Mal was ganz tolles: Live Room Escape

29. Januar 2015 um 22:24 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

live_room_escape

Überraschungspartys sind ja was ganz tolles, aber bisher hat man es irgendwie noch nie geschafft, mir eine solche Party zu schmeißen, ohne dass es vorher rausgekommen wäre.
Die Bierbähnlefahrt zu meinem 23. Geburtstag wurde über 2 Jahre geheim gehalten und dann verplappert sich irgendwer wenige Stunden vorher. Und auch bei meinem Junggesellenabschied hab ich vorher versehentlich schon den Termin erfahren (aber immerhin nicht, was denn da passiert).

Und so ging ich halt dann davon aus, dass ich einfach unüberraschbar bin, bis es dann im letzten Jahr doch passiert ist.
Frau Bü und ich schenken uns ja theoretisch nichts gegenseitig (praktisch wird das allerdings nur sehr sehr selten auch so gehandhabt) und so war ich dann auch nur ein wenig geknickt, als sie sich nun wohl tatsächlich einmal an diese Abmachung gehalten hatte.

Am folgenden Wochenende sollte dann Besuch kommen, weswegen wir munter das ganze Haus auf Vordermann brachten und lecker Kuchen backten. Doch Morgens kristallisierte sich dann irgendwie heraus, dass das so ganz dann wohl doch nicht stimmen konnte. Auf einmal wurde Proviant gepackt, die Kinder auf Toilette geschickt und ehe ich groß nachdenken konnte, klingelte es auch schon an der Tür (es war nicht der angekündigte Besuch, sondern halt hier so die Spieleabend-Clique) und schwupp, saß ich im Auto und es ging in Richtung Ungewiss.

Auf den letzten Metern noch die Augen verbunden, aus dem Auto raus und (immer noch blind) in einen Raum geführt, wo ich dann wieder zu einem Sehenden transformiert wurde.

Nur wo war ich da?

Irgendwie in einem hell eingerichteten Bürozimmer. Häh?

Glücklicherweise wurde ich schnell aufgeklärt: Ich saß mitten im “Live Room Escape”-Raum (Live-Escape-Raum? Exit-Room?) in Filderstadt, in welchen ich gleich mit 3 Mitstreitern eingesperrt werden würde, nur um dann innerhalb der nächsten Stunde den Raum von oben bis unten abzusuchen und lauter kleine Rätsel zu lösen, auf der Suche nach dem Zahlencode, der die Tür wieder öffnet und uns in die Freiheit entlässt.

Ich wusste zwar nicht, dass es sowas gibt (und hatte von den Computerspielen, auf denen diese Idee basiert auch nur so am Rande was mitbekommen), wusste aber sofort: Hier bin ich richtig!

Denn Rätsel sind was ganz tolles (siehe hier. Von dem dort genannten “Sacred Myths & Legends Puzzle” liegen hier allerdings tragischerweise die ersten beiden Teile schon sehr lange relativ unangepackt rum, das muss ich auch mal ändern). Und das ganze dann auch noch im Team zu machen und “im echten Leben” ist nochmal viel toller.

[Und weil das hier sonst ne reine Textwüste ist, hänge ich zwischendurch mal noch zwei thematisch passende Videos mit rein. Die sind zwar nicht aus Filderstadt, geben aber ein Gefühl dafür, wie toll das sein kann. Wobei man natürlich nie zu viel zeigen darf, um den Spaß nicht zu verderben. Daher gibt es auch von unserem Raum keine Fotos...]

Und toll war es dann auch wirklich. Da wurde parallel der Raum abgesucht, bis irgendwo wieder jemand lautstark nen Hinweis gefunden hat. Dann alle Köpfe zusammenstecken und überlegen, was genau uns der Hinweis denn nun sagen will und weitergemacht. Manche Rätsel waren so aufgebaut, dass man sie gar nicht alleine lösen konnte, aber auch sonst war es bei uns nie so, dass es einen Leitwolf gab, der die anderen nur mit Aufgaben versorgt hat, sondern wir wirklich als Team agiert haben und jeder irgendwas beisteuern konnte. Und was war das immer für ein tolles Gefühl, wenn wieder ein Rätsel gelöst war und man dem Ziel ein Stück näher kam.

Und falls man doch mal steckenbleibt, gibt es auf einem Computerbildschirm einen kleinen Hinweis, der die richtige Richtung vorgibt. Dafür sitzt dann jemand im Nebenraum, der das ganze Treiben mit Babyphone und Webcams beobachtet. Ziel ist es natürlich, den guten Mann möglichst arbeitslos zu machen, aber zweimal musste er bei uns doch eingreifen (einmal war es einfach zu naheliegend…)

Und da wir nach ca. 45 Minuten leider schon wieder die Freiheit schnuppern durften, zögerten wir nicht lange und gingen im Nebenraum noch eine kleine Rätselwand an. Diesmal allerdings in Zweierteams gegeneinander, d.h. beide Teams starten gleichzeitig an identisch aufgebauten Regalwänden, aber nur der erste, der den finalen Code rausbekommt, kann die Schatzkiste öffnen.
Auch sehr spaßig!

