Interview mit dem Gewinner der Flip-Koch-Challenge

28. Februar 2010 um 13:10 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Heute Nacht um 2 Uhr ging die Abstimmung der Flip-Koch-Challenge zu Ende. Andreas Hallerbach ging mit 47% der Stimmen als Gewinner hervor und DonsTag hat exklusiv das erste Interview mit ihm geführt:

DonsTag: Ersteinmal herzlichen Glückwunsch zum Sieg.

Andreas Hallerbach: Vielen Dank. Und vor allem ein großes Dankeschön an alle, die für mich gestimmt haben.

DonsTag: Sie haben mit 47% der Stimmen gewonnen. Heißt das nun, dass Ihr Video das Beste von allen war?

Andreas Hallerbach: Nein, das heißt es definitiv nicht. Ich denke, dass das Publikumsvoting dafür auch nicht der richtige Ansatz ist, denn dafür hat das Flip-Blog an sich zu wenige Leser. Es ging im Endeffekt einfach nur darum, wer seine Mitmenschen am besten motivieren konnte, für sich zu stimmen.
Sieht man auch an den View-Zahlen der einzelnen Videos auf YouTube. Sowohl Paul als auch ich hatten am Ende mehr Stimmen, als überhaupt Leute das Video angesehen haben. Und ginge man davon aus, dass man nur hätte abstimmen dürfen, wenn man wirklich alle Videos gesehen hat (was man ja müsste, um wirklich das beste Video herauszufinden), dann hätte es in Summe höchstens 178 Stimmen geben dürfen (das ist die Anzahl der Views, die das am wenigst gesehene Video hatte). Es waren aber 1.655 Stimmen…
Aber die Frage zur Abstimmung lautete ja auch nicht “Welches Video ist das Beste?” sondern “Wer soll das Wellness-Wochenende für 2 Personen gewinnen?”, also ist das wohl ok so.

DonsTag: Welches Video war denn das Beste?

Andreas Hallerbach: Kann ich nicht sagen, dafür bin ich zu voreingenommen. Aber ich hätte definitiv Norbert Hayduk viel weiter vorne gesehen (evtl. sogar auf Platz 1), da das wirklich ein sehr professionelles Video war. Nur etwas langatmig, da hätte man ruhig etwas straffen können, statt sie 10 Minuten komplett zu nutzen.

DonsTag: Auf Platz 2 lag das Video von Paul Fritze. Zu Recht?

Andreas Hallerbach: Das sehe ich etwas gespalten. Das Video ist auch sehr gut gemacht und sicher unterhaltsamer als das von Norbert, aber da läuft halt sehr viel über die Musik. Ohne die Musik wäre das Video dann doch deutlich schwächer.

DonsTag: Wo ist da das Problem?

Andreas Hallerbach: Naja, laut den Teilnahmebedingungen war Musik nun eben komplett verboten und das war ein Punkt, der mich sehr beschäftigt hatte: Wie schafft man es, ein Kochvideo (was auch mit Musik schon eher langweilig ist) ganz ohne Musik noch unterhaltsam zu gestalten. Das war für mich das Kernproblem der ganzen Challenge und da hat es mich dann doch etwas geärgert, dass sich da sonst kaum einer dran gehalten hat.

DonsTag: Und was war Ihre Lösung, das Fehlen der Musik zu kompensieren?

Andreas Hallerbach: Ich hab mich dann entschlossen, auch komplett auf Sprache zu verzichten und auf der Tonspur dann wirklich nur die Kochgeräusche zu belassen. So konnte jeder, der Musik dringend brauchte, diese einfach parallel auf seinem Rechner abspielen. Im Gegenzug musste die Bildspur dann natürlich deutlich mehr bieten und so kam ich auf die Idee, mal ganz andere Kameraperspektiven auszuprobieren. Das sehr kleine Format der Flip-Kamera kam mir dann auch entgegen, so dass ich wirklich vom Inneren der Zuckerwattenmaschine filmen konnte.

DonsTag: Wurde das Rezept dann extra so gewählt, dass ungewöhnliche Kameraperspektiven möglich waren?

