Tach, Post! (XXVIII): Rheinzeitung

09. Oktober 2006 um 00:35 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Letzte Woche hatte ich den “Tach, Post!“-Brief ja irgendwie zeitlich nicht unterbekommen und so kommt heute doch noch nicht der letzte der drei ganz neuen Briefen, sondern eben der ältere, der letzte Woche eigentlich dran war. Wieder mal nicht so gut wie die anfangs veröffentlichten Briefe, aber das kennt ihr ja mittlerweile…
Anlass für diesen Brief war dieser Ausschnitt aus der Rhein-Zeitung:

schwimmende Eier aus der Rhein-Zeitung

Und was ich da für einen Brief geschrieben habe lest ihr jetzt am Besten selbst (hab mal noch ein paar Links als Bonusmaterial für die DonsTags-Leser eingefügt)…

 

Rhein-Zeitung
Engerser Str. 33-36
56564 Neuwied

22.11.00

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich bin ein Stammleser Ihrer Zeitung, wobei ich zugeben muß, daß ich nicht sehr viel von ihr lese, eigentlich gucke ich nur auf die Karikatur auf der zweiten Seite, dann kommt die Panorama-Seite dran (vor allem der Baby-Blues) und dann, wenn ich gut gelaunt bin, noch der Lokalteil. Denn da stehen ab und zu auch mal Sachen über mich drin, wenn ich zum Beispiel im Deutschen Eck eingeschlossen werde (stand im Koblenzer Lokalteil, den meine Oma bekommt) oder wenn ich mal einen Dienstwagen meiner Zivistelle gegen den Bus setze, weil der eigentlich Vorfahrt hatte. Es war sogar schon ein Bild von mir drin (hing im Hintergrund, als es um eine  Ausstellung in der Kreisverwaltung ging), ich war mit meinem Abijahrgang drin, dann ein Bild von mir bei den Spielen am Kreisel von der letzten Kirmes in Gladbach, wo das so aussieht,  als würde ich einen Jungen küssen etc. Sie sehen, ich bin nicht nur ein Stammleser, sondern auch ein Stammdrinsteher.

Besonders freue ich mich aber auf das Wochenende, denn da hab ich zum einen (bis auf alle 4 Wochen) mal frei von meiner Zivi-Arbeit (bei der Aktiva, die in letzter Zeit auch häufig in Ihrer Zeitung auftaucht), zum anderen haben wir dann bald wieder Montag und da kommt ja bekanntlich abends eine neue Simpsons-Folge und ein wichtiger Juchu-es-ist-Wochenende-Faktor ist noch der Journal-Teil in Ihrer Zeitung.

Interessante Berichte, ein lustiger Käpt’n Blaubär Cartoon und, besonders hervorzuheben, der Experiment-Zettel am unteren Seitenrand. Ach übrigens, wo ich gerade „Seite“ schreibe. Wie wäre es mal mit einem DinA 4 Format. Bei uns ist nämlich immer der ganze Tisch blockiert, wenn wir Zeitung lesen. Und das Umblättern ist viel zu kompliziert. Wie wäre es mit einer Zeitung in Heft-Form? Oder in Taschenbuchform?

Aber egal, ich schweife ab. Zurück zu dem Experiment-Blatt. Denn letztes Wochenende war wieder ein Spannendes drin, was ich, wie alle vorigen Experimente, natürlich sofort ausführen musste. Falls Sie es vergessen haben: Es ging um das schwimmende Ei.
Es wurde also gezeigt, wie man Eiern das Schwimmen beibringen kann. Und mein Traumberuf ist tatsächlich Schwimmlehrer. Sie können sich vorstellen, mit welchem Eifer ich alles vorbereitet hatte und wie begeistert ich war, als das Nichtschwimmer-Ei dank meiner Hilfe nun endlich doch schwimmen konnte.

Da kam mir eine Idee. Ich wollte jetzt schon meine Schwimmlehrer-Karriere starten. Ich wollte sogar noch weiter gehen und Schwimm-Trainer werden.
Ich ging hierfür zu unserem Eierverkäufer in Gladbach und kaufte 6 Eier. Natürlich Nichtschwimmer-Eier. Die sind zum einen billiger, zum anderen will ich denen ja alles selber beibringen. Dann machte ich mich ans Basteln. Zuerst das Nichtschwimmerbecken, welches mit Salzwasser gefüllt wird, in dem die Eier ja dann schwimmen können. Daneben baute ich ein viel größeres Becken, mit Bahnen zum schwimmen und einem Sprungturm.

In dieses Becken tat ich normales Wasser, denn wenn ich mit meinen Schwimm-Eiern mal bei Olympia starten will, müssen die ja auch in normalem Wasser schwimmen und ich will die sofort an die Wettbewerbsbedingungen gewöhnen.
So, nun ging es ans Trainieren. Allen 6 Eiern malte ich ein schickes Badehöschen in den Farben der Deutschland-Flagge und ließ sie vorsichtig ins Nichtschwimmerbecken. Und juchu, alle Eier konnten auf einmal schwimmen.
Nun wollte ich sie ins große Becken lassen, da sie ja nun schwimmen können. (In Ihrer Erklärung zum Experiment stand ja: „Sobald man einmal schwimmen kann, braucht man diese Hilfen [gemeint ist das Styropor oder das Salzwasser, Anmerkung von mir] nicht mehr, weil die eigenen Muskeln einen über Wasser halten. Man kann dann ohne jedes Hilfsmittel in Salz- und Süßwasser schwimmen“) Aber Fehlanzeige: Alle Eier gingen sofort unter und waren nicht mehr zu überreden, jemals wieder ein Schwimmbecken zu betreten.

Nun frage ich Sie: Was habe ich falsch gemacht? Die Eier konnten doch schwimmen. Sie haben doch geschrieben man bräuchte dann kein Hilfsmittel mehr. Habe ich mich von der Gladbacher Eierverkäuferin übers Ohr hauen lassen und sehr muskelschwache Eier gekauft?
Bitte helfen Sie mir, meinen Traum von einer Schwimm-Eier-Trainer-Karriere zu verwirklichen und schreiben Sie mir, was ich falsch gemacht habe.

Vielen Dank im Vorraus
Andreas Hallerbach

Eine Antwort gab es leider nicht und so musste ich dann doch Medieninformatik studieren…

 
Maggi:

[...]und so musste ich dann doch Medieninformatik studieren [...]

Ein Freund von mir (der das auch studiert hat) sagt immer “Mädcheninformatik”. Hihi. Grüße von einem Kerninformatiker (so sagen wir dann wohl).

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donvanone:

Ja, das sagen wir hier auch häufig. Mit stolz geschwellter Brust. Mädchen sind doch was feines und wer will schon nur mit komischen Informatikerfreakmännern in einem Hörsaal sitzen ;-)

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Maggi:

Das hatte man bei uns an der TU Berlin so gelöst, dass die Informatik zusammen mit der Erziehungswissenschaft in ein Gebäude gesteckt wurde. 15% Frauenanteil traf auf 15% Männeranteil – und bumm.

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Frau Bü:

Das erinnert irgendwie an “Die prupurnen Flüsse 1″. (den ich, obwohl auf Deutsch, immernoch nicht ganz kapiert habe)

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