Halten wir also fest: Man kann mich doch überraschen. Und wenn da immer so was tolles bei rauskommt, darf man das auch gerne öfter machen.

Ich habe natürlich sofort Blut geleckt (damit hätte Frau Bü rechnen müssen) und danach sofort im Netz recherchiert (hier der Wikipedia-Artikel zum Thema), wo es denn sowas nochmal gibt (denn der Nachteil eines solch aufwändigen Raumes ist natürlich, dass man das Rätsel nur einmal machen kann und der Betreiber eher nicht wöchentlich alles umbaut).

Und da habe ich diese Seite mit einer Europakarte gefunden, die satte 43 Räume für Deutschland eingetragen haben (als ich im November das erste Mal da drauf schaute waren es übrigens nur 23). Das sollte mich also erst einmal eine Weile beschäftigen, bis ich dann vielleicht wieder von vorne anfangen kann, oder aber ins Ausland schaue.
Budapest soll ja die Hochburg sein (und laut laut dem Filderstädter Betreiber auch viele Escape-Room-Touris anlocken, die da für ein Wochenende hinfahren und einfach nur so viele Räume machen wie möglich), mit Hunderten von Räumen, die dann alle auch sehr sehr aufwändig und themenorientiert (Saw, Lost etc.) ausgestattet sind. Hier gibt es ein paar Beispiele und hier auch noch ein Video aus Budapest:

Aber dafür brauche ich gar nicht nach Budapest, denn auch in Stuttgart gibt es zwei Räume, die von den Bildern her wirklich super aussehen.
Da gibt einen Horror- und einen 60er-Jahre-Raum, wo ich mich noch nicht entscheiden kann, welchen ich cooler finde (tendenziell scheint der Horror-Raum die ausgefalleneren Apparate zu haben (Telefonververbindung, oder was auch immer das ist), aber die 60er haben ein Kryptex, welches ich schon immer mal in den Händen halten wollte…).
Muss ich wohl in beide mal gehen.

(An dieser Stelle möchte ich aber dann mal nur noch kurz vermerken, dass der Filderstädter Raum trotz fehlender Atmosphäre (“helles Bürozimmer” halt) sehr viel Spaß gemacht hat. Wobei er schon etwas abstinken könnte, wenn man vorher schon in einem liebevoll ausgeschmückten Raum war. Daher war es gar nicht so verkehrt, den quasi als Einstiegssdroge zu nehmen und dann die Dosis immer weiter zu erhöhen)

Aber vermutlich wird der nächste Raum nicht einer der beiden in Stuttgart sein, sondern eher einer dieser beiden in Köln. Denn da mein Bruder ebenfalls für so Sachen anfällig ist, habe ich ihm vor einigen Tagen zum Geburtstag einen ominösen Umschlag geschickt, der ihn dann durch einige Rätsel führte, die ich ihm im Netz zusammengebastelt hab (den Link könnte ich hier jetzt reinstellen, aber die Hälfte der Aufgaben ist ohne den Umschlag nicht lösbar, macht also keinen Sinn). Und just eben hat er die letzte Aufgabe gelöst und damit diesen Beitrag hier veröffentlicht, bei dem er nun endlich erfährt, für was der Gutschein denn nun gut war, an dem er da die ganze Zeit geknobelt hat.

Und das ist dann eben ein Besuch eines solchen “Exit Rooms”. Welcher genau (muss ja auch nicht Köln sein) ist mir egal und können wir nun besprechen (ruf mich an!). Für den eben verlinkten Kölner Raum spricht allerdings, dass er nur 15 Gehminuten vom Rodizio entfernt liegt, was man dann ja sicher irgendwie kombinieren könnte.

Egal wie:
@Frau Bü: Vielen vielen Dank für diese tolle Überraschung (welche dann noch mit einer Geburtstagsparty endete, aber um die geht es hier nun nicht) und dieses noch viel tollere Geschenk
@Brüderchen: Nochmal herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und zum Löse all meiner Rätsel
@alle Live Room Escape-Betreiber: Ich komme!
@alle anderen: Ihr auch!

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3 Kommentare »
 
Jochen:

Lieber Bruder,

vielen Dank für dieses tolle Geschenk! Die letzten 6,9!Tage haben mir riesig Spaß gemacht vielen vielen Dank!! Ich freue mich schon total! Und jetzt darfst du anrufen!!

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bullion:

Erst einmal: nachträglich alles Gute zum Geburtstag!

Dann: Danke für den tollen Bericht! Das hört sich fantastisch an und kommt definitiv auf meine Liste mit außergewöhnlichen Geschenken, die ich verschenken möchte. Ist bestimmt genau das Richtige für Leute, die früher gerne Point’n'Click-Adventures gespielt haben :)

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donvanone:

@bullion: Danke für den Glückwunsch, is nun aber auch schon fast 3 Monate her und somit verjährt…
Und ja, das ist bestimmt genau das richtige. Zumindest trifft diese Beschreibung auf mich zu und ich fand es super!

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