Halloweenparty-Tipps – Teil 3

23. Oktober 2006 um 23:35 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Nach der Zwangs- und Wunschpause geht es nun weiter mit der Halloween-Reihe (Ich gehe davon aus, dass ihr Teil 1 und Teil 2 schon gelesen habt, wenn nicht solltet ihr das zuerst mal tun, ich werde öfters darauf verweisen). Diesmal ist die Deko um einiges schlichter als im Jahr davor, dafür haben wir versucht, das Essen als eine Einheit zu präsentieren und nicht als Sammlung lustiger Ideen.

Leichenschmaus

Das Thema: Klaustrophobie und Leichenschmaus
Nachdem im letzten Jahr alles nur im Wohnzimmer stattfand, sollten diesmal sowohl das Wohnzimmer als auch die Küche einbezogen werden, wobei diese thematisch nicht zusammenpassen mussten. Wir entschieden uns im Wohnzimmer für eine klaustrophobische Variante und die Küche sollte das Thema des letzten Jahres aufgreifen und das Buffet bereithalten.

Die Deko
Wohnzimmer
Das Wohnzimmer wurde komplett leer geräumt (diese Tradition hat übrigens den Vorteil, dass zumindest einmal im Jahr das Zimmer bis in die letzte Ecke sauber gemacht wird) und mit schwarzen Müllsäcken abgeklebt. Dabei wurde die Decke mit einer waghalsigen Seilkonstruktion auf etwa einen Meter abgesenkt, so dass eine Stehparty unmöglich gemacht wurde. Auch die Fenster wurden abgeklebt, so das zu der Enge auch noch die Dunkelheit kam (ich glaube irgendwo oberhalb der Abdeckung gab es eine schwache Lampe, die die Dunkelheit einen Tick undunkler gemacht hat, aber es war schon dunkel, auch wenn das nicht auf allen Fotos so aussieht, aber die wurden eben mit Blitz gemacht. Das rechts unten übrigens mit Infrarotmodus). Im Raum selbst gab es dann außer einem (auch abgeklebten) Tisch kein weitere Mobiliar (ok, noch der Schreibtisch mit Computer (ah… der war die Lichtquelle, ich erinnere mich) und das an der Wand festgeschraubte Regal, aber die waren außerhalb des begehbaren kleinen Raumes) und so blieb den Gästen nichts anders übrig, als auf dem eher unbequemen Boden zu sitzen. Da hat man sich die Strohballen vom Vorjahr hergewünscht, aber es war ja unser Ziel, eine eher unangenehme Atmosphäre zu schaffen.

In der Küche

In der Küche wurde dann der Friedhof aus dem letzten Jahr wieder aufgegriffen. Da ragte damals ja schon eine Hand aus dem Grab, in diesem Jahr ist es dem Wesen wohl geklungen, sich ganz aus der Erde zu graben uns aus dem Küchenfenster zu fliehen. Nicht jedoch, ohne vorher noch einem armen unschuldigen Menschen das Leben zu nehmen. Die Polizei war schon vor Ort um den Tatort zu untersuchen, was die Partygäste aber nicht daran hinderte, sich an der Leiche zu verköstigen. Doch dazu im nächsten Abschnitt mehr.
Vorher sei noch angemerkt, dass auch das Badezimmer diesmal in die Party mit einbezogen wurde, da dort eine Polizeiakte hing, in der jeder (man hat da ja ab und an mal Zeit) seine Theorie über den Mordfall aufschreiben konnte. Die beste Ermittlung wurde dann am Ende (oder war es am nächsten Tag?) prämiert.

Das Essen
PuddingDas einzige, was nicht ins Konzept gepasst hat, ist dieser Schokoladenpudding, der mit der schon bekannten Lakritzschneckenspinne und Fliegen aus Rosinen und Mandelblättern garniert wurde. Alle anderen Speisen bildeten als Ganzes die Leiche, die nun im Detail beschrieben wird.

