe es eine Fehlinterpretation der Wertung von übriggebliebenen Häußchen und eine zufällige Zuteilung der Auftragswertungsplättchen. Aber selbst wenn es durch die richtigen Regeln etwas logischer wird bleiben einige Kritikpunkte bestehen. Was mich fast am meisten gestört hat war, dass jeden Zug die Karten ausgetauscht wurden und dass das Spiel sonst nicht viel Interaktion der Spieler erfordert … wir haben uns dann aus Ermangelung von spielbedingter Interaktion immer gegenseitig Tipps gegeben ;).

Ich frage mich jetzt , wie das Spiel den Titel  Spiel des Jahres erringen konnte. Für SpieleSpieler ist „Thurn und Taxis“ eher ungeeignet und auch langweilig, für Kinder und Familien vieleicht ganz ok.

Ciao, Manu

Manu? Wer ist den das schon wieder? Naja, so ein Typ, den der Donvanone kennt (das ganz kleine Tag da), der selber zuwenig schreibt für ein eigenes Blog, aber abundzu doch gerne was schreiben würde.