BST 11: Burg Teck, A8

09. Januar 2010 um 00:09 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

bst_burg_teck

Es wird mal wieder Zeit für einen Beitrag zur “braune Schilder”-Tour (BST).
Aber fangen wir erstmal mit dem Bild da oben an. Das stammt nämlich nicht von dem Tag, an dem wir die Tour gemacht haben, sondern ist schon vor längerer Zeit auf Vorrat aufgenommen worden, daher die andere Jahres- und Tageszeit.
Aber was sieht man da? Nicht irgendein braunes Schild (bzw. Unterrichtungstafel), sondern das erste seiner Art, welches (laut diesem SpOn-Artikel) 1984 aufgestellt wurde. Der Ursprung dieser Tour also. Wow.

Und bevor ich euch erzähle, warum es uns genau da hin getrieben hat, erstmal ein paar Eindrücke von der Burg Teck und dem Weg dahin (vom Parkplatz zur Burg sind es nochmal ca. 1km Fußweg den Berg hoch, gut, dass wir mit Feuer und Glühwein empfangen wurden):

burg_teck_aussen

Diesen Weg nimmt man zu solch dunkler Stunde (bei Sonnenschein hat man da sicher eine super Aussicht) natürlich nicht ohne Grund auf sich und so war es auch bei uns. Angelockt wurden wir von lecker Essen in mittelalterlichem Flair. Nennt sich dann “Teckburger Tafeley” und stand bei uns schon seit 2 Jahren auf der ToDO-Liste. Kurz vor Weihnachten hat es dann jetzt endlich geklappt und so trafen wir uns dort mit 4 Freunden zum mittelalterlichen Mahl.

Zum Glück hatte jeder Kerl auch ein Weib mitgebracht, denn wie es im Mittelalter so üblich war (wenn die Frauen denn mit an den Tisch durften), war es die Pflicht der Frau, den Mann zu bedienen und ihm immer zuerst das beste Stück zu geben und darauf zu achten, dass sein Glas nie leer würde. Weitere Ess- und Benimmregeln (immer einen Rest für die Armen lassen, nie allein trinken etc.) findet ihr unter obigem Link. Wurden sie nicht eingehalten (oder klingelte gar ein Handy), wurde der Übeltäter zur Freude der anderen Anwesen mit der Schandgeige zur Rechenschaft gezogen.

Doch bevor es überhaupt ans Essen ging, mussten erstmal die Hände im Wasserbecken gewaschen werden (schließlich wurde nur mit Händen und Stilett (wohoo!) gegessen), ein Tuch umgebunden und lecker Met aus dem Horn getrunken werden. Zwischen den Gängen (die sehr sehr lecker waren) gab es dann immer mal wieder unterhaltsame Musik und Humor im mittelalterlichen Stil. Brachte eine super Stimmung ein, so dass oft der ganze Saal mitgesungen hatte.

burg_teck_tafeley

Einziges Manko: Die Getränkepreise waren verdammt hoch, so dass ich mir nicht sicher war, ob die “Reste für die Armen” am Ende nicht doch wieder an uns verteilt werden…

Alles in allem aber ein wunderschöner Abend in ausgelassener Stimmung und mit lecker Essen. Kann in nur empfehlen und ich kann mir gut vorstellen, dass wir da nicht zum letzten Mal waren. Und bei Tageslicht müssen wir die Burg dann ja auch mal noch besuchen…

BST 10: Burgruine Weibertreu, A81

06. September 2009 um 17:27 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

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So, die “braune Schilder”-Tour (BST) geht nach langer Pause in die nächste Runde. Da Frau Bü ja an ihrem Doktor arbeitet, blieb uns für sowas in diesem Jahr einfach keine Zeit. Nun hat sich das glücklicherweise wieder etwas entspannt (aber nein, der Doktor ist noch nicht fertig, es darf also weiter gebetet werden) und so präsentiere ich heute den zehnten Teil dieser Reihe. Aufmerksame Leser werden Teil 8 und 9 vermissen. Die stammen noch aus unserer Herbsttour vom Oktober (ja, das ist jetzt fast ein Jahr her) und werden noch nachgereicht, ich lass da einfach mal ne Lücke…

Und da dieses “Oh, wir haben ja wieder Zeit für braune Schilder” zu spontan kam, so dass wir am braunen Schild schon vorbei waren, als wir uns entschieden, abzufahren, muss ich das Foto von der Unterrichtungstafel dann auch noch nachreichen, wenn es mal wieder über Heilbronn geht. Denn Ziel war diesmal: Die Burgruine Weibertreu in Weinsberg.
Fangen mir mit einer kleinen Geschichte an um zu klären, wo denn dieser merkwürdige Name herkommt (Quelle: Wikipedia):

 

1140 war die Burg im Besitz der Welfen, die sich mit den Staufern um die Macht im Reich stritten. König Konrad III. [..] belagerte die Burg mehrere Wochen lang [..]. Kurz darauf ergab sich die Burg. Dem Bericht der Kölner Königschronik zufolge versprach der König den Frauen auf der Burg Weinsberg freien Abzug und gab die Erlaubnis, “dass jede forttragen dürfte, was sie auf ihren Schultern vermöchte”. Auf die Männer wartete der Tod.

