Geocaching im Ulmer Untergrund

02. September 2009 um 15:27 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

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Kommen wir nun zur Auflösung, wie ich “in die Scheiße geraten” bin.
Mit Ro habe ich mich nämlich aufgemacht, den Geocache Ulm Underground “Warmduscher”.
Das klingt jetzt so, als würde es sich um einen Easy-Popeasy-Cache handeln, aber der Name kommt aus einer ganz anderen Richtung und hat eher was mit den Temperaturen zu tun, die uns dank fetter Fernwärme-Rohre im Ulmer Untergrund erwartete. Aber das war uns vorher bekannt und so gingen wir auch nicht wirklich dick bekleidet (Ro sogar mir kurzer Hose) ins Abenteuer. Da auch in vielen Logs zu lesen war, dass Gummistiefel nichts bringen würden, da das Wasser eh zu hoch steht und in die Stiefel reinläuft, haben wir auch auf diese verzichtet und dann gleich normale Turnschuhe genommen (wie im Teaser-Artikel bebildert).
Das Wasser (übrigens sehr klares und sauberes Wasser, das von kleinen Krebsähnlichen Tierchen und einem großen Fisch bewohnt wurde) ging dann aber doch nur bis kurz über die Knöchel, so dass Gummistiefel die Füße trocken gehalten hätten.
Allerdings war ich beim Rückweg dann am Ende wirklich froh, als das klare Wasser wieder kam um meinen durchschwitzten Körper zumindest von unten her kühlte…

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Das Wasser gab es aber auch nur am Anfang (bzw. dann wieder am Ende), danach überwiegte deutlich Matsch (von sehr kleinen und auch deutlich größeren Kakerlaken bewohnt, Ratten haben wir aber keine gesehen), der teilweise schön tief und rutschig war. Richtig fies wurde das dann dadurch, dass wir nicht ganz normal durch den Schlamm gehen konnten, sondern zwischendrin alle paar Meter unter ungünstig platzierten Querstreben durchklettern (oder drüberklettern, je nach Höhe, die immer mal wieder variierte) mussten. Aber ich soll ja eh mehr Sport treiben…

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Am Warmduscher-Cache sind wir dann unbemerkt vorbeigelaufen, was uns irgendwann auch dämmerte. Aber da wir wussten, dass weiter hinten auch noch der Brunnenwerk-Cache liegen musste und die Fußspuren im Matsch eindeutig bezeugten, dass wir noch auf dem richtigen Weg waren, gingen wir munter weiter und behielten den Warmduscher für den Rückweg im Hinterkopf.

Und kurz bevor es dann durch die letzte (knapp bemessene) Öffnung in den finalen Raum ging, stießen dann noch zwei weitere Cacher auf uns, so dass wir und die folgende Location zu viert ansehen konnten.
Und wow, war das Überraschung. Sowas hätte ich unter der Erde nicht wirklich erwartet: Ein alter verlassener Luftschutzraum (ehemals wohl mit Zugang über das Justizgebäude oder so), der in der Zwischenzeit wohl von irgendwem in einen “Partykeller” umfunktioniert wurde:

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Echt sehenswert und auch ein schönes Abenteuer da hin zu kommen.
Am Ende sieht man zwar aus wie Sau, aber das kann man ja alles wieder rauswaschen (die Schuhe kamen allerdings sofort in den Müll…).
Und da es in Ulm noch 6-7 weitere Untergrund-Caches gibt, wird das sicher nicht mein letztes Abenteuer dieser Art gewesen sein…

Mehr Fotos gibts im zugehörigen Flickr-Album.

 
Madonha:

Echt beeindruckend, aber was war denn dort versteckt, und wer von den 4 Suchern hat es gefunden. Muss das Fundstück für die weiteren sucher dort liegen bleiben?

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donvanone:

@Madonha: Bei Geocaches ist auf jeden Fall mal ein Logbuch versteckt, in das man sich eintragen kann. Und dann ist da bei den größeren (wie diese beiden es waren) noch eine Kiste (meist Tupperdose) versteckt, die verschiedenen Kruscht enthält. Da darfst du dir was rausnehmen, wenn du dafür was anderes reintust. Un dann gibt es noch Kruscht, der speziell fürs Geocachen gemacht ist und eine ID bei sich trägt, mit der man dann im Internet verfolgen kann, über welche Caches er schon durch die Welt gewandert ist.
Gefunden hat es einer der Hinzugekommenen, ich war viel zu sehr mit Fotografieren beschäftigt, um ernsthaft zu suchen ;-)

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donvanone:

Die Kiste oben bei den Bildern ist übrigens nicht die “Schatzkiste”. Die stand da einfach so rum…

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Sebastian:

Das hört sich ziemlich spannend an, dieses Geocatching. Vor allem deines im Untergrund hört sich klasse an und sieht auch klasse aus auf den Fotos.

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Madonha:

@donvanone: Ist ja auch nichts drin! Danke für die Erklärungen, klingt wirklich wie Abenteuer!

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donvanone:

@Madonha: Und sowas gibt es nicht nur in Ulm, sondern weltweit (auch unter Wasser…).
Also auch bei euch.

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Madonha:

Da ist ja echt viel versteckt rund um uns herum. Kann man so etwas auch rein zufällig und ohne GPS finden? Muss man sich für die Suche anmelden,oder reicht es anschließend den Fund zu dokumentieren?

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donvanone:

@Madonha: Die Dinger sind meist sehr gut versteckt, damit man die nicht zufällig findet, da sonst ja die Gefahr besteht, dass Nicht-Geocacher (“Muggels”) die Kiste entfernen, beschädigen, woanders hintun oder sonstwas.
Theoretisch könntest du aber natürlich zufällig drüber stolpern, halte ich aber für sehr unwahrscheinlich.
Und ohne GPS-Gerät kannst du die meisten Schätze auch nicht bergen.
Anmelden musst du dich, um an die Koordinaten zu kommen, kostet aber nix.
Wenn ich mal wieder daheim bin und etwas Zeit habe, können wir ja mal einen Geocache-Spaziergang machen, damit dir alle Fragen beantwortet werden

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Babba:

Könnte ein solches Abenteuer nicht auch einmal gefährlich werden? Wenn sich da unten nämlich irgend welche Gase angesammelt hätten.
In ganz jungen Jahren haben wir das bei uns zu Hause auch gemacht, zwar nicht in einem solchen Ausmaß, dennoch, wenn wir dabei erwischt wurden, hieß es: “Er dumme Buuwe, wollen er mache, dass er do unne raus kummen, wissen er eischendlisch ned wie gefährlisch dess iss?!”

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donvanone:

@Babba: Klar kann das gefährlich werden, muss man halt vorsichtig sein. Wenn man unvorsichtig über die Straße geht ist das auch gefährlich…

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Madonha:

@donvanone: Au,ja! Das machen wir!

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TKKR:

Schön, dass Dir unser Cache gefallen hat. Gerade beim Brunnenwerk ist die Gefahr von Gasen zu vernachlässigen, da durch die Fernwärmeleitung genug Konvektion besteht und somit der Luftaustausch gewehrleistet ist.

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