DonsFilmkritiken für Juli 2011

01. August 2011 um 00:14 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Oh Man, unser Festplattenrekorder kommt gar nicht mehr hinterher, auf Sky all die Filme aufzunehmen, die uns bisher entgangen sind. Und wir geben uns alle Mühe, den Platz auf der Platte verfügbar zu halten, indem wir auch ganz viele Filme gucken (kritisch wird es dann ab Ende September, wenn die ganzen US-Serien wieder losgehen…).
Und mittlerweile wurde uns auch ein weiterer Vorteil an Sky klar: Filme in Originalsprache!
Und da das für die Bewertung wichtig ist, in welcher Sprache ich den Film gesehen habe (eine schlechte Synchro macht schnell kann schnell Punkte Abzug geben, da die ganze Stimmung im Eimer ist), geb ich jetzt mal noch mit an, wenn wir den Film in der Originalsprache (also englisch, mehr verstehen wir nicht, wobei wir “Wächter der Nacht – Nochnoi Dozor” damals tatsächlich in der russischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln gesehen haben. Sowas wird aber eher selten nochmal vorkommen…). Und als besonderen Service, gibts am Anfang noch ne Übersicht über die einzelnen Filme…

Diesen Monat mit dabei:
“Zweiohrküken”, “Valentinstag”, “Zack and Miri Make a Porno”, “Brothers Bloom”, “Die fast vergessene Welt”, “Star Trek”, “Up in the Air”, “Vorbilder?!”, “Planet 51″, “Für immer Shrek”, “The Box”, “Jalla! Jalla!”, “Der Fantastische Mr. Fox”, “Splice – Das Genexperiment”, “EDtv – Immer auf Sendung”, “Sterben für Anfänger”, “Inglourious Basterds”, “Nachts im Museum 2″ und “Sleepers”.

Was Herr Schweiger ja richtig gut kann, ist, seine Filme nicht wie deutsche Filme aussehen zu lassen. Kameraeinstellungen und vor allem die Farbgebung und Lichtstimmung sind bei seinen Filmen oft richtig schön. Wenn er halt nur nicht immer selber mitspielen müsste. Zweiohrküken ist dann von der Story auch ungefähr das, was man erwartet hat: Ein schlechterer Keinohrhase. Das Küken hat dann im Film auch nur einen Miniauftritt, um den Titel zu rechtfertigen, Fäkal-Humor ist kacke und Riesenschwänze brauch ich auch nicht sehen. Die kleineren Probleme in einer längeren Beziehung sind dann schon ganz nett dargestellt, aber das reicht eben nicht. Dafür ist der Rest der Story dann doch etwas zu dünn und konstruiert. 6 Punkte nur, weil es so schön anzuschauen ist…

Was für eine Besetzung. In diesem Film geben sich die Stars die Klinke in die Hand. Doch nicht immer ist Masse auch Klasse und so bleibt es meist dabei, sich über die Stars zu freuen, oder langsam zu erkennen, wie die einzelnen Figuren alle zusammenhängen (was aber eigentlich total egal ist). Sonst ne Menge Kitsch (wie bei dem Titel nicht anders zu erwarten) und ein paar Lacher. Aber nichts, was man jetzt wirklich gesehen haben muss… (Auf englisch gesehen)

Nö, da hätte man mehr draus machen können. (Auf englisch gesehen)

Ein sehr merkwürdiger Film, der die verschiedensten Genres und aber auch Zeiten (durch die Kostüme) kombiniert. Die Hauptdarsteller (Ausnahme: Rachel Weisz) schaffen es aber irgendwie nicht, Sympathien oder zumindest Interesse für ihre Rollen zu wecken. Stellenweise (der Buchklau in Prag) dann doch recht lustig, manchmal muss man aber zu lange warten, bis mal wieder was passiert. Schade… (Auf englisch gesehen)

Was ein unglaublicher Quatsch. Trashigster Klamauk ohne Grenzen. Aber irgendwie dann doch ganz lustig… (Basiert natürlich auf der gleichnamigen TV-Serie aus den 70ern (deutscher Titel “Im Land der Saurier”, die ich als Kind auch gesehen habe. Hier kommen Erinnerungen hoch… (Auf englisch gesehen)

Star Trek ********** (5/10)

