Fragen an meine schlauen Leser

01. Juli 2009 um 00:22 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Meine lieben Leser, jetzt habt ihr schon so oft beweisen, dass ihr eine überaus intelligente Spezies seid, darum belästige ich euch mal mit ein paar Fragen, die mir im Kopf herum schwirren und von meinem eigenen Gehirnschmalz nicht beantwortet werden können.

  • Warum ist in jeder Kirsche nur ein Wurm?
    Die SchwiegerBüs haben uns letztes Wochenende einen Eimer voller Kirschen mitgebracht und da Frau Bü ja schwer an der Diss arbeitet, war es meine Aufgabe, die Dinger zu entkernen und bis zur Weiterverarbeitung im Tiefkühlfach zu deponieren. Da das unbehandelte Kirschen aus unkontrolliertem Eigenanbau waren, musste da natürlich ein besonderes Augenmerk auf im Inneren der Kirsche hausende Würmer gelegt werden. Bei ca. einem Drittel der Kirschen wurde ich dann auch fündig. Allerdings war keine einzige Kirsche dabei, in der sich mehr als ein Wurm befand. Warum ist das so? Wie kommen die Würmer da überhaupt rein und wer überwacht das ganze und sorgt für eine gerechte Verteilung?
  • Warum ist das Spiegelbild im Inneren einer Trompete nicht spiegelverkehrt?
    Bin ich letztens bei Flickr drüber gestolpert und glaube, dass ich es mir mittlerweile erklären kann, warte aber doch lieber mal eure Lösung ab…
  • Was geht eigentlich beim HSV?
    Was genau ist der Plan dahinter, nicht nur lauter Spieler zu verkaufen oder verschenken, sondern auch noch den Sportdirektor aus seinem Amt zu befördern (dem dann auch noch andere Leute freiwillig folgen) und partout keine neuen Spieler zu kaufen. Ich verstehs nicht… (oha, gerade gelesen: Zé Roberto soll wohl kommen, das macht die Sache aber nicht wirklich viel verständlicher…)?
  • Ok, die letzte Frage braucht ihr nicht beantworten, zwei waren mir nur einfach zu wenig.

    Wobei, da fällt mir ein, ich könnte den Platz ja auch sinnvoller nutzen. Wollte hier eh schon länger mal auf ein paar Bücher aufmerksam machen, die ich zwar noch nicht gelesen habe, die aber nicht nur vom Titel her interessant klingen.
    In den ersten drei Büchern geht es genau darum, was ich hier gerade gemacht habe: Einfach erscheinende Fragen zu stellen, auf die man dann aber vielleicht doch nicht sofort antworten kann. Im Normalfall ist das ja nicht schlimm, aber spätestens wenn man mal Kinder in dem Alter hat, in dem sie alles und jeden hinterfragen (“Warum?”), sollte man da wohl mal einen Blick reinwerfen.
    Den besten Titel hat sicher “Wie dick muss ich werden, um kugelsicher zu sein?: 101 Antworten auf Fragen, die uns alle beschäftigen“, aber auch “Was macht die Mücke beim Wolkenbruch: Neue wunderbare Alltagsrätsel” (hier behaupte ich die Antwort zu wissen) und “Warum fallen schlafende Vögel nicht vom Baum?: Wunderbare Alltagsrätsel” klingen interessant.

    Aber nur Fragen beantworten ist ja langweilig, viel toller ist es ja, wenn man sich die Fragen experimentell selber beantwortet. Auch da gibt es ein BUch mit einem tollen Titel: Wie man mit einem Schokoriegel die Lichtgeschwindigkeit misst und andere nützliche Experimente für den Hausgebrauch (gleich mal auf meinem Wunschzettel gelandet). Hab darüber vor längerer Zeit was bei “Wie war dein Tag, Liebling?” (hatte ich hier mal empfohlen). Bei Amazon kann man übrigens einen Blick in die englische Ausgabe werfen. Die hat mit “How to Fossilize Your Hamster” (Wie man seinen Hamster versteinert” einen anderen, aber nicht weniger abenteuerlichen Titel.
    Bei “Wie war dein Tag, Liebling?” haben die übrigens behandelt, wie man mit Sachen, die man typischerweise eh im Haus hat, seine DNA sichtbar machen kann. Hat wohl auch funktioniert…

    Das letzte Buch ist dann ne Mischung aus beiden, es heißt “Reise zum Mittelpunkt des Frühstückseis: Streifzüge durch die Physik der alltäglichen Dinge” und hat auch sehr spannende Themen:

     

    Berühmt wurde der Physiker Len Fisher durch seine Studie über die optimale Eintunkzeit von Keksen — das brachte ihm sogar den IgNobelpreis des Szenemagazins der Harvard University ein. Im ersten Kapitel dieses Buches können nun alle Kekstunker nachlesen, wie Unmengen von Keksen unterschiedlicher Stärke Fishers Experimenten zum Opfer fielen — mal längs, mal quer, mal lang, mal kurz eingetunkt. Während wir Fisher auf seiner Entdeckungsreise begleiten, erfahren wir jedoch sehr viel mehr als das: Wir lernen, wie Wissenschaft funktioniert, wie ein Wissenschaftler sich einem Problem nähert und es handhabbar macht, welche Kräfte beim Kekseintunken eine Rolle spielen und welche Wissenschaftler mit ihren Erkenntnissen und Entdeckungen die Grundlagen für Fishers Studie gelegt haben.