Und nun kann sich jeder denken, wie die Geschichte weiterging:

burgruine_1

 

Die Frauen nahmen den König beim Wort und trugen ihre Männer auf dem Rücken herab, denen sie so das Leben retteten, da der König sein Wort hielt. Die Frauen wurden als Treue Weiber von Weinsberg bekannt, und die Burg kam aufgrund dieser Begebenheit zu ihrem Namen Weibertreu (vermutlich im Lauf des 18. Jahrhunderts).

burgruine_2

Über die Burg lässt sich jetzt nicht wirklich viel sagen, da nicht mehr wirklich viel vorhanden ist. Daher wohl der Name “Ruine” ;-)
Der Blick über die Weinberge ist auf jeden Fall ganz nett, was mich dazu bringt, zu erwähnen, dass die Rebsorte “Kerner” ihren Namen indirekt auch den treuen Weibern zu verdanken hat. Der Dichter Justinius Kerner fand diese Geschichte nämlich so toll, dass er sich stark für den Erhalt der Ruine einsetzte. Das dankten die Weinsberger ihm dann später damit, indem sie dieser Sorte seinen Namen gaben.

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Was ich nicht wirklich festhalten konnte ist der Klang der Äolsharfen (ich hab “Engelsharfen” verstanden, als der Ticketverkäufer uns auf diese aufmerksam machte…), die Kerner im dicken Turm (das ist nicht der Turm, der bei den Fotos oben unten rechts zu sehen ist, sondern dieses runde Mauerwerk über mir, “Turm” hätte ich das nicht genannt…) anbringen ließ. Zwar hatten wir einen wirklich starken Wind, so dass man die Harfen gut hören konnte, meine Kamera hat bei der Videoaufnahme aber irgendwie nur den Wind aufgenommen, so dass ihr da dann doch selber hinfahren müsst, um euch das anzuhören…

Hier aber mal eine andere Äolsharfe, um sich das besser vorstellen zu können:

Die waren da in alle Fenster des Turmes eingebaut, so dass aus allen Richtungen dieser mystische Sound kam.

Mehr Fotos im zugehörigen Flickr-Album.

BST 7: Münster, Rathaus des Westfälischen Friedens, A1

06. März 2009 um 00:31 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

braunes_schild_header

So, es wird Zeit, dass ich die “braune Schilder”-Tour (BST) endlich mal wieder fortsetze. Da Frau Bü momentan die meiste “Freizeit” für die Diss opfert (und natürlich für Lost…), kamen in letzter zeit zwar keine Schilder hinzu, aber vom Oktober sind ja noch 3 übrig. Heute also Münster.

muenster_am_abend2

Der Besuch in Münster liegt jetzt schon eine unglaubliche Ewigkeit zurück (darum werde ich hier auch mehr Bilder als Worte sprechen lassen, die Details verblassen alle schon…), war nämlich die erste Etappe unserer “Herbsttour” Ende Oktober. Aufgenommen wurden wir von einem ehemaligen Kommilitonen uns seiner Freundin (die auch schon in Ulm gewohnt hat), die dann für uns auch eine super vorbereitete Stadtführung vorbereitet hatten. Ist jetzt schon zu lange her, dass ich noch sagen könnte, wie viele Karteikarten mit Fakten rund um Münster das waren, aber es waren schon ne ganze Menge. Nicht fehlen durfte natürlich das “Rathaus des Westfälischen Friedens”, welches ja im braunen Schild beworben wird:

Rathaus des Westfälischen Friedens

Viel spannender fand ich aber die drei “Wiedertäufer-Käfige” am Turm der Lambertikirche mit der dazugehörigen Geschichte. Schon ein wenig gruselig…
Die Altstadt hatte aber wirklich Flair, hat mir gefallen, viele nette Häuserfassaden, schöne Kirchen und so weiter. Aber wie gesagt: Weniger Text, mehr Fotos:

muenster

Wenn ich aber für das Design des braunen Schildes verantwortlich gewesen wäre, hätte ich das einfach mit lauter Fahrrädern vollgemalt, denn das war das, was uns in Münster als erstes aufgefallen ist und dann auch nicht mehr losgelassen hat: Überall nur Fahrräder. Ich hab noch nie so viele Fahrräder auf einem Haufen gesehen wie auf dem Fahrradparkplatz beim Bahnhof und auf der Straße war man weder als Fußgänger noch als Autofahrer sicher, ständig huschte von irgendwo ein Zweirad dazwischen.
Vor allem bei unserer Ankunft (von Ulm aus) ging das dann gepaart mit der schier unmöglichen Parkplatzssuche (ja, das ist einer der Gründe für die vielen Fahrräder) und dem Punkt, dass uns das Navi auch noch durch eine Fußgängerzone geschickt hat, ganz schön an die Nerven und ist für mich das Totschlag-Argument gegen einen Umzug nach Münster. SO schön es da auch sein mag, aber die vielen Fahrräder machen mich wahnsinnig…
Mehr zur “Fahrradstadt Münster” gibts auf Wikipedia. Hier nur noch ein paar Zitate von eben dort:

 

[..]
Somit hat die Stadt den höchsten Radverkehrsanteil in ganz Deutschland. Nach einer Umfrage im Jahre 2007 wählten die Münsteraner sogar am häufigsten dieses Verkehrsmittel.
[..]
In einer Stadt mit doppelt so vielen Fahrrädern wie Bewohnern tritt auch das Problem des Fahrraddiebstahls in den Vordergrund: So gaben weniger als die Hälfte der Befragten an, ihnen sei noch nie ein Fahrrad gestohlen worden, 15% beklagten gar drei oder mehr verschwundene Räder.
[..]
In der Verunglücktenhäufigkeitszahl, das heißt die Anzahl an verletzten Personen pro 100.000 Einwohner, belegt Münster in Nordrhein-Westfalen den letzten Platz, allerdings sind nur in rund neun bis zwölf Prozent aller Unfälle Radfahrer beteiligt. Problematisch hingegen ist, dass Radfahrer und Fußgänger einen hohen Anteil von rund 50 % aller Verletzten stellen.
[..]
Münster beherbergt mit der Radstation Münster das größte Fahrradparkhaus Deutschlands. Sie befindet sich direkt vor dem Hauptbahnhof. Während des Baus skeptisch von den Bewohnern der Stadt beäugt, wurde die Radstation schnell zum Erfolg: Die 3.300 Stellplätze sind bei gutem Wetter ausgebucht, circa 2.700 Kunden besitzen eine Dauerkarte. Nötig wurde die Anlage, da auf dem Bahnhofsvorplatz regelmäßig sämtliche Wege von abgestellten Fahrrädern blockiert wurden, so dass Fußgänger auf die Straße ausweichen mussten[..]

Neben den vielen Fahrrädern gibt es dann auch noch viele Studenten, was dann dafür sorgt, dass es auch viele Kneipen gibt (was dann wiederrum zu den Unfällen mit den Fahrrädern sorgt…). Dazu einfach nochmal ein paar Bilder:

muenster_kneipen

Was ich irgendwie gar nicht mit Münster in Verbindung gebracht hätte, war der Hafen. Irgendwie hab ich damit so mitten in Deutschland nicht gerechnet (hatte “Hafen” erst für Wilhemshaven eingeplant…) und war dann angenehm überrascht. Sah nämlich wirklich schick aus und schien bei gutem Wetter eine schöne Alternative zur Altstadt zu sein.

muenster_hafen

So, hab ich noch was vergessen? Frau Bü darf es gerne in den Kommentaren ergänzen…

Ach ja: Wer mittelfristig einen Besuch in Münster plant, sollte seinen Trip für den 28. März 2012 einplanen. Denn ich würde schon mal gerne wissen, was da in der Nähe des Rathauses dann passiert:

2012

(Ok, ich weiß was da passiert, schließlich gibt es ja das Internet…)

Mehr Bilder (und in höherer Auflösung) wie immer im zugehörigen Flickr-Album.

BST 6: Eselsburger Tal, A7

13. Januar 2009 um 21:51 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

braunes_schild3

Beim heutigen Beitrag der “braune Schilder”-Tour (BST) fasse ich mich mal besonders kurz, da ich hoffe, dass ich in diesem Jahr irgendwann nochmal dort hin komme und dann (mit besserem Wetter und mehr Zeit) mehr vom Eselsburger Tal zu sehen bekomme.

steinerne_jungfrauen_header

Dass ich überhaupt auf die Idee gekommen bin, da mal hinzufahren, lag an meinem Bruder. Denn der hatte mit seiner Firma einen Aufenthalt in Heidenheim und wanderte mit denen dann am letzten Tag durch das Eselsburger Tal in Herbrechtingen. Danach holte wollte er seinen Aufenthalt im Süden Deutschlands noch mit einem kurzen Besuch in Ulm verlängern und so holte ich ihn direkt von dort ab.
Und zu meiner großen Überraschung schwärmte er schon am Telefon (er informierte mich, dass es doch etwas länger dauern würde, so dass ich am Parkplatz genug Zeit hatte, mir die Wanderstrecken (im Netz leider nicht so toll) anzugucken) von der Landschaft. “Wie in Schottland” und “ganz toll” waren seine Worte. Ich schob das ganze erstmal auf seinen Restalkohol (denn Wandern ist normalerweise nicht sein Ding), ließ mich dann aber von den Fotos überzeugen.