Ich hab noch nie einen Star Trek Film gesehen, da ich auch bei der Serie schon nach 5 Sekunden den unbedingten Umschaltzwang in meinen Fingern verspürt habe. Ist einfach nichts für mich. Jetzt hat mich Frau Bü überredet, J.J. und Lindelof griffen ihr unter die Arme und so sah ich ihn mir also an. Und was soll ich sagen: Ist einfach nichts für mich. Und stellenweise war es ähnlich absurd wie in “Die fastvergessene Welt” (die Szene mit dem Monster auf dem einen Planeten, dass dann von dem anderen Monster gefressen wurde erinnerte stark an die T-Rex-Verfolgungsjagd und die Imfusionssache mit den dicken Händen gehört definitiv auch dazu). War also auch der letzte Star Trek Film…

Genau so muss ein “Liebesfilm” aussehen, den ich mir mit anschauen würde. Von Anfang bis Ende. Ok, Frau Fü ist da anderer Meinung (vor allem was das Ende angeht), aber hey, irgendwo müsen ja Kompromisse gemacht werden, wenn man Männer zu Liebesfilmen bringen will… Und ich sollte mir den Namen “Jason Reitman” mal merken, denn nach “Thank you for smoking” und “Juno” ist das nun der dritte Film, der mir vom Stil her absolut zusagt. (Auf englisch gesehen)

Mal was anspruchsloses für Zwischendurch.

Planet 51 ********** (8/10)

Den Trailer fand ich sehr witzig gemacht (Astronaut landet auf einem Planeten, rammt seine USA-Fahne in den staubigen Boden und entdeckt dann die Außerirdischen-Familie, die in ihrem Vorgarten neben ihm grillen), ich war aber nicht sicher, ob der Film auf Dauer taugt. Tut er aber. Die Animationen sind sehr gut (nur die “Haare” der Aliens / Ureinwohner find ich etwas merkwürdig, ebenso die Augenbrauen), das Design der anderen Welt (mit vielen vielen Kreisen) sehr detailliert und schick, die Story ist spannend, die Referenzen an andere SiFi-Filme ausgiebig vorhanden und auch sonst passt alles. War positiv überrascht. (Auf englisch gesehen)

Der dritte Teil hatte mir die Lust auf noch mehr Shrek irgendwie genommen und so gab es den vierten Teil mit einer guten Portion Skepsis jetzt nur auf dem TV-Bildschirm. Und da die Macher einfach mal alles ungeschehen gemacht haben, was bisher passierte, müssen sie sich keine Sorgen machen, wie sie aus den eingefahrenen Bezieungen doch noch irgendwas rausholen und sich dabei nicht von den viel zu vielen Kindern der Hauptdarsteller abhalten lassen (die müssten ja dann umsorgt werden). Schiebt man aber alles wieder auf Null, hat man das Problem mit den Kindern nicht, kann auch wieder ein wenig Romantik reinbringen, weil sich alle ja wieder neu lieben lernen müssen und kann die Charaktere mal von ganz anderen Seiten zeigen. Hat mir sehr gut gefallen und so bin ich mit Shrek wieder versöhnt. (Auf englisch gesehen)

The Box ********** (4/10)

Was ein merkwürdiger Film, der immer nur abstruser wurde. Die Grundidee klingt klasse (ein fremder bringt einem Ehepaar eine Kiste mit einem Knopf vorbei. Wenn sie diesen Knopf drücken, bekommen sie eine Million Dollar, dafür stirbt aber ein Mensch, den sie nicht kennen). Das ganze basiert auf einer Kurzgeschichte und wurde auch schon in einer Folge von “The Twilight Zone” verfilmt. Und wenn ich mir jetzt auf Wikipedia die Plots zum Original und der Twilight-Folge durchlese, wird klar, dass der ganze absurde Kram nur für den Film erfunden wurde, um auf eine gewisse Länge zu kommen. Und ausgehend von den Plotbeschreibungen, halte ich die Twilight-Geschichte für die beste, denn die hört da auf, wo ich auch im Film den Cut machen würde. Das nicht ganz so gute Ende des Buches, wurde im Film übrigens auch mal nebenbei als eine Lösung erwähnt… Aber nein, den Film nicht gucken, auch wenn man die Grundidee toll findet, lieber irgendwo nach der Twighlight Zone-Folge suchen… (Auf englisch gesehen)

