Tach, Post! (XII): Sat.1

27. Mai 2006 um 11:00 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Nach 11 “Tach, Post!”-Briefen ist es nun mal soweit. Ich beende einen Brief nicht mit “Hochachtungsvoll”, oder “mit freundlichen Grüßen”, sondern bin etwas angesäuert und verabschiede mich “mit mehr oder weniger freundlichen Grüßen”. Wie kommts? Ganz einfach: Sat.1 war gemein zu mir. Körperverletzung quasi. Aber lest doch selbst…

 

SAT 1 SatellitenFernsehen GmbH
Zuschauer-Service
Mauerkircherstr. 182
81925 München

26.4.1999

Sehr geehrte Damen und Herren, lieber Sat1-Ball, der in letzter Zeit immer durch’s Bild hüpft!

Letztes Jahr im Sommer war ich mit der Frauke Braun im Phantasialand in Brühl, wo wir uns mal so richtig amüsieren wollten. Es war auch ganz lustig, zum Beispiel, als wir mit der Hollywood-Tour (direkt neben dem Space-Center) gefahren sind, sind steuerten wir genau auf einen Wasserfall zu. Doch kurz bevor wir ihn erreichten, hörte er auf einmal auf zu fallen und wir wurden gar nicht naß. Da hatten wir aber Glück gehabt. Da war auch so ein Haus, wo Blumen gesungen haben, sowas hatte ich vorher noch nie gesehen. Als wir dann mit der Achterbahn „Colorado“ fahren wollten, bot ich Frauke (die total böse wird, wenn man sie „Frauki“ nennt) an, mit mir in demselben Wagen zu sitzen. Dies war ein Fehler, denn als es darum ging, die Sicherung runterzuziehen, quetschte sie, die viel dünner ist als ich, mir mit dem Bügel den Bauch ab. Aber es gab kein Zurück mehr. Die rasante Fahrt begann und als sie zu Ende war, mußte ich schnell auf die Toilette rennen.
Seitdem habe ich ein Drücken im Bauch, als würde sich der Bügel immer noch in meinen Bauch bohren. Bis heute, gut ½ Jahr später, bin ich den Druck nicht losgeworden. Aber keiner glaubt mir, nennen mich einen schlechten Simulanten und behaupten, von einmal „Colorado“-Fahren könne ich nicht einen andauernden Druck verspüren. Ist ja auch ziemlich unglaubwürdig.
Bis vor kurzem glaubte ich aber noch, daß es daran gelegen hätte, jetzt weiß ich aber, daß Sie daran Schuld sind, Sie haben es ja selber zugegeben. Eigentlich nicht die nette Art, mir diesen üblen Scherz über das Fernsehen zu beichten, wo es jeder sehen kann. Aber nicht nur da, auch in diversen Zeitschriften, überall steht „Sat1 – Ich drück Dich“.
Warum entschuldigen Sie sich auf eine solch öffentliche Weise bei mir, ein netter Brief per Post wäre doch viel freundschaftlicher und ich könnte Ihnen diese Tat eher verzeihen. Mit diesem Brief möchte ich Sie nun höflichst bitten, mit dem Drücken aufzuhören.
Ich hoffe, Sie drücken sich nicht vor einer Antwort und verbleibe bis dahin mit mehr oder weniger freundlichen Grüßen
Andreas Hallerbach

Das konnte der arme Ball natürlich nicht auf sich sitzen lassen und hat sich brav entschuldigt. Bzw. die “war doch freundschaftlich gemeint”-Ausrede benutzt, wie man es nimmt… Hier die Antwort:
Antwort von Sat.1