Dons Spielecheck – Confusion (8/10)

12. Dezember 2011 um 15:39 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Confusion ist eine Art (nach dem nächsten Wort nicht panisch aufhören zu lesen) “Schach” (hab ich selber nie gespielt), nur mit einem ganz besonderen Kniff: Man weiß nämlich nicht, wie seine Figuren gezogen werden dürfen. Für jede Figur gibt es eine eigene Zugregel, aber die kennt nur der Gegner (wird so realisiert, dass eine Figur aus zwei teilen besteht. Einer Hülle, deren Rückseite zu einem selber zeigt und auf der ein Buchstabe steht, damit man weiß, was für eine Figur es denn ist und einem austauschbaren Kern, den der Gegenspieler sieht und auf dem abgebildet ist, wie die Figur ziehen darf). Bin ich dran, ziehe ich einfach mit einer meiner Figur, wie ich es für gut befinde. Der Gegenspieler sagt mir dann, ob der Zug erlaubt war oder nicht. War er nicht erlaubt, muss ich ihn rückgängig machen. In beiden Fällen notiere ich mir auf meiner tafel, was ich aus dieser Aussage schließen kann, um so immer mehr über meine Figuren und deren Zugmöglichkeiten zu lernen. Der Gegner sollte sich das auch notieren, um zu wissen, was ich weiß. Danach ist dann der Gegner mit seinem Zug dran.
Meine Spielfiguren sind übrigens “Spione” und mein Ziel ist es, den geheimen Aktenkoffer (der zu Beginn in der Mitte des Spielplans liegt) auf die gegnerische Seite zu bringen.
Und jetzt der Kniff am Kniff: Eine meiner Figuren ist ein Doppelagent. Der gehört also eigentlich zu meinem Gegner. Immer, wenn ich mit dieser Figur ziehe, darf mein Gegner sich frei überlegen, ob der Zug nun erlaubt war oder nicht. Dabei sollte er sich aber nicht in Widersprüche verwickeln (darum macht es noch mehr Sinn, dass er sich auch Notizen macht), da der Doppelagent sonst auffliegt. Vor meinem Zug darf ich einen meiner Spione aus dem Spiel nehmen, wenn ich denke, dass dies der Doppelagent ist und er gerade die Aktentasche hat (hat er sie nicht, sehe ich keine Sinn darin, den Agenten zu eliminieren, schaden kann er mir nämlich nicht). Ich erfahre aber nicht, ob dies nun wirklich der Doppelagent war oder nicht. Der Gegner darf vor seinem Zug allerdings auch einfach seinen Doppelagenten aus meinen Reihen löschen. Dumm, wenn ich mit dem gerade die Aktentasche vor seine Füße geschleppt habe.
Soweit zum Spiel (etwas länger, aber dafür kennt ihr nun fast alle Regeln und versteht vielleicht, was mich daran so reizt), jetzt zu meiner Meinung: Ich fand das Spiel ziemlich spannend, allerdings auch etwas glückslastig. Ich hatte die Bewegungsregel einer meiner Figur recht schnell rausgefunden. Und da das eine recht starke Figur war, war ich mit der Tasche dann auch bald kurz vor der gegnerischen Linie, noch bevor der seien Spione einigermaßen im griff hatte. Ich suchte dann ein Schlupfloch, durch das ich ohne viel Risiko (ich weiß ja, wie der Gegner ziehen darf und wo er mich also schlagen darf) ans Ziel gelangen konnte. Vor dem letzten Zug hatte der Gegner nun 4 Figuren, die mich theoretisch hätten schlagen können, praktisch durfte es aber nur einer von diesen. Dummerweise wählt er genau den. Am Ende hab ich dann doch noch verloren, die Doppelagenten spielten in der Runde gar keine Rolle.
Warum das Spiel in dieser Liste ganz oben steht, aber noch nicht in meinem Spielregal: In letzter Zeit spielen wir kaum noch zu zweit Spiele. Zudem ist das Spiel (vermutlich dank der raffinierten Figuren) nicht gerade billig. Auf der Messe hat es 40€ gekostet, was mir schon zu viel war, jetzt finde ich es nur für etwa 50€, was mir noch mehr zu viel ist.
Wer aber Zeit, den passenden Mitspieler und das nötige Geld zur Hand hat und die Idee genauso interessant fand wie ich, der sollte zuschlagen!

Infos zu Confusion :

Verlag
Regeln Kaufen Messe-
preis
Stronghold Games 2 45 min ab 12
40€
 
Ro:

Geniales Spiel. Allerdings stimmt Deine Beschreibung am Ende mit dem “Glück” nur zum Teil. Von den 4 Figuren konnte ich 2 zu dem Zeitpunkt bereits ausschließen, auch wenn ich deren Züge nicht komplett entschlüsselt hatte. Es war also “nur” noch eine 50:50 Chance, dass ich die richtige Figur ziehe. Auch hatte Dich Deine Taktik eine Figur vollends verstehen zu wollen meiner Meinung nach am Ende den Sieg gekostet, da Du nur wenige Deiner anderen Figuren “verstanden” hattest. Aber da kann ich mich auch täuschen …

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donvanone:

@Ro: 50:50 stimmt auch nicht, die Mitte ist die Wahrheit, ich wollte es nur nicht zu kompliziert machen. Du konntest es bei keiner Figur ausschließen, aber 2 von denen hatten eine niedrigere Wahrscheinlichkeit, darum hattest du dann nur noch aus den anderen beiden gewählt.
Und meine Endtaktik war nicht, meine Figuren voll zu kennen, sondern dich verdammt noch mal vor der Endline zu schlagen. Und da fand ich es geschickter, das mit einer Figur auszuprobieren statt bei allen von 0 anzufangen und blind drauf los zu raten. Dass die eine Figur dann total unbrauchbar war, war halt Pech…
Ich geb dir schon Recht, dass es geschickter ist, mehrere Figuren vage zu kennen, als eine ganz genau.

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Ro:

@donvanone: Du hast Recht! Insofern könnte die Wahrscheinlichkeit für mich sogar größer 50% betragen haben. Kann mich aber nur noch vage daran erinnern. Was ich gar nicht mehr weiß: wurdest Du zu Deinem Zug “gezwungen” oder bist Du bewusst das Risiko eingegangen im ungünstigen Fall geschlagen zu werden? In diesem Fall war es einfach auch ein riskanter Zug von Dir und eine weniger aggressive Spielweise hätte den Glücksfaktor vielleicht reduziert. Und durch Deinen Push auf meine Seite hast Du mich förmlich dazu gezwungen viele meiner Figuren zu bewegen (und so viele der Figuren zum großen Teil auch zu verstehen), so dass sich das Blatt dann auch wenden konnte.
Dennoch geb’ ich Dir schon Recht mit dem Glück – alleine die Tatsache, dass Du gleich von Anfang an Deine vermeintlich „beste“ Figur entdeckt hast war halt einfach auch Glück..

Was die Doppelagenten angeht bin ich mir nicht sicher, ob sie überhaupt so Sinn machen. Spielen vielleicht dann eine größere Rolle, wenn die meisten Figuren verstanden sind.

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donvanone:

@Ro: Meine Anmerkung mit dem “Glück” bezog sich auch in keinster Weise auf die Situation bei meinem “Fast-Sieg” (da wurde ich nicht gezwungen, ich ging auf Risiko, da meine Chancen eben besser als 50% standen), sondern vor allem auf den Anfang des Spiels, wo ich losmarschiert bin und bei dir kaum was vorwärts ging. Es ist halt doch am Anfang ein “raten”. Und fürs “raten” braucht man Glück

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