DonsFilmkritiken für Februar, März und April 2012

03. Mai 2012 um 10:26 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Das war nämlich so: Im Februar hatte ich nur 3 Filme gesehen und fand das etwas wenig für eine monatliche Zusammenstellung. Darum wollte ich noch auf den März warten und hab die Zeit lieber investiert, um das Filmbewertungsplugin, zu dem ich mir schon eine monatliche-Zusammenfassungs-Erstellung geschrieben habe, auch noch um eine themoviedb-Anbindung zu erweitern, um euch dann ganz automatisiert hier auch noch schicke Filmplakate einbinden zu können um das ganze noch ein wenig attraktiver zu machen.
Anfang Mai war ich dann aber in Urlaub und dann war da schon Ostern und so weiter und so blieb das ganze weiter liegen. Und jetzt ist Anfang Mai und hier liegen 13 Filmbewertungen rum (ok, gelogen, die musste ich alle noch schreiben. Argh!). Jeden Monat war übrigens ein “wenige Personen hängen an einem Ort fest”-Film dabei (lebendig begraben, auf einem Skilift und eingeklemmt in einem Felsen). Und durch das andauernde Aufschieben können die hier jetzt direkt miteinander verglichen werden. Hat sich doch gelohnt!

Diesen Monat mit dabei:
“Unstoppable – Ausser Kontrolle”, “Der Plan”, “Buried – Lebend begraben”, “Wo die wilden Kerle wohnen”, “Paul – Ein Alien auf der Flucht”, “Bolt – Ein Hund für alle Fälle”, “Küss den Frosch”, “127 Hours”, “Iron Sky”, “Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten”, “Vincent will Meer”, “Frozen” und “Die Schlümpfe”.

Ein Zug muss gebremst werden, ein Zugführer-Neuling und ein Fast-Rentner nehmen sich der Sache an, mögen sich erst nicht, lernen sich kennen, schaffen es natürlich nicht sofort und am Ende dann auf eine Art, wo man sich fragt, warum das nicht früher (nochmal) jemand probiert hat. Kennt man alles schon, nix besonders, kann man getrost links liegen lassen… (auf englisch gesehen)

 
Der Plan ********** (6/10)

Was macht man, wenn man eine interessante Grundidee hat (Schicksal gibt es nicht, alles wird von einem großen Bürokratie-Apparat überwacht und gesteuert, bis auf einmal jemand dahinter kommt), diese aber eher für einen Kurzfilm reicht und man keine Ahnung hat, wie man das auf Spielfilmlänge strecken soll? Genau: Eine Romanze mit einbinden. Und wie finde ich das: Doof! Da hätte ich mir lieber den Kurzfilm angesehen, der die Idee dann besser abhandelt. (auf englisch gesehen)

 

Der erste der “wenige Personen hängen an einem Ort fest”-Filme für diesen Zeitraum. Hier ist es ein Mann, der lebendig begraben wurde (netterweise mit Handy, was aber auch keine wirkliche Hilfe ist, wie jeder weiß, der irgendwann mal in irgendeiner Hotline-Schleife hing) und auf Rettung (oder Bezahlung des Lösegeldes, das für ihn gefordert wird) hofft. Unser Fehler war, dass wir diesen Film auf deutsch gesehen haben (ging leider nicht anders), denn die deutsche Stimme hat irgendwie gar nicht zu dem Typ gepasst. Der Fehler des Films war, dass er ein wenig zu lang war und dann mit einer Schlange, die zufällig auch noch auftauchte, unnötig Zeit geschunden wurde. Hat dann aber weder zur Story beigetragen, noch wirklich Spannung erzeugt. Unnötig. Auch diverse atemberaubende Kamerafahrten im “Grab” (wirklich 100 es Films fanden dort statt, was schonmal löblich ist) hätte man sich sparen können. Das Ende war dann fast noch das Beste am Film.

