DTdoT: HSV

11. Februar 2007 um 20:20 von DonsTag der offenen Tür | Kommentar abgeben | Trackback

Dieser Beitrag gehört zur Reihe “DonsTag der offenen Tür” und wurde von  Ghost Dog verfasst. Darum gibt er nicht unbedingt die Meinung von donvanone wieder.

Reden wir mal über den HSV.

Auf der Website des HSV steht es links oben: In der Bundesliga seit 43 Jahren, 170 Tagen, 6 Stunden, 48 Minuten und 10 Sekunden (Stand: 10.02.07 22:48 Uhr). Heute hat das Team mit einem kleinen, aber sehr wichtigen Erfolg gegen eine zweitligareif spielende Borussia aus Dortmund drei Punkte für den Verbleib des Counters auf der Vereinshomepage gesammelt.

Aber reden wir mal über das Wie.

Der HSV hat das Spiel 3:0 gewonnen. Dem 1:0 ist eine klare (und meines Erachtens nachträglich mit einer Spielsperre zu versehenen) karnevalsreife Schwalbe von Mehdi Mahdavikia vorausgegangen. Es ist müßig, darüber zu spekulieren, wie das Spiel ohne diese Fehlentscheidung verlaufen wäre. Dortmund hätte das Spiel womöglich auch ohne irrelugäre Hilfsmittel des Gegners verloren. Aber es ist bezeichnend für die Saison des HSV, dass ausgerechnet eine Unsportlichkeit als Wegbereiter für den zweiten Saisonsieg herhalten muss.

Die Saison der Hamburger ist bisher durch Pech und Unvermögen gekennzeichnet. Pfostentreffer in der Nachspielzeit (1. Spieltag) und Eigentore (17. Spieltag) verhindern Siege, Sonntagsschüsse (20. Spieltag) und schlechte Mannschaftsleistungen (14. Spieltag) besiegeln Niederlagen, Undiszipliniertheiten (15. Spieltag) und Verletzungen schwächen die Mannschaft. Hinzu kam in Thomas Doll ein Trainer, der mit jedem Punktverlust ratloser wurde und seinem Team nicht das Selbstbewusstsein einflößen konnte, das es dringend benötigt. Huub Stevens ist seit acht Tagen Trainer. Mehr kann man zu ihm noch nicht sagen.

Der HSV ist trotz des Sieges weiterhin auf dem 18. Platz, jedoch nur zwei Punkte hinter dem VfL Bochum, der momentan 15. ist, aber erst morgen spielt. Der nächste Gegner heißt Werder Bremen, die die letzten beiden Spiele verloren haben. Für den Verlierer dieses Spiels rückt das Saisonziel (Klassenerhalt vs. Meisterschaft) in weite Ferne.

Der HSV muss meines Erachtens nach aus den verbleibenden sieben Heimspielen mindestens fünf Partien gewinnen, um dem Abstieg zu entrinnen. Denn das schwere Auswärtsprogramm (Schalke, Hannover, Bayern, Nürnberg) wird für den HSV in seiner aktuellen Verfassung kaum erfolgreich zu bestreiten sein.

Es bleibt den Rautenfans lediglich die Hoffnung, das auf der Website nicht bald steht: In der Bundesliga gewesen für 43 Jahre, 268 Tage, 1 Stunde, 15 Minuten und 30 Sekunden.

[Letztens in der Fußgängerzone habe ich russische Querflötenspieler in Stereo gehört und wollte nach zwei Minuten freiwillige Ausreise beantragen.]