Meine neue Nähmaschine
Wie in Teil 1 erwähnt hat mir meine gute alte Nähmaschine knapp 13 Jahre treu zur Seite gestanden. Mit den selbstgenähten Vorhängen fürs Schlafzimmer viel leider auch der Vorhang für das gute Ding, eine Necchi 559: Als Einwegnähmschine produziert um von Aldi verkauft zu werden. Wie erwähnt, meine Nählehrerin glaubte nicht, dass das gute Ding mehr als den Schneiderkurs überleben würde. Doch sie hat sich getäuscht. Dabei habe ich die Maschine kein einziges Mal geölt (gut doch einmal, aber erst dann, als sie im Sterben lag – die letzte Ölung hat sie also empfangen ;) und dann ging alles so plötzlich:
Zunächst fing alles ganz harmlos an… ich hab noch alles auf das Leder geschoben, dass ich mit meiner überforderten Necchi trotzdem bearbeitet habe, die dafür doch eigentlich so gar nicht geeignet ist (zu dick, kann trotz Seidenpapier nicht richtig transportiert werden). Da der Unterfaden überhaupt nicht mit machen wollte und die Naht nur “verkehrt herum” gut aussah, habe ich also alle Nähte “blind” genäht; d.h. von der falschen Seite. Damals habe ich noch geglaubt mit einem anderen Stoff geht die Maschine auch wieder richtig. Leider hat der Fehler beim Unterfaden auch beim Bearbeiten eines ganz-und-gar-nicht Lederstoffes angehalten. Die Verzweiflung wuchs, da diese Nähte einfach nicht blind zu nähen waren. Der Pfusch musste hier also enden. Da ich das gute Ding nicht so einfach aufgeben wollte habe ich zu dem netten Fachhandel getragen (dort habe ich mir auch die Overlock gekauft). Ein Blick auf das Namensschildchen hat zur Ferndiagnose gereicht:
“Egal WAS da kaputt ist, da ist nichts zu machen. Es gibt kein Inspektions- oder Ersatzteilservice für die Maschine.”
Ich hab dann gekämpft und ihm eine Probenaht untergehalten: “Sehen Sie doch! Das macht sie, der Unterfaden hängt einfach irgendwie… aber am Garn liegt es nicht!!”
Der nette Händler schüttelte den Kopf und meinte nur: “Das Einzige, das ich für Sie tun kann ist die Maschine entsorgen und da bin ich nicht besonders scharf drauf.” (er hat das natürlich nett gesagt… ist ein älterer Herr, vermutlich har er auch nicht “scharf drauf” gesagt, sondern etwas vergleichbares..)
Mir blieb darauf nur zu sagen: “Dann zeigen Sie mir mal welche Maschine ich als Ersatz kaufen kann!” Und das hat er dann getan:
Ein zeigt mir die brother innov is 10A (Anniversary)!!! WOW. Was die alles kann! Näht Knopflöcher automatisch in der richtigen Größe, hat sogar ein Füsschen zum Knöpfe annähen (2 und 4 Loch!!), kann Reißverschlüsse einnähen (bisher nur mit der Hand möglich), kann Risse und Löcher stopfen, hat ein Nähfüsschen für ganz ganz knappe Abschlüsse, vernäht automatisch, hat eine Einfädelautomatik, man kann ohne Pedal nähen, super Aufspulautomatik für den Unterfaden (stoppt automatisch wenn die Spule voll ist) und der Unterfaden ist jederzeit sichtbar, damit man ihn rechtzeitig auswechseln kann, LCD Display, Fehlererkennung und Warnung (die Maschine näht nciht, wenn z.B. das Füßchen noch oben ist, oder man bei dem Stichprogramm das falsche Füsschen ausgewählt hat) und und und… und schließlich kann sie auch ganz normal super extra geradeaus nähen (7 Transporteure!!) WOW WOW WOW!!

Ich war begeistert von dem Ding und da ich weder quilten noch Buchstaben sticken will hat mir dieses “Einstiegsmodell” von brother auch völlig ausgereicht. (Brother macht normalerweise übrigens Faxgeräte und Drucker und sind daher etwas Elektrik/ Elektronik verliebt, was man ihren Nähmaschinen mit Display und sonstigem Vierlefanz anmerkt). Mein Nähstudio ist nun wieder “komplett” und das nähen der Schlafzimmervorhänge – ob hauchdünner Store oder Lederstoff oder beides zusammen (Foto)…. ging nochmal deutlich leichter und angenehmer von der Hand… Dazu aber mehr in Teil 4!!
Ich freu mich ;)
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