 

Ich muss gestehen, ich kannte das Kinderbuch nicht und hab es mir erst nach Sichtung des Films von einem Christopher Walken-Imitator vorlesen lassen. Da war ich dann erst einmal schockiert, dass dieses Buch ja mal gar keine Handlung hat. Wie auch immer man dann auf die Idee kommt, dieses zu Verfilmen ist mir sehr suspekt. Dass man dann auch noch auf die Idee kommt, ein handlungsloses Kinderbuch in einen höchst depressiven (Junge flüchtet in eine Fantasiewelt, weil er sich unverstanden und vernachlässigt fühlt, die Monster in dieser Fantasiewelt sind sich aber auch nicht grün und flüchten teilweise selber in eine Fantasiewelt) und traurigen Film zu konvertieren, der sicher nichts für Kinder ist (und das nicht nur, weil einem Monster beim “Krieg spielen” spontan und ohne Vorwarnung einfach mal ein Arm rausgerissen wird, was nicht gerade unblutig verläuft), ist noch eine ganz andere Sache. Aber eine, die mir gefällt, denn der Film hatte wirklich was, auch wenn es absolut nicht das war, was ich erwartet habe (wobei ich auch nicht wirklich viel erwartete, außer dem Hype kannte ich ja nichts…). Ich empfehle jetzt einfach mal noch das Review bei den Fünf Filmfreunden, da ich da fast jeden Satz voll unterschreiben würde und mich daher nicht entscheiden konnte, welchen ich hier beispielhaft zitieren soll… (auf englisch gesehen)

 

Ich wusste, dass bei “Paul” der Regisseur fehlte, der die fantastischen Simon Pegg und Nick Frost bei “Shaun of the dead” und “Hot Fuzz” so fantastisch hat aussehen lassen. Und ich wusste, dass “Paul” daher eher solala ist. War er auch, teilweise etwas unter meinem Niveau, teilweise aber auch ganz witzig. Solala eben. Aber durchaus zu gebrauchen, um die Wartezeit auf den dritten Teil der Blood and Ice Cream Trilogy, bei der dann Edgar Wright auch wieder Regie führt, zu verkürzen. (auf englisch gesehen)

 

Nach “Tangled” hatte ich mir vorgenommen, doch noch mal ein paar der neueren Disney-Filme nachzuholen, da die Qualität da ja offensichtlich doch gar nicht so schlecht wurde. Und da es von allen Seiten immer wieder “Bolt!” hieß, fing ich also mit eben diesem an. Und ja, er war nicht schlecht, aber irgendwie auch nicht so gut, wie ich nach all den Lobeshymnen erwartet hatte. Halt doch eher ein Kinderfilm, als das, was Pixar Jahr für Jahr (die Cars-Reihe mal außen vor) so abliefert. Hatte dann aber schon ein paar gute Witze, so ist es ja nicht, wobei ich da die Tauben deutlich besser als den oft gelobten Hamster fand (auf englisch gesehen)

 

Und das ist dann ein “richtiger” Disney-Film, während “Bolt” eher wie ein disneysierter Pixar-Ableger wirkte. Klassischer Zeichentrickfilm mit den typischen Disney-Musical-Einalgen, die auch mal wieder richtig gute Musik boten (eines sehr schöne Mischung aus Jazz, Swing Gospel und Dixieland, alles eh mein Fall) und die auch mit schönen Bildern (z.B. dem Glühwürmchen-Schwarm) in Szene setzen konnten. Evtl. sogar besser leicht als Tangled. Und das, obwohl ich diesen Film hier leider nur auf deutsch sehen konnte. Da dann auch direkt ein Kompliment, dass nicht auf die üblichen synchro-untauglichen Comedy-Klappspaten gesetzt wurde, sondern auf erfahrene Sänger aus der entsprechenden Musikrichtung. Geht doch!

