DonsFilmkritiken Juni, Juli, August 08

01. September 2008 um 21:00 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Eigentlich wollte ich ja immer am Monatsende meine Filmkritiken aus der Sidebar hier zusammenstellen (da die da ja eh keiner liest), aber irgendwie war in Juni und Juli so wenig los in Sachen Filme gucken (da haben wir uns mehr auf Serien fixiert), dass sich das nicht gelohnt hätte. Darum jetzt einfach mal drei Monate zusammengefasst:

 Saw II (6/10)
Der erste Saw-Film war ja ein richtiger Knaller, der mich richtig begeistert hat. Danach hab ich dann keinen teil mehr gesehen, weil die Kritiken ja allesamt vernichtend waren (keine Handlung, nur immer grausamere Morde). Als Frau Bü dann aber in Barcelona war und ich nach dem EM-Spiel gegen Kroatien was anderes als Fußball brauchte, hab ich dann doch zu Saw II gegriffen. Denn wen die Frau mal weg ist, kann man ja die Filme gucken, die man sonst nie gucken darf (im September ist sie in Mailand, da werde ich mir dann den Simpsons-Film angucken, dem ich auch sehr skeptisch entgegen stehe).
Und mein Fazit? Ich denke es lag an der arg pessimistischen Grundeinstellung, aber ich fand den Film nicht wirklich schlecht. Der Oberknaller war es nicht, aber schlecht war er wirklich nicht. Vor allem das Ende fand ich gut, da hab ich nicht mit gerechnet und war positiv überrascht.
Also werde ich mich wohl auch noch an den dritten Teil wagen, auch wenn der noch schlechter sein soll…

 Hancock (7/10)
Den allgemeinen Tenor, dass der erste Teil des Films so toll wäre und der zweite dafür grottig schlecht, kann ich so nicht unterschreiben. Ich fand beide teile solala. Kann schlecht sagen, was mir da gefehlt hat (definitiv nicht der “Oberschurke”, den brauchte der Film meiner Meinung nach gar nicht, denn einen richtigen “Superheldenfilm” wollte ich ja nicht sehen, da bin ich (abgesehen von den neuen Batman-Filmen) so überhaupt gar kein Fan von), aber irgendwie hatte ich mir mehr erhofft. Enttäuscht war ich aber auch nicht. Leicht unbefriedigt vielleicht…

 Mr. Brooks (3/10)
Ööööööde!
Wer in die Seele eines Serienkillers gucken will, der soll Dexter gucken, aber “Mr. Brooks” ist einfach nur langweilig und merkwürdig. So schlecht, dass man selber Mordgedanken bekommt…
Allein schon die zwei Darsteller um die gespaltene Persönlichkeit des Haupdarstellers in Form von dämlichen Dialogen darzustellen geht gar nicht.
Hach, wann geht nur endlich die dritte Dexter-Staffel los… (ja, ich weiß… im September)

 27 Dresses (5/10)
Auf dem Flug von Ägypten nach Deutschland. Den Hinflugfilm (irgendwo ein Asterix Realfilm) hab ich mir nicht angetan. 27 Dresses lag gerade noch über der “da langweile ich mich lieber”-Schwelle.
War dann auch wie erwartet: 08/15-Kost. Die Story, dass irgendein Reporter über irgendwen schreiben soll, sich dann verliebt und die Beziehung ein großes Problem bekommt, als der Artikel dann überraschenderweise veröffentlicht wird, ist aber auch wirklich langsam abgenutzt.
Besser als langweilen war es dann aber doch, wenn auch nicht viel besser…

 Vielleicht, vielleicht auch nicht (7/10)
Die Story erinnert an “How I met your mother”: Die Eltern eines Mädchens wollen sich Scheiden lassen und das Kind besteht darauf, dass der Vater ihr erzählt, wie er denn ihre Mutter damals kennengelernt hat. Er erzählt also die Geschichte, in der drei Frauen eine Rolle spielen, lässt aber bis zum Ende offen, welche der drei potentiellen Kandidaten denn nun die Mutter ist.
Tatsächlich kann die Story den Film nicht wirklich tragen, zwischendurch wird es doch arg träge und langatmig. Das Ende ist dann aber doch ganz nett, ich hab ein schlimmeres Happy-End erwartet…
How I met your mother ist aber auf jeden Fall vorzuziehen…

 Batman Begins (8/10)
Bevor es in “The dark knight” geht, musste der Vorgänger nochmal angeguckt werden. Wie praktisch, dass man das auf Maxdome gerade kostenlos tun kann. Ich hatte ihn ehrlich gesagt ein wenig besser in Erinnerung und hatte die Kampfszenen nicht so unübersichtlich in Erinnerung. Weils aber ein Superheldenfilm ist, der mir ausnahmsweise gefällt, geb ich dann doch 8 Punkte, denn das muss man erstmal schaffen…

 The Good Cop (5/10)
Ein Film von Regisseur Lasse Spang Olsen, der auch schon “In China essen sie Hunde” und “Old Men in New Cars” gemacht hat. Dazu in der Hauptrolle Kim Bodnia, der in eben diesen beiden Filmen den kriminellen Bruder und Restaurantbesitzer Harald gespielt hat. Und die Story dreht sich dann auch um planlose Gangster, bei denen nicht alles glatt läuft. Kann doch nur gut werden, oder? Leider nicht. War ziemlich langweilig und wirkte, stellenweise wie ein selbstgedrehter Film auf YouTube (von Farben, Ausleuchtung, Kameraführung und so weiter).

