Mit Musik in die eigene Vergangenheit

17. Februar 2011 um 16:09 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Als ich vor einiger Zeit mal wieder bei Ke war, sang die mir ein Lied von einer Kinderlieder-CD vor. Kam mir nicht bekannt vor und ich amüsierte mich über den sehr abstrusen Text.
Dann legte sie die CD ein und spielte mir das Original vor: “Higgeldy, Piggeldy, Pop und Pu” von der CD Anne Kaffeekanne:

Klar kannte ich das. Hatte ich als Kind tausendmal gehört. Am Tag.
Also ein Blick ins Booklet der CD. Die Titel sagten mir nicht viel. Die Texte beim Überfliegen noch viel weniger. Nein, an die anderen Lieder konnte ich mich nicht erinnern.

Ok, also den CD-Player mal weiterlaufen lassen. Und bei dem Lied merkte ich, wie in meinem Gehirn die Synapsen, die sich vor Jahren mal abgesondert hatten, wieder mit dem Rest vereinten. Klar kannte ich das Lied. Klar kannte ich den halben Text noch auswendig. Klar gingen mir die Lieder nun nie wieder aus dem Kopf.

Ich hatte niemandem davon erzählt (ok, Frau Bü vielleicht) und so war ich um so überraschter, als mein Bruder an Weihnachten eben genau diese CD Sohnvanone schenkte. Seit dem läuft sie hie rhoch und runter. Wenn sie nicht läuft, singe ich die Lieder halt ohne musikalische Begleitung, oder spiele sie selber auf Sohnvanones Mini-Piano.
Es gibt keine anderen Lieder mehr, die in meinem Kopf einen Platz finden. Ständig wechseln sich das weckende Hühnchen (das einzige Lied, das ich auch vor der CD noch im Kopf hatte und nach dem ich vor Jahren auch mal erfolgslos gegooglet hatte), die tanzende Katze (andauernd! andauernd!), die Leni, natürlich Anne höchstpersönlich und die Pinguine als Ohrwurm ab. Und ich werd sie nicht mehr los.
Synapsen können ganz schön aufdringlich werden, wenn man sie nach langer langer Zeit mal wieder zu sich einlädt…

Mindestens genau so spannend ist es, wenn man bestimmte Musik hört und dadurch unmittelbar in eine vergangene Zeit zurückversetzt wird und noch genau weiß, was man damals gemacht hat, als man diese Musik verstärkt gehört hat (quasi sowas wie Enyas “Only Time” und das World Trade Center, nur in persönlich).
Ganz oft ist das bei mir in Verbindung mit Computerspielen. Irgendwie hatte ich da lieber eigene Musik an. Höre ich Adiemus, muss ich an lange Stunden mit “The Lost Vikings”, Helge Schneiders Klassenarbeit führt zu “Tomb Raider” und auch der akribischen Arbeit, unser Dorf in einem Duke Nukem-Level nachzubauen (nein, ich bin nicht Amokgefährdet, ich hab nur lieber Landschaften gebastelt, als rumzuballern… Und wow, was hatte unser Dorf für ein ausgeklügeltes Kanalisationssystem. Im Mehrspielermodus hat man sich quasi nie zufällig getroffen, das ging nur über Absprachen).

Oder Enigmas “Le Roi Est Mort, Vive Le Roi“-CD- Kann ich nicht mehr hören, da dann gleich meine Laune runter geht. Sehe mich sofort an Schwerdonnerstag über meinem mehrtausendteiligen Manhattan-Puzzle sitzen, wo ich doch viel lieber im Dorf wäre um Karneval zu feiern, aber irgendwie niemand mit wolle und ich alleine auch keine Lust hatte.

Und dann ist da noch die Dudelsackmusik (diese und diese), die ich tagelang gehört habe, während ich für meine Kunst-LK-Abiprüfung alles über Duchamp (der dann doch nicht Thema war) gelernt habe.
Höre ich jetzt die Musik, sehe ich wieder dieses eine Hauptbild vor mir. Mit den dämlichen Sternen (gerade mal gegooglet: Es war “Die Neuvermählte/Braut wird von ihren Junggesellen entkleidet, sogar. (oder: Großes Glas)” (mehr Infos hier) und ist tatsächlich noch schlimmer, als ich es in Erinnerung hatte). Es geht einfach nicht weg!
Aber egal, Dudelsackmusik ist immer noch schön.

Dann gibts natürlich noch die Zivi-Musik, Beziehungs-Musik und so weiter.

Geht aber auch ganz ohne Musik: Einmal hab ich zu Weihnachten für Eltern und Großeltern jeweils ein weihnachtliches Stilleben gemalt. So mit Tannenzweigen, Tannenzapfen, Äpfeln, Nüssen, Kerze und so weiter. Die hängen heute noch bei denen an der Wand. Und wenn ich die sehe, denke ich unweigerlich an den Film, der damals im Hintergrund im TV lief, den ich aber gar nicht wirklich beachtet hatte. Ein Film über ein Huskeyrennen.
Was für einen Schrott man sich nicht alles behält…

 
Olli:

Ja, danke. Nun hab ich auch ‘nen Ohrwurm.

Denke noch, dass der Don ja schon merkwürdige Musik hört, Tanzende Katze, nein, kenne ich nicht. *Klick* Oh. Kenne ich doch! (-;

Wehe, das verfolgt mich jetzt genauso! …wobei – die letzten Tage habe ich merkwürdigerweise PUR im Ohr, das könnte mal ersetzt werden!

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donvanone:

@Olli: Örks… PUR als Ohrwurm ist aber auch ganz übel. Solltest mir echt dankbar sein…

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Waaaaah! Red Hot Chilli Pipers! Ulmer Zelt! Und ich kannte die nicht mal… Waaaah! — DonsTag:

[...] Und dann wollte ich sofort drüber bloggen (die Überschrift stammt von diesem Tag. Und die folgende Sammlung an Videos. Der begleitende Text ist ganz frisch mit abgekühltem Kopf geschrieben), ihr hättet mein “Waaaah” also nicht verstanden. Denn dafür muss man weiter ausholen. Also erklärte ich euch eben, dass ich ein Fan von Cover-Musik bin. Da erwähnte ich auch, dass Clocks in Buena-Vista-Style meine aktuelle Lieblings-Cover-Version ist. Und ich ließ euch wissen, dass ich Dudelsack-Musik auf CDs besitze und noch dazu toll finde. [...]

 
 
Madonha:

Dein youTube-Beitrag oben tauscht sich wohl ab und zu gegen einen anderen aus. Hab eben zwei mal “Oh Champs Elysées” gehört und nicht verstanden, in welchem Zusammenhang das jetzt dort zu finden war. Beim dritten Mal tauchte dann wieder Anne Kaffeekanne mit Higgeldy Piggeldy auf.

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Madonha:

Oh, hab gerade gesehen, dass es Schorsch war, der sich aus deinem anderen Beitrag hier herein gemogelt hat, wie auch immer das funktioniert.

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