Erst dachte ich, ich hätte was falsches aufgenommen und da versehentlich irgendeinen Softporno programmiert, so schlecht waren die Synchronstimmen und die Klamotten der Schauspieler. Als dann auch noch ein Mann bei einer ihr wohl eher unbekannten klingelt, nach Mehl (?) fragt und dann irgendwann abrupt “Sex?” fällt und die beiden im Bett landen, wuchsen meine Zweifel. Waren dann aber unbegründet, war schon der richtige Film. Halt nur mit ner miesen Synchro und nem billigen Look. Und ner nicht wirklich packenden Story. Hab darum auch einen Teil des Filmes verpennt…

An die sehr starren Figuren und die ungewohnte Animation muss man sich erstmal gewöhnen, dann macht es aber Spaß. Die (englischen) Sprecher machen einen guten Job und die musikalische Untermalung ist gute Laune fördernd, muss mich glaub mal nach dem Soundtrack umsehen. (Auf englisch gesehen)

Hm… wurde auch immer abstruser und merkwürdiger, da hätte man mehr draus machen können. Komischer Film… (Auf englisch gesehen)

Ein Jahr nach der Trueman Show kam EDtv. Diesmal weiß der Hauptdarsteller aber, dass sein Leben nonstop im TV gesendet wird und um ihn rum sind auch nur echte Menschen. Das macht das ganze natürlich nicht unkomplizierter, wenn man von allen erkannt wird und die Freunde alles im TV mitbekommen. Und diese Idee ist in dem Film sehr gut umgesetzt. Erst freut man sich über den Ruhm, versucht es irgendwie für sich zu nutzen, bis es viel zu viel wird und dann merkt man erst, was für Knebelverträge man unterschrieben hat. Trueman ist glaub besser (ewig her, dass ich den gesehen hab), aber EDtv ist besser, als ich gedacht hätte… (Auf englisch gesehen)

Peter Dinklage! Mein Held aus “Game of Thrones”… Und sonst? Eine Priese schwarzer Humer, eine Priese “ups, da wollte jemand Valium nehmen, in Wahrheit waren es aber Drogen”, die aber viel zu oft reingeschüttet wurde und ein paar witzige Szenen. Das Ende fand ich dann etwas fad, daher nur 6 Punkte. Und gerade seh ich, dass die Amis eine Remake gemacht haben, mit Chris Rock, Tracy Morgan, Martin Lawrence und … Peter Dinklage! Sieht aber im Trailer (der viele 1:1 Szenen hat) nach noch mehr Klamauk aus…

Selten so über Nazis gelacht. Köstlicher Film, was ich aufgrund der teilweise abstrus wirkenden Besetzung (Till Schweiger in einem Film mit Brad Pitt? Und dazu noch Mike Mike Myers. Und Daniel Brühl?), nicht für möglich gehalten hätte. Es war aber die perfekte Entscheidung, für die Darsteller der Personen der jeweiligen Länder auch Schauspieler mit entsprechender Herkunft zu nehmen. Ok, in der deutschen Fassung merkt man davon nichts, weil Amis, Engländer und Deutsche alle die gleiche Sprache sprechen, aber wenn man sich (und das sollte man! Auf JEDEN FALL!!!) die Originalfassung anschaut, dann ist das ein faszinierendes, dreisprachiges (die Franzosen sind auch in der deutschen Fassung in Originalsprache und untertitelt) Erlebnis. Wir hatten den Original-Ton, aber die Untertitel zum deutschen Film, d.h. nur die Franzosen wurden untertitelt. Und wären das jetzt uS-Schauspieler gewesen, die deutsch gesprochen hätten, hätten wir da wohl auch Untertitel gebraucht, man kennt das ja “deutsche” Kauderwelsch aus diversen Serien, wo man dann kein Wort versteht. Nicht so hier. Außerdem verblüffend, wie einem kaum auffällt, wenn die die Sprache wechseln… Naja, weiter: Der Akzent von Brad Pitt ist saukomisch (erst Recht, wenn er versucht italienisch zu sprechen) und in der deutschen Synchro natürlich zu 0 Prozent vorhanden. Christoph Waltz hat den Oscar absolut verdient, spielt einen sehr coolen Charakter und ist mal krass merkwürdig drauf. Und wo ich hier also gar nicht auf den Film an sich eingehe, sondern nur auf Sprache und Synchronisation: Bisher hatte ich wohl ein falsches Bild von Diane Kruger. Ich dachte nämlich nach den deutschen Fassungen von den “Tempelritter”-Filmen, dass sie vielleicht schauspielern kann, aber eine grottenschlechte Synchronsprecherin ist und sich nie im Leben hätte selbst synchronisieren dürfen. Nun spricht sie aber in diesem Film direkt deutsch, also ohne sich synchronisieren zu müssen (was sicher nicht leicht ist) und ist dabei genau so schlecht. Total künstlich, aufgesetztes Lachen, vollkommen unpassende Betonungen mit fehlendem “Leben” in den Texten, so als stünde sie eben vor einem Pult und würde den Text nur vorlesen. Grausam! Jetzt bleibt mir noch der Glaube, dass sie ja vielleicht auf englisch Schauspielern und reden kann, aber da wird sie mich vermutlich auch noch vom Gegenteil überzeugen. Aber egal, klasse Film, auf jeden Fall angucken und auf JEDEN Fall in der Originalfassung. Oh, und lest euch diese Beindouble-Story durch (von unten nach oben), sehr amüsant… (Auf englisch gesehen, ach…)

