Donfamily goes Erdgas?

25. August 2010 um 10:30 von Frau Bü | Kommentar abgeben | Trackback

Mal eine Frage an das geballte Wissen der DonsTag Leser. Erdgasanlage in unser Auto (VW Golf Plus 1.6 Tour Edition) einbauen ja oder nein?
Meine Pro/Cons sehen aktuell so aus:

Pro:

  • fast halbierte Fahrtkosten. Als Pendler Ulm <> Böblingen und alle x Wochenenden Ulm <> Pfalz/Rheinland mein Hauptargument!
  • Wertet das Fzg. auf. D.h. erhöhter Wiederverkaufswert
  • Umweltschonender??

Contra:

  • Umbaukosten von > 1800 € (?)
  • Komplizierteres Handling (verschiedene Adapter für Tankstellen, da kein Standard etabliert)
  • Höhere Gefahr bei Unfällen
  • Erdgaspreis bleibt vielleicht nicht dauerhaft niedrig => Umbaukosten amortisieren sich nicht

Gibt es eigentlich verschiedene Erdgasanlagen? Muss man da noch wählen? Gibt es “Performance”-Probleme bei Erdgas? Seiteneffekte? Versicherung erhöht sich ja nicht, oder?

 
Jean Pierre:

Die Nachrüstung von Autogas (LPG) für Benziner haben ein paar Kollegen selbst gemacht, wegen der Kofferraum-Einbußen allerdings in größeren Autos (A6, E-Klasse). Von einer Erdgas-(CNG)-Nachrüstung habe ich noch nie gehört…

Wikipedia bietet einen Vergleich von LPG und CNG:
http://de.wikipedia.org/wiki/A.....tfahrzeuge

Wie wäre es mit der Alternative, den Golf zu verkaufen und einen ab Werk mit CNG ausgerüstetes, gebrauchtes Modell zu kaufen?

BTW: Der B170 NGT fährt/fuhr sich (mein subjektiver Eindruck) ein klitzekleines Bisschen träger als der gleich starke Benziner. Am besten mal selbst ausprobieren.

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yhm:

Eigentlich habe ich ja keine Ahnung aber irgendwo habe ich mal gehört dass die Gefahr bei Unfällen sogar geringer sein soll, da ausgelaufenes Benzin unter dem Auto rumläuft und noch Minuten später entzündet werden kann, bei einem Gastank mit Leck sich das Gas dagegen einfach (nach oben?) verflüchtigt und dann relativ schnell keine Gefahr mehr besteht.
Aber in Wirklichkeit ist das bestimmt alles viel komplizierter…

Oh, in diesem Internet gibt es Seiten, die das auch behaupten. Allerdings mit der Einschränkung dass dabei anscheinend von LPG die Rede ist.

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Gerhard:

Gas (entweder Erdgas oder LPG = Flüssiggas) vs. Benzin (geht nicht bei Diesel) aus meiner individuellen Sicht als LPG-Autofahrer:

Möglichkeit 1: Erdgas – kenne ich mich nicht so aus.

  • Großer unhandlicher Tank, nimmt viel Kofferraum !
  • Ich glaube, weil gasförmig evtl. nicht so sicher wie LPG?
  • Keine Ahnung Umweltbelastung?
  • Keine Ahnung über Einbaukosten und entsprechend die Einsparung ?
  • Keine Ahnung Zusage Bundesregierung zur Preisgestaltung (Steuer)?
  • Ich glaube, dass Tankstellennetz ist lange nicht so ausgebaut wie mittlerweile LPG!

