Don in der Rhein-Zeitung

01. Februar 2007 um 17:33 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

DonsTag in der Rhein-Zeitung
Hier nun (mit freundlicher Genehmigung) der Artikel aus der Neuwieder Rhein-Zeitung über DonsTag. Ich hab das ganze mal noch mit ein paar Links versehen, untendrunter dann noch ein paar Kommentare von mir.

Neuwieder schreibt einen der beliebtesten Blogs
Medieninformatikstudent Andreas Hallerbach aus Gladbach veröffentlicht eines der meistgelesenen digitalen Tagebücher

NEUWIED. Das World Wide Web, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2007: Im Netz, das Millionen von PCs auf der Welt gewebt haben, schwimmen Pornofilme neben Al-Quaida-Entführungsvideos,  Doktorarbeiten der Byzantinistik neben Nazi-Propaganda und Naturwundern.

Wer in diesem Netz nach Informationen fischt, zieht oft Müll an Land. Wie gut, dass es da einen Navigator gibt, der die unendlichen Weiten durchreist, den Dreck im Netz lässt und Wissenswertes, Lustiges und auch Abstruses auf seinem Blog donvanone.de präsentiert. Der Navigator heißt Andreas Hallerbach, ist 26 Jahre alt und wird wohl nie arbeitslos sein.

Denn Hallerbach, der im Neuwieder Stadtteil Gladbach aufgewachsen ist, am Werner-Heisenberg-Gymnasium im Jahr 2000 Abitur machte, studiert Medieninformatik in Ulm. Er lernt, was wir in unserer schönen digitalen Welt brauchen. Er kann  Computerspiele entwickeln und  Web-Applikationen programmieren. Das sind Computerprogramme, die auf einem Webserver laufen und mittels Browser per Internet benutzt werden. Die Auktionsplattform Ebay ist eine Web-Applikation.

Seine Diplomarbeit schreibt Andreas Hallerbach als Werkstudent bei Daimler-Chrysler über Bild-Erkennungsverfahren im Automobilbau. Die Idee: Erkennt ein Auto einen Fußgänger, kann das Auto bremsen, auch wenn sein Fahrer schläft. Wenn Hallerbach nicht gerade die Automobilentwicklung revolutioniert oder eines seiner 150 Brettspiele spielt, schreibt er Tagebuch, seinen Blog. Der Blogger erzählt: “Eigentlich habe ich den Blog eingerichtet, um meiner Familie regelmäßig zu berichten, wie es mir geht.” Doch was als private Austauschplattform zwischen Gladbach und Ulm, zwischen Andreas Hallerbach und seiner Familie gedacht war, interessierte schon bald viele andere Internetnutzer.

In den  Blogcharts, die die Besucher pro Blog zählen, liegt Andreas Hallerbach zurzeit auf Platz 68. Und in einer  anderen Rangliste, die die Anzahl der Links, also der Verbindungen, zählt, die andere Blogs auf Hallerbachs Tagebuch schalten, ist donvanone.de auf Platz 15. Damit gehört sein Blog zu den meistgelesenen Deutschlands. Laut den Marktforschern des Instituts “Forrester Research”  gibt es in Deutschland 560.000 Blogs. Manche von denen haben keinen einzigen Leser. Was macht “donvanone” richtig? Hallerbach definiert: “Blogger nennen meinen Blog ,Panorama-Blog’. Das heißt: Ich biete einen Panoramablick auf das Internet, habe nicht nur ein Thema, sondern präsentiere alle Sachen, die ich interessant finde.”

Da ist Andreas Hallerbach selbstlos: “Es gibt so viele schöne Sachen im Internet, aber nicht jeder findet sie.” Andreas Hallerbach schon. Doch neben den Schätzen und Skurrilitäten, die der Neuwieder auf seinem Blog platziert, verfasst er auch persönliche Berichte: Andreas mit Freundin samt Meerschweinchen beim Picknick, die launige Beschreibung eines Mitreisenden während einer Zugfahrt. Und auch seine Heimat, und hier vor allem den Gladbacher Karneval, beschreibt Andreas Hallerbach farbenfroh und leserfreundlich. Lokalpatriotismus kommt auch ein wenig durch, wenn der Blogger den “echten Karneval” gegenüber der Ulmer Fasenacht in den Himmel hebt. Für Input auf seinem Blog donvanone.de, der übrigens nach einem Werbespot für einen bekannten Joghurt benannt ist, sorgt der Student meist zwischen 23 und 1 Uhr.

Doch auch im Mondschein müssen Blogger hellwach sein. Andreas Hallerbach: “Die größte Gefahr beim Bloggen ist, gegen Urheberrecht zu verstoßen.” Wie  im Falle des in der Szene berühmten “Saftblogs”. Dort hatte eine Saftkelterei die Sätze “Die Olympiade von Turin beginnt am Montag” und “Nacholympische Gedanken oder im Sport sind wir Spitze” in ihrem Blog verwendet.