 
127 Hours ********** (8/10)

Hier nun der mit Abstand beste der drei “wenige Personen hängen an einem Ort fest”-Filme. Oft ist es ja so, dass man in solchen Filmen am liebsten den Hauptpersonen mal ordentlich eine ins Gesicht watschen würde, weil sie sich erbärmlich dumm anstellen und nichtmal gescheit nachdenken um auf naheliegende Lösungen zu kommen. Das ist hier ganz anders, denn der in den Felsen eingeklemmte Protagonist (gut gespielt von James Franco, dem ich nun die unglaublich hölzerne Oscar-Moderation vielleicht doch irgendwann verzeihen kann) ist zwar etwas fahrlässig (und darum in diese Situation geraten), aber auch durchaus erfahren und ganz gewiss nicht dumm und stellt sich daher meist schlauer an, als ich es mir so auf der Couch überlegen könnte. Zwar wird auch hier versucht, ein wenig mehr Spannung in die Geschichte zu bekommen (wie mit der dämlichen Schlange in “Buried”, hier ist das aber in meinen Augen ganz nett gelöst (ich spreche übrigens von dem Regen, für alle, die den Film gesehen haben). Hätte ich nicht gedacht, dass es wirklich so “unterhaltsam” (im Sinne von “es wird einem nicht langweilig”, leichte Kost ist es eher nicht) sein kann, jemandem über eine Stunde zuzuschauen, wie er versucht, aus einer fast ausweglosen Situation rauszukommen. (auf englisch gesehen)

 
Iron Sky ********** (8/10)

Allein diese Idee schon: Die Nazis sind heimlich auf die Rückseite des Mondes geflüchtet, haben dort bis heute ausgeharrt, werden versehentlich von einem Amerikaner (der nur ein Schauspieler ist und ins All geflogen wurde, um der Präsidentin (Palin) beim Wahlkampf zu helfen) entdeckt und wollen nun die Welt erobern. Hier mal der Trailer zu diesem trashigen Film. Und hier noch ein paar Szenen. Mein Highlight war die “Computer”-Szene, die im Film leider etwas zu lang war. Die gekürze Fassung im Trailer trifft es besser. Aber das schlimmste am Film war, dass ich ihn auf deutsch gesehen habe. Und jetzt mal ernsthaft: Was ist falsch in unserem Land, dass jeder Film komplett ins Deutsche übersetzt wird? “Iron Sky” ist ein Film, in dem zwei Kulturen mit zwei verschiedenen Sprachen (!) aufeinander treffen. Das geht doch total kaputt, wenn dann auf einmal alle die gleiche Sprache sprechen (und der eine beim anderen offenbar nur Wortfetzen versteht, wenn ich mir die “Sauerkraut”-Szene richtig zusammengereimt habe. Und der deutsche Akzent aus dem Trailer… alles weg! Echt jetzt mal! Das geht doch nicht! (darum hab ich damals auch nicht “Merry Christmas” im Kino gesehen (und bis heute noch nicht gesehen), der im Original dreisprachig ist (im Krieg feiern die Deutschen, Engländer und Franzosen an der Front gemeinsam Weihnachten) und hier dann auch komplett in Deutsch auf die Leinwand kam). Aber genug aufgeregt, mein Fehler, hätte ich eigentlich wissen müssen. Insgesamt dann aber doch ein sehr lustiger Film, der nur ab und an ins Alberne und Unnötige abdriftet, einiges an Potential beim Thema “Nazis in der Neuzeit” auslässt und die witzigsten Szenen dann fast alle bei den Sitzungen der UN auftreten. Und auch das Ende ist noch einmal überraschend gut geworden. Aber auf jeden Fall im Original sehen, werde ich bei Gelegenheit vermutlich auch nochmal nachholen. (im Kino gesehen)

 

Halten wir fest: Teil 1 der Reihe war super, danach ging es steil bergab, Teil 3 war ne Katastrophe. Darum wollte ich Teil 4 eigentlich nicht sehen, diverse Kritiken sprachen aber von einer deutlichen Besserung und so gab ich meinem Festplattenrekorder dann doch den Auftrag, mir den Film mal auf die Seite zu legen. Und kurz gesagt: Ja, besser als die letzten beiden Teile, nicht so gut wie der erste, wenig neue Ideen, aber ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten. Muss man nicht sehen, kann man aber.

