Segne’s Gott Ihr Leutbetrüger

03. November 2011 um 17:23 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Mitte des letzten Monats (ja, ich hinke arg hinterher, das hat aber gute Gründe, die ihr hier Morgen um 12:15 Uhr erfahren werdet) hatten wir hier in Ulm ein Treffen ehemaliger Studienkollegen, die immer noch über eine sehr außergewöhnliche Mailingliste miteinander verknüpft sind.
Und da wir nicht nur Alkohol konsumieren und über alte Zeiten schwärmen wollten, hatten wir uns noch eine “Erlebnisstadtführung” ausgeguckt, die uns zum Start nochmal durch Ulm leiten sollte (die meisten wohnen nicht mehr in Ulm).
Mit der “Der Schneider von Ulm”-Führung hatte ich zwar nicht so gute Erfahrungen gemacht (das war erst eine ganz “normale” Stadtführung, in der es halt über den Schneider ging und was man sonst noch so grob mit ihm irgendwie in Verbindung bringen konnte. Das Erlebnis kam dann danach, in Form des “Schneiders” (von einer Frau gespielt), der dann all das bisher gehörte nochmal aus seiner Sicht erzählte. Naja…), aber man darf ja nicht von einer Führung auf die andere schließen, stehen ja auch ganz andere Leute dahinter.

Entschieden hatten wir uns dann für “Segne’s Gott Ihr Leutbetrüger”, laut Broschüre “ein fesselnder 120minütiger Spaziergang mit der schwäbischen Bettlerin Greta durch historische Gassen und spannende Zeiten, der mit einer Armenspeisung endet”.
Die Armenspeisung war bei uns nicht dabei (hatten die Führung extra nur für uns gebucht und da es danach Essen ging, verzichteten wir), der Rest stimmt aber.

Die “Bettlerin Greta” führte uns zurück ins 13. Jahrhundert (und von da wieder bis ins 15. Jahrhundert, wenn ich das richtig behalten hab, hier gibts mehr Infos zu dem, was so erzählt wird) und erzählte Anekdoten, Tricks und Lebenssituationen der Bettler. Wobei sie die nicht einfach nur erzählte, sondern uns Zuhörer mit in die Geschichten einbaute. Fast jeder unserer Gruppe hatte am Ende eine Geschichte, die immer mal wieder aufgegriffen und weitererzählt wurde. Nicht so, dass man peinlich berührt dasteht und irgendwas machen muss, was man nicht will, sondern eben nur mit uns in den Hauptrollen, so dass man sich das ganze noch besser vorstellen kann. Simple Idee, aber großartige Wirkung.

Als “Stadtführung” kann man das dann natürlich nicht bezeichnen, die Geschichten hätte sie uns genauso gut irgendwo in einer Kneipe am Tisch erzählen können, die Orte taten nur selten was zur Sache. Aber der Stimmung taten sie gut. Denn die Tour ging durch alte Seitengassen und verwinkelte Ecken, so dass man sich gleich noch dreckiger fühlte ;-)

Wer Ulm noch nicht kennt, sollte vermutlich erst einmal eine “richtige” Stadtführung machen. Wer Ulm aber schon kennt, oder gar nicht kennenlernen möchte (pft!), dem kann ich diese Tour nur ans Herz legen. Wann und ob die nächstes Jahr wieder angeboten wird, kann ich nicht sagen. Gruppen können die aber auch einfach so buchen. Mehr Infos gibt es bei der Stadt Ulm.

Federführend für diese Tour ist xxtours-ulm, die jetzt mit “Tatort Ulm- der Stadtkrimi” ein neues Erlebnis anbieten, dass sich mindestens genauso gut anhört. Werde ich im Hinterkopf behalten, für den Fall, dass ich hier mal wieder 15 Leute rumsitzen hab, die unterhalten werden wollen…

 
Christian:

Schön war es!

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