Und dafür gab es gleich eine Abmahnung der Anwaltskanzlei, die im Auftrag des Deutschen Olympischen Sportbunds wegen Rufausbeutung, Urheberrechtsverletzung und Markenrechtsverletzung gegen die Kelterei vorging: Streitwert 150 000 Euro.

Doch wegen  hyperaktiver Anwaltskanzleien will Andreas Hallerbach seinen Blog nicht einstellen. Und auch dann nicht, wenn er demnächst Arbeitnehmer und nicht mehr Student ist. Denn dass einzig Studenten und Schüler Zeit zum Bloggen haben, hält der Fachmann für ein Gerücht. Genauso wie die Behauptung diverser Politiker und Pädagogen, dass im Internet nur Schund schwimmt. Die sollten einmal hier nachschauen: www.donvanone.de.

   Mirko Kaiser

(Rhein-Zeitung – Ausgabe Neuwied vom 31.01.2007, Seite 11.)

Kommen wir nun zu meinen Anmerkungen:

  • Falls jemand im Auto schläft kann kein Autohersteller mehr helfen, also bitte gar nicht erst ausprobieren. Und von einer “Automobilrevolution” ist meine Diplomarbeit noch sehr sehr weit entfernt. Aber wer weiß, was in den nächsten 2 Wochen noch passiert…
  • Ich werde nie arbeitslos! Wohoo!
  • ich blogge nicht hauptsächlich “zwischen 23 und 1 Uhr”, sondern zwischen 23 und 2 Uhr, wie man an der Grafik erkennen könnte, wenn ich dabeischreiben würde, dass die “1″ für “1-2 Uhr” steht…
  • “Denn dass einzig Studenten und Schüler Zeit zum Bloggen haben, hält der Fachmann für ein Gerücht.” Robert Basic hats nun auch  bestätigt.
  • Alles in allem ein ganz netter Artikel, der im Vergleich zum SWP-Artikel (der ist momentan nicht mehr online verfügbar, ich kümmer mich grad drum, dass der irgendwo wieder sichtbar wird) etwas stärker auf das Bloggen an sich als auf den Don persönlich eingeht.
  • Das zugehörige Foto wurde von der angeblich so untalentierten Frau Bü geschossen und ist deutlich besser als das damals in der Südwest-Presse, aber da muss ich den damaligen Fotografen in Schutz nehmen. Der wollte nämlich ein Foto von mir an meinem Computer machen, was aufgrund der Lage nur sehr schlecht möglich ist. Darum haben wir bei dem jetzigen Foto geschummelt und einfach den Laptop der Frau Bü genommen (der keinen Mucks mehr von sich gibt, aber das tut hier ja nichts zur Sache). Unter den Umständen hätte der SWP-Mann sicher auch ein gutes Foto hinbekommen, aber auf die Idee bin ich da noch nicht gekommen…
  • Don am Laptop

     
    Fluffi:

    Schick, aber bei “der Blog” schüttelt es mich immer ein bisschen…

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    Henning:

    Raus aus den Federn und rein in die Zeitung. Oder so.

    Herzlichen Glückwunsch jedenfalls (mal wieder)! :-)

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    Rolf Wüst:

    Angeregt durch die RHEIN-ZEITUNG möchte ich mich als Ihr alter Lehrer melden. Was aus den Kindern (!!!) so alles wird! Glückwunsch!
    Wenn Sie so an Ihrer alten Heimat Gladbach hängen, hier eine Nachricht: Seit ein paar Jahren nehme ich als stellv. Vorsitzender im Deutsch-Israelischen Freundeskeis an dem Projekt STOLPERSTEINE (siehe: http://www.STOLPERSTEINE.com) teil, in dem vor die Häuser ehemaliger jüdischer MitbürgerInnen Gedenksteine mit den Lebens- und Schicksalsdaten verlegt werden. Am 22. Febr. werden 4 Steine in Gladbach verlegt für ein Ehepaar Platz und ein Ehepaar Levy.
    Viele Grüße und weiterhin guten Erfolg.

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    donvanone:

    Wohoo! Leute: Das ist Rolf Wüst, der Lehrer, der erkannt hat, dass ich eine Brille brauche und der nicht aufgegeben hat, einem so faulen Kerl wie mir englische Vokabeln beizubringen. Es gibt nicht viele Lehrer, bei denen ich mich so freue, dass sie mein Blog gefunden haben.
    Den 22.2. verpasse ich leider ganz knapp, muss am 21. (Aschermittwoch) wieder nach Ulm. Aber beim nächsten Besuch werde ich mir die Steine mal anschauen und hier drüber berichten. Vielen Dank für die Info.

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    Henning:

    Das ist ja mal was. :-)

    @Don
    Die Stolpersteine gibt es auch in Stuttgart, falls es dich interessiert.

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    DonsTag » Stolpersteine: Auch schon drüber gestoplert?:

    [...] der sympatischsten Lehrer war, sondern auch ein vorbildlicher Blog-Leser ist, hat er auch gleich einen Kommentar hinterlassen, in dem er mich über Neuigkeiten aus der Heimat informierte. Und das hörte sich dann auszugsweise [...]