Mein Fußballwochenende

14. November 2010 um 22:18 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Am Freitag stand ich noch daheim hinter dem Bügelbrett und beobachtete mit einem gelangweilten Auge, wie der HSV mal wieder gar nichts auf die reihe brachte und in 90 Minuten nur 1-2 Torchancen zustande bringen konnte. Ok, Dortmund bekleckerte sich (vor allem in der ersten Halbzeit) auch nicht mit Ruhm, was die Sache für den HSV aber nur noch trostloser aussehen lässt und für den Zuschauer nur noch langweiliger machte.
Puh!

Aber dann war da ja noch der Samstag. Nach dem HSV-Spiel twitterte ich noch:

twitter

Das ist natürlich ziemlicher Quatsch, denn warum sollte ich auf einmal VfB-Fan werden, die stehen ja (zumindest in der Hinrunde) noch schlechter da, als der HSV, bringt mich also auch nicht weiter. Wenn, dann HSVfB-Fan, aber auch das geht nicht (auch nicht, wenn wir in der Winterpause wirklich Mladen an unser Rückrundenmannschaft verkaufen würden, was wir aber eh nicht machen. So!).
Aber irgendwie, ging ich echt in der Erwartung da hin, mal völlig neutral ein Spiel zu beobachten. Ein Spiel, zwischen “Stadt, die einigermaßen nahe meiner Geburtsstadt liegt (zumindest gleiches Bundesland)” und “Stadt, die etwas näher meiner Wahlheimat liegt (auch gleiches Bundesland)”. Viele Tore wollte ich sehen, der Rest war mir egal.

Dachte ich…

Aber kaum im Stadion, beglückten die Lauterer mich mit dieser schniecken Choreo, die ihr sicher alle in den Berichterstattungen gesehen habt:

Ist nicht von mir das Video, wir saßen relativ dicht bei der Lautrer Tribüne, von uns sah das so aus:

fritz_walter
Etwas zu groß, der Kopf ist leider immer abgeschnitten

Nicht ganz so der Brüller, hat aber gereicht, mir anerkennend glänzende Augen zu bereiten.

Und ob es nun die Nähe zu den Lautrer Fans war oder die Tatsache, dass mein Bruder Lautern-Fan ist und er im Ausland verweilte und ich ihn daher vertreten musste, keine Ahnung. Auf jeden Fall merkte ich recht schnell, dass ich nicht einfach nur “viele Tore” sehen wollte, sondern “viele Tore, aber für Lautern mindestens eins mehr”.

Nur danach sah es leider nicht aus.
Und bevor ich jetzt dem Schiri die Schuld gebe (die rote Wand links neben mir tat es auf jeden Fall), muss ich mir doch nochmal die Elfemetersituation vor dem 2:0 anschauen, im Sportstudio wurde das etwas knapp abgehandelt, einen Moment…

.. aha, ok. War ein Foul (aber kein Elfmeter, was aber auch egal ist), so dass das 0:2 so eigentlich nicht hätte fallen dürfen.
Aber egal, hat ja nur die Stimmung angeheizt. Und die war wirklich gut. Dass die Lautrer Fans nicht nur “You’ll never walk alone” vor jedem Spiel singen, sondern es auch wirklich so meinen und selbst bei einem 0:3 Rückstand noch (geschlossen) alles geben, ist wirklich vorbildlich (ich weiß auch nicht, warum die noch Hoffnung hatten. Ich weiß nur, warum ich noch Hoffnung hatte: Ich war nämlich nicht allein, sondern hatte unter anderem Frau Dr. Büs Doktorvater dabei, der mir mit seinem Stuttgart-im-Stadion-Fluch ja schon zu einem HSV-Sieg verholfen hatte). Und dass die Mannschaft sich auch nicht aufgibt, sondern weiter kämpft, kenne ich vom HSV leider auch schon länger nicht mehr.
Und das ist auch das größte Manko, dass der HSV gerade hat: Kein Team.

team
Die Lautrer nach dem Schlusspfiff

Dieter Matz bring es auf den Punkt:

 

Natürlich hat der HSV viele, viele Verletzte. Das Team aber, das am Freitag in Dortmund auf dem Rasen stand und sich ohne Herz und Leidenschaft über die Runden quälte, hatte viele Nationalspieler an Bord. Auch klangvolle Namen. Nur kein Team. Ich behaupte sogar: Dieser HSV 2010 ist so weit davon entfernt ein Team zu sein, wie Eintracht Norderstedt vom Gewinn der deutschen Fußball-Meisterschaft.

Naja, zurück zum Lautern-Spiel: Die Stimmung war also richtig klasse (mal abgesehen davon, dass die Lautrer von Beginn an jeden Ballkontakt aller Stuttgarter mit einem gellenden Pfeifkonzert begleitet haben, was ich nicht wirklich sympathisch finde), das Spiel tausendmal unterhaltsamer als die BVB-HSV-Geschichte und viele Tore bekam ich auch zu sehen. Dass die roten Teufel es am Ende dann nicht noch zum Sieg geschafft haben, ist schade, aber man kann ja nicht alles haben.

Und darum tu ich mir auch nächste Woche wieder den HSV an und hoffe, dass da irgendwann mal was passiert.

Und nein, mein geliebter Bruder: Ich werde jetzt kein Lautern-Fan. Kannst du hacken.
In diesem Sinne: Nur der HSV!

PS: Und hey, wenn man aus der oberen Tabellenhälfte mal alle Vereine rausstreicht, die da eh nichts zu suchen haben, stehen wir auf internationalen Plätzen. So schlimm kann es also gar nicht sein ;-)

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2 Kommentare »
 
Babba:

Dafür, dass du kein Lautern-Fan sein und werden möchtest, hast du für sie aber ganz schön mitgefiebert. Wenn das keine Lautern-Sympathie ist, kann es nur die wahre Bruder-Liebe sein?! :-)

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donvanone:

Sympathie hab ich ja nie verleugnet, ganz bestimmt nicht. Aber zum Fan-Sein ist es dann doch noch ein größerer Schritt…

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