Die Bienenhummel ist ein Junikäfer

26. Juni 2008 um 23:58 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Gratulation an XiongShui, er hats richtig getippt.
Allerdings hatten wir hier schon vorher die Lösung. Und zwar auch getrennt voneinander. Ok, ich wusste nur, dass es ein Käfer ist, Frau Bü konnte mir dann aber unabhängig von meiner “Recherche” den Namen des Käfers ins Gesicht sagen, als sie vom Fechten wiederkam. Also ist jetzt aus drei Quellen bestätigt, was es ist: Ein  Junikäfer.

Junikäfer

Bei XiongShui war es eine vage Ferndiagnose, bei Frau Bü war es das Wiederentdecken der Viecher an anderer Stelle mit fachkundigen Leuten drumherum und bei mir war es (angetrieben durch Babba) ein Spiel um Leben und Tod.
Denn um der Sache auf den Grund zu gehen, musste ich eines der Viecher fangen, anders war bei der einbrechenden Dunkelheit und der Rastlosigkeit der Brummer keine Chance gegeben, sie mal aus der Nähe zu betrachten. Ich musste also raus auf den Balkon, mitten in den Schwarm der fiesen Erderoberer. Ich konnte ja zu dem Zeitpunkt noch gar nicht wissen, um wen es sich hier handelt. Angriffslustige Bienen? Noch angriffslustigere Hummeln? Noch noch angriffslustigere Außerirdische Flugobjekte mit kleinen Laserpistolen und nem Enführungsteleporter und anschließender Untersuchung meine Körpers auf dem Seziertisch (da, wo ja eigentlich deren Körper hin soll)?

Nun gut, ich fasste also allen Mut zusammen und ging in die Höhle des Löwen (okay, dass es keine Löwen waren, war auch bei den schlechten Lichtverhältnissen relativ eindeutig zu erkennen, aber ihr wisst ja, wie es gemeint ist). Und dann stand ich da und hatte keine Ahnung, was ich tun sollte. Wie fängt man so ein flinkes Tier, ohne es zu verletzten und ohne sich selber von dem Laserstrahl treffen zu lassen?

Spinne mit JunikäferDa erblickte mein Auge (nur das eine, das andere beobachtete weiter den Feind) eine Spinne, die die ganze Arbeit schon für mich geleistet hatte (siehe kleines Foto). Ich brauchte das eingepackte Vieh also nur noch zu “pflücken” und dann zu beobachten. Dummerweise hing die Spinne ganz schön weit oben, so dass ich nicht rankam. Also einen Stock organisiert und den einen Papiermülleimer so drunter gehalten, dass das arme Vieh nach einem kleinen Schlag genau reinfallen sollte. Irgendwie (Außerirdische?) muss das aber schief gelaufen sein und das eingeschnürte Tierchen verfehlte den Eimer und stürzte 3 Stockwerke in die Tiefe. Auf meine Frage, ob noch alles in Ordnung sei, kam keine Antwort. Ich befürchtete schlimmes, konnte mich aber nicht weiter drum kümmern.
Zumal mein zweites Auge gerade einen Brummer über dem Tisch fliegen sah. Und schwups, war auch schon der Mülleimer drüber gestülpt. Schnell ne Pappe drunter und rein mit dem Teil ins Wohnzimmer. Nur weg von den umherschwirrenden Monstern.

Aber im Wohnzimmer erkannte ich dann schnell, dass ich nur einen kleinen Schritt weitergekommen war. Denn das Ungeheuer schwirrte immer noch ungebremst umher und war durch die feinen Maschen des Papiermülleimers ( so einer war es) nicht wirklich zu fotografieren. Ja kacke…
Also hab ich mir die Glasschüssel geschnappt, in der gestern während den ersten 30 Minuten des Fußballspiels noch Popcorn zu finden war und spülte sie schnell mal durch. Währenddessen überlegte ich mir, wie ich wohl das Tier jetzt unter diese Schüssel bekomme, ohne Gefahr zu laufen, dass es am ende im Wohnzimmer rumfliegt. Ich kam nicht wirklich zu einer vernünftigen Lösung, glücklicherweise hatte mir das unbekannte Flugobjekt diese Frage aber auch abgenommen. Denn irgendwie hat es sich in den kleinen Löchern des Papierkorbs verfangen und hing leblos am Rand fest.
Also schüttele ich es einfach ab und stülpte flugs die Glasschüssel drüber. Nachdem durch die Scheibe aber auch nicht so toll zu fotografieren war und das Tier auch einen relativ toten Eindruck machte, ließ ich diese Schutzwand dann aber weg und machte fleißig Fotos. Als ich es dann am Ende auf den Rücken drehte, um es auch einmal von unten zu fotografieren, muss ich wohl den Heimlichgriff für Junikäfer angewandt haben, denn plötzlich kam wieder Leben in den Kleinen. Langsam regten sich die Beinchen. Ich also schnell noch ein letztes Foto von unten gemacht und dann nichts wie raus mit dem Teil.

Junikäfer von unten

Und ich kann alle Tierschützer beruhigen: Keine Minute später flog es dann auch wieder munter mit seinen Kameraden in der Gegen rum, bis es ihnen zu langweilig war. Morgen um 21:30 gehts in die nächste Rune, da werde ich dann aber nicht mehr dabei sein…

 
Madonha:

Gut gemacht Don, auf dich ist Verlass! Und mutig bist du auch!!!
Hast dein Tierchen sehr fotogen getroffen!
Ich hatte inzwischen auch schon herausgefunden, dass Hummeln bei der Nahrungssuche eigentlich Einzelgänger sind, und ihre Bleibe eher in Erdlöchern suchen, also mussten deine Tierschwärme andere Insekten sein! Bin selber noch keinem einzigen Junikäfer begegnet!