Wir brauchten mal was anspruchsloses. Aber dann war es doch zu platt, vorhersehbar, eintönig und unspannend. Ein paar nette Ideen, aber das wars. Nö… (Auf englisch gesehen)

Sleepers ********** (7/10)

Ich muss gestehen, dass ich den Film während des Bügelns gesehen habe (wird Zeit, dass die Bundesliga wieder los geht und ich regelmäßiger dazu komme, sonst sind das immer riesige Berge, die sich anhäufen…) und so ab und an den Überblick verloren habe, wer am Ende wer war und mit wem wegen was jetzt nen Deal gemacht hat. Darum schreib ich auch gar nicht mehr. Können auch 6 oder 8 Punkte gewesen sein, mangels 100 Prozentiger Aufmerksamkeit wähle ich die goldene Mitte und hoffe, dass es passt ;-)

 
Josie:

Jalla! Jalla! ist im schwedischen Original definitiv besser als in der Synchro. Und dass skandinavische Filme bisweilen etwas durchgeknallt sind, weiß man ja. Vom selben Regisseur ist übrigens auch Kops, der um Längen besser ist als Jalla! Jalla!

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donvanone:

@Josie: Kann nur besser sein, die Synchro war echt das Letzte.
Und ja, Kops hab ich vor ein paar Jahren auch gesehen und fand ihn deutlich besser.

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bullion:

Wow, was für eine neue Flut an Kritiken. Dass das bei dir aber auch immer so geballt kommen muss… ;)

“Zweiohrküken” fand ich ja wirklich schlecht und das obwohl mir der erste Teil richtig gut gefallen hat. Nee, das war für mich so rein gar nichts.

“Star Trek” hat mir dagegen sehr gut gefallen. Mag aber auch generell was J.J. Abrams so in seiner Schmiede produziert.

“Für immer Shrek” kommt bei mir sogar noch ein Stück hinter dem dritten Teil. Der Reihe ist in meinen Augen endgültig die Luft ausgegangen. Die ersten beiden Teile liebe ich aber nach wie vor.

“Inglourious Basterds” ist großartig, keine Frage.

Die restlichen Filme sagen mir nur vom Hören/Lesen etwas. In ein paar werde ich bestimmt mal reinschauen, in die anderen wohl eher nicht. So oder so wieder schöner Content für mich als Zielgruppe… :)

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donvanone:

@bullion: Warum “geballt”? Du musst ja nur immer mal wieder links in die Sidebar gucken, dann kriegst du die Kritiken über den Monat verteilt, einigermaßen aktuell rein.
Und nach deinem Kommentar war ich dann doch überrascht, dass ich Zweiohrküken ganze 6 Punkte gegeben hab. Kann ich mir jetzt nicht mehr erklären…

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Andre:

Ich finde, du hast deine Bewertungen ganz gut getroffen! Habe fast alle Filme gesehen, aber Star Trek ist so gar nicht meins!

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