Fangen wir mit der oberen Körperhälfte an:

Leiche oben

Die Augen (Litschi-Olive, das Gehirn (Blumenkohl) und die Finger (Würstchen) sind aus den ersten Teilen noch bekannt, neu sind die Haare und Armknochen aus Knabbergebäck, die Lippen und Nippel (das sind umgedrehte Pilze) aus der Gummibärchen-Abteilung, Nase und Ohren aus Marzipan (selbst geformt, sowas kann man nicht kaufen…) und die Achselhaare und Augenbrauen aus Lakritze. Außerdem haben wir da noch die Lungenflügel aus  Baiser, das Herz, welches ein mit gefärbtem Zucker überzogener Apfel ist (die kamen gar nicht weg), die Rippen aus normalem Plätzchenteig (war ein Rezept von  Fluffi, ein “Kniescheibenrezept” aus einem Halloweenbuch, Details kann ich leider keine bieten), die Baguette-Wirbelsäule und den Dickdarm aus Fleischwurst.
Kommen wir nun zur unteren Körperhälfte:

Leiche unten

Auch hier kamen ein paar Baguettes (als Fußknochen) zum Einsatz, da Baguettes ja immer gebraucht werden, zum Beispiel um ihn mit dem bekannten Hackfleisch-Fuß zu beschmieren. Oder aber mit einer Scheibe vom Leberkäse, der (wortstammmäßig) als Leber diente. Der Dünndarm sah tatsächlich eklig aus, es handelt sich um gefüllte Cannellonis. Die Nieren sind auch aus Marzipan, dann hätten wir da noch eine Gurke mit zwei getrockneten Feigen und Lakritze sowie einem kleinen Fläschchen mit einer Probe aus mit Wasser angereichterem Puderzucker, was eine klebrig weiße Konsistenz ergibt, die gewisse Assoziationen freisetzt. Beckenknochem und Kniescheiben sind wieder mit dem Kniescheibenrezept hergestellt, ebenso wie das Erbrochene, hier wurde nur noch etwas Lebensmittelfarbe hinzugegeben.
Das ganze wurde natürlich nicht direkt auf den Boden gelegt, sondern auf eine saubere Tapezierfolie. Und nebendran auf dem Tisch gab es dann noch ein paar Reste, die nicht untergebracht werden konnten, damit auch niemand hungern muss.

Die Verkleidung
Kostüm Frau BüDa die Kostüme im letzten Jahr nicht die billigsten waren, haben wir sie einfach noch einmal eingesetzt, Frau Bü hat sich von mir dann noch ne Falsche Haarspray geborgt (ja, die Frisur hält alleine dadurch, da sind keine Klammern oder sonstwas drin) und etwas experimentiert.
Auch die Gäste kamen stärker verkleidet (noch nichts im Vergleich mit dem nächsten Jahr), was aber dank des sehr dunklen Partyraumes nicht immer aufgefallen ist ;-)
Was ich hier noch erwähnen will (hat nix mit Verkleidung zu tun, aber ich will keinen neuen Punkt erfinden) ist der Punkt, dass wir diesmal die Gäste gebeten haben, doch bitte für Programmpunkte zu sorgen. Das hat recht gut geklappt und so kam da zum Beispiel dieses thematisch passende Murmelspiel heraus (bei dem schwachen Licht besonders anspruchsvoll):

Murmelspiel

Der Aufwand
Wie man sich denken kann, hat die Wohnzimmerdekoration diesmal nicht ganz so lange gedauert (vor allem das Abreißen ging sehr sehr schnell), das Anrichten der Leiche dagegen hat wieder fast einen ganzen Tag eingenommen. Trotzdem war das eine verhältnismäßig unaufwändige Party, zudem wir sie diesmal nicht (wie sonst) zu zweit organisiert hatten, sondern  Fluffi mit im Team war.

Alle Folgen auf einen Blick:

1. Default-Party
Teil 1: Default-Party

2. Stroh und Friedhof
Teil 2: Stroh

3. Klaustrophobie und Leichenschmaus
Teil 3: Klaustrophobie ud Leichenschmaus
4. Im Hexenwald
Teil 4: Im Hexenwald

 
tina:

Sag mal, wie macht man die Spinnen aus der Lakritze??? bekomme es irgendwie nicht hin…sieht immer total sch… aus. giibt’s da nen Trick?

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