Tach, Post! (XXV): Charmin

11. September 2006 um 23:59 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Tatatata! Hier ist er also, der erste “Tach, Post!”-Brief aus dem Jahre 2006, alle anderen sind ja aus dem Zeitraum von 1998-2001. Drei neue Briefe hatte ich ja geschrieben und dieser hier hat seine Idee übrigens noch aus der alten Periode. Irgendwie war sie mir aber nie gut genug, darum habe ich sie nie umgesetzt. Und wirklich gut ist sie immer noch nicht, aber mit dem  Charming-Bär (um den es übrigens auch kurz im  Werbeblogger Podcast ging) als direkten Ansprechpartner gehts dann doch etwas besser. Ist (um es gleich vorweg zu sagen) der schlechteste der drei neuen Briefe. Aber (meiner Meinung nach) schon besser als die, die ich hier die letzten Wochen veröffentlicht habe.
Wie ihr schon gemerkt hat, geht es um Toilettenpapier und da bringe ich doch gleich vorneweg noch  einen kleinen Link an, den ich mir extra dafür aufgehoben habe.

Jetzt aber viel Spaß mit dem neuen Brief, der mal zeigt, dass es auch anders geht, als sich dauernd nur zu beschweren…

 

Procter & Gamble Service GmbH
Verbraucherberatung
65823 Schwalbach

15.08.2006

Lieber Charmin-Bär,

vor etwa einem Jahr habe ich in einem guten ulmer Restaurant gespeist und es mir mal so richtig gut gehen lassen. Es war auch wirklich sehr lecker (du kannst es dir als extrafrischen Honigtopf von einer sehr sonnigen Frühlingswiese vorstellen), bis dann der Nachtisch kam. Der war irgendwie etwas lasch, was ich dem Kellner dann auf die berühmte „Und, hats geschmeckt“-Frage beiläufig mitteilte. Eigentlich war das nicht meine Art, aber da war es mir nun mal rausgerutscht. Ich rechnete also damit, dass der Koch nun höchstpersönlich vorbeikommen würde und mich vor den gesamten Gästen als geschmacksverirrten Banausen bloß zu stellen, der seiner Speisen nicht würdig sei. Aber es kam ganz anders. Statt des Ärgers bekam ich doch glatt einen Schnaps auf Kostend es Hauses und musste auch den Nachtisch nicht zahlen.

Ich konnte mein Glück kaum fassen und probierte diese Taktik gleich am nächsten Tag beim Friseur aus. Nach einem Schnitt, der wie immer nicht zu bemängeln war, flunkerte ich ein wenig und gab mich unzufrieden. Wenige Augenblicke später stand ich freudestrahlend vor dem Laden, ohne auch nur einen Cent bezahlt zu haben. Seit dem mecker ich wirklich an allem rum und spare so einen Haufen Geld.
Meine Strategien wurden immer ausgefeilter und ständig hatte ich neue Ideen, wie ich wohl wieder an „Sonderrabatte“ kommen könnte.

Letzte Woche hatte ich schon wieder so einen Einfall. Ich nahm mir vor, mal ganz genau die Anzahl der Blätter einer deiner Klopapierrollen abzuzählen und dich schon bei einem fehlenden Blatt in die Mangel zu nehmen. So hing neben dem Rollenhalter nun noch ein kleines Notizbuch, in dem penibel jedes einzelne Blatt aufgeführt wurde.
Ich sah mich im Geiste schon, wie ich dir dein Bärenfell über die Ohren ziehe. Sie wimmern etwas von „Aber ich bin doch nur ein Bär, das kann doch mal vorkommen. Bären können doch nicht zählen!“ und ich lache nur diabolisch vor mich hin. Neben mir stand Edmund Stoiber, der mich mit einer Problembär-Erlöser-Medaille auszeichnete, aufgezeichnet von der Presse und ausgestrahlt in der ganzen Welt. Doch plötzlich riss es mich aus meinen Tagträumen, denn ich zog Strich Nummer 100 und 1001 im Notizblock und die Rolle war noch nicht wirklich leer.
Oje… es waren tatsächlich zu viele Blätter, die du mir da verkauft hattest. Und ich raffgieriger und schlechter Mensch wollte dir doch tatsächlich all meine Anwälte auf den Hals jagen. Was hatte ich mir nur dabei gedacht?

Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass e so nicht weitergehen kann und ich meine Einstellung komplett umkehren muss. Als ersten Akt schicke ich dir mit diesem Brief die Blätter zurück, die du mir aus Versehen (oder weil du als Bär wirklich nicht zählen kannst?) zu viel verkauft hast. Morgen werde ich dann bei meinem Friseur vorbeigehen und ihm kostenlos die Haare schneiden.

Ich hoffe, du bist mir nicht böse und wünsche dir noch ein langes Leben (Tipp: Meide Bayern)

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Hallerbach

Dem Birref lagen zwei Blätter Toilettenpapier bei. Und ja, ich habe tatsächlich nachgezählt, wurde allerdings erst nach dem Abschicken des Briefes fertig. Heraus kam, dass die Blätter ganz genau abgezählt sind, kein einziges Blatt zu viel…
Und wie in einem letzten Beitrag schon angedeutet kam auch eine Antwort von Procter&Gamble (nein, nicht vom Charmin-Bär), die ihr hier nachlesen könnt. Die “kleine Aufmerksamkeit” ist übrigens noch nicht angekommen, ich werde an dieser Stelle dann berichten…
Antwort von Charmin

 
 
 
Conny:

Kam immer noch nix? Hak da doch mal nach ;)

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Hife:

Interessiert mich nun aber auch mal ob und wenn was noch kam :)

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donvanone:

Kam nix, nachhaken tu ich aber nicht…

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