Tach, Post! (XVII): Procter & Gamble – Wick-Inhalierstift Teil 2

08. Juli 2006 um 12:11 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

An dieser Stelle nochmal eine kleine Entschuldigung, dass ich letzte Woche den samstäglichen “Tach, Post!“-Brief vergessen habe. Zu meinem Bedauern wird das heute aber auch nicht wirklich wieder gut gemacht, da heute einer meiner schlechtesten Briefe dran ist. Es handelt sich um die Antwort auf die Antwort zu meinem ersten Wick-Inalierstift-Brief, in der die nette Procter&Gamble-Mitarbeiterin mir anbot telefonisch schnell einen Termin zu vereinbaren, bei dem sie zu Ostern evtl. auch noch ein paar Geschenke verstecken könnte.
Klang verlockend, aber irgendwie war ich sehr verwirrt und hab mich nicht getraut anzurufen. Einige Zeit später hab ich dann eben nochmal einen Brief geschrieben, der dies erklären soll. Und den gibt es jetzt hier:

 

Procter & Gamble GmbH
Frau XXX
Verbraucherberatung
Sulzbacher Str. 40
65824 Schwalbach

30.4.1999

Sehr geehrte Frau XXX!

Erinnern Sie sich noch an mich? Ich bin der mit den 2 Inhalierstiften in der Nase. Sie hatten mir geschrieben, ich solle Sie anrufen und Sie würden dann bei mir vorbeikommen und zu Ostern Geschenke verstecken. Wie Sie vielleicht gemerkt haben, habe ich dies nicht getan. Aber nicht, weil ich irgendwas gegen Sie hätte, oder gar aus Angst, nein, ich konnte nicht anrufen und kann dies auch bis heute nicht tun. Warum? Ganz einfach, kurz nachdem ich ihren Brief bekam, wurde ich ins Krankenhaus eingeliefert, wo mein Problem behoben werden sollte.
Eigentlich war es vorgesehen, daß die zwei Inhalierstifte rausoperiert würden, zum Glück merkte der für mich zuständige Arzt (Pr. Dr. Heck) rechtzeitig, daß diese Operation mein Ableben zur Folge hätte, da ich schon zu lange mit dem Inhalierstift vereint war und nun abhängig von dem Menthol-Campher-Gemisch wurde. Ein Entzug hätte tödliche Folgen.
Eine Entfernung der Stifte war also unmöglich, die einzige Möglichkeit, daß ich wieder durch eine Nase atmen könnte war, mir eine 2. Nase zu schaffen. Dies geschah auch, in einer 12-stündigen Operation wurde mir eine Spendernase auf die Stirn verpflanzt. Dies ist nun meine Luft-Nase, die für mich genauso wichtig ist, wie die (alte) Menthol-Campher-Nase, die sich genau darunter befindet.
Bei meiner neuen Nase sind aber noch nicht alle Verbindungen hergestellt, das ist nämlich eine Arbeit von mehreren Wochen. Aus diesem Grund muß ich (noch) mit einer Sauerstoffmaske vor dem Mund leben, weswegen ich nicht sprechen (also auch nicht telefonieren) kann/darf.
Jetzt glauben Sie aber nicht, ich würde mich nur an Sie wenden, um doch noch an die versprochenen Geschenke zu kommen. Das stimmt nicht (ganz).
Ich habe nämlich ein neues Problem: Das Haltbarkeitsdatum für die Stifte läuft bald ab, ein Auswechseln der Stifte ist aber unmöglich, da sie schon mit meiner Nase verwachsen sind. Die einzige Möglichkeit, laut Pr. Dr. Heck, wäre, die Stifte unten aufzuschneiden und eine neue Ladung Menthol-Campher-Konzentrat reinzuschieben. Nun wollte ich von ihnen wissen, ob Sie dies auch so (also umweltfreundlich, ohne Stift) verkaufen. Und wie lange würde ich es noch nach dem Ablauf des Haltbarkeitsdatums aushalten, bis ich sterben würde? Ich hoffe, Sie können mir noch einmal helfen.
Ganz nebenbei wollte ich noch fragen, ob ich auch noch anrufen darf, sobald ich meine Sauerstoffmaske los bin.
Mit freundlichen Grüßen und einem großen Dankeschön für den netten ersten Brief.
Andreas Hallerbach

Eine Antwort gab es leider keine…

 
Lu:

idiot !

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