Mein Nähstudio – Teil 1

09. April 2008 um 13:35 von Frau Bü | Kommentar abgeben | Trackback

Meine erste Overlock

Ich war etwa 13/ 14 Jahre alt als ich mit meiner Mutter einmal im Karstadt einkaufen war. Das alleine ist nichts besonderes, waren wir doch öfter gemeinsam einkaufen, doch eines Tages liefen wir zufällig durch die Stoffabteilung wo mir dann ein ganz besonderer Stoff ins Auge fiel. Da meine Mutter eine Nähmaschine hatte überlegte ich, mir daraus einen Rock selbst zu nähen und kaufte den Stoff von meinem Taschengeld. Ohne Nähanleitung oder Hilfe kann aus einem Stück Stoff jedoch kein Rock werden. In meiner ganzen Familie ist allerdings das Stricken weiterverbreitet als das Nähen (eine Großtante mit Nähleidenschaft gab es wohl, jedoch war die eine halbe Stunde Autofahrt entfernt). Kurzerhand meldeten meine Eltern mich bei der Hettenleidelheimer Volkshochschule für einen Nähkurs an und statteten mich zudem mit allem notwendigen Handwerkszeug aus (Nählineal, Schneiderkreide, Nadeln, Garn,…). Praktischerweise hatte Aldi just zu dieser zeit eine Nähmaschine (Necchi 559) im Angebot, die meine Ausstattung vervollständigte. Bei der ersten Nähstunde dann in der alten Schule hat meine Nählehrerin gleich angemerkt, dass meine Nähmaschine: „kein Jahr aushält!“. Sie sollte sich täuschen…. es waren 13 Jahre ;) aber dazu mehr in Teil 2

Nachdem ich dann einige Jahre hobbymäßig etwa 6 Röcke, einen Hosenanzug, ein T-Shirt, 1 Bluse, 1 Tunika, 1 Abiballkleid, 2 Hosen und einen Showbühnenvorhang genäht hatte wusste ich, was mir zu meinem Nähglück fehlte: eine Overlock. Die ergänzt eine normale Nähmaschine durch allerfeinste Versäuberungen, die durch 4 Fäden und einem Stoffmesser entstehen. Schon mit 14/ 15 träumte ich von diesem Gerät, dass mir damals doch recht teuer schien (zu viel für mein kleines Taschengeld). Die Zeit des großen Geldes ist bisher allerdings ausgeblieben ;( doch stand uns ja eine Hochzeit ins Haus. Nach Rücksprachen mit diversen Vorgängern schöpfte ich die Hoffnung, dass ich von dem Hochzeitsgeld eine Overlock meinem Nähsortiment hinzufügen könnte. Dafür sollte der Don irgendetwas gleichwertiges Bekommen (was hab ich jetzt vergessen). Aber mit der Hochzeit kamen auch die Flitterwochen und so zerplatzte der Overlock-Traum vorübergehend.

Meine Overlock

Die neue Wohnung rettete jetzt meinen Overlock-Traum, denn mit der neuen Wohnung kamen auch nackte Fenster. Da unser Traum-Vorhang (dazu ein andermal mehr) allerdings einen umgelegten 3-Faden Rollsaum erforderte (konnte meine Nähmaschine nicht) konnte ich die Overlock als zwingend notwendig durchsetzen. Und da ist sie nun: meine hobbylock 776. Kostenpunkt: 250€. Gekauft in Ulm im Fachhandel. Natürlich ist das teurer als im Internet, dafür hatte ich aber eine einstündige praktische Einführung in das Model und dauerhaft einen Ansprechpartner bei Problemen. Außerdem konnte ich die Maschine samt Allesnäher- Garn direkt mitnehmen.

