BST 7: Münster, Rathaus des Westfälischen Friedens, A1

06. März 2009 um 00:31 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

braunes_schild_header

So, es wird Zeit, dass ich die “braune Schilder”-Tour (BST) endlich mal wieder fortsetze. Da Frau Bü momentan die meiste “Freizeit” für die Diss opfert (und natürlich für Lost…), kamen in letzter zeit zwar keine Schilder hinzu, aber vom Oktober sind ja noch 3 übrig. Heute also Münster.

muenster_am_abend2

Der Besuch in Münster liegt jetzt schon eine unglaubliche Ewigkeit zurück (darum werde ich hier auch mehr Bilder als Worte sprechen lassen, die Details verblassen alle schon…), war nämlich die erste Etappe unserer “Herbsttour” Ende Oktober. Aufgenommen wurden wir von einem ehemaligen Kommilitonen uns seiner Freundin (die auch schon in Ulm gewohnt hat), die dann für uns auch eine super vorbereitete Stadtführung vorbereitet hatten. Ist jetzt schon zu lange her, dass ich noch sagen könnte, wie viele Karteikarten mit Fakten rund um Münster das waren, aber es waren schon ne ganze Menge. Nicht fehlen durfte natürlich das “Rathaus des Westfälischen Friedens”, welches ja im braunen Schild beworben wird:

Rathaus des Westfälischen Friedens

Viel spannender fand ich aber die drei “Wiedertäufer-Käfige” am Turm der Lambertikirche mit der dazugehörigen Geschichte. Schon ein wenig gruselig…
Die Altstadt hatte aber wirklich Flair, hat mir gefallen, viele nette Häuserfassaden, schöne Kirchen und so weiter. Aber wie gesagt: Weniger Text, mehr Fotos:

muenster

Wenn ich aber für das Design des braunen Schildes verantwortlich gewesen wäre, hätte ich das einfach mit lauter Fahrrädern vollgemalt, denn das war das, was uns in Münster als erstes aufgefallen ist und dann auch nicht mehr losgelassen hat: Überall nur Fahrräder. Ich hab noch nie so viele Fahrräder auf einem Haufen gesehen wie auf dem Fahrradparkplatz beim Bahnhof und auf der Straße war man weder als Fußgänger noch als Autofahrer sicher, ständig huschte von irgendwo ein Zweirad dazwischen.
Vor allem bei unserer Ankunft (von Ulm aus) ging das dann gepaart mit der schier unmöglichen Parkplatzssuche (ja, das ist einer der Gründe für die vielen Fahrräder) und dem Punkt, dass uns das Navi auch noch durch eine Fußgängerzone geschickt hat, ganz schön an die Nerven und ist für mich das Totschlag-Argument gegen einen Umzug nach Münster. SO schön es da auch sein mag, aber die vielen Fahrräder machen mich wahnsinnig…
Mehr zur “Fahrradstadt Münster” gibts auf Wikipedia. Hier nur noch ein paar Zitate von eben dort:

 

[..]
Somit hat die Stadt den höchsten Radverkehrsanteil in ganz Deutschland. Nach einer Umfrage im Jahre 2007 wählten die Münsteraner sogar am häufigsten dieses Verkehrsmittel.
[..]
In einer Stadt mit doppelt so vielen Fahrrädern wie Bewohnern tritt auch das Problem des Fahrraddiebstahls in den Vordergrund: So gaben weniger als die Hälfte der Befragten an, ihnen sei noch nie ein Fahrrad gestohlen worden, 15% beklagten gar drei oder mehr verschwundene Räder.
[..]
In der Verunglücktenhäufigkeitszahl, das heißt die Anzahl an verletzten Personen pro 100.000 Einwohner, belegt Münster in Nordrhein-Westfalen den letzten Platz, allerdings sind nur in rund neun bis zwölf Prozent aller Unfälle Radfahrer beteiligt. Problematisch hingegen ist, dass Radfahrer und Fußgänger einen hohen Anteil von rund 50 % aller Verletzten stellen.
[..]
Münster beherbergt mit der Radstation Münster das größte Fahrradparkhaus Deutschlands. Sie befindet sich direkt vor dem Hauptbahnhof. Während des Baus skeptisch von den Bewohnern der Stadt beäugt, wurde die Radstation schnell zum Erfolg: Die 3.300 Stellplätze sind bei gutem Wetter ausgebucht, circa 2.700 Kunden besitzen eine Dauerkarte. Nötig wurde die Anlage, da auf dem Bahnhofsvorplatz regelmäßig sämtliche Wege von abgestellten Fahrrädern blockiert wurden, so dass Fußgänger auf die Straße ausweichen mussten[..]

Neben den vielen Fahrrädern gibt es dann auch noch viele Studenten, was dann dafür sorgt, dass es auch viele Kneipen gibt (was dann wiederrum zu den Unfällen mit den Fahrrädern sorgt…). Dazu einfach nochmal ein paar Bilder:

muenster_kneipen

Was ich irgendwie gar nicht mit Münster in Verbindung gebracht hätte, war der Hafen. Irgendwie hab ich damit so mitten in Deutschland nicht gerechnet (hatte “Hafen” erst für Wilhemshaven eingeplant…) und war dann angenehm überrascht. Sah nämlich wirklich schick aus und schien bei gutem Wetter eine schöne Alternative zur Altstadt zu sein.

muenster_hafen

So, hab ich noch was vergessen? Frau Bü darf es gerne in den Kommentaren ergänzen…

Ach ja: Wer mittelfristig einen Besuch in Münster plant, sollte seinen Trip für den 28. März 2012 einplanen. Denn ich würde schon mal gerne wissen, was da in der Nähe des Rathauses dann passiert:

2012

(Ok, ich weiß was da passiert, schließlich gibt es ja das Internet…)

Mehr Bilder (und in höherer Auflösung) wie immer im zugehörigen Flickr-Album.