 The Dark Knight (10/10)
Einfach perfekt! Ich hatte ja Sorge, dass ich durch die ganzen Reviews zu hohe Erwartungen an den Film hätte und darum nur enttäuscht werden könnte, aber dem war nicht so. Hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Vielleicht liegts auch an dem Punkt, denn die fünf Filmfreunde bemängeln: “Die traurigste Erkenntnis ist vielleicht die, dass ‘Dark Knight’ genau das mit Batman macht, was ‘Casino Royal’ mit James Bond macht: Er entmystifiziert die Figur.” Mir haben Bond-Filme nie zugesagt, ‘Casino Royal’ fand ich aber toll. Superheldenfilme find ich zu 98% doof, ‘Batman begins’ und “The Dark Knight’ sind aber super. Evtl. lags ja genau daran. Ich fand den Film auch nie langatmig, sondern immer unterhaltsam und kurzweilig. Und dass man irgendwann denkt “Jetzt ist es zu Ende” und es dann nochmal ewig weitergeht, ist doch toll. Also natürlich nur, wenn der Film selber auch toll ist. Den Zaubertrick mit dem Bleistift habe ich übrigens sofort durchschaut (bin ja selber auch mal Zauberer gewesen). Werde ihn wohl in mein Repertoire aufnehmen, falls ich nochmal gefragt werde, ob ich nicht für einen Kindergeburtstag zaubern will ;-)

 Final Cut (4/10)
Ne, der konnte mich gar nicht überzeugen und stand immer kurz vor dem Abbruch. Gegen Ende haben wir dann auch mal 10 Minuten übersprungen, nur um dann festzustellen, dass das vorherzusehende Ende (eins von beiden Möglichkeiten) dann auch eingetroffen ist. Vielleicht bin ich auch nicht so der Dogma-Typ (Dogville fand ich aber nicht schlecht), irgendwie war mir das alles viel zu lahm. Aus der Idee hätte man sicher mehr machen können…

 Thumbsucker (8/10)
Hatte ich vorher noch nie was von gehört und nur aufgrund der merkwürdigen in Maxdome mal auf meine “vielleicht mal gucken”-Liste gesetzt. Die Kritik bei “Filmstarts” hat mich dann dazu bewegt, den Film doch zu gucken und da ich die jetzt schon verlinkt habe und sie eigentlich alles sagt, brauch ich ja jetzt nix mehr dazu schreiben ;-)

 Manufacturing Dissent (7/10)
“Bowling for Columbine” fand ich ganz großes Kino, was dann etwas getrübt wurde, als rauskam, dass da doch an einigen Stellen Fakten verdreht wurden. Aber wenn man ihn als “teilfiktionale Dokumentation” sieht, ist er immer noch großes Kino. Michael Moore wurde mir aber mit der Zeit immer unsympatischer und diese Dokumentation über Michael Moore hat meine Meinung dann auch bestätigt. “Großes Kino” war “Manufacturing Dissent” zwar nicht, aber eine nette Dokumentation, die auch mal einen anderen Blick auf Moore wirft (sonst kennt man ja nur: “Michael ist toll” oder “Michael ist ein Depp und alles was er sagt ist eine Lüge. Wählt Bush!”. Hier driftete es von der ersten Aussage im Laufe des Filmes immer weiter zu “Michael ist ein schlechter Mensch, aber seine Grundaussage ist ja schon gut”)

Abschließend nochmal der Link zu all meinen bisherigen Filmkritiken auf DonsTag.

 
bullion:

Wieder einmal ein Artikel, wie nur für mich geschrieben. Dieses Mal kenne ich die (meisten) Kritiken allerdings schon aus der Sidebar und habe deshalb nicht all zu viel dazu zu sagen (im Großen und Ganzen kann ich deinen Einschätzungen nur zustimmen und ich bin nun auch neugierig auf “Thumbsucker”).

antwortenReply to this comment
 
 
Ro:

Wer sagt denn, dass die Kritiken keiner liest?

antwortenReply to this comment
 
 
donvanone:

Hm… ok…
sagen wir, dass die da doch “weniger Beachtung” findet. Und dann kommt noch dazu, dass man die hier kommentieren kann, was in der Sidebar eben nicht geht

antwortenReply to this comment