Kino und so

22. April 2008 um 00:10 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Gestern war ich mit Frau Bü und RoKe in Juno. Zuerst aber mal zu dem, was davor kam, nämlich dem neuen Spot der ZKM:  Filmbefreier:

Fin ich saucool. Vor allem stimmt es einfach, gute Filme muss man gefälligst auch in der entsprechenden Umgebung sehen. Billige abgefilmte Versionen auf nem iPod machen alles kaputt.
Und der Ansatz “Kino – dafür werden Filme gemacht” ist der deutlich richtigere und einleuchtendere Weg, als die “Raubkopierer sind Verbrecher”-Variante.
Auch schon der vorherige Spot der ZKM hat bei mir immer ein gutes Gefühl ausgelöst, weil er ziemlich gut vermittelt, dass Kino eben “Film erleben” ist. Man guckt nicht einfach nur mal nen Film, man erlebt den Film. Wer nicht weiß, von welchem Spot ich rede, ich meine den hier:

Vor allem bei diesem “Und sein Film läuft die ganze Nacht”-Deppen kribbelts bei mir immer. Und ich vermisse die Zeit als Filmvorführer, das war schon was feines…

Der Vollständigkeit halber, hier noch die zweite (nicht ganz so emotionale) Version:

Aber zurück zu Juno: Ich fand ihn sehr schön, wieder ein richtiger Wohlfühlfilm (auch wenn das Thema das nicht vermuten lässt) mit vielen Lachern. Und vor allem: Guter Musik. Hab heute auf der Arbeit einfach mal die  Website zum Film im Hintergrund geöffnet. Denn da kann man sich so den ganzen Soundtrack anhören. Reicht, um die Zeit zu überbrücken, bis mir die jemand schenkt (steht ja immerhin auf meinem  Wunschzettel), oder ich sie mir dann doch wieder selber kaufen muss, weil ich es nicht so lange (immerhin gibts erst im November wieder einen Anlass, mir was zu schenken) warten kann). Wo wir gerade dabei sind: Als die Juno-Website durchgelaufen ist, bin ich schnell zum  Konzert von Kate Nash gewechselt, welches man sich auch komplett anhören kann. Ist dann auch auf meinem Wunschzettel gelandet…

Aber zurück zu Juno (heieiei): Bei den fünf Filmfreunden hab ich heute den Trailer zum zweiten Teil gefunden:

Ok, natürlich nicht wirklich, aber lustig ist es schon (zumindest, wenn man den Film gesehen hat).

Neben Juno gabs in den letzten Tagen übrigens noch “Der letzte Kuss” und “Hulk” (ja, hier habe ich mich total schändlich verhalten und bin dabei eingeschlafen, aber bei dem Film ist das erlaubt). Bewertungen zu allen drei Filmen stehen in wenigen Augenblicken links in der Sidebar.

 
Ro(ke):

Es ist so richtig schön, bloggende Nachbarn zu haben :-)

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Inishmore:

Ich fand bei Juno schon den Introsong von Barry Louis Polisar dermaßen klasse, dass der Film gar nicht mehr schlecht sein konnte. Polisar ist ja eher Kinderliedschreiber. Werde ich nun anfällig für Rolf Zuckowski? Besser nicht drüber nachdenken…

Wenn dann noch für Serienfans wie mich absolute Kult-Darsteller wie Jason Bateman, Michael Cera und Rainn Wilson mitmischen, dazu noch die goldige Ellen Page, kann gar nix mehr schiefgehen. Definitiv einer der Wohlfühlfilme des Jahres.

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Frau Bü:

Also ich fand den Film zu Konfliktfrei und oberflächlich. Alle “Probleme” lösen sich quasi von selbst und sind auch nicht wirklich Probleme. Das Mädel, ein überspitzt dargestellter querschläger, geht immer noch zur Schule, hat immer noch ihre Freunde und nicht mehr Feinde als sie als Freak vorher schon hatte. Die Eltern nehmen es locker und die Adoptiveltern ebenso. Insgesamt fand ich Juno auch für ne 16 jährige geistig unterentwickelt und ein bisschen zu platt anstatt kaltschnäutzig. Es wird nie angesprochen, wie eine 16jährige, die aus langeweile Sex hat und durch ihre flotten Sprüche eher intelligent wirken soll, nicht auf die Idee kommt zu verhüten. Außerdem nimmt sie trotz Ultraschall ihr Baby nie als Mensch war. Zwar heult sie am Ende mal kurz auf, aber das war es dann auch schon an Emotionen. Den Rest der Zeit behandelt sie ihr Baby nur wie ein Ding ohne das man zwischen den Zeilen Zuneigung, Muttergefühl oder irgendetwas menschliches finden könnte. Den Beziehungszwist der Eltern fand ich auch komisch. Erst wird Vanessa als Spielverderberin und Spießer-Zicke dargestellt, die sich nicht zwischen Gelb und Gelb entscheiden kann und Mark ist der coole Typ, den man die ganze Zeit schon als super Daddy sieht und sympathisch findet, der ausgleichende gute Pool in der zukünftigen Familie. Am Ende wird der Spieß allerdings umgedreht. Vanessa ist die arme verlassene und obwohl nur noch diese Zicke übrig ist, soll das Kind doch an eine plötzlich warmherzig dargestellte Mutter abgegeben werden, die über den Verlust ihres Partners nicht so traurig ist, wie über den Verlust eines möglichen Adoptiv-Kindes? Ist das ein Plädoyer für Alleinerziehende Mütter? Und zu guter letzt, müssen Sportshorts wirklich so kurz sein? Witzig ist anders, Drama ist anders. Von beidem hatte der Film zu wenig. Aber als nette Heimkino-Unterhaltung ging er durch. (unglaublich, dass Ellen Page schon 21 ist!)

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Frau Bü:

Die Burger-Szene ist toll!!!

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enk:

Was die Anti-Piracy Trailer angeht: Da scheint es in der Branche ja schon länger ein Einsehen zu geben

Ist ja auch durchaus eine naheliegende Idee, die (zahlenden!) Zuschauer nicht als potentielle Kriminielle anzusprechen, sondern sich lieber auf die tatsächlich vorhandenen Vorteile von echten Kinoversionen zu konzentrieren.

Ansonsten: Juno war in der Tat ein ganz netter Film, gerade weil hier aus dem Thema jugendliche Schwangerschaft kein tränenrühriger Problemfilm gemacht wurde. Allerdings haben die ununterbrochen angestrengt coolen Sprüche der Hauptdarstellerin ein wenig genervt.

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