Und so machte ich da dann auch mit Frau Bü einen Kurzstop, als wir in der Nähe auf einem Polterabend eingeladen waren. Und auch wir waren (trotz Nieselregen) begeistert. Wetter- und Zeitbedingt haben wir und für die kurze Route (ca. 5km) entschieden:


Größere Kartenansicht

Und so sah es da aus:

eselsburger_tal

Was für eine schöne Landschaft wir doch fast direkt vor der Tür haben…

Im Frühling soll es da auf jeden Fall nochmal hingehen, dann mit RoKe und Lu und einer großen Picknickdecke. Denn dazu laden die ganzen grünen Hügel geradezu ein.
Hach, ich freu mich schon und werde dann sicher berichten und weitere Fotos (dann auch mal mit Sonnenschein hoff ich doch) nachreichen…

Mehr Bilder wie immer im zugehörigen Flickr-Album.

BST 5: Ulmer Münster, A8

06. Januar 2009 um 15:27 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

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Nun also zu der Etappe der “braune Schilder”-Tour, die am dichtesten liegt: Das Ulmer Münster. Das schwierigste an der Sache war, das Foto vom braunen Schild zu machen, denn dafür muss man ja nach Ulm fahren, was wir aber typischerweise immer nur im Dunkeln machen. Und wenn es doch mal hell ist, denk ich nicht dran, oder hab keine Kamera dabei. Darum müsst ihr euch mit diesem Kriselbild da oben begnügen, bis ich mal ein gescheites hinbekomme…

rathaus_bibliothek

Natürlich hat Ulm noch viel mehr zu bieten als nur das Ulmer Münster, eine Stadtführung werde ich hier jetzt aber sicher nicht machen. Da müssen ein paar Bilder reichen. Und da es hier nicht nur bei ein “paar” Bildern bleiben wird, gehts erst weiter nach einem Klick auf “mehr”.

Mehr »

BST 4: Blautopf Blaubeuren, A8

05. Januar 2009 um 11:09 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

braunes Schild: Blautopf Blaubeuren

Warum sollte man bei der “braune Schilder”-Tour immer in die Ferne schweifen? Eben. Darum geht es heute auch nach  Blaubeuren an den  Blautopf, der nicht wirklich weit von Ulm weg liegt und von mir uns Frau Bü daher auch schon öfter besucht wurde (irgendwo muss man seinen Besuch ja hinschleppen). Im September ging es da dann mit meiner Oma und ihrer Schwester hin und das war dann auch der Tag, an dem wir das erste Mal auch einen Blick ins Kloster von Blaubeuren warfen. Dazu aber weite runten mehr, erstmal der Blautopf. Hier stammen übrigens nicht alle Bilder von nur diesem Tag, ich hab mir erlaubt, da auch ein paar “Archivaufnahmen” von älteren Besuchen mit aufzunehmen…

Klären wir doch erstmal die Frage, warum der Blautopf eigentlich Blautopf heißt. Darum:

Blautopf

So viel zum Thema “Blau”, der Topf wird auch schnell klar: Der Blautopf ist ein trichterförmiger Quelltopf, der eine Tiefe von bis zu 21 Meter erreicht. Aus ihm strömt ständig Wasser raus (mal viel, mal sehr viel, ab und an vielleicht auch wenig), welches dann den Fluss “Blau” bildet, der hier in Ulm dann schließlich in der Donau endet.
Das faszinierende daran ist, dass es mit diesen 21 Metern Tiefe (daher kommt übrigens die blaue Farbe, irgendwie ist das Wasser so tief und so kalkhaltig, dass nur das blaue Licht wieder nach oben reflektiert wird. Gerüchte, dass die blaue Farbe nach einem Regentag und bewölktem Himmel nicht vorhanden ist, kann ich übrigens dementieren. Ich hab bisher immer nur einen blauen Blautopf vorgefunden) noch nicht getan ist, der Blautopf ist lediglich der Abfluss der Blauhöhle, die mit zu einem noch größeren  Blauhöhlensystem gehört. Und mit “noch größer” meine ich dann, dass das Blauhöhlensystem ( Blauhöhle + angeschlossener  Vetterhöhle) insgesamt (und nach aktuellem Stand, die ist ja noch nicht komplett erforscht, vermutlich ist die  Hessenhaudoline auch noch mit dem Rest verbunden) 6543m lang ist.
Und das faszinierende daran ist jetzt, dass das eben alles noch nicht komplett erforscht ist und das ganze halt nur durch Tauchen geht. Die schlechte Nachricht ist nur, dass das doch ziemlich gefährlich ist und daher nur eine Hand voll Leute überhaupt dort tauchen darf. Irgendwie muss ich dringend an genügend Höhlentaucherfahrung kommen und mich dann der  Arbeitsgemeinschaft Blautopf anschließen, die zu den wenigen Tauchberechtigten gehört.
Da das aber relativ unwahrscheinlich ist, drücke ich einfach mal die Daumen, dass die es irgendwann schaffen, auch Landwege zu den großen trockenen Höhlen zu graben (mehr Infos dazu gibts verstreut in den oben verlinkten Wikipedia-Artikeln). Würd ich mir doch schon gerne mal angucken.
Aber auch da habe ich gerade Alternativen gefunden. Zum Beispiel den Vortrag “Höhlentauchen im Blautopf – Neue Forschungsergebnisse”, der am  16.01. in Blaubeuren und am  6.2. in Ulm gehalten wird. Ich sollte mich mal schnell um Tickets kümmern…
Und dann haben die auch schon  eine DVD und ein Buch rausgebracht. Mehr Bilder und eine Zusammenfassung der DVD gibts  hier.  Das Buch erscheint erst im April und ist gleich mal auf meinem Wunschzettel gelandet.

Aber ich schweife ab, das Höhlensystem ist ja nichts, was man als “braune Schilder”-Tour-Macher sehen kann, es fasziniert mich halt einfach nur so.
Gehen wir also zurück zum Blautopf. Der fasziniert nämlich auch die Menschen. Zum Beispiel den Herren Eduard Mörike. Der wurde so fasziniert, dass er gleich die  Historie von der schönen Lau geschrieben hat (kann man auch auf Wikipedia  nachlesen). Und diese schöne Lau ist dann auch tatsächlich für den Besucher des Blautopfes zu sehen:

Die schöne Lau

Aber auch um den Blautopf drumherum sieht es nett aus. Dort stehen nämlich hauptsächlich Fachwerkhäuser und gerade um das Kloster herum fühlt man sich (auch aufgrund der fehlenden Autos) zurück in eine längst vergangene Zeit zurückversetzt. Ich lauf da immer wieder gerne rum. Zudem tauchen aus den bewaldeten Bergen, die drumrum liegen, immer wieder graue Felsen auf, die das ganze noch idyllischer machen, als es eh schon ist.

Blautopf

Kommen wir nun zum Kloster, dass für mich bisher nur eine schöne Außenfassade war. Im Gegensatz zum Dom zu Speyer konnte mich das nämlich überzeugen. Auch hier wird man in die alte Zeit reingezogen. Man spürt förmlich noch das Mönchsleben um einen rumwuseln. Neben etlichen Informationstafeln (die wir uns aus Zeitmangel nur flüchtig ansehen konnten) tragen da auch alte “Schmierereien” an den Wänden von 1753 bei:

Wandschriften

Ich kann also nur jedem empfehlen, neben dem Blautopf auch noch das Kloster mitzunehmen. Und ich nehme mir auch noch das  Blautopf Bähnle vor, da gibts nämlich auch ein paar Höhlen zu sehen, wie ich gerade bemerkt habe (dazu muss ich dann aber erst mal wissen, wann denn der Tag der offenen Höhle das nächste mal ist…).

Kloster
Dieses Windteil (wie heißt das?) gehört vermutlich nicht zum Kloster, ist aber auch in Blaubeuren zu finden. Keine Ahnung, wo ich das aufgenommen habe…

Wie immer gibts auch ein dazugehöriges  Flickr-Set mit hochauflösenderen Bildern.

BST 3: Dom zu Speyer, A61

04. Januar 2009 um 13:45 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

braunes Schild: Dom zu Speyer

Gute Vorsätze sind nichts, was es bei mir zum neuen Jahr gibt, aber vor längerer Zeit hab ich mir für meine momentane Urlaubszeit etwas vorgenommen: Nämlich endlich mal die ganzen braunen Schilder abzuarbeiten, die wir zwar schon besucht, aber noch nicht verbloggt haben.
Und so geht die “braune Schilder”-Tour (BST) heute endlich in die dritte Runde. Und die fand am 7.9.2008 in Speyer statt.