Ich freu mich ;)

 
Wolf:

Naja, 250EUR sind ja nicht die Welt. Das hat des Dons Wiiiiiii ja auch gekostet. Ich hatte zunächst nach Deinen Ausführungen so an die 2k gedacht. Du hättest Dir das wohl auch früher leisten dürfen :-)

IRGENDWANN schaffe ich es mal wieder in die Alte Welt und dann VIELLEICHT auch nach Ulm, und dann schaue ich mir Eure neue Wohnung mal an, nachdem ich hier soviel darüber höre.

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Frau Bü:

Es gibt Maschinen, die in den Bereich 1,5k gehen… allerdings ist das ein bisschen zu viel für eine Hobbyschneiderin. Außerdem habe ich die letzten Jahre in Ulm gar nicht mehr genäht, weil ich kein Platz für mein “Nähstudio” hatte. Mit der neuen Wohnung kam der allerdings in Form eines eigenen Zimmers und so auch der Wunsch wieder das alte Hobby aufzugreifen. Und zwar diesesmal richtig ;) Aber die Overlock ist schon was feines. Man muss sich beim Zuschnitt nicht mehr soviele Gedanken über gerade Schnitte machen, denn die Overlock korrigiert das ja!!

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Madonha:

Sieht ja schon ziemlich professionell aus, dein Arbeitsplatz. Nur die Heizung scheint nicht zu funktionieren, so zugeknöpft wie du da sitzt.

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Wolf:

Ich kann mir das ja nicht so wirklich vorstellen, was das eigentlich ist, so ein Overlock, und wie das funktioniert. Habe dann aber gleich auf der Wiki nachgeschaut. (Abseits vom Thema: Ein Vorschlag für ein neues Plugin für den Herrn Don wäre eines, das automatisch Wikipedia Einträge verlinkt, falls es soetwas gibt.) Ziemlich cool. Aber ist das mit dem automatisch Zuschneiden nicht gefährlich? Die Maschine weiss doch nicht, wieviel Stoff Du noch brauchst…

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Frau Bü:

@Wolf: Man sagt der Maschine natürlich ganz genau, wieviel sie abschneiden soll. Zum einen sagt man ihr, wieviel Platz zwischen Naht und Stoffkante sein soll und zum anderen regelst du über das nachschieben des Stoffes wieviel dann tatsächlich abgeschnitten wird (am besten Linie auf den Stoff malen und den geradeaus aufs Messer zu steuern..) dann kann es sein, dass die Maschine nichts, kaum was oder sogar mehrere Zentimeter abschneidet. Ein bisschen mitarbeiten muss man eben doch noch (die ist ja auch nicht von brother, da könnte man das sicher einstellen *gg*)

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donvanone:

@Wolf: Ich kann dir versichern: Stoff mit der Maschine abzuschneiden ist nicht gefährlicher, als es Frau Bü abschneiden zu lassen ;-)

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elf19 » Blog Archive » Fabian und Florian:

[...] handgenäht von der Nähkünstlerin Frau Bü und dem Nähkünstlerazubi Donvanone leisten sie nun dem kleinen Lukas Gesellschaft. Und uns blieb [...]

 
 
petronella:

Hallo, bin durch Zufall auf deine Seite gestoßen. Habe eine Pfaff hobbylock 776 von meinem Onkel geschenkt bekommen. Der wiederum hat sie von der Frau seines verstorbenen Nachbarn, der diese Maschine in Gebrauch hatte. Nun fehlt mir leider die Gebrauchsanleitung und ich bin auch nicht sicher, ob die Maschine im Komplettzustand ist. Meine Frage: Könntest du mir eine Kopie der Bedienungsanleitung gegen Kostenerstattung zukommen lassen? Das würde mir sehr viel weiterhelfen auch in Bezug auf das Zubehör für diese Maschine. Ich bedanke mich schon mal im voraus. PS: Habe selbst eine 30 Jahre alte Pfaff 208, auf der ich eigentlich alles nähe. Bitte antworte auf: frochte@gmx.de, da ich mich mit diesen Foren nicht so gut auskenne.

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