    Auch in den weiteren Kapiteln — in denen es beispielsweise um Seifenblasen geht, um die optimale Kassenzettel-Überprüf-Methode, um das Saucenaufsaug-Verhalten verschiedener Lebensmittel und um das Fangen eines Balls — zeigt Fisher, wie aufregend und alltagsnah Wissenschaft sein kann.

    Kann man übrigens auch einen Blick reinwerfen.

    Ach, stop, ein Buch hab ich noch, das einzige, das ich (schon) gelesen habe (die anderen sind alle geplant, bei sowas kann ich nicht widerstehen) und daher als einziges auch tatsächlich empfehlen kann. Es handelt sich um “Das Buch der verrückten Experimente” und liegt wohl in der Richtung des letztens Buches, nämlich der Vorstellung von durchgeführten Experimenten und Studien. Dabei geht es quer durch die Wissenschaften und bleibt wirklich durchgehend unterhaltsam.
    Aber da es zu dem Buch eine Webseite gibt, brauch ich ja gar nicht viel erklären, guckt einfach mal dort vorbei.
    Und ja huch, wohoo! Es gibt ja schon ein Nachfolgerbuch. Ist auch direkt auf meinem Wunschzettel gelandet. Heieiei, wird echt Zeit, dass ich mal wieder Geburtstag habe…

    PS: Huch, das waren jetzt doch ganz schön viele Bücher, die lagen hier alle noch auf dem 2blog-Stapel rum. Lest den Artikel darum am Besten nochmal von vorne, denn jetzt habt ihr bestimmt schon die Fragen vergessen, die ihr mir doch in den Kommentaren beantworten wolltet…

     
    Conny:

    Meistens ist immer nur ein Wurm drin. Ich hatte bei 50 Kirschen meist nur 3 Würmer. Also noch weniger als Du bei Deinen. Aber ich hatte darunter auch Kirschen in denen 2 Würmer drin waren. In einer glaub ich auch 3. Keine Ahnung warum. Zufall?

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    Pleitegeiger:

    Aus den Untiefen meines Gehirns glaube ich, zu wissen: Die Fliege legt pro Kirsche nur ein Ei. Sinn ist wohl, daß der Wurm das Fruchtfleisch für sich alleine als Nahrung hat und der Nachwuchs so nicht verhungern muß.

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    donvanone:

    @Pleitegeiger: Das wäre auch meine Lösung gewesen, aber dann hab ich mich gefragt: Die Fliege? Es gibt doch tausende Fliegen. Woher weiß dann eine Fliege, dass in einer Kirche schon der Wurm einer anderen Fliege liegt?

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    Pleitegeiger:

    @donvanone: Maaaaaann. Die Fliege hängt außen an die Kirsche natürlich ein “Bitte nicht stören”-Schild, wie in jedem guten Hotel! :-)

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    donvanone:

    @Pleitegeiger: Warst du schonmal in einem Hotel, wo sich das Putzpersonal da wirklich dran gehalten hat? Noch schlimmer ist es nur mit der “Um die Umwelt zu schonen wechseln wir Handtücher nur, wenn sie auf dem Boden liegen”-Sache. Das hat noch kein Hotel in dem ich war wirklich durchgezogen…

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    Pleitegeiger:

    @donvanone: *grummel* Vielleicht ist das Fliegen-Putzpersonal ja besser erzogen und hält sich wirklich dran?

    Hm. Oder es gibt wirklich eine Art Markierung außen an der Kirsche, die andere abhält. Duftstoffe? Hebt die Fliege hundemäßig das Bein, nachdem sie das Ei gelegt hat?

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    Pleitegeiger:

    Hach, dieses Google ist schon ne super Erfindung. Guckstu hier.
    Mehrfachbelegung doch nicht ausgeschlossen, aber offenbar eher selten.

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    donvanone:

    @Pleitegeiger: Ui, dankschön. Wär das also schonmal geklärt…

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    Olli_S:

    OK, widmen wir uns Frage 2:
    Hm, würde sagen, das liegt an der Krümmung des Schalltrichterst – das Bild ist nicht ungespiegelt, sondern sogar doppelt gespiegelt.
    (-: | :-)

    Und zur dritten Frage – hm – seitdem ich letzte Woche gesehen habe, dass in Hamburg direkt neben dem HSV Scientology haust, sag ich da besser gar nix mehr dazu! (-;

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    Madonha:

    Hab auch noch ne Antwort auf die erste Frage.
    Die Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi) ist eine Fliege aus der Familie der Bohrfliegen (Tephritidae). Sie ist der bedeutsamste Schädling im Süßkirschenanbau, da sich ihre Made in Kirschen entwickelt. Hier kannst du noch mehr darüber lesen.

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    Madonha:

    Oh, hab vergessen zu erwähnen, dass Leute, die in unbehandelten Kirschen keine Maden finden, entweder so früh dran sind, dass die Tierchen noch im winzigen Ei stecken, oder dringend eine Brille benötigen.

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    FrauBü:

    überleben diese putzigen Tierchen denn bei -18C? *festgestellt haben, dass unwissenheit besser schmeckt ;)*

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    Madonha:

    Überleben werden sie wohl nicht in der Truhe, allerdings auch nicht verschwinden. Sie überleben es mit Gewissheit auch nicht, wenn man sie mit der ungefrorenen Kirsche verspeist, alles einfach nur Geschmacksache.

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    Babba:

    Verd…!!! – Wo ich mir dolch solche Mühe gab euch nur Kirschen mit exakt einem Protein-Mädchen zu ernten.
    Madonha, – Sorrhihihi! Muss wohl die Eimer vertauscht haben?!

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