Tach, Post! (XXIV): Modern Living

02. September 2006 um 20:30 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Heute immer noch kein neuer Brief, sondern wieder nur alte Mängelware, Neulingen empfehle ich darum wieder, vorne anzufangen, damit nicht gleich ein schlechter Eindruck entsteht…
Ich geb mir darum auch gar nicht erst große Mühe, eine fantastische Einleitung zu schreiben, muss nur darauf hinweisen, dass der gesamte Brief in der Schrift geschrieben wurde, wie man sie hier sehen kann:

Modern Living Schriftprobe
Euch bleibt das aber erspart, ihr könnt ihn hier ganz normal lesen…

 

Redaktion MODERN LIVING
Leverkusenstr. 54
22761 Hamburg

2.09.2000

Sehr geehrte Damen und Herren!

Mein Opa bekommt öfters mal Post, weil der ist alt und kennt viele Leute und die schreiben dem dann auch mal. Der bekommt aber auch Rechnungen (obwohl er Rentner ist) und auch Werbung. Und manchmal denkt der: „Hui, das könnte meinem Enkel vielleicht gefallen.“ Genauso war das bei Ihrem Heft „modern Living“ (September 2000), das Sie ihm zuschickten, damit er es bewerten kann, weil der mal Raumausstatter war. Ich verstehe zwar den Zusammenhang nicht, denn der ist ja kein Heftausstatter gewesen, aber egal. Und dann hab ich halt mal ein bißchen in Ihrem Heft rumgeblättert und mir sind da ein paar Sachen aufgefallen, wegen denen ich Ihnen mal was schreiben wollte. Als Opa-Ersatz quasi.
Und gerade als ich losschreiben wollte (also etwa vor 1/4 Stunde), habe ich dann durch Zufall noch gelesen, daß der originellste Leserbrief mit einer Sitzmöglichkeit belohnt wird. Und die könnte ich gut gebrauchen, denn wie oft kommt es vor, daß man irgendwo hinkommt (z.B., in einen Bus oder ins Wartezimmer vom Onkel Doktor) und man hat keine Sitzmöglichkeit. Darum will ich natürlich gewinnen und hab mir was originelles ausgedacht. Zuerst hab ich aber mal nachgeguckt, was „originell“ eigentlich heißt und im Brockhaus (Brockhaus Enzyklopädie in 20 Bänden von 1971) habe ich dann folgenden gefunden (Band 13 MOT-OSS eigentlich aber von Motala – Osswald, Seite 810):
originell [frz.], ursprünglich, eigen, eigenartig.

Und da kam ich auf folgende Idee: Ich schreibe diesen Brief auf ein Blatt Papier aus meinem eigenen Bestand, welches aber ursprünglich für einen anderen Zweck gedacht war. Dazu wähle ich noch eine eigenartige Schrift. Fertig. Origineller geht es nicht.
Aber jetzt zurück zu meinen Anmerkungen zu Ihrer Zeitschrift: Sie hat mir sehr gut gefallen, nur bei diesen Haushaltstipps „Steigerungsfähig“ (Seite 36) ist mir eine Sache merkwürdig vorgekommen.: Da schreiben Sie „Verdreckte Brillengläser kann man mit Fertigtüchlein putzen. Aber die sind teuer und meistens gerade nicht zur Hand. Für saubere Sicht sorgt eine Abreibung mit Wodka.“ Habt Ihr nur Alkoholiker bei euch in der Redaktion, denn ich hab Wodka fast genauso selten zur Hand wie Brillenputztücher. Mein Tipp: Auf die Brille spucken und mit dem T-Shirt des Nebenmannes abputzen.
Die Idee, solche nützlichen Tipps abzudrucken finde ich aber sehr gut. Und damit Sie für Ihre nächste Ausgabe noch genug Tipps haben, möchte ich Ihnen 5 mitschicken (Zum Ausschneiden und einkleben):

Modern Living Tipps

Ich hoffe, ich habe Ihnen hiermit geholfen, Ihre nächste Ausgabe genauso informativ zu gestalten, wie die, die ich in den Händen halte. Und ich hoffe auch, mein Brief ist originell genug und Sie schicken mir die Sitzmöglichkeit zu. Am Besten im Paket, weil im Briefumschlag könnte die kaputt gehen, wenn die mit dem Stempel da drauf hauen.

Bis dahin verbleibe ich mit freundlichen Grüßen
Andreas Hallerbach

Eine Antwort gab es leider nicht.

 
Silvio:

Genau 6 Jahre jetzt also her…

Wirklich dreist! Wenn schon keine Sitzmöglichkeit hätte ja wohl mindestens ein kleins Danke für diese guten Tipps drin sein müssen. :-)

Ist ansonsten ein wirklich sehr gelungener Brief , finde ich :-D

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milwena:

gracias!
ich hab mich fast tot gekichert!
:-D

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