Mittelalter Markt zu Ulm

10. Mai 2009 um 18:42 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Ro ist mal wieder beruflich unterwegs und so sind Frau Bü und ich eingesprungen, um Ke ein wenig zu unterhalten. Da traf es sich doch, dass an diesem Wochenende der “Mittelalter Markt zu Ulm” seine Pforten geöffnet hat.

Allerdings haben sie nicht nur die Pforten, sondern auch die Hände geöffnet und für den Eintritt stolze 12 Taler pro Person verlangt. Meine Blicke nach einem Wechselkurs Taler-Euro führten ins Leere und so stellte sich dann heraus, dass ein Taler tatsächlich ein Euro sein sollte und wir so fast schon den gesamten Geldbeutel geleert hatten, bevor wir den Markt überhaupt zu Gesicht bekamen.
Ich geh nicht davon aus, dass die uns da nochmal wieder sehen, denn vom Ambiente kommt das ganze bei weitem nicht an Waldreichenbach ran, welcher dann auch noch billiger im Eintritt ist (Ke meinte was von 5 Euro, zumindest für 2009 sind es aber 9).

Naja, mal abgesehen vom Preis und mal abgesehen von der schwachen Atmosphäre (asphaltierte Wege, rundherum Baustellenabsperrungen (sowas gibts in Waldreichenbach sicher auch, aber da sieht man es nicht so) mit Blick auf die Parkplätze, keine Burg und so weiter) war es dann doch ganz nett. Die Stände hatten schöne und abwechslungsreiche Sachen zu bieten (z.B. Parfümwürfel, singende Kugeln) und sehr leckeres Essen. Und auch die Marktleute haben sich wirklich Mühe gegeben, ein schönes Flair herzustellen.

Hier ein paar Eindrücke:

mittelaltermarkt

In der zweitunteresten Reihe das schmale Bild ganz rechts zeigt übrigens die Kondomierie (Natur, Bärlauch, Ringelblümchen und Himbeere), zu der es noch die passende Busenhalterey gab (passend dazu hat der unterste Stand in der oberen Collage auch “Brustvergrößerung durch Handauflegen” mit “3 Brüste zum Preis von 2″ im Angebot):

busenhalterey

Danach gabs dann noch ein Ritterturnier, bei dem man für die Sitzplätze nochmal 5 “Taler” hätte zahlen dürfen, was wir aber nicht taten und aufgrund einer gerade so pünktlichen Ankunft am Turnierplatz dann nur Stehplätze in der 5. Reihe bekamen, was aufgrund unserer körperlichen Statur nicht unbedingt die beste Ausgangslage schaffte.
Darum sind wir dann auch relativ früh wieder gegangen (was eine gute Entscheidung war, da wenig später ein richtiges Unwetter über Ulm hereinbrach). Für ein paar Fotos (gut, dass die 450D auch Live View kann) hat es dann aber doch noch gereicht:

ritterturnier

Mehr Fotos (die ich dummerweise alle mit ISO 1600 gemacht habe, ich sollte da nach meinen Rumspielereien doch ein wenig mehr aufpassen) gibts wie immer im zugehörigen Flickr-Album.

 
Ormus:

Wir waren auch Samstag nachmittag beim Turnier (was ist eigentlich aus dem Abendturnier geworden im Unwetter?). Die Rittertruppe sind die Württemberger Ritter, ein früherer Kollege von mir ist einer der Ritter (glaube unterste Reihe, linkes Bild, dritter von links), ich kann dir nur empfehlen mal auf das Nachtturnier auf deren Heimatgut Stetten zu fahren (30km etwa nördlich von Ulm). Da hast du dann deine Atmossphäre!

Was ich heute am Sonntag schlecht fand, ist dass man selbst 16 Uhr (nach dem letzten Turnier und gerade mal 2 Stunden vor Marktschluss) immer noch den halben Eintritt verlangt hat!

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donvanone:

@Ormus: Die Fotos oben stammen von dem Abendturnier am Samstag. Das ging ja um 19:30 los (etwas früh für ein Turnier im Fackelschein). Weiß nicht, wie lange es dann dauert, aber ich vermute mal, dass die rechtzeitig fertig waren. Aber wie gesagt: Wir sind rechtzeitig vorher wieder gegangen.

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Chris:

Also der Preis von 12 € ist wirklich happig. Alles über 10 ist zuviel, schließlich will mir auch noch was kaufen außer dem Eintritt. Klar müssen die Standplätze und Anfahrtskosten bezahlt werden, aber für den Preis fand ich es nicht gut genug.