 

2 kranke Personen lernen sich in einer Klinik kennen, fliehen von dort um ans Meer zu kommen und schrecken vor illegalen Mitteln nicht zurück. Am Meer angekommen, klappt dann eine der Personen zusammen. Das war “Knockin’ on Heaven’s Door”. Jetzt machen wir aus der “2″ eine “3″ und wir haben “Vincent will Meer”. Ok, beides sind grundverschiedene Filme, aber das Hauptthema ist dann doch etwas langweilig geworden (denn dies ist ja nicht der erste Abklatsch). Hier sind es dann auch keine todsterbenskranke Hauptpersonen, sondern solche mit psychischen Störungen (Tourette, Zwangsneurose und Magersucht). Das wären dann auch fast schon alle charakterbescheibungen, die es gibt, denn leider sind alle Charaktere des merkwürdigerweise vielgelobten Filmes sehr eindimensional und stereotypisch gehalten, was auch auf die Story zutrifft. Hab ihn dann irgendwann nur noch nebenher laufen lassen…

 
Frozen ********** (5/10)

Und das wäre dann Teil 3 der “wenige Personen hängen an einem Ort fest”-Reihe. Diesmal ist es nicht nur eine Person, sondern gleich drei Personen, die auf einem Skilift festhängen und da ohne eigenes Zutun wohl auch die nächste Woche verbringen müssten. Das erste Mal, als ich von dem Film gehört habe, dachte ich, es sei ein Scherz, aber ok, warum nicht. Hat sich sicher jeder mal gefragt, was man in so einer Situation wohl machen würde (dafür sind die Skiliftfahrten einfach zu langweilig, als dass man nicht auch mal über das Szenario nachdenkt). Runterspringen oder “zum nächsten Mast hangeln” wären meine beiden Optionen, wobei die für meinen Körper realistischere wohl eindeutig das Springen wäre. Und dabei kann man sich sicher deutlich schlauer anstellen, als der Typ aus dem Film. Verloren hat der Film aber für mich dadurch, dass er noch ein weiteres Gefahrenszenario einbauen musste, um das ganze nicht zu leicht werden zu lassen. Und so tummelt sich auf dem Skigebiet ein Rudel Wölfe, die allesamt von Tollwut befallen zu sein scheinen, denn sie sind angriffslustig bis zu geht nicht mehr und greifen nicht nur angeschlagene, wehrlose Opfer an. Wo waren die Wölfe, als die Piste die letzten Tage geöffnet war? Warum wurde da kein Skifahrer gerissen? Wie kann so ein ganzer Rudel da auf einmal auftauchen? Mööp.

 

Drei Darsteller aus von mir gerne gesehenen Serien konnten nicht darüber wegtäuschen, dass die Story sehr dünn ist, die Kombination aus realen Aufnahmen und Animationen überaus grottig (das habe ich schon vor vielen Jahren viel besser gesehen) und Gargamel extrem nervig. Ist halt doch ein Kinderfilm und als solcher wird er vermutlich auch gut funktionieren. Mehr aber auch nicht… (auf englisch gesehen)

 

Filmplakate via TMDb (oder auch: “This product uses the TMDb API but is not endorsed or certified by TMDb.”)

 
bullion:

Ein ordentliche Menge an Filmen hast du da geschaut, war aber natürlich auch ein langer Zeitraum. Von den Filmen, die ich auch gesehen habe, kann ich dir nur bei deiner Einschätzung zustimmen. Meist fand ich die Filme doch nur einen Tick besser bis sehr viel besser (“Bolt”). Auf “Küss den Frosch” freue ich mich auch schon. Möchte ich auch schon länger mal sehen…

antwortenReply to this comment