Der “geniale Autist” Daniel Tammet mit “Kn” und “Str” bei Beckmann

02. März 2009 um 15:49 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Vor drei ca. Jahren hatte ich es hier schon einmal von Autisten, damals ging es um den Dreiteiler “Expedition ins Gehirn” (gibts jetzt auch auf DVD, falls es jemand immer noch nicht gesehen hat), der mich unglaublich fasziniert hat. Ich find es einfach beeindruckend, zu was das menschliche Gehirn alles fähig sein kann.
Über SpOn bin ich dann darauf aufmerksam geworden, dass bei Beckmann heute Abend (Montag, 2.3.2009, 22.45 Uhr, ARD) Daniel Tammet (zig Minidokus zu über ihn findet man auf YouTube) zu Gast ist, der dafür in der letzten Wochen extra deutsch gelernt hat (isländisch hat er auch in einer Woche gelernt). Und auf SpOn gibt er dann auch ein paar seiner Einblicke in die deutsche Sprache preis:

 

Kleine runde Dinge fangen in Deutsch häufig mit “Kn” an, Knoblauch, Knopf, Knospe. “Str” wiederum beschreibt lange, dünne Dinge, Strand, Strumpf, Strahlen.

Jetzt sitz ich hier, und versuche irgendwelche Gegenbeispiele zu finden, kann diese Beobachtung aber eigentlich mit jedem mir in den Sinn kommenden Wort nur weiter bestätigen (der “Strohballen” war nur ein kurzer Gegenbeweis, da “Stroh” ja eben doch lang und dünn ist…). Der SpOn-Artikel liest sich auf jeden Fall so interessant, dass ich heute Abend sicher Beckmann einschalten werde (bzw. aufnehmen, da Frau Bü da bestimmt auch Interesse dran hat) und auch gleich das dazugehörige Buch “Wolkenspringer: Von einem genialen Autisten lernen” von eben diesem Daniel Tammet auf meinen Wunschzettel gesetzt habe. Gleich hinterher auch noch das ältere “Elf ist freundlich und Fünf ist laut: Ein genialer Autist erklärt seine Welt“, in welches man hier auch einen Blick werfen kann, der mich dann noch mehr überzeugt hat.
So sehr ich solche Gaben auch bewundere, so wenig wünsche ich sie mir, da sie ja oft mit Begleiterscheinungen daherkommen (Zitat aus der Leseprobe: “So esse ich zum Beispiel jeden Morgen exakt 45 Gramm Porridge zum Frühstück; ich wiege die Schüssel mit einer elektronischen Waage, um ganz sicher zu sein. Dann zähle ich die Anzahl der Kleidungsstücke, die ich trage, bevor ich das Haus verlasse.”) und ich glaube, dass ich die ganzen Eindrücke gar nicht verarbeiten könnte (denke da jetzt besonders an einen Autisten aus dem oben genannten Dreiteiler, der keine Details ausblenden kann, sondern alles in sich aufnimmt und nach einem Flug über eine Stadt diese exakt aufzeichnen kann). Ne, da bleibe ich lieber sprachunbegabt und lass mir von solchen Menschen erzählen, wie sich ein Wort oder eine Zahl anfühlt. Das reicht mir…

PS: Knie, Knolle, Knorpel, Knoten, Knete, Knubbel, Knochen .. Knochen… das dürfte evtl. als Ausnahme durchgehen, oder?

PPS: Strick, Strecke, Strich, Striemen, Strang, Strauch … Strauch… der ist doch eher rund, oder?

Update: Hm, irgendwie hätte ich den Spiegel-Artikel und die ersten Buchseiten auf Amazon nicht vorher lesen sollen, denn viel mehr gab es dann bei Beckmann auch nicht zu sehen (außer, dass man ihn halt mal deutsch hat reden hören. Aber selbst die von ihm aufgemalten Zahlen wie er sie sieght (z.B. die 89 als Schneeflocken) hab ich vorher shcon in dem kurzen Buch-Auszug gesehen). Wer die Sendung verpasst hat uns sie trotzdem gerne sehen würde, kann sich den kompletten Auftritt (natürlich kostenlos) in der ARD-Mediathek als Video angucken.
Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass er nur so viel deutsch gelernt hat, um seine Standard-Antworten zu geben (wobei ich nicht abstreiten will, dass ich auch dazu nicht in der Lage wäre), oder warum musste er die letzte Frage komplett auf Englisch beantworten? Merkwürdig…

 
Madonha:

Wenn du die Bücher hast, würde ich sie auch gerne lesen wollen. Wenn ich sie dir zum Geburtstag schenke, könnte ich sie schon vorher gelesen haben. Könntest du so lange warten und ertragen, dass du Second Hand Ware geschenkt bekommst?

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donvanone:

@Madonha: Klar, hab ich kein Problem mit. Solange noch alle Buchstaben drin sind…

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sebastian brandt:

Eine der gemühtlichsten Seiten die ich je gesehen habe. Man fühlt sich richtig wohl.Durch das einbringen von reelen Gegenständen kommt einem die Sache vertraut vor. Keine klinische Kälte wie im Krankenhaus, oder buntes geflimmer wir in einer Einkaufsmeile.
Schöne Grüße aus Buxtehude

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julia:

solang alle buchstaben noch drin sind :D der war gut ;D

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