Dons Spielecheck – Panic Station (8/10)

13. Dezember 2011 um 10:14 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Panic Station. Ein Spiel, bei dem ich noch nicht so recht weiß, wo ich dran bin. Ich hatte vorher gelesen, worum es geht und war gleich begeistert:
In einer Weltraumbasis kommt es zu einer Seuche und die Spieler müssen mit je zwei Figuren (einem Menschen und einem Androiden) die Station erkunden (die Räume bauen sich erst auf, wenn Türen geöffnet werden, die Spieler bestimmen also, in welche Richtung sich die Basis entwickelt) und das Nest der außerirdischen Parasiten zerstören. Theoretisch ist das eine Gemeinschaftsaufgabe. Man erkundet Räume, tötet lästige Parasiten, die einem ins Bein beißen, tauscht mit anderen Spielern Gegenstände (Waffen, Benzinkanister (nur mit einer bestimmten Anzahl davon kann man das Nest zerstören) und anderes Zeug) und sucht das Nest.
Dummerweise infiziert sich einer der Mitspieler relativ weit am Anfang des Spieles (wann genau, weiß man nicht) und so wird die kooperative Aufgabe durch Misstrauen und Paranoia erschwert. Denn der infizierte Spieler kann nun in der Tauschphase (man muss immer Gegenstände tauschen, wenn zwei Spieler in einem Raum sind) dem Gegenspieler eine Ladung Blut in die Hand drücken, was auch diesen Spieler infiziert, solange er dem Gegenüber nicht gleichzeitig einen Benzinkanister überreicht hat (warum der vor der Infektion schützt, ist nicht ganz klar). Wurde der Spieler infiziert, kämpft er nun auch auf der Seite der Aliens, ansonsten könnte er den anderen Spieler anschwärzen (denn nur infizierte Leute tauschen Blut), was ihn aber auch verdächtig machen könnte. So Recht mag man niemandem mehr trauen, ist aber manchmal dann doch auf andere angewiesen.
Die Menschen gewinnen, wenn das Nest zerstört wurde, die Infizierten gewinnen, wenn alle infiziert sind (der zuletzt infizierte hat dann aber nicht gewonnen…).
Leider konnten wir das Spiel nur kurz anspielen, haben es dann auch noch falsch gemacht (die Parasiten kamen bei uns viel zu selten auf den Plan) und eh ich mich versehen hab, waren dann auch schon alle um mich rum infiziert (was ich schon vermutet hatte, dann auch noch durch einen Thermoscan bestätigt bekam. Bei diesem wird einem angezeigt, wie viele infiziert sind, aber nicht wer). Ich schoss noch wild um mich, wäre aber hoffnungslos gestorben (bzw. infiziert worden), wenn wir nicht glücklicherweise kurz vorher aus der schließenden Messe rausgebeten worden wären.

Was mich nicht so überzeugt hat: Einmal, wie schnell alle infiziert wurden, aber da hilft vermutlich Erfahrung weiter (die hätten auch nur mal auf mich hören sollen, ich hab direkt gesagt, dass Ro der Wirt ist…) und dann aber auch noch etwas gravierenderes, nämlich der Schlüssel, das Spiel einfach kaputt zu machen: Die Spieler sind am Anfang ja alle noch auf einer Seite, müssen sich also nur absprechen, dass sie getrennte Wege gehen, bis das Nest gefunden ist. So kann niemand infiziert werden, da nicht getauscht werden muss. Danach hat hoffentlich irgendwer genug Benzinkanister, zerstört das Nest und gut ist. Wer von dem Plan abweicht, muss infiziert sein und gehört erschossen.
Diese Strategie wird hier auch ausführlich diskutiert (ich bin also nicht der einzige, der diese Idee hatte), die Gegenargumente sind meist, dass der Wirt dann halt aggressiv vorgehen muss. Das macht es in meinen Augen aber auch nicht besser, denn der ganze Paranoia-Effekt ist dann ja weg, wenn der Gegenspieler sich offen zeigen muss, um an sein Ziel zu kommen. Im dem Forum wird aber auch gesagt, dass dieser “Fehler” nur bei 4 Fehlern auftreten würde. Man müsste es also echt mal richtig spielen. Dummerweise war das Spiel schon am ersten Messetag ausverkauft und ist bisher auch nicht wieder erhältlich.
Ich werde einfach mal weiter Kritiken und Meinungen zu dem Spiel lesen (die meist sehr positiv sind) und mich so von meinen Zweifeln abbringen lassen.

Infos zu Panic Station:

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White Goblin Games 4-6 40 min ab 10
- 20€