Dom mit Schild

Dort wohnt nämlich ein alter Kindergarten-, Grunschul- und Gymnasialfreund, der nebenbei noch Ums-Eck-Nachbar und Trauzeuge war. Und eben dieser hat uns dann bei einem der Besuche auch mal den Dom gezeigt, von dem das zugehörige braune Schild berichtet.

Im Dom

Und naja, was soll ich sagen? Es war halt ein Dom…
Mein Klassenlehrer hat mir damals mit seinen übermäßigen Kirchenbesichtigungs-Klassenfahrten wohl die Begeisterung genommen, irgendwie bin ich von Kirchen nicht so leicht zu begeistern. Da hilft Schildkrötencontent nur bedingt…

Die dort ebenfalls vorgestellten Schildkröten-Kuscheltiere gabs dann übrigens später ebenfalls in Speyer im  Sea Life zu sehen. Wie diese Annemone:

Annemone

Spektakulärer als das innere des Doms war da schon, was sich drumherum abspielte. Denn wie schon in Bietigheim hatten wir zufällig einen Tag rausgegriffen, an dem ein besonderes Rahmenprogramm geboten wurde. Und hier war das rund um den Dom die  “Mission Olympic”, bei der “Deutschlands aktivste Stadt” gesucht wurde. Und jetzt bereue ich es gerade, dass ich damals nicht irgendwo auch nur eine Muskelzuckung investiert habe, denn dann hätte ich hier jetzt behaupten können, dass nur dank meiner tatkräftigen Unterstützung der Sieg auch tatsächlich  nach Speyer ging.
Aber vielleicht kann ich das ja einfach trotzdem behaupten. Denn wer weiß, ob der Sieg mit meiner Teilnahme auch wirklich noch geklappt hätte? Also doch ganz allein mein Verdienst…

Um den Dom

Mehr (und größere) Bilder gibts im zugehörigen  Flickr-Album.

BST 2: Altstadt Bietigheim, A81

27. August 2008 um 23:12 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Braunes Schild - Altstadt Bietigheim

Am Sonntag konnten wir endlich die “braune Schilder”-Tour (BST) forsetzen, bei der es uns im Teil 1 ja in den Schlossgarten von Schwetzingen verschlagen hat. Diesmal hatten wir dank BruderBü die  richtigen  Reiseführer (Amazon Partnerlinks) in der Hand und Frau Bü entschied sich relativ zufällig für die “Altstadt Bietigheim”.

Turm mit Frauen

“Altstadt Bietigheim”? Ganz ehrlich: Ich war sehr skeptisch. Hey, ne Altstadt hat Ulm auch, was soll da Bietigheim tolles bieten? Aber wir wollen ja eh alle Schilder abfahren, da kann man ja auch mal ne langweilige Altstadt mitnehmen. Doch uiuiui: Als wir dann da waren, wurden meine Befürchtungen abgestraft. Wow, was für eine schöne Altstadt. Wow, wow, wow!

Aber fang ich doch mal vorne an. Kaum verlassen wir das Parkhaus (später haben wir gemerkt, dass es auch viele kostenlose Parkplätze gab, aber die 10 Cent pro Stunde (!) konnten wir dann doch noch verkraften) hörten wir Livemusik und sehr sehr viele Menschen. Was bitte geht hier ab?
Ich musste gleich an meine Schulzeit denken, als ich mit Freunden mal ein Ferienbahnticket gekauft hatte. Wir haben da auch den Zufall (blind mit nem Finger auf die Karte) entscheiden lassen, wo es hingehen soll und fanden uns dann auf einem Weinfest wieder. Und so war es dann auch hier. Nur kein Weinfest, sondern ein “Arkadenfest”.

Arkadenfest

Mit Live-Jazz-Musik. Der kann Frau Bü ja jetzt nicht so viel abgewinnen, im folgenden Video lässt sie sich das aber in keinster Weise anmerken:

Wir ließen uns von dem Menschenhaufen aber nicht aufhalten, sondern begannen unseren Stadtrundgang. Dafür hatte ich vorher mal schnell ein wenig gegooglet und auf der Homepage der Stadt Bietigheim-Bissingen tatsächlich eine  Karte mit Rundgang und einer kurzen Beschreibung der Sehenswürdigkeiten (pdf) gefunden.

buntes Fachwerk

Unsere Route war also klar, hier ist sie dann auch in Google Maps mit ein paar Fotos zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten. Am Besten erst auf “Größere Kartenansicht” klicken, denn die Bilder sind eigentlich zu groß für diese kleine Ansicht.


