Tach, Post! (XXI): Microsoft

13. August 2006 um 00:02 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

So, bevor der Samstag zu Ende geht, hier noch schnell der neueste “Tach, Post!”-Brief (wenn ihr diesen Link anklickt kommt ihr übrigens zum soeben aktualisierten und kompletten Inhaltsverzeichnis, demzufolge nun nur noch 6+3 Briefe ausstehen (und nochmal +3 wegen den neuen Briefen, siehe einen Satz weiter)). Jeden Samstag gibt es hier einen neue Veröffentlichung meiner alten Briefe, was sich aber bald ändern wird. Zumindest das “alt” wird dann nicht mehr stimmen, da ich ja (wie kürzlich berichtet) gerade drei neue Briefe geschrieben habe (die ich gerade am abtippen bin) und die Qualität (die immer weiter den Bach runtergeht) dann endlich wieder einen kleinen Aufschwung erlebt. Und auch das mit dem “Samstag” bin ich am überdenken, da der Samstag der mit Abstand schlechteste Wochentag für DonsTag ist. Werde es vielleicht auf den Montag verlegen, dann hat man nen Brief zum Wochenstart. Klingt doch auch nett, oder?
Der heutige Brief ist dann auch mal wieder so einer, bei dem ich mich fast schäme ihn zu veröffentlichen und Neulinge dringend an die früheren Briefe weiterleite.
Wer ihn dennoch lesen will (der Vollständigkeit halber), der darf das nun gerne tun.

 

Microsoft GmbH
Katharina-Heinroth-Ufer 1
10787 Berlin

29.9.1999

Sehr geehrter Bill Gates!

Ich schreibe Ihnen diesen Brief auf deutsch, da ich der amerikanischen Sprache nicht ganz so mächtig bin. Sie können sich den Text aber bestimmt von ihrer Sekretärin übersetzen lassen (jeder berühmte amerikanische „Bill“ hat doch sowas, oder, vielleicht nehmen Sie auch eine Praktikantin) (hups, ich hoffe wenn man das überstzt ist das nicht mehr so zweideutig).
Ich muß jetzt aber mal einen Brief an Sie schreiben weil ich schließlich jeden Tag an Sie denke, immer dann wenn ich meinen Computer starte und dort „Microsoft Windows 95“ steht. Ok, ich gebe zu, ich gehe nicht ganz mit der Zeit, aber 95 (Neintifeif) reicht mir eben. Dies wäre aber noch lange kein Grund ihnen zu schreiben, wenn das so würde, wäre Sie wahrscheinlich sehr viel Post bekommen. Die bekommen Sie wahrscheinlich auch so, aber nicht soo viel.
Ich hab noch ein anderes Problem. Eigentlich ja nicht ich, sondern mein Computer. Wenn man es ganz genau nimmt, vermute ich auch nur, daß mein Computer ein Problem hat. Nein, ich vermute, daß er eins bekommen wird. Am 1.1.2000. Sie haben wahrscheinlich auch schon davon gehört, daß da dieses Jahr-200-Problem (Y2K) auftreten soll (wenn man der Computer Bild glauben kann). Jetzt natürlich von mir die Frage: Wie kann ich das verhindern? Reicht es, alle Nägel aus der Decke und alle Seile aus dem Zimmer zu entfernen, oder kann sich der Computer dann trotzdem noch aufhängen. Und wenn ich ihn auf den Boden stelle und zu allen Seiten sicher abstütze, ist er dann Absturz-Sicher?
Oder würden Sie mir zu einem neuen Computer raten, einem, der (angeblich) Jahr-2000-Sicher sein soll. Da aber meine Frage: Sind diese „Jahr-2000-Sicheren Computer“ nur Jahr 2000 oder auch Jahr 3000 sicher? Ich will mir doch nicht alle tausend Jahre einen neuen Computer kaufen, nur weil sich irgendwelche Programmierer zu dumm anstellen.
Sie sehen, ich hab nicht allzu viel Ahnung, mach mir dafür aber gleich dreimal so viele Gedanken.
Wenn Sie mich jetzt fragen, warum ich ihnen erst so spät diesen Brief schreibe, denn das Jahr 2000 werden wir ja bald erreicht haben, so kann ich nur sagen: Früher ging es nicht. Denn da hatte ich die Grippe und wollte den Computer nicht mit meinem Virus anstecken, das soll ja so gefährlich sein. Ich hoffe, mein Anliegen kommt trotzdem noch rechtzeitig bei Ihnen an und Sie können mir schnell antworten.
Bis dahin verbleibe ich mit freundlichen Grüßen
Andreas Hallerbach

PS: Falls ihnen, liebe Sekretärin das zu viel Arbeit ist, dem lieben Bill diesen Text zu übersetzen, so habe ich eine Hilfe für Sie. Auf der nächsten Seite folgt die verkürzte Version meines Briefes, automatisch auf 25% zusammengefasst von Microsoft Word 97.

[das jetzt ist die nächste Seite...]

Zusammenfassung
29.9.1999
Sehr geehrter Bill Gates!

Ich schreibe Ihnen diesen Brief auf deutsch, da ich der amerikanischen Sprache nicht ganz so mächtig bin. Die bekommen Sie wahrscheinlich auch so, aber nicht soo viel.
Ich hab noch ein anderes Problem. Eigentlich ja nicht ich, sondern mein Computer. Wenn man es ganz genau nimmt, vermute ich auch nur, daß mein Computer ein Problem hat. Da aber meine Frage: Sind diese „Jahr-2000-Sicheren Computer“ nur Jahr 2000 oder auch Jahr 3000 sicher? Ich will mir doch nicht alle tausend Jahre einen neuen Computer kaufen, nur weil sich irgendwelche Programmierer zu dumm anstellen.
Auf der nächsten Seite folgt die verkürzte Version meines Briefes, automatisch auf 10 Sätze zusammengefasst von Microsoft Word 97.

So, und da ihr offensichtlich bis zum Ende durchgehalten habt (sehr tapfer), gibts auch eine kleine Belohnung (wenn es schon keine Antwort von Microsoft gibt), nämlich die Themen der drei neuen Briefe, die ich dann am Montag verschicken werde: Toilettenpapier, Einkaufswagen und Zeitansage. Und, hat sich doch gelohnt, oder?

 
.markus:

Oh klasse, freu mich schon auf die Neuen. Hehe, da merkt man einmal was im Kommentar an und dann geht der Wunsch gleich in Erfüllung :-)

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