Tach, Post! (III): Stadtwerke Neuwied

01. April 2006 um 12:00 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Heute also der dritte Teil der “Tach, Post!”-Reihe. Und da ich nicht am Anfang alle guten Briefe verbraten und den Müll für das Ende aufbewahren kann, kommt heute mal ein Brief einer geringeren Qualitätsstufe.
Diesmal ging der Brief an die Stadtwerke Neuwied, die dort auch für den Busverkehr zuständig sind. Auslöser war ein Schild im Bus, auf dem folgendes stand:

 

Beim Niesen, Husten oder Spucken
bediene Dich des Taschentuches

Das reimt sich nicht nur nicht, sondern enthält auch andere Ungereimtheiten. Und da ich “während der Fahrt nicht mit dem Fahrer sprechen” durfte, musste dies also auf dem Post-Wege geklärt werden…

 

Stadtwerke Neuwied GmbH
Hafenstr.90
56564 Neuwied

16.1.1997

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute bin ich mit ihrem Bus Nummer 304 (Linie 8) von Neuwied über Oberbieber nach Gladbach gefahren, er war zu dieser Zeit leider schon ziemlich voll, so daß für mich nur noch ein Sitzplatz in der ersten Reihe blieb. Eigentlich sitze ich lieber in der Mitte, aber besser vorne sitzen, als stehen. Während der Fahrt bemerkte ich über dem Fahrer ein Schild mit der Aufschrift:
„Beim Niesen, Husten oder Spucken
bediene Dich des Taschentuches“
Dabei störte mich vorerst nur das Wörtchen „Dich“, da ich Ihnen meiner Meinung nach noch nicht das „Du“ angeboten habe und es zweitens nach der neuen Rechtschreibung klein geschrieben wird.
Aber das nur nebenbei, denn mein eigentliches Problem war, daß ich auch prompt noch niesen mußte. Ich griff also in meine Tasche, fand aber kein Taschentuch. Daher sah ich mich in der Nähe des Schildes um, da ja die Rede von „Bedienen“ war. Und wo man sich bedienen soll, ist normalerweise auch etwas da. War aber nicht so. Wahrscheinlich waren sie alle schon vergriffen, was zu dieser Jahreszeit zu verstehen wäre. Nur denke ich, müßte der/die Busfahrer/in dann den Vorrat an Taschentüchern nachfüllen, damit man sich auch weiterhin bedienen kann. Ich wollte die Busfahrerin daraufhin ansprechen, sah aber zum Glück noch früh genug das Schild, auf dem es heißt, das es verboten ist, mit dem Busfahrer während der Fahrt zu sprechen. Also nieste ich, der Hygiene wegen, auf meinen Jackenärmel. Ich muß dazu sagen, daß ich ein Nachnieser bin und dreimal niesen mußte. Dabei entstand ein Fleck der Größe eines Ein-Mark Stückes auf meinem Ärmel und nun wollte ich Sie darauf hinweisen, daß der Taschentuchvorrat aufgefüllt werden muß, damit anderen Menschen nicht dasselbe passiert wie mir.

Ach ja, noch etwas: Da ich ein kreativer Mensch bin und mir ihr Spruch nicht so gut gefällt, habe ich mir für Sie einen besseren einfallen lassen:
„Bei Husten oder Nasenjucken,
bitte in ein Tüchlein spucken“
es gibt auch noch eine andere Variante:
„Bei Niesen, Spucken oder Husten
in ein Taschentuch reinpusten“
Diese Sprüche dürfen Sie selbstverständlich kostenlos zu ihrem Eigenzweck verwenden, ich wäre Ihnen allerdings für eine Antwort, wie Ihnen diese Sprüche gefallen, dankbar.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Hallerbach

Von der SWN gab es leider keine Antwort, das Schild hab ich seitdem aber auch nicht mehr gesehen…
Und nächste Woche such ich dann wieder einen besseren Brief raus, versprochen!