“Die Rosinen rauspicken”
Also mal ehrlich, wie uneindeutig ist das denn? Meint dieses Sprichwort jetzt, dass man sich selbst das Beste raus sucht oder dass man das Gute vom Schlechten befreift?
Es gibt zwei Gruppen in der Bevölkerung, die eine ganz klare Meinung im Bezug auf Rosinen haben. Die eine Gruppe, der ich selbst angehöre, liebt diese kleinen Schrumpeldinger. Ob im Malaga-Eis, im Müsli, in der Schokolade, im Studentenfuttermix mit Nüssen oder in Backwaren, in der Sauerbraten-Sauce, süßen Aufläufen und anderem – mit Rosinen wird alles nochmal leckerer. Wenn ich mir also “die Rosinen rauspicke”, dann suche ich mir das Leckerste auf meinem Teller aus, das ich ganz schnall vernaschen möchte.
Jetzt gibt es aber auch diese zweite Gruppe, der ein nicht gerade kleiner Bevölkerungsteil angehört und auch mein Mann. Diese Gruppe betreibt das “Rosinen picken” immer, wenn diese auftauchen und sehr exzessiv. Rosinen picken macht ihnen kein Spaß ist aber notwendiges Mittel zum erreichen der Rosinenfreiheit. Da wird auch vor keiner Rosine halt gemacht. Alle werden gnadelos rausgepickt und an den Tellerrand geschoben (wenn sie denn überhaupt auf dem Teller gelandet sind) und als ungenießbar geoutet (“die waren früher mal so schön prall und saftig”, “das ist so ein komisches Kaugefühl”).
Also bitte, für welche Gruppe von Rosinenpicker ist denn dieses Sprichwort gedacht??

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