Tach, Post! (XI): Procter & Gamble – Wick-Inhalierstift Teil 1

20. Mai 2006 um 11:16 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Tach, Post! TitelblattSo, jetzt sind wir schon beim elften Brief und ich hab mir gedacht, an dieser Stelle könnte ich doch nochmal das Titelbild meines “Tach, Post!“-Buches rauskramen und darauf hinweisen, dass dort ziemlich viele meiner Briefe zu erkennen sind. Von den bisher veröffentlichten hätten wir da durch die vom Himmel fallenden Euro-Taler die Briefe an Waigel, Lafontaine, Eichel und das europäische Parlament, der Kerl in dem McDonalds mit der Genickstarre ist aus dem ARD-ZDF-Brief, dann wäre da noch die Swatch-Uhr am Armgelenk, das modernisierte Verkehrsschild, welches ich dem Müntefering vorgeschlagen habe, der Bus der Stadtwerke Neuwied sowie das Windrad mit der Fliege, als wichtigen Bestandteil meiner Schokoladen-Kühl-Erfindung. Außerdem gibt es noch Hinweise auf 6 weitere Briefe, wie zum Beispiel auf den Brief für heute. Sicher (wers glaubt) habt ihr euch schon gefragt, was der nette Herr denn da in seinen Nasenlöchern stecken hat, oder? Ich kann es euch sagen: Das sind zwei Wick-Inhalierstifte. Es gab mal eine Zeit, da hatte ich einen solchen immer in meiner Hosentasche und habe geschnüffelt, was das Zeug hielt, ob meine Nase nun zu war oder nicht, das war egal. Es ging nur um den super Minz-Geruch. Da war es dann auch ziemlich egal, dass der Stift eigentlich schon über ein Jahr abgelaufen war, oder? Oder nicht?
Egal, die Folgeschäden sind jetzt eh nicht mehr rückgängig zu machen und mein Problem in dem Brief hat damit auch nichts zu tun. Aber lest doch selbst…

 

Procter & Gamble GmbH
Sulzbacher Str. 40
65824 Schwalbach

16.3.1999

Sehr geehrter Damen und Herren!

Letztes Jahr war ich am 2. Weihnachtstag bei meiner Tante Sandra. Das ist übrigens meine Lieblingstante, weil sie mir zum Geburtstag immer was ganz leckeres zum Naschen geschenkt hat: Schokolade oder Gummibärchen oder Lakritzschnecken oder Mäusespeck oder Toffifees oder Zuckerstangen oder Lutscher oder Bonbons, manchmal auch Wick Rachendrachen, einmal sogar Eßpapier. Ich wußte erst gar nicht , daß das Eßpapier war und dachte, das wäre Briefpapier. Aber dann hat mir meine Lieblingstante das gesagt und ich hab natürlich sofort davon probiert, weil ich hatte das noch nie gegessen, nur mal echtes Papier, da war ich aber noch im Kindergarten. Jetzt glauben Sie aber nicht, daß ich damals nichts zu Essen bekommen habe, ich wollte das halt einfach mal essen und ich kann Ihnen sagen: Essen Sie lieber Eßpapier.
Naja, zurück zum 2. Weihnachtstag, wo ich bei meiner einzigen Tante zu Besuch war, weil die an Weihnachten nicht allein Zuhause bleiben wollte, die hat nämlich keinen Mann. Und jetzt raten Sie mal, was die mir geschenkt hat! Das können Sie sowieso nicht erraten, weil Sie kennen mich dafür nicht gut genug. Würden Sie mich besser kennen, könnten Sie es vielleicht erraten, aber jetzt muß ich es Ihnen wohl so sagen: Sie hat mir einen Katzenkalender für das Jahr 1999 geschenkt. Ich hab mich vielleicht gefreut, weil ich Katzen sehr gern habe. Was glauben Sie, wie ich auf den 1.1.99 gewartet habe, um endlich zu sehen, wie denn das erste Bild aussieht.
Als es dann endlich soweit war, blickte mir eine süße Siamkatze entgegen. Im Februar war es eine nachtschwarze Kurzhaarkatze und vor 16 Tagen durfte ich dann endlich ein Bild weiterblättern. Treu blickte mir eine getigerte Katze entgegen. Ungefähr so eine, wie Garfield, nur viel niedlicher. Garfield ist ja auch gar keine richtige Katze, sondern nur eine Erfindung vom Fernsehen, genau wie Batman oder Gerd Volker. Und wo ich diese Katze gesehen hab, konnte ich mich kaum mehr halten, so schön sah die aus. Sofort mußte rüber ich zu meiner Nachbarin Simone gehen, um ihr dieses schöne Bild zu zeigen. Die hat nämlich genau so eine Katze, nur etwas dicker als die März-Katze, weil die Simone die viel zu viel mit Felix-Katzenfutter verwöhnt. Aber da will ich mich nicht einmischen, das ist ja ihre Sache.
Als mir Simone dann die Tür öffnete (nachdem ich einige Minuten Sturm klingelte), stand sie völlig K.O. vor mir, der Schnupfen hatte sie voll erwischt. Bevor ich mich ganz umdrehen konnte, um panisch vor einer möglichen Ansteckung zu fliehen, nieste sie mir prompt mitten ins Gesicht. Schreiend rannte ich zu mir ins Bad und versuchte verzweifelt die Bakterien mit einem harten Wasserstrahl von meinem Körper abzuspritzen. Es schien aber nicht funktioniert zu haben, denn am nächsten Tag wachte ich mit einer verstopften Nase auf.
Mit einer verstopften Nase kann ich aber nicht leben, weil ich Angst habe, ich könnte aus Versehen ersticken, darum begab ich mich in die nächste Apotheke und kaufte mir zweimal den „Wick Inhalierstift N“, für jedes Nasenloch einen.
Da keine Packungsbeilage vorhanden war (es gab ja nicht mal eine Packung), gab ich mich mit dem Text auf dem Stiftdeckel zufrieden. Ich erfüllte alle Anforderungen, die an einen Benutzer Ihres Stiftes gestellt wurden, da ich weder eine Überempfindlichkeit gegen eine der Inhaltsstoffe habe, noch Asthmatiker oder ein Kind unter 2 Jahren bin. Ich habe nur eine Überempfindlichkeit gegen Unpünktlichkeit, bin ein Hobby-Mathematiker und Erwachsener über 2 Jahren. Also durfte dem Versprechen einer „schnellen, wirksamen Hilfe bei verstopfter Nase“ nichts mehr im Wege stehen. Dachte ich.
Als ich aber, so wie es auf dem Deckel steht, die Stifte in jede Nasenöffnung hielt und tief einatmete, wurden mir die Stifte aus den Fingern gesogen und verschwanden in meinen Nasenöffnungen. Nur der weiße Boden war noch zu sehen. Meine Nase war aber nicht frei, ganz im Gegenteil, ich konnte nun garnicht mehr durch die Nase atmen, dafür stieg mir ein starker Menthol-Campher Geruch in die Nase, der nicht mehr verschwinden wollte. 13 Tage stecken diese Dinger jetzt schon in meiner Nase, die dadurch eine etwas ungewöhnliche Form angenommen hat. Und kein Naseputzen hilft, auch nicht mit den durchschneutzsicheren Taschentüchern von Tempo, die auch für Nachnieser geeignet sind und so weich sind, wie der Schimmel, der sich auf einem Butterbrot bildet, das man einen Monat in der Tasche vergessen hat.
Nun möchte ich von Ihnen gerne wissen, was ich denn falsch gemacht habe. Waren meine Nasenöffnungen zu groß, oder vielleicht zu eng? Hätte ich nicht so tief einatmen dürfen oder habe ich ein Fehlprodukt erhalten? Und vor allem: Wie bekomme ich diese Dinger wieder aus meiner Nase???

