Das Buch ohne Namen: Prolog (I)

18. Januar 2007 um 11:11 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

(Warum? Darum!)

Die Sonne brennt wie wild auf den zerbrochenen Spiegel, der vor mir liegt. Jedes verdammte Stück scheint die Sonnenstrahlen genau in meine halb verschlossenen Augen zu schicken. An Schlaf ist so nicht zu denken. Die Scherben wegzuräumen wäre aber viel zu viel Arbeit. Verdammt noch mal, ich hab doch Urlaub. Darum liege ich auch faul in meiner niegelnagelneuen Hängematte (nicht im Norma für 12.98 DM gekauft, weil die hatten die nicht bekommen, was weiß ich warum). Neben mir steht mein Nachtischschränkchen, welches ich extra für meine faule Viertelstunde die Treppe runtergeschleppt habe. Nun steht es hier im Garten. Darauf habe ich eine Schale mit Honigmelonen-Stücken und ein Glas eisgekühlten Eistee hingestellt. Eistee ist eben die beste Erfrischung. Vor circa 5 Minuten hatte ich auch noch ein Tablett. Den Spiegel aus dem Flur, der mir aber eben runtergefallen ist, weil ich mit zwei Fingern ein Stück Melone vom Teller holen wollte, ohne mit den anderen drei Fingern das Glas Eistee loszulassen. Nun liegt der Spiegel zerbrochen auf dem Boden und eine Katze, die gerade durch die Hecke gehuscht kam, hat sich an ihm die Füße aufgeschnitten. Es muss eine sehr dumme Katze gewesen sein, denn schlaue Katzen machen so was nicht, die würden eher Whiskas kaufen, als sich an einem handelsüblichen Spiegel, den irgendein Trottel auf den Boden geworfen hat, die Füße zu zerschneiden. Jetzt ist es aber zu spät. Ich habe aber kein Mitleid mit der Katze, sie war sowieso schon alt und da es für Katzen kein Altenheim gibt, ist es wohl besser, sie stirbt jetzt irgendwo an einer dummen Schnittwunde als dass sie noch Alzheimer bekommt und vergisst, dass sie eine Katze ist. Dann denkt sie vermutlich auf einmal, sie wäre ein Mensch und will beim Metzger ein Pfund Gehacktes kaufen. So geht das ja auch nicht.

Rechts neben mir taucht auf einmal ein Schatten auf. Na gut, dachte ich, da kommt mich wohl ein Schatten besuchen. Aber der Schatten wollte gar nicht zu mir, sondern die dazugehörige Person. Es ist meine Mutter, Marianne Geimer, sie hat den Schatten einfach nur so mitgebracht, weil sie dachte, der bräuchte auch mal was frische Luft. „Was willst du denn hier“, frage ich sie, „Ich hab doch meine faule Viertelstunde, da brauch ich keinen für, alleine bin ich immer am faulsten.“ „Achso, naja, du hast auf jeden Fall Post bekommen, ich leg den Brief mal hier neben die Scherben, du kannst ihn ja lesen, wenn du deine Brieflesviertelstunde hast. Wann war die noch mal?“ „Wie jeden zweiten Mittwoch in ungeraden Monaten: Direkt nach den Hängematte-zusammenbaufünfminuten, also um 17.23 Uhr. Von wem ist den der Brief?“ „Von Kreutzer-Reisen. Was die wohl wollen?“ „Ich hab da doch den Urlaub gebucht.“ „Bei Kreutzer? Ich dachte bei LTU, weil die haben einen viel besseren Service.“ „Egal, Kreutzer ist billiger. Und billig…“ „..da stehst du ja drauf.“ „Genau“ „Okay, ich will dich nicht weiter stören, tschüss!“ „Tschöö.“

 
Mutter:

Marianne Geimer hat für mich so was wie Mutter Beimer!igitt!

antwortenReply to this comment