Größere Kartenansicht

(Mal ne Info zur Karte: Ja, ich hab den Weg händisch rekonstruiert und die Fotos händisch den ungefähren Positionen zugewiesen. Ich hoffe aber mal, dass diese Prozedur ab meinem Geburtstag oder spätestens Weihnachten ein Ende hat. Mein  Wunschzettel ist schonmal  entsprechend vorbereitet…)

Das schöne an der Altstadt ist nicht nur, dass die Bewohner die Häuser schön in Schuss halten und nicht runterkommen lassen (da werden auch jährlich Preise für die schönste Fassade etc. verliehen, die glücklichen Gewinnerfassaden werden dann noch mit einem entsprechenden Schild verschönert), sondern dass die alte Fachwerkarchitektur noch mit moderner Kunst garniert wird. Sowas kann ganz böse ins Auge gehen und alles kaputt machen, in Bietigheim haben die das aber meiner Meinung nach perfekt hinbekommen und es gibt ein wirklich schönes und stimmiges Gesamtbild.

Hier zum Beispiel mal das “Ku(h)riosum von  Jürgen Goertz:

kuhriosum

Auf der Stadthomepage gibt es auch eine  Übersicht der Skulpturen.

Aber es sind nicht nur die Skulpturen, die den modernen Touch reinbringen, manche Häuser wurden auch teilweise modern restauriert, so dass es eine Mischung aus alt und neu ergibt. Am Besten guckt ihr euch  meine Bilder auf Flickr zu der Tour an, da hab ich mal meine schönsten Bilder reingestellt. In der Google-Karte sind teilweise sie gleichen, manche aber nicht, dafür dann wieder andere schon, die nicht wirklich künstlerisch wertvoll sind, aber halt eine Sehenswürdigkeit abbilden, die auf der Karte festgehalten werden sollte. Und hier in diesem Beitrag gibts dann nochmal eine dritte Gruppe an Bildern, die so einen Gesamteindruck vermitteln sollen. Überschneidet sich mit den beiden vorherigen Gruppen, ersetzt sie aber nicht. Also vor allem die Flickr-Bilder solltet ihr angucken ;-)

Zurück zur Altstadt: Die einzelnen Häuser, die auf dem Rundgang markiert waren, hatten dann vor Ort nochmal ein Informationsschild angebracht, auf dem man das nachlesen konnte, was auch im Prospekt steht (bzw. mehr, falls im Prospekt kein Text steht). Insgesamt also sehr touristenfreundlich und das fantastische Wetter hat dem dann noch in die Karten gespielt.

Collage

Alles in allem ein perfektes Sonntagnachmittag-Programm und ich freue mich schon auf das nächste braune Schild. Denn wie das jetzt gezeigt hat: Mag es noch so banal klingen, dahinter kann sich was ganz tolles verbergen. Die machen das Schild ja nicht umsonst da hin…

BST 1: Schlossgarten Schwetzingen, A6

14. Juli 2008 um 22:41 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

Unterrichtungstafel Schlossgarten Schwetzingen

Am Sonntag ging es also los mit der “braune Schilder”-Tour (BST). Eigentlich hätte es ja schon am Freitag losgehen sollen, aber da hats geschüttet und es wurde auch zu spät. Und mal soll ja auch nix erzwingen.
Sonntag war dafür dann gutes Wetter und Zeit hatten wir auch und so haben uns die Eltern Bü (also “Babba” und seine Frau) noch zum  Schlossgarten Schwetzingen begleitet, wo sich dann am Ende unsere Wege wieder trennten.

Hirsch vor Schloss

Frau Bü und ich hatten vorher noch nie was vom Schloss Schwetzingen gehört und hatten das in der  Wikipedia-Liste der braunen Unterrichtungstafeln (ich will mir das Wort jetzt doch mal angewöhnen…) einfach mal relativ zufällig ausgewählt. Als wir davon dann aber den Eltern Bü und der Trauzeugin Bü (auf deren Poolparty wir am Tag vorher gastierten) erzählten, gerieten sie nur ins schwärmen und meinten, dass man sich da ja schon Zeit für nehmen müsste, weil der ja soooo groß sei.

Jaja, wie groß kann so ein Par wohl sein, dachte ich mir. Und auch frau Bü war etwas überrascht, dass die Warnung in keinster Weise übertrieben war, der Garten ist echt “soooo groß”!