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BST 2: Altstadt Bietigheim, A81

27. August 2008 um 23:12 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Braunes Schild - Altstadt Bietigheim

Am Sonntag konnten wir endlich die “braune Schilder”-Tour (BST) forsetzen, bei der es uns im Teil 1 ja in den Schlossgarten von Schwetzingen verschlagen hat. Diesmal hatten wir dank BruderBü die  richtigen  Reiseführer (Amazon Partnerlinks) in der Hand und Frau Bü entschied sich relativ zufällig für die “Altstadt Bietigheim”.

Turm mit Frauen

“Altstadt Bietigheim”? Ganz ehrlich: Ich war sehr skeptisch. Hey, ne Altstadt hat Ulm auch, was soll da Bietigheim tolles bieten? Aber wir wollen ja eh alle Schilder abfahren, da kann man ja auch mal ne langweilige Altstadt mitnehmen. Doch uiuiui: Als wir dann da waren, wurden meine Befürchtungen abgestraft. Wow, was für eine schöne Altstadt. Wow, wow, wow!

Aber fang ich doch mal vorne an. Kaum verlassen wir das Parkhaus (später haben wir gemerkt, dass es auch viele kostenlose Parkplätze gab, aber die 10 Cent pro Stunde (!) konnten wir dann doch noch verkraften) hörten wir Livemusik und sehr sehr viele Menschen. Was bitte geht hier ab?
Ich musste gleich an meine Schulzeit denken, als ich mit Freunden mal ein Ferienbahnticket gekauft hatte. Wir haben da auch den Zufall (blind mit nem Finger auf die Karte) entscheiden lassen, wo es hingehen soll und fanden uns dann auf einem Weinfest wieder. Und so war es dann auch hier. Nur kein Weinfest, sondern ein “Arkadenfest”.

Arkadenfest

Mit Live-Jazz-Musik. Der kann Frau Bü ja jetzt nicht so viel abgewinnen, im folgenden Video lässt sie sich das aber in keinster Weise anmerken:

Wir ließen uns von dem Menschenhaufen aber nicht aufhalten, sondern begannen unseren Stadtrundgang. Dafür hatte ich vorher mal schnell ein wenig gegooglet und auf der Homepage der Stadt Bietigheim-Bissingen tatsächlich eine  Karte mit Rundgang und einer kurzen Beschreibung der Sehenswürdigkeiten (pdf) gefunden.

buntes Fachwerk

Unsere Route war also klar, hier ist sie dann auch in Google Maps mit ein paar Fotos zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten. Am Besten erst auf “Größere Kartenansicht” klicken, denn die Bilder sind eigentlich zu groß für diese kleine Ansicht.


Größere Kartenansicht

(Mal ne Info zur Karte: Ja, ich hab den Weg händisch rekonstruiert und die Fotos händisch den ungefähren Positionen zugewiesen. Ich hoffe aber mal, dass diese Prozedur ab meinem Geburtstag oder spätestens Weihnachten ein Ende hat. Mein  Wunschzettel ist schonmal  entsprechend vorbereitet…)

Das schöne an der Altstadt ist nicht nur, dass die Bewohner die Häuser schön in Schuss halten und nicht runterkommen lassen (da werden auch jährlich Preise für die schönste Fassade etc. verliehen, die glücklichen Gewinnerfassaden werden dann noch mit einem entsprechenden Schild verschönert), sondern dass die alte Fachwerkarchitektur noch mit moderner Kunst garniert wird. Sowas kann ganz böse ins Auge gehen und alles kaputt machen, in Bietigheim haben die das aber meiner Meinung nach perfekt hinbekommen und es gibt ein wirklich schönes und stimmiges Gesamtbild.

Hier zum Beispiel mal das “Ku(h)riosum von  Jürgen Goertz:

kuhriosum

Auf der Stadthomepage gibt es auch eine  Übersicht der Skulpturen.

Aber es sind nicht nur die Skulpturen, die den modernen Touch reinbringen, manche Häuser wurden auch teilweise modern restauriert, so dass es eine Mischung aus alt und neu ergibt. Am Besten guckt ihr euch  meine Bilder auf Flickr zu der Tour an, da hab ich mal meine schönsten Bilder reingestellt. In der Google-Karte sind teilweise sie gleichen, manche aber nicht, dafür dann wieder andere schon, die nicht wirklich künstlerisch wertvoll sind, aber halt eine Sehenswürdigkeit abbilden, die auf der Karte festgehalten werden sollte. Und hier in diesem Beitrag gibts dann nochmal eine dritte Gruppe an Bildern, die so einen Gesamteindruck vermitteln sollen. Überschneidet sich mit den beiden vorherigen Gruppen, ersetzt sie aber nicht. Also vor allem die Flickr-Bilder solltet ihr angucken ;-)

Zurück zur Altstadt: Die einzelnen Häuser, die auf dem Rundgang markiert waren, hatten dann vor Ort nochmal ein Informationsschild angebracht, auf dem man das nachlesen konnte, was auch im Prospekt steht (bzw. mehr, falls im Prospekt kein Text steht). Insgesamt also sehr touristenfreundlich und das fantastische Wetter hat dem dann noch in die Karten gespielt.

Collage

Alles in allem ein perfektes Sonntagnachmittag-Programm und ich freue mich schon auf das nächste braune Schild. Denn wie das jetzt gezeigt hat: Mag es noch so banal klingen, dahinter kann sich was ganz tolles verbergen. Die machen das Schild ja nicht umsonst da hin…

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