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Lilufee:

Hallo Don,
ich wollte was zu deinem Kommentar zum Ulmer Markt anmerken. Die Marktleute haben sich Mühe gegeben Stimmung und Flair zu verbreiten… da hast du absolut Recht. Ich selber (die Tänzerin auf dem oberen Bild – von hinten zu sehen) gehörte nicht zur Marktbesetzung, habe aber getanzt, weil sonst kein Mensch zugehört hat bei den Spielleuten. Es war so schwer, das Publikum in Stimmung zu versetzen. Egal wie das Gelände und die Umgebung ist, die Besucher selber sind Teil eines Marktes und sollten sich bitte auch ein bisschen bemühen und nicht immer nur “Berieselung” erwarten. Sonst können die Leute lieber einen Mittelalterfilm im Fernsehen angucken. Das ist weniger anstrengend und billiger.
lg. Lilu

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donvanone:

@Lilufee: Stimmt schon, aber gerade weil es so teuer war, könnte im Besucher ja der Eindruck entstehen “da hab ich jetzt1 2 Euro gezahlt und dafür kann ich dann auch was erwarten”, was dann zur passiven Trotzhaltung führt.
Zudem gehe ich davon aus, dass das Publikum in Ulm eher aus “wir unternehmen mit der Familie am Wochenende mal was”-Menschen besteht, als aus den Mittelalter-Fans, die man z.B. in Waldreichenbach antrifft. Und für die ist es halt nicht so leicht, ins Mittelalter-Feeling reinzukommen, erst recht nicht, wenn die Umgebung noch dagegen spielt und man noch am Eintrittspreis hadert (wenn man am Eingangsbereich stand, hat man eigentlich jeden über den preis mosern hören).
Natürlich gebe ich dir Recht: Ein Mittelaltermarkt ist nur so toll wie das Publikum es macht, darum ist die ulmer Friedrichsau vielleicht einfach nicht der richtige Ort für sowas, da er nicht das richtige Publikum anspricht.

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Madonha:

@ Don: so wie du den Markt-Flair über deine Fotos vermittelst, macht es schon eigentlich Lust, dieses Ereignis zu besuchen. Alles das, was du als Unschön beklagst, hast du für den Betrachter ja offensichtlich ausgeblendet. Eigentlich eine schöne Werbung für die Marktleute.

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Ormus:

Oh, die Nachtturniere sind normalerweise 9 Uhr und dann passt die Stimmung.

Das mit dem Eintrittspreis ist auch eine Sache des Marketings, auf allen Plakaten stand Mittelaltermarkt und bis ich vorm Turnierplatz stand habe ich nicht mitbekommen, dass es auch ein Turnier gibt. Und für einen Markt zahlt man natürlich ungern.

Bei dem Heimatturnier der Württemberger Ritter wird mit dem eigentlichen Turnier geworben (der Markt ist die Zugabe) und da versteht man schon eher, dass das Eintritt kostet. Da passt auch das Flair viel besser, ein altes Gut, viele Bäume, Turnierplatz im Grünen. Beim Nachtturnier werden dann zum Beispiel auch per Katapult brennende Strohballen verschossen. Spektakulär! Ich kann es nur noch einmal empfehlen! (19. – 21. Juni)

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Lilufee:

ja ihr habt schon Recht. Der Preis war heftig, aber am Sonntag durften alle kostenlos rein weil nochmal Regen erwartet wurde und die Marktleitung nicht sicher war, ob das Turnier stattfinden kann. Und außerdem mussten am Samstag nach dem Sturm einige Händler einpacken und abreisen weil die Zelte zerstört waren. Ganz arg traurig war das für die armen… *seufz* und Ormus hat übrigens absolut Recht: Stetten ist ein hammerschöner Markt bzw. Turnier. Mit Wald Reichenbach absolut vergleichbar. Wer das Eine liebt wird das Andere auch mögen… und beide Reitergruppen (Armatis und Würthembergritter) sind genial.

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Ke:

Ich seh schon, Stetten steht heuer ganz oben auf der Liste! :-) Auch wenn das Ambiente einfach nicht sehr passend war (warum hat man den Markt nicht einfach direkt in Park verlegt? Da sind die Wege wenigstens gekiest und unter Bäumen ist es doch gleich angenehmer?), schön war’s trotzdem (über den Preis ärger ich mich einfach jetzt mal nicht mehr). Die Stände waren alle wirklich außergewöhnlich hübsch hergerichtet und auch die Ware selbst hat Lust zum Stöbern und Gucken gemacht (vor allem, weil mal ein paar ganz andere Sachen dabei waren, wie die Parfümwürfel – WOBEI – ;o) ich hab nachgeguckt. Das Parfüm des Mittelalters waren wohl nicht aromatisierte Würfel, die man sich irgendwo hin gerieben, sondern “Duftkugeln”, die man sich um den Hals gehängt hat. Aber auch erst im Spätmittelalter, als solcherlei Dinge nicht mehr gotteslästerlich waren. Egal. Trotzdem nette Idee.)

Das Foto mit der Räucherkohle ist übrigens echt schön geworden :o)

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