In freudiger Erwartung einer raschen Hilfe und mit freundlichen Grüßen
Andreas Hallerbach

Und bevor ich jetzt zur Antwort komme, an dieser Stelle noch eine Anmerkung: Ziemlich oft wurden die Namen in meinen Briefen “von der Redaktion geändert” und durch Namen aus meinem Freundeskreis ersetzt. So hab ich also keine Tante, die Sandra heißt (dafür habe ich aber mehr als nur eine Tante), sondern Sandra war zur Zeit des Briefes meine Freundin (Gruß von dieser Stelle). Auch Simone war eine Freundin, die zu der Zeit mit Felix (ja, auch der Name kommt im Brief vor) zusammen war…
Jetzt aber zur Antwort von Procter & Gamble, die mich so verwirrt hat, dass meine Reaktion darauf etwas gedauert hat. Dazu aber an einem anderen Samstag mehr…
Antwort Procter & Gamble

 
donvanone:

Ja verdammt, was ist denn hier passiert? Hat WordPress einfach mal nur den halben Beitrag gepostet. So ein Schrott. Irgendwie geht mir das in letzter Zeit echt auf den Keks… Ich arbeite dran, wird nachher wieder alles da sein, muss es halt nur nochmal schreiben, moment…

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donvanone:

So, jetzt ist er wieder komplett…

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donvanone:

Das gibts doch nicht… Genau der selbe Schrott wie bei meienr CSS-Datei. Wenn ich hier auf “edit” klicke wird nur ein Teil wirklich geladen. Kann doch nicht angehen…

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DonsTag » Tach, Post! (XVII): Procter & Gamble - Wick-Inhalierstift Teil 2:

[...] An dieser Stelle nochmal eine kleine Entschuldigung, dass ich letzte Woche den samstäglichen “Tach, Post!“-Brief vergessen habe. Zu meinem Bedauern wird das heute aber auch nicht wirklich wieder gut gemacht, da heute einer meiner schlechtesten Briefe dran ist. Es handelt sich um die Antwort auf die Antwort zu meinem ersten Wick-Inalierstift-Brief, in der die nette Procter&Gamble-Mitarbeiterin mir anbot telefonisch schnell einen Termin zu vereinbaren, bei dem sie zu Ostern evtl. auch noch ein paar Geschenke verstecken könnte. Klang verlockend, aber irgendwie war ich sehr verwirrt und hab mich nicht getraut anzurufen. Einige Zeit später hab ich dann eben nochmal einen Brief geschrieben, der dies erklären soll. Und den gibt es jetzt hier: [...]

 
 
joe:

sprachgewandt, sprachgewandt
und ausdrucksstark,
das ist er nicht…
habe schon wesentlich wotwitzigere und
ausgeklügeltere Texte gelesen, die trotzdem
erfolglos blieben.

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