Andreas Hallerbach: Ja, ganz klar. Wenn man sich das Rezept mal anguckt, passiert da nicht wirklich viel, da sind die Rezepte der Konkurrenten deutlich aufwändiger gewesen. Außer Fleisch anbraten und in die Zuckerwatte halten ist nicht wirklich viel passiert, aber so konnte ich mich eben ganz auf die Perspektiven konzentrieren. Und das scheint ja auch funktioniert zu haben, Stevan Pauls Worte haben mir auf jeden Fall sehr gut getan: “kulinarischer Wagemut, ausgefeilet Stummfilm-Technik und unglaublich erschütternde Kameraperspektiven ziehen den Zuschauer in den Bann”

DonsTag: Ok, mal nochmal zurück zum “Leute motivieren”. Paul Fritze schrieb auf seinem Twitter-Acount: “Sieht aus als koennte man gegen Werbeplatzverlosung keinen Stich machen”. Stimmt das? Haben sie wegen dieser Verlosung gewonnen?

Andreas Hallerbach: Nein, ganz sicher nicht. Wenn man sich die Kommentare in dem Beitrag anguckt, waren die meisten auch mehr an den gleichzeitig verlosten Postkarten interessiert, als an dem Werbebanner. Werbebanner ziehen nicht wirklich, das kann ich hier mal feststellen.
Effektiver war da mein Ansatz, den Gewinn der Challenge mir dem Start meiner Twitter-Laufbahn zu verkoppeln. Dieser Artikel hatte mehr als doppelt so viele Leser wie der zum Werbebanner-Gewinnspiel, obwohl dieser ja sogar in der Sidebar mit Werbebanner verlinkt war. Und mein Tweet wurde dann in der Twitter-Welt auch deutlich öfter retweetet, als ich Reaktionen auf den Werbebanner hatte. Man muss Twitterern halt mit Twitter kommen, damit sie einen beachten. Werbebanner sind doch sowas von 2007 oder so…

DonsTag: Also haben Sie wegen der Twitter-Sache gewonnen?

Andreas Hallerbach: Nein, auch das glaube ich nicht. Denn auch da lesen einen ja vornehmlich nur Leute, die einen kaum kennen und wenn die das retweeten, lesen es Leute, die diese Leute eher kaum kennen und mich noch kaumer oder gar nicht und darum interessiert das nur wenige, ob ich gewinne oder nicht und ob ich twittere oder nicht. Auch von wer-kennt-wen oder Facebook, wo ich die Werbetrommel gerührt habe, werden nicht so viele Stimmen gekommen sein, dass es zum Sieg gereicht hätte.

DonsTag: Aber woher kamen die Stimmen denn dann?

Andreas Hallerbach: Aus dem “wahren Leben” und dem Web 1.0. Das lief alles vornehmlich über Mails, einmal auf Seiten der Familie (hier ein großes Dankeschön an meinen Schwieger-Bü (den Kommentarlesern als “Babba” bekannt), der wirklich alles getan hat, was er nur tun konnte und die ganze Bü-Familie per Rundschreiben aktiviert hat und auch an Ma- und Padonha, die für die andere Seite der Familie gesorgt haben) und dann aber vor allem auch über eine alte Mailingliste aus Studiums-Zeiten.
Das war quasi der Ort, wo ich vor meinem Blog meine Textergüsse abgelassen hab, das war ein sehr aktiver und verschworener Haufen, wo halt überall auch wirklich persönlicher Kontakt da war und die man gar nicht erst groß motivieren musste. Die entwickeln da dann eher noch selber einen eigenen Ehrgeiz. Und da die sich nach dem Studium über ganz Deutschland verteilt haben und da (oft an anderen Unis) wieder neue Netze aufgebaut haben, hat das “im Untergrund” für viel Bewegung gesorgt und mir so einen großen Anteil der Stimmen eingebracht.

DonsTag; Also ging alles mit rechten Dingen zu? Im Umkreis von Paul Fritze wird das ja angezweifelt.