Möglichkeit 2: LPG-Flüssiggas, fahre ich selber, aus meiner Sicht 100% empfeh-lenswert, wenn nicht ausschließlich sehr kurze Strecken gefahren werden

  • Tank kann z.B. sehr platzsparend in der Ersatzradmulde platziert werden. Es gibt auch andere Möglichkeiten.
  • Wie ich gelesen habe, genauso sicher wie ein Benzintank (eben Flüssiggas)
  • Umweltbelastung Stickoxyde ca. 80% reduziert
  • CO2-Reduktion ca. 15%
  • Garantie der Bundesregierung zur LPG-Steuerersparnis bis 2018 (wie sicher auch immer so eine Garantie der Regierung ist)
  • Kfz-Steuer ist identisch wie Benziner (sollte eigentlich billiger sein, wegen Umweltbelastung, ist es aber nicht!!)
  • Soll sehr Motor schonend sein, weil wesentlich sauberere Verbrennung. Aller-dings gibt es auch Stimmen, die von einer zu heißen Verbrennung auf langen Strecken hinweisen (Ventilprobleme?)
    Ich fahre mittlerweile 220.000 KM ausschließlich mit Gas, auch große Stre-cken und bin sehr zufrieden, habe noch keine Ventilprobleme gehabt (ohne jeglichen Zusatz im Öl oder so…., den es wohl auch gibt?)
  • Ich kann keinen Leistungsabfall feststellen, obwohl ich keinen sehr PS-starken PKW fahre. (1,8 l, 90 KW)
  • Ich habe keine schlechten Erfahrungen mit den versch. Adaptern gemacht. Ich habe zwei im Auto und benutze (fast) ausschließlich nur einen davon. Darüber hinaus haben die Gas-Tankstellen meistens entsprechend nutzbare Ersatzadap-ter verfügbar. Besonders im Ausland kann das schon mal nötig sein. Das Risiko hält sich in Grenzen, im Notfall fahren Sie einfach mit Benzin
  • Ob der Wiederverkaufswert erhöht wird, kann ich nicht beurteilen, würde ich aber eher nicht überschätzen
  • Kosten liegen wohl etwa zwischen 1.800 € (günstig) bis 2.500 € -> Ich würde gefühlsmäßig nicht unbedingt ein Angebot von irgendwem nehmen, hier ist m.E. die Sicherheit und Qualität ein sehr wichtiger Aspekt (muss trotzdem nicht das teuerste Angebot sein, ich denke mit 2.000 € für einen 4-Zylinder müsste man hinkommen……)

ACHTUNG:

  • Sie benötigen immer auch Benzin im Tank, da Sie immer mit Benzin losfahren und erst nach Erreichung einer bestimmten Motortemperatur der Motor auto-matisch auf Gas umschaltet (kann man an der Anzeige sehen, merkt man sonst aber nicht) – Sie könnten auch jederzeit während der Fahrt hin- und herschal-ten (allerdings warum?). Sollte der Gastank leer gefahren werden, schaltet während der Fahrt der Motor auf Benzin um und zumindest meine Anzeige piepst dann (ist einmal vorgekommen, seitdem tanke ich früh genug nach)
  • Die Gasstandanzeige ist nicht berauschend, ich fahre eher nach Kilometern, d.h. grundsätzlich tanke ich nach ca. 500-550 KM nach (Mein Tank hat 67 l Brutto, man rechnet wohl mit 15-20% weniger Füllung, obwohl bei mir etwas mehr als 60 L reinpassen)
  • Der Verbrauch ist höher als Benzin, trotzdem rechne ich bei einem Liter-Preis von 58,9 Cent – 62,9 Cent (häufig auch 64,9 Cent) mit ca. 6-7 € pro 100 KM je Fahrweise
  • Bei Gas steigt der Verbrauch signifikant an, wenn der Motor ‚ausgereizt wird’. Ich glaube, so die letzten 20 % Leistung sind sehr ‚teuer’ (1 Liter Mehrver-brauch entspricht dann zwar 10%, aber auch nur ca. 60 Cent auf 100 KM!!). Mein Verbrauch schwankt zwischen 9,5 (sehr selten)und 10,5 bis schon mal 11 Liter/100KM, wenn ich es sehr eilig habe. Ich fürchte aber auch, dass ich ein Auto fahre, bei dem der Benzinverbrauch eher gegen 10 L sein dürfte (weiß ich nicht, weil ich ja immer Gas fahre ;-) )