Ich hab da mal  was vorbereitet: Hier unsere zurückgelegte Strecke mit eingebundenen Fotos (bitte nicht in der eingebetteten Karte drauf klicken, dafür sind die Fotos zu groß. Einfach mal auf  diesen Link klicken und zur Großansicht der Karte kommen). Google sagt, dass das 3,6km wären (wir sind übrigens gegen den Uhrzeigersinn gelaufen, der Start ist ganz rechts, wo halt auch das Schloss ist) und wir haben ja nichtmal den ganzen Park erkundet (z.B. hätte ich ja noch gerne diese Vögel gesehen, aber in das Eck kamen wir nicht. Wenn man in der Google-Karte bei “Mehr…” die (fremden) “Fotos” aktiviert, sieht man, dass wir ganz knapp dran waren. Aber irgendwie haben wir die Ecke (mit dem Badhaus) übersehen, ne Beschilderung gab es überhaupt nicht, nur am Eingansbereich war mal ne Karte…) :


Größere Kartenansicht

Gleich am Anfang gabs auch schon die erste wunderliche Erscheinung: Die Blumen in den wunderschönen Blumenbeeten (abwechslungsreicher und farbenfroher als bei der Neu-Ulmer Landesgartenschau) waren reich bestückt mit Hummeln. Diese Hummeln machten allerdings keinerlei Anstalten, ihre Flügel auch nur einen Millimeter zu bewegen, sondern lagen scheintot auf den Blüten und schlürften faulstmöglich den Nektar. Ab und zu mal eine Mini-Körperbewegung, um an weiter entlegenere Fress-Stellen zu gelangen, aber mehr war da nicht. Sahen fast (aber eben nur fast) wie tot aus. Naja, diese Einladung konnte ich dann natürlich nicht abschlagen und belagerte die Viecher nur so mit meiner Kamera (auch ein Objektiv, dass schon fast gegen das faul herumhängende Humelbein stößt, hat niemanden (erst Recht nicht die Hummeln) gestört):

Hummeln

Aber auch sonst gab es allerlei zu sehen. Viele schöne Statuen (wobei die originale alle in der Orangerie ausgestellt waren), schöne Gebäude (sogar eine Moschee, die da nur aus optischen gründen erbaut wurde) und natürlich viel Natur.
War echt wunderschön, ich glaube die “braune Schilder”-Tour wird ein Erfolg.

Hier noch ein ganzer Schwung Bilder, die ihr auch alle (damit meine ich nur alle, die hier direkt zu sehen sind. In der Google-Karte gibt es noch mehr Bilder, ganz Exklusiv nur da…) in verbesserter Kontrast- und Farbwertform und in höherer Auflösung  auf meinem Flickr-Account findet.

Schwetzingen

Mal gespannt, was das nächste braune Schild bringt…

Einleitung: Die “braune Schilder”-Tour

14. Juli 2008 um 21:54 von donvanone | Kommentar abgeben | Trackback

“braune Schilder”-Tour

Wie vermutlich bekannt ist, hat es Frau Bü und mich nach Ulm verschlagen, wo wir uns auch sehr wohl fühlen. Da die Eltern und sonstige Familie aber entweder im Rheinland oder der Pfalz ansässig ist, kommt es bei uns relativ oft vor, dass wir einige Zeit im Auto sitzen und immer die gleiche Landschaft neben uns sehen. Rauf – runter – rauf – runter…

Bei der (vor-)letzten heimfahrt hatte Frau Bü dann die grandiose Idee, dass man doch einfach mal bei etwa jeder Fahrt bei einem dieser braunen touristischen Informationsschilder ( Unterrichtungstafeln, um genau zu sein) abfährt und sich das braunbeschilderte touristische Highlight einmal anschaut. Das schaft zum Einen Abwechslung und zum Anderen auch bleibende Erinnerungen, die immer wieder hochkommen, wenn man dann mal wieder an dem Schild vorbeifährt (was sicher sehr oft vorkommen wird).

Und so war die “braune Schilder”-Tour beschlossene Sache.

Dieser Beitrag hier soll einmal der Übersichtsbeitrag werden. Mit Google-Map mit sichtbarer Strecke und den braunen Schildern (verlinkt zu den entsprechenden Beiträgen auf DonsTag), aber dafür hab ich momentan dank meiner lustigen Arbeit an meinem eigenen Bundesligatippspiel (mit gaaaanz vielen Statistiken) keine Zeit.
Darum nur dieses erste Fragment, dass dann nach und nach ausgebaut wird (auch der Header wird noch besser…). Aber irgendwo muss ich ja gleich hinverlinken, wenn der erste Bericht zu nem Schild kommt…

PS: Frau Bü hat ja in etwa einem Monat Geburtstag und ich bin mir sicher (nein, ich weiß es sogar), dass sie sich über einen (bzw. zwei: für BaWü und RP)  Reiseführer zu eben genau jenen braunen Schildern freuen würde. Da hier auch viel Verwandschaft mitliest, lass ich das einfach mal so fallen. Am Besten vor dem Kauf bei mir melden, damit nicht nachher 15 mal “Die braunen Schilder von Baden-Württemberg” in unserem Regal steht…