Eat Poop You Cat – Vom Staubsaugerroboter zum C64 spielenden Piraten

21. Juli 2011 um 12:20 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Jorge Garcia ist ja nicht nur ein Schauspieler (Hurley aus Lost), sondern bloggt auch, podcastete (über Lost) und ist leidenschaftlicher Brettspiele-Fan, was ihn mir nur noch sympathischer macht.

So bloggte er vor einiger Zeit über die (noch bis Ende des Monats kostenlose) iPhone App iDixit zum (sehr schönen) Spiel des Jahres 2010 “Dixit”, da er da dringend Mitspieler brauchte. Ich erwähne das hier nur, weil es immer noch nicht genug Mitspieler sind, ich hab noch nie ein Spiel spielen können, da nie ein anderer Spieler online war…

Vor kurzen hieß es dann: “We Have A New Favorite Game At The House”, was meine Ohren (bzw. Augen) natürlich enorm spitzte.
Dort stellte er Telestrations und Cranium Scribblish vor, die beide sehr ähnlich sind. Zu “Telestrations” gibt es hier ein Review- und Erklär-Video, ich kann es aber auch in wenigen Sätzen erklären: Über Karten und Würfel wird für jeden Spieler ein Wort bestimmt, welches er auf einen Zettel schreiben muss. Dann gibt er den Zettel an den nächsten Spieler weiter, dieser schaut sich das Wort an und malt es darunter. Der nächste Spieler sieht nun nur noch das Bild und schreibt darunter, was er sieht. Der darauffolgende Spieler sieht wieder nur dieses Wort und muss es malen. Und so weiter, bis das Papier voll ist, oder jeder einmal dran war. Man kann da am Ende dann auch Punkte vergeben, macht aber wohl kaum einer, da es nur um den Spaß geht.

“Cranium Scribblish” geht nun ziemlich genauso, nur dass es hier nicht um einzelne Wörter geht, sondern um ganze Sätze, die gemalt werden müssen, was das ganze in meinen Augen nochmal deutlich lustiger macht.
Und wenn man dieses Spiel nicht kauft, sondern einfach mit Stift und Papier spielt und sich die Sätze selber ausdenkt (statt sie sich von Karten vorscheiben zu lassen), dann nennt sich dieses Spiel in Amerika wohl Eat Poop You Cat und wurde beim gestrigen Spieleabend gleich mal von uns getestet (der Vorteil gegenüber Papier und Stift ist bei “Telestrations” übrigens, dass es dort abwischbare Blöcke gibt, was das ganze etwas komfortabler macht).

Hier unser Highlight der siebenköpfigen Spielrunde:

Aus “Der Ehemann steht einsam vor dem Kino, während seine Frau Harry Potter 7-2 schaut.” wurde am Ende “Bei der Theateraufführung fechtet der Mann mit Schwert und Buch bewaffnet den Bettkampf seines Lebens aus.”, was so ausssah:

Den Verlauf von “Mona Lisa war eigentlich ein Mann – Oh Schreck!” kann ich euch hier nicht zeigen, da das in Richtung “homoerotisches Männermagazin” abdriftete.
Aber meine Mona Lisa kann ich euch zeigen (ich war der erste, der zu dem Text das Bild malen musste und meine Nachfolgerin hat das Bild sogar exakt richtig gedeutet). Man beachte, dass ich sogar den geschwungenen Weg links neben der Frau Lisa mit aufgenommen habe (hier das Original zum Vergleich), da hat sich der Kunst Leistungskurs damals also doch gelohnt…

Und mein harmloser Einstiegssatz “Highlight des Ulmer Nabadas war ein Junge, der auf zwei Schwänen Wasserski fuhr.” nahm dann auch eine dramatische Wendung:


“Beim Nabada ertrinkt ein Mensch, während alle anderem dem Menschen zujubeln.”

Auf BoardGameGeek (quasi das IMDb für Spiele) gibt es noch viele weitere lustige Ergüsse aus anderen Spielrunden.
So wird aus “Molly in a Spaceship flying to Saturn” dann (nachdem es zwischenzeitig mal um Pizza ging) “A sad man dreaming of dice (it’s me)”, oder “Only the good die young” wird zu “Three Vikings visit Christ” und “They had been fighting for the longest time” wird zum ganz abstrusen “Having considered all possible orientations, he realized he would be unhappy no matter how the piece of wood was placed.”

Vor einer Woche wurde übrigens Telesketch für oPhone, iPod touch und iPad veröffentlicht, damit kann man das ganze dann auch online spielen (ebenfalls kostenlos). Und da man hier nicht zeitgleich anwesend sein muss, geht das dann auch wirklich (nicht so wie bei iDixit). Momentan hängt sich das aber noch ziemlich oft auf, wenn man (etwas umständlich) die Vorgeschichte seiner Bilder anschauen will.

PS: Auch ein sehr gutes Malspiel (bei dem man nicht malen könne muss) ist Identik. Muss ich hier bei Gelegenheit auch mal vorstellen…

 
Madonha:

Sollte man die 2 Schwäne auf dem Nabada-Bild erkennen können? Ich sehe keine!
Ist das erste Piratenbild auch von dir?

Wenn du deinen Sohn noch ein klein wenig üben lässt, kannst du ja bald mit ihm solche lustigen Spiele spielen.
Das sieht wirklich nach großem Spaß, ohne großen Aufwand aus.

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donvanone:

@Madonha: Nein, da sind keine Schwäne mehr, das ist das letzte Bild dieser Reihe (nur auf dem ersten waren die Schwäne drauf), zu dem dann der nachfolgende Text geschrieben wurde. Die Leiche kam aber schon ein paar Bilder vorher ins Spiel..
Und nein, bei den Piratenbildern ist keins von mir, da stammt von mir der zweite Text, also der, der den Tod ins Spiel bringt.
Aber das Bild mit dem Mann auf dem Bett auf der Theaterbühne ist von mir (und halt das Mona Lisa Bild, sonst keins auf dieser Seite)

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