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Herr Sumsemann:

Da bin ich aber froh dass dem Cousin Junikäfer kein Beinchen abhanden gekommen ist.

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Babba:

Ja lieber Don, damit du hättest sehen können, wie ernst ich doch die Sache mit den Plagegeistern nahm, ich niemals meinen Don im “Stich” lassen würde, habe ich recherchiert. Bei “Google” unter den Suchbegriffen: “schwarz Bommel Beinchen” – das hätte dir gefälligst auch selbst einfallen können!! – bin ich fündig geworden. Denkst du jetzt vielleicht: ,, der kann da nie etwas gefunden haben?!” -? Weit gefehlt. Ich fand zwar, deiner doch sehr unpräsisen Beschreibung wegen (schwarz statt braun) nichts über Junikäfer, aber man lese und staune über Fuuußball! Würde mir im Leben nicht einfallen hier alles zu schildern, was da zu lesen stand, schau doch gelegentlich selbst mal nach! Und somit ist meine groooße Mühe nicht ganz für die Katz gewesen.
Doch nun Spaß beiseite: Wieder einmal ein tolles Foto geschossen! Aktion in Romanstiel, sehr sehr spannend beschrieben! Aber, – aber ohne diese kollektive Unterstützung wüssten wir heute noch nicht ob es sich nun um Amseln, Mistkäfer oder Überflüssiges, aus einem Flugzeug Abgelassenes handelte “g”.
P.S.: Käferchen sind uuunheimlich ungefährlich (hätte man sich fast umsonst in die Hose gemacht), wie der Name schon sagt schwärmen sie im Juni aus ihren unterirdischen Engerlingspuppen aus, um lebensnotwendigen Trieben nach zu gehen – eh -fliegen. Und jetzt, jetzt schau ich mal nach, was da bei Google unter “braun Bommel Beinchen” zu finden ist. Wieso kommen mir eigentlich gerade jetzt Mabüs Granatsplitter in den Sinn???

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carsten:

Ich hab dieses Jahr erst einen dieser Tierchen gesehen. Letztes Jahr überhaupt zum ersten Mal. Da dachte ich noch, es wäre ne Miniausgabe des Maikäfers. *rot werd*
Jedenfalls wurde ich letztes Jahr Zeuge eines enormen Gemetztels der Junikäfer. Abends, wenns zu kalt wurde, haben die sich immer auf der Wiese vor unserem Haus zur Ruhe gelegt (scheinbar können die, wie die meisten Insekten, auch nicht fliegen, wenns zu kalt ist). Und morgens war diese ganze Wiese voll pickender und hungriger Vögel, denen die Junikäfer zum Opfer fielen. Es war jeden Morgen dasselbe Spiel.

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Frau Bü:

@carsten: grausam, einfach nur grausam… man stelle sich all die angepickten um ihr Leben fürchtenden Junikäfer vor. Abgerissene Beinchen und Flügelchen überall… grausam.

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Babba:

Jessenoo Fraa bü: Jetzat brings ned widder uff die Midleidsduur. Die Viescher sinn doch selber schuld. Missen sisch doch ned do hie hocke unn waade bisse gefress werrn. Vieleischd dunn die sisch joo uff die Art aach vemehre?! Waaschde aach wieso? Die Ajer vunn denne Kewwerscher sinn dann in dem Vool droi unn wann der Vool mol muss – du waaschd jo wass ich moon – dann kummen die in de Boddem – unn sowas nennd ma donn Greislauf! Isch moon awwer, doo misdener in de Schuul schunn emol devunn gehärt hawwe – in dem Biloloschiunnerrischd!

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Schnitzel:

Hm, langsam glaube ich, dass XiongShui sich mit Käfern wohl ziemlich gut auskennt… Meine Kartoffelkäfer hat er ja auch entlarvt.

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Der Tierfreund:

Finde ich nicht in Ordnung von Dir, das herabgestürzte Tierchen einfach seinem Schicksal zu überlassen. Vermutlich hast Du nicht nur den Einmonatsflieger auf dem Gewissen, sondern auch noch den Hungertod des Arachniden zu verantworten.

Bösen Mundraub nenne ich das ;-)

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Sinja:

Hallo erstmal ;)

habe jetzt mal eine frage,hab auch ganz ganz viele junikäfer im garten nd wenn man abends gemütlich raussitzen will trifft ein der schlag wiel die dinger eim gegenden kopf fliegen,nd die brummen auch noch so…ich krieg da direkt anfälle…ich weis nicht was man gegen die tierchen tun kann,habs schon mit insektenkerzen versucht nd mit offenem feuer was die aber auch nicht wirklich abhält,ich glaub die sehn nich gut,die fliegen auch so planlos…naja auf jedenfall ist das ehrlich der HORROR für mich,weil ich bin überhaupt kein insektenfreund,nd dann auch noch die riesen brummer…ich trau mich abends nich mehr raus,ich glaub langsam so kann ich mirs rauchen sogar abgewöhnen…könnt ihr mir vllt. helfen nd mir sagen was ich tun kann um die loszukrigen

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donvanone:

@Sinja: Da kann ich leider nicht helfen. Außer es hilft dir, wenn ich sage, dass die ganze Aktion nur wenige Tage gedauert hat, dann war alles wieder ruhig. Also einfach abwarten und Tee trinken. Und wenn man sich dann noch das Rauchen abgewöhnt, haben die Käfer doch endlich mal einen Nutzen ;-)

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