Keine Garantie für die erwähnten Zahlen, soll nur eine Standortbestimmung aus meiner Sicht darstellen und vielleicht auf den einen oder anderen Punkt hinweisen, den Sie bei Ihrer Ent-scheidung bedenken sollten. Die konkreten Fakten können sehr gut im Internet recherchiert / evaluiert werden. Interessant ist hier u.a. der Beitrag bei WIKIPEDIA http://de.wikipedia.org/wiki/Autogas

FAZIT:

Ich schätze mal, dass sich spätestens nach ca. 40-45 TKM der Einbau amortisiert haben sollte und Sie ab dann für etwa die Hälfte fahren. (Und wenn es nicht die Hälfte sein sollte, auch 30% weniger lohnt sich…….)
Die Umwelt dankt es Ihnen vom 1. Kilometer.
Ich kann nach 220.000 KM bei LPG keinen einzigen Nachteil entdecken.

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Wolf:

Ich kann zwar nicht echt beitragen, und nehme auch schwer an, dass Ihr Euch die Wiki Artikel schon durchgelesen habt, aber hier, der Vollständigkeit halber, trotzdem die relevanten Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/A.....tfahrzeuge

http://de.wikipedia.org/wiki/Erdgasfahrzeug

Insbesondere die Tatsache, dass es 6000 LPG Tankstellen in Deutschland gibt, aber nur 850 CNG/LNG Tankstellen, würde mir zu denken geben.

Auch, dass CNG/LNG (angeblich) ca. 3.200 und 4.500 Euro in der Umrüstung kostet, im Vergleich zu 1.150 bis 3.500 Euro bei LPG, ist vielleich von Interesse.

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Sebastian G.:

Wir haben als Firmenwagen einen VW Caddy mit Erdgas. (Serienmäßig ab Werk). Soweit ich weiß gibt es nur Nachrüstungen auf Flüssiggas, nicht Erdgas.
Bekannte haben Flüssiggas und sind damit zufrieden. Ob Flüssiggas mit Diesel funktioniert weiß ich nicht. Die Sicherheit ist gegeben. Da habe ich mich beim caddy genau informiert. Sollte es dazu kommen, dass das Auto wirklich brennt, wird das Gas über ein Notventil kontrolliert abgebrannt. Der Behälter ist so konstruiert, dass er nicht explodieren kann.

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donvanone:

Erstmal vielen Dank an alle für die vielen Informationen.
Ich selbst hab mich vorher noch gar nicht informiert, Frau Bü kam über eine Mitfahrgelegenheit auf das Thema und meinte selber wohl auch Flüssiggas statt Erdgas, hat das nur durcheinander gebracht.
Und das Flüssiggas klingt tatsächlich so, als würde es sich für uns rentieren, werden jetzt mal Angebote reinholen…

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FrauBü:

Vielen vielen Dank für all die Infos – da wird es jetzt mal Zeit für den Umstieg! Ich schätze, da hab ich wirklich was verwechselt mit dem Erd/Flüssiggas; aber jetzt kann uns dann auch niemand mehr was falsches verkaufen.

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Jan Theofel:

Noch zwei Tipps als Nachtrag zu LPG:

1. Sucht euch möglichst eine Werkstatt passend zu eurer Marke. Ich hatte das Problem, dass die Markenwerkstatt sich geweigert hat Motorprobleme zu beheben, da man sich nicht mit der Gasanlage auskennt. Umbauer und Markenwerkstatt können sich so immer gegenseitig die Schuld in die Schuhe schieben, wenn was nicht geht. Optimal sind Hersteller, die das bereits selbst anbieten.

2. Fragt vorher an, welche zusätzlichen Wartungskosten auf euch zukommen. Einmal Ventilspiel einstellen kann sehr teuer sein und kostet eventuell sogar mehr als die Einsparung seit dem letzten Mal!

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