Andreas Hallerbach: Ich weiß natürlich nicht, wie oft die Leute jeweils abgestimmt haben, sicher nicht immer nur einmal (aber das war auch bei Pauls Unterstützern sicher nicht anders), aber von mir selbst kann ich behaupten, dass ich eine reine Weste habe. Was Tom da in der von Ihnen verlinkten Konversation merkwürdig findet, war ja, dass ich auf einmal 120 Stimmen bekommen hatte, nachdem Paul über Nacht 100 Stimmen gut gemacht hatte.
Das hat aber nur was damit zu tun, dass ich meine Leute natürlich nur dann wieder “scharf” gemacht habe, wenn es enger wurde. Es war immer der Plan, den Abstand möglichst groß zu halten, damit nicht in der letzten Stunde nochmal ein richtiger Stimmenfight aufkommt. Solange der Abstand also groß genug war, hab ich mich zurückgelehnt. Nach Pauls nächtlicher Attacke (da zweifelt ja auch niemand an, dass das nicht mit rechten Dingen zugegangen wäre) hab ich dann gleich wieder auf allen Kanälen Alarm geschlagen, was dann ja auch seine Wirkung nicht verfehlt hat.

DonsTag: Ok, kommen wir langsam zum Ende.

Andreas Hallerbach: Ja, das wäre nett, denn eigentlich hab ich ja kaum Zeit, da Frau Dr. Bü und ich dieses Wochenende unsere Arbeitszimmer zusammenlegen, um Platz für das Kinderzimmer zu schaffen. Damit war ich auch gestern schon den ganzen Tag beschäftigt, so dass ich da nur hin und wieder mal einen ängstlichen Blick auf den Zwischenstand werfen konnte, um mal die Frage zu beantworten, die Sie eigentlich stellen wollten, die jetzt aber nicht mehr wirklich ins Konzept passt…

DonsTag: Äh.. ja. Letzte Frage: Wann gehts denn jetzt ins Wellness-Wochenende und wohin?

Andreas Hallerbach: Keine Ahnung, da muss ich erstmal auf den Anruf von Flip warten. Tendenziell würde ich das aber gerne so schnell wie möglich einlösen, da Frau Dr. Bü ja wie gesagt immer schwangerer wird und sie das dann bald vielleicht gar nicht mehr wirklich genießen kann.

DonsTag: Vielen Dank für das Interview und nun viel Spaß beim Umziehen.

Andreas Hallerbach: Ich danke auch. Und ja, jetzt muss ich wirklich mal anfangen, Frau Dr. Bü ist schon die ganze Zeit fleißig und schimpft bestimmt bald (daher muss die Verlosung der Postkarten und des Werbebanner auch noch etwas warten)…
Ach: Bei der muss ich mich natürlich auch nochmal bedanken, für die Hilfe bei der Erstellung des Videos.

Das Interview führte Andreas Hallerbach (donvanone)

 
Madonha:

Schönes Interview, auch dazu meinen Glückwunsch! Wir haben uns ja schon sehr gewundert über die große Stille nach dem Sieg. Aber jetzt ist ja alles erklärt. Dann also mal viel Erfolg beim Räumen und eine baldige Einlösung des Gewinns.

antwortenReply to this comment
 
 
Wolf:

Wie in fast jedem Medieninterview wird auch hier nach Strich und Faden die Wahrheit verschwiegen: Deine Leute sind nicht nur über ganz Dt. sondern über die halbe Welt verteilt! ;-)

Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn, und viel Erfolg und wenig Frustration beim Umziehen.

antwortenReply to this comment
 
 
juliaL49:

Yay, Glückwunsch! Und Kleinvieh mach auch Mist :) Du hast viele und neue Kanäle genutzt und bist die ganze Zeit aktiv gewesen – das läppert sich eben!

antwortenReply to this comment
 
 
donvanone:

@Wolf: Das hatte ich natürlich erwähnt, aber ist dann wohl bei der Kürzung des Textes untern Tisch gefallen. Ich hätte doch nochmal gegenlesen sollen, statt DonsTag blind zu vertrauen. Aber man lernt ja aus seinen Fehlern…
In diesem Sinne: Auch nach Kanada ein großes Dankeschön für die Unterstützung

antwortenReply to this comment
 
 
Inishmore:

Wie kommt DonsTag immer nur an diese prominenten Interviewpartner? ;)
Herzlichen Glückwunsch auch von mir.

antwortenReply to this comment
 
 
Babba:

Endlich kann ich mich auch zu Wort melden, da wir einige Stunden Stromausfall hatten.
Erst einmal auch unseren herzlichen Glückwünsch zum gewonnenen Wellness-Wochenende!
Ja, da stimme ich vollkommen zu, dass es gewisse Vorteile bringt Kontakte zu pflegen. Hier gilt ein besonderes Dankeschön unseren Verwandten, Freunden und Bekannten und ganz besonders all den netten Feriengästen aus den Niederlanden, die sich sehr gerne bereit erklärten euch beiden ihre Unterstützung zu gewähren.
Klinkenputzen kann gelegentlich doch dienlicher sein als nur dasitzen und Daumen drücken! :-)

antwortenReply to this comment
 
 
Fluffi:

Sollten wir uns bei so ausführlichen Selbstgesprächen deinerseits Sorgen machen?

antwortenReply to this comment
 
 
Ro:

Donvanone im Selbstgespräch – passte grad’ wunderbar zum Bild links oben *g*.
Gratulation zum gewonnenen Wochenende. Ich erwarte von dort dann natürlich eine Live-Berichterstattung via Twitter *lach*.

antwortenReply to this comment
 
 
CW:

Herzlichen Glückwunsch!

Ich bin einer von denen, die Dir die Stimme gegeben haben, weil sie Dein Viedeo gut fanden.

Hier gibt es weitere Smilies

antwortenReply to this comment
 
 
bullion:

Gratuliere und tolles Interview… jetzt nur nicht schizophren werden! ;)

antwortenReply to this comment
 
 
Paul Fritze:

Hallo Andreas, herzlichen Glückwunsch zum Erfolg und gute Erholung :-) Schöne Grüße, Paul

antwortenReply to this comment
 
 
Christine:

Glückwunsch, du Kreativer!
Und Grüße an Fraua Dr. Bü.

antwortenReply to this comment
 
 
donvanone:

@Inishmore: Vitamin B
@Babba: Ach Gott, die Holländer hast du auch noch mit reingezogen? Mit deiner Unterstützung könnte man ja fast Bundeskanzler werden. (ok, da helfen die Holländer dann wenig…)
@Fluffi: Ja, bitte.
@Ro: Links oben? Da ist kein Bild. Aber welches war es denn, das du dann vermutlich rechts oben gesehen hast? Weiß nicht, welches du gemeint haben könntest…
@CW und @Christine: Dankeschön!
@Paul Fritze: Dir hier auch nochmal Dankeschön für den unterhaltsamen Wahlkampf. Brauch ich jetzt aber erstmal nicht mehr, ist doch irgendwie anstrengend…

antwortenReply to this comment
 
 
Anonym:

Die Motivation der Mitmenschen hat ja wirklich gut geklappt, aber alle Bescheidenheit in Ehren: das Video war auch nicht von schlechten Eltern. Kompliment und Herzlichen Glückwunsch zum verdienten Sieg!

antwortenReply to this comment
 
 
Madonha:

Da hast du aber ein niedliches Twitter-Vögelchen in der Sidebar sitzen, einfach nicht zu übersehen!

antwortenReply to this comment
 
 
FrauBü:

Ich wußte doch schon immer, du hast nen Vogel!

antwortenReply to this comment
 
 
Babba:

@ FrauBü: … er zeigt ihn aber Allen! ;)

antwortenReply to this comment
 
 
Babba:

@donvanone: Den eingehenden Glückwünschen per e-Mail und Telefon nach zu urteilen muss ich Kettenreaktionen ausgelöst haben. :-)

antwortenReply to this comment
 
 
Norbert:

Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn. Dein Video hat zurecht gewonnen, die Idee war sehr ausgefallen und das Gericht innovativ.

Die Unregelmäßigkeiten der Abstimmung sind aber auf die amateurhafte Durchführung zurückzuführen. Eine IP basierte Sicherung der Abfrage ist eben Mist.

Ist ja egal, wir haben Spaß gehabt und Erfahrungen gesammelt und solltest Du irgendwann in Bremen sein, will ich unbedingt mit Dir zusammen